Samstag, 26. Mai 2018

Sieben auf einen Streich

Meist versuche ich ja in diesem Blog immer einen mehr oder weniger sinnvollen Text zu schreiben, der wenigstens ein bisschen allgemeingültig ist. Dieses mal schreibe ich aber über einen aktuellen Einkauf, man sagt hier und heute wohl haul, der mir sehr viel Freude macht.
Bei Abe war mir ein Konvolut von sieben Büchern aufgefallen, von dem ich eigentlich wegen der hohen Portokosten (aus den USA natürlich) furchtbar abgeschreckt war - Portokosten, die höher als der Kaufpreis sind, finde ich einfach inakzeptabel. Der zweite Blick zeigte aber, dass die sechs Taschenbuchausgaben zum einen durchgängig (Taschenbuch-)Erstausgaben waren und ich nur eine davon in der Sammlung habe und dass drei Bände von meinem auch-Lieblingsverlag Ace dabei waren. Und als Krönung war die Taschenbuch-Erstausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep von Sphere (1971) enthalten. Der Händler behauptete dazu noch einen Zustand von very good or better. Und wenn man das Porto durch sieben teilt, ist es eigentlich auch absolut annehmbar.
Sieben auf einen Streich:  The Preserving Machine, DADoES, The Game-Players of Titan, The Variable 
Man, Ubik, The Man Who Japed und die Buchclub-Ausgabe der Valis-Trilogie
Meine Hoffnungen waren trotzdem recht niedrig, das Ergebnis ist jetzt aber mehr als erfreulich. Auch wenn der Zustand teilweise etwas optimistisch geschätzt war, konnte ich zwei Preisschilder spurlos ablösen (bitte nur nachmachen, wenn man weiss, was man tut) und habe jetzt sieben erstklassige Zugänge zu meiner Sammlung - selbst die Doublette konnte ich gebrauchen, da sie in einem deutlich besseren Zustand als mein Bestand war. Und die DADoES-Ausgabe ist einfach ... wunderschön - und vermutlich werde ich einer Erstausgabe auch nicht näher kommen.
Überhaupt sind die Titelbilder dieser Ausgaben aus den 50er, 60er und 70er Jahren durchgängig Meisterwerke, das Jeff Jones Cover von Ubik ist, wie ich finde, eines der besten Dick-Cover überhaupt: Die Illustration zieht sich auch um das ganze Buch herum, man kann sich das bei isfdb schön ansehen (und das sie heute keine Cover mehr machen, wie damals ... habe ich wohl schon ausführlich beklagt).
Viel Erfolg bei der Jagd!

Samstag, 19. Mai 2018

Kleinlichkeiten

Die Ankündigung von Fischer im nächsten Jahr eine Ausgabe von Philip K. Dicks Time Out of Joint herauszugeben, hat mich dazu gebracht, die Ausgaben dieses Romans einmal anzusehen, die ich in meiner Sammlung habe.
Deutsche Ausgaben von Time Out of Joint von Philip K. Dick
Zeit aus den Fugen von Philip K. Dick bei Heyne (2002)
in der Werk-Edition und gebunden bei Haffmans (1995)
Von diesem frühen Roman von Dick gibt es diverse deutsche Ausgaben, angefangen mit Zeit ohne Grenzen von Balowa (1962), dem ersten richtigen Buch von Dick jenseits von Heftausgaben.
Es folgte eine von Tony Westermary neu übersetze Ausgabe in drei Auflagen bei Goldmann unter dem Titel Zeitlose Zeit. Und danach gibt es eine weitere Neuübersetzung, dieses mal Zeit aus den Fugen, bei Haffmans bis zur derzeit letzten Ausgabe bei Heyne (2002). Bei der von Fischer angekündigten Ausgabe handelt es sich wohl um die Übersetzung von Haffmans, die man auch bei Heyne findet.
Ich habe alle drei Auflagen von Goldmann in der Sammlung, auch wenn erste und zweite Auflage - bis auf die Angabe der Auflage im Impressum - scheinbar identisch sind. Und obschon sie im Regal nebeneinander stehen, war mir nie aufgefallen, dass die ansonsten identische erste und zweite Auflage abweichende Buchrücken haben: Die erste Auflage hat einen weissen Rücken mit hell lila Schrift für den Schriftzug Science Fiction und das Goldmann-Logo und schwarze Schrift für Autor und Titel. Bei der zweiten Auflage ist der Rücken hellblau und die Schrift gelb und weiss.
Buchrücken der (von oben) ersten (1978), zweiten (1978) und der dritten
Auflage (1985) von Zeitlose Zeit von Philip K. Dick bei Goldmann
Die dritte Auflage hat bekanntlich ein neues Titelbild, man findet das hier im Blogeintrag über Goldmann und ist damit unbedingt eine neue Ausgabe für die Sammlung. Ob eine abweichende Färbung des Buchrückens nun ein Kriterium für die Sammelbarkeit darstellt, ist wie immer jedem selbst überlassen, ich halte es aber für eine deutliche Abweichung, die man in seiner Sammlung berücksichtigen sollte - nein muss!
Impressum der dritten Auflage von Zeitlose Zeit von 1985:
11/85 und 3. Auflage sind klar ausgewiesen, es wird
ggf. aber als eine Ausgabe von 1978 angeboten, argh!
In jedem Fall kann es helfen aus der Ferne eine erste von einer weniger gewünschten zweiten Auflage zu unterscheiden - gelegentlich ist der Buchrücken bei Angeboten ja zu erkennen. Die erste und wohl auch die zweite Auflage sind recht einfach zu finden, die dritte macht ein bisschen Mühe. Das ist aber wohl eine Folge der ISBN, die für alle drei Auflagen gemeinsam genutzt wird. Viele Portale nutzen dann die ISBN, um ein Beispielbild zu zeigen, das dann nicht immer stimmen kann. Ausserdem sparen es sich viele Anbieter bei billigen Taschenbüchern die Auflage anzugeben und gegen, wenn überhaupt, nur das Jahr an - liest man das Impressum aber falsch, so liest man dort auch für die dritte Auflage 1978 - nämlich das Jahr des Copyright. Es gibt also die üblichen Probleme mit den üblichen Lösungsstrategien: Man wartet auf ein aussagekräftiges Bild oder fragt nach.
Eine Liste aller Ausgaben von Goldmann findet man hier im Blog.





Samstag, 12. Mai 2018

Kurzurlaub

Buchregal in Rom
Das umfangreiche Angebot von Büchern von Philip K. Dick bei
Feltrinelli Books and Music am Largo di Torre Argentina in Rom
Italien. Das Sehnsuchtsland der Deutschen. Und immer eine Reise wert, nicht nur die Toskana, nein, am allermeisten (finde ich) ist das natürlich Rom. Und dabei auch noch das Land mit den meisten Ausgaben von Philip K. Dick (nach den USA), über 350!
Und daher kann man in Rom einen Buchladen besuchen und wird von einem Regal mit einem wirklich grossen Angebot von Büchern von und über Philip K. Dick ... erfreut. Ja, anders kann man es wohl nicht sagen. In Deutschland haben selbst sehr grosse Buchläden kaum einige der wenigen, derzeit beim Verlag erhältlichen Bücher in ihren Regalen. Das grosse Angebot in Italien korreliert vermutlich mit der Nachfrage und daher auch mit dem im Laden erhältlichen Büchern. Dick ist hier gefragt!
Träumen Roboter von elektrischen Schafen? auf Italienisch
Ma gli androidi sognano pecore elettriche? von Fanuci,
auf Deutsch Träumen Roboter von elektrischen Schafen?
Mein Italienisch ist zu schlecht, als dass ich Philip K. Dick auf Italienisch lesen würde (oder könnte), ganz widerstehen konnte ich diesem umfänglichen Angebot aber trotzdem nicht, obwohl ich ja schon Italienisches in der Sammlung habe - aber man hat eben nie genug Träumende Roboter in der Sammlung.
Der Blick in andere Bücher zeigt, dass in der aktuellen Anthologie Electric Dreams die Einführungen der Regisseure, die im englischen Original jeder Geschichte vorangehen, auch in der italienische Ausgabe vorhanden sind. Bei Fischer in Deutschland sind sie leider, wie berichtet, verloren gegangen. Solche Details sagen wohl viel über die Wertschätzung des Autoren und seines Werks aus.
Wenn das Thema nun schon Rom ist, so muss ich Umberto Rossi erwähnen, der hier lebt und arbeitet. Dieser Dick-Kenner und Übersetzer ist ein ausgesprochener Fachmann, der auch eine interessante Monographie veröffentlicht hat, die die Sammlung bereichert: The Twisted Worlds of Philip K. Dick: A Reading of Twenty Ontologically Uncertain Novels (McFarland, 2011).
Das gezeigte Bild des Regals oben ist übrigens weniger eindrucksvoll als das entsprechende Regal bei Feltrinelli in der Galeria Collona (bzw. Galeria Alberto Sordi), es gibt dort ein noch umfangreicheres Angebot, das Bild von dort ist allerdings völlig misslungen und nicht präsentabel.
Mehr über die italienischen Ausgaben findet man auch hier im Blog.