Samstag, 22. Februar 2020

Wiedervereinigt

Es passiert selten genug, mir sind nach längerer Zeit wieder ein paar amerikanische Pulp-Magazine aus einer deutschen Quelle ins Netz gegangen. Solche Pulps sind nicht unbedingt besonders teuer, aber das Porto macht den Bezug aus den USA kostspielig und Angebote aus Deutschland, also mit angemessenem Porto, sind selten.
Worlds of Tomorrow, November 1965 und Januar 1966 mit Philip K. Dicks Project Plowshare
Ich mag die alten Pulps, mit den bunten Umschlagbildern und den Anzeigen für Geschäftsideen und Haarwuchsmittel. Ausserdem gibt es natürlich die Illustrationen, die die Kurzgeschichten begleiten und die ihren eigenen Charme haben.
Dick hat in seiner Kindheit selbst die Pulp-Magazine gelesen (und gesammelt) und sein Interesse an Science Fiction hat sich (auch) daraus entwickelt.
Eines der ersteigerten Hefte enthält auch den zweiten Teil von Project Plowshare. Der erste Teil wartet in meiner Sammlung schon länger auf seine fehlende Ergänzung. Project Plowshare ist ein Roman, der, wie einige andere, zunächst mehrteilig in einem der üblichen Magazine erschienen ist.
Nach der Erstveröffentlichung in zwei Teilen in Worlds of Tomorrow (11/1965 und 1/1966) ist der Roman 1967 in den USA als Taschenbuch unter dem Titel The Zap Gun bei Pyramid Books erschienen. Bis zur letzten Ausgabe 2012 bei Mariner kamen dann insgesamt zehn englische Buchausgaben heraus.
Das Labyrinth der Ratten, die einzige
deutsche Ausgabe von The Zap Gun,
bei Goldmann (1979)
Der – für mich etwas schwierige – deutsche Titel der Zap Gun ist Das Labyrinth der Ratten, ein Single, von dem es nur eine deutsche Ausgabe, die vom Goldmann Verlag gibt und die dieses Jahr auch schon ihren 40. Geburtstag feiern kann. Vielleicht möchte Fischer ja seine Klassik Reihe mit diesem Roman fortsetzen, vielleicht nicht das beste Werk von Dick, aber auch nicht so viel schlechter als der Topfheiler  und eine neue Ausgabe wäre wirklich fällig. Übersetzt ist die Zap Gun in mindestens weitere neun Sprachen.
Das Labyrinth der Ratten ist einfach zu beschaffen, es wird häufig angeboten und obwohl es im Schnitt etwas über den anderen Ausgaben von Goldmann liegt, kann man mit der üblichen Geduld ein günstiges Angebot unter dem üblichen Marktpreisen abpassen. Für die Pulp-Magazine gilt natürlich mehr noch als für Taschenbücher, dass man auf die Erhaltung achten muss, wirklich gute Erhaltung ist aber bei Pulps selten und daher teuer. Wenn man es sich nicht leisten kann, muss man für die Magazine der 50er und 60er Jahre Abstriche bei der Qualität hinnehmen. Die Preise hier schwanken extrem, auf ein gutes Angebot warten kann sich lohnen: Da die Hefte stark gesammelt werden, werden sie auch viel gehandelt. Hefte mit Veröffentlichungen von Dick sind daher auch leicht zu finden – allerdings praktisch nur in den USA, Angebote in Deutschland sind selten. Bei Angeboten in Grossbritannien sollte man sorgfältig prüfen, ob es sich um eine Originalausgabe handelt oder um einen britischen Nachdruck bzw. eine britische Ausgabe.
Alle englischen – und einige übersetzte – Ausgaben von The Zap Gun finden sich bei ISFDB. Gescannte Ausgaben von Worlds of Tomorrow finden sich im Internet Archive, auch für die beiden oben gezeigten: November 1965 und Januar 1966. Bibliographische Angaben zum Labyrinth der Ratten sind in diesem Blog auf der Seite zum Goldmann Verlag zu finden.

Preise

"Das Labyrinth der Ratten" von Goldmann (1979) in sammelwürdiger Erhaltung bei 12 bis 20 Euro
Pulp-Magazine mit Kurzgeschichten von Dick liegen bei 5 bis 50 Euro. Disclaimer

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