Samstag, 19. November 2016

Verschworen

Fortean Times 258 vom Februar 2010: The World's 
Weirdest News Stories
Die britische Zeitschrift Fortean Times enthält in ihrer Ausgabe 258 vom Februar 2010 den Artikel The Strange Tale of Solarcon-6. Es geht um Briefe von Philip K. Dick an das FBI bezüglich einer (oder auch mehrerer) Neo-Nazi-Verschwörungen, in die auch sein Kollege Thomas Disch verwickelt sein solle. Tatsächlich ist der Artikel wohl ein Auszug aus einem Buch, nämlich From Government Files and the Paranormal, geschrieben von Nick Redfern. Die Geschichte an sich ist nicht neu und vielfach debattiert worden, ungewöhnlich ist, dass Dicks Aussagen hier ernst genommen werden. Das darf bei diesem Medium, der Zeitschrift Fortean Times, allerdings nicht wundern - heisst fortean doch unerklärlich und fortean phenomena sind die unerklärlichen Phänomene der Parawissenschaften.
Sonst wird eher Dicks Fehlverhalten gegenüber Thomas M. Disch diskutiert, auch wenn die Briefe wohl keine Auswirkungen hatten. In Dischs letztem Roman, veröffentlicht kurz nach seinem tragischen Tod, taucht auch sehr prominent Philip K. Dick als Figur der Erzählung auf - er befindet sich in der Hölle. Und so ist der Roman The Word of God auch ein Stück recursive literatureThe Word of God, ist 2008 beim Kleinverlag Tachyon erschienen - dort hat auch Anne Dicks The Search for Philip K. Dick einen Platz gefunden.
Nachlesen lassen sich die Briefe bzw. die veröffentlichten FBI-Akten im Internet an vielen Stellen, der Artikel aus der Fortean Times selbst ebenfalls.
In der Fortean Times gab es bereits in der Ausgabe vom August 2002 (# 161) einen allgemeinen Artikel über Philip K. Dick.
In einem älteren Blogeintrag wird auf einen Artikel in der Steamhovel Press hingewiesen - auch hier geht es um Verschwörungstheorien aller Art, aber in dem Artikel geht es um die Pink Beam Erlebnisse. Und auch Tessa Dick taucht in einigen Büchern von Autoren des Genres auf, speziell bei Andrew Colvin.
Wenn man das Interview mit Maer Wilson im aktuellen PKD Otaku (#34) liest, kann man vielleicht Dicks Äusserungen - auch gegenüber dem FBI - besser verstehen. Wilson beschreibt sehr schön Dicks Spiel mit der Realität, sein Ausprobieren von verschiedenen möglichen Wahrheiten; das FBI ist aber sicher der falsche Addressat für diese Art von Denkspielen.

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