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Samstag, 27. Dezember 2025

Was sich bewegt - und was nicht (mehr)

Zwischen den Jahren widmen wir uns einer Kategorie, die hier im Blog nicht so häufig berücksichtigt ist: dem Film und Fernsehen. Im letzten und vorletzten Jahr gab es wieder eine grosse Anzahl von Ankündigungen von Verfilmungen der Werke von Philip K. Dick, sei es für das Kino oder (überwiegend) fürs Streaming. Diese Kategorie ordnet sich auch gut zwischen den Jahresrückblick und den Ausblick ein.
Was war also und was soll oder hoffentlich – wenn man denn hofft und nicht fürchtet – wird sein?

Eine DVD mit Arnold Schwarzenegger auf dem Cover
Total Recall 2070 – die Serie, wieder/neu in Deutschland auf DVD erhältlich 

Samstag, 2. August 2025

Kein bestialisches Massaker

Die frühen deutschen Ausgaben von Philip K. Dick stehen unter dem dringenden Verdacht, gekürzt zu sein. Ausser bei den Romanheften, die sowieso gekürzt sind, lassen sich Kürzungen nachweisen bei Vulkans Hammer und schockierenderweise auch bei Simulacra in der Heyne Edition von 2005.
Ein weiterer Verdachtsfall ist nun Kleiner Mond für Psychopathen von Bastei Lübbe von 1979. Die Erstausgabe von Clans of the Alphane Moon ist schon 16 Jahre vorher bei Ace Books erschienen. Dick war jetzt interessant genug, um auch seine (oft eher schwächere) Backlog nach Deutschland zu holen.
Der Roman basiert, wie so häufig bei Dick, der mit seinem Material nachhaltig umging, auf dem Plot einer Kurzgeschichte, hier Shell Game, die 1954 in der Septemberausgabe des Magazins Galaxy Science Fiction erschienen war.
Drei Taschenbücher nebeneinander
Clans of the Alphane Moon in deutscher Übersetzung: 1979, 1988 und 2020
Ausgestattet mit der Vorgabe vom Verlag Bastei Lübbe, mit 6 Druckbögen à 32 Seiten auszukommen – solche Vorgaben waren die Regel und man kann auch hier davon ausgehen – hat Rosemarie Hundertmarck übersetzt. Ihr Text hat dann auch 183 Textseiten und zuzüglich vier Seiten Titelei kommen wir auf 187 Seiten, da bleibt also noch Platz für vier Seiten Verlagswerbung und sogar eine leere Seite.

Samstag, 1. August 2020

Die Clans des Alpha-Mondes

Philip K. Dick: "Die Clans des Alpha-Mondes", Fischer (2020)
Die neue Ausgabe von Die Clans des Alpha-Mondes
Fischer hat es tatsächlich getan! Nach der deutschen Erstausgabe von Joe von der Milchstrasse im Jahre 1974 und der Neuübersetzung des Blade Runner von 2017, ist der Verlag wieder ein bisschen kreativ geworden und hat mehr getan, als einen Band der Werkedition von Heyne (beschnitten) herauszubringen.
Die Clans des Alpha-Mondes [Clans of the Alphane Moon] war zwar in der Werkedition unter dem Titel Auf dem Alphamond geplant und sie findet sich auch immer noch in den Katalogen der einschlägigen Anbieter, aber mittlerweile als nicht lieferbar, denn ist dort nie erschienen. Nun kommen die Clans doch noch in einer dritten deutschen Ausgabe heraus.
Hierzulande ist die Erstausgabe des Romans als Kleiner Mond für Psychopathen bei Bastei (1979) erschienen, übersetzt von Rosemarie Hundertmarck. Bei Fischer ist das Buch jetzt in der Ausgabe und unter dem Titel von Ullstein in der Übersetzung von Ronald M. Hahn von 1988 erschienen. Das ist schon lange her, es wurde also Zeit für eine Neuausgabe!
Erscheinungsdatum bei Fischer war laut Katalog offiziell der 29.07.2020, im Impressum steht also August 2020. Ich konnte das Buch aber bei einer grossen Kette schon am 25. im Regal finden, mein lokaler Buchladen hat es pünktlich am 29. gehabt.

Samstag, 4. Januar 2020

Voller Durchblick – Ausblick 2020

Auch 2020 wird wieder ein Jahr für den Philip K. Dick Sammler – auch wenn es derzeit eher wie ein ruhiges Jahr aussieht.
Ausblick auf eine Neuerscheinung bei Fischer
Die Clans des Alpha-Mondes, die
Neuausgabe von Fischer in diesem Jahr,
mit eher langweiligen Umschlagbild
Die Höhepunkte für die Sammlung werden, soweit derzeit absehbar, die drei neuen Ausgaben von Fischer. Die bemerkenswerteste der drei ist wohl Die Clans des Alpha-Mondes am 29. Juli, tatsächlich eine Ausgabe von Fischer, die nicht aus der Heyne Werkedition übernommen ist (sondern dort nur als Auf dem Alphamond geplant war). Immerhin. Dann folgen am 23. September zwei Ausgaben in der gebundenen, kleinformatigen TaschenBibliothek, in der von Dick bisher (2017, hier im Blog) nur Das Orakel vom Berge erschienen ist [Update: Offenbar sind diese beiden Ausgaben zurückgezogen, in jedem Fall sind sie nicht pünktlich erschienen]. 
Jetzt ist der Blade Runner in der Übersetzung von Manfred Allié angekündigt,  aber mit dem abstrakten (um nicht zu sagen: langweiligen) Cover der ersten Klassik Ausgabe von 2014; damals ist es mit der Wölfl/Dougoud-Übersetzung erschienen. Und es kommt eine weitere Ausgabe von Das Orakel vom Berge, aber unter dem Titel The Man in the High Castle/Das Orakel vom Berge mit dem an die Amazon-Serie angelehnten Umschlagbild der neueren Ausgabe von 2017.
International ist bisher nur eine Neuauflage der Biographie von Darryl Mason angekündigt, ich bin aber noch nicht davon überzeugt, dass das Buch wirklich pünktlich erscheint. Für mich ist dieses Buch ein Gespenst, dass ich noch nicht richtig zu fassen bekommen habe. Darüber hinaus ist absolut keine neue englische Ausgabe angekündigt.

Samstag, 30. November 2019

Gesundheit!

Am 27. November ist Der galaktische Topfheiler von Philip K. Dick offiziell (laut Katalog) beim S. Fischer Verlag erschienen. Mein Buchhändler hatte ihn schon zwei Tage vorher. Und das Impressum vermeldet Dezember 2019. Das macht die Buchhaltung nicht einfacher, aber ähnlich ist es bei allen Ausgaben von Fischer - immerhin steht ein Monat im Impressum.
Ein Roman von PKD
Die aktuelle Ausgabe von Der galaktische Topfheiler von Philip K. Dick bei Fischer

Samstag, 4. November 2017

Ullstein

Ein Verlag, der in diesem Blog noch nicht gewürdigt wurde, ist der Ullstein Verlag. Der Hauptgrund dafür ist, dass Ullstein nicht viel von Philip K. Dick veröffentlicht hat, allerdings doch mehr als nur eine Einzelausgabe, daher folgt hier jetzt doch noch ein Beitrag. Insgesamt sind zwei Romane und fünf Kurzgeschichten erschienen.
Ullsteins Science Fiction Stories 27, 28, 64 und 88 mit Kurzgeschichten von Philip K. Dick, hier in der typischen schlechten Erhaltung, die man in der Sammlung so eigentlich nicht haben will

Montag, 30. Oktober 2017

Italienisch

Folia per sette clan, die italienische Ausgabe von Die Clans
des Alpha-Mondes
[Clans of the Alphane Moon], in einer
 Ausgabe des italienischen „Dick-Verlages“ Fanucci von 1998
Italien – das Land, das Philip K. Dick und sein Werk am meisten liebt! Nicht Frankreich, ein Land, das Dick besucht und das ihm bekanntlich viel Liebe gezeigt hat oder unser Deutschland, das sich auf Dichter und Denker versteht, Italien hat die meisten (übersetzen) Ausgaben von Dicks Werken herausgegeben. Und es gibt auch alle neun Mainstream-Romane auf Italienisch, in Deutschland ist das leider (noch?) nicht so.
Kurz zum Anfang: 1958 erschien als erste Dick-Ausgabe eine Übersetzung von Dicks erstem Roman Solar Lottery: Il disco di fiamma bei Mondadori. Unter dem Titel Griff nach der Sonne war das übrigens im gleichen Jahr auch in Deutschland der erste Roman von Dick – und wohl die ersten Übersetzungen eines Romans von Dick weltweit. Mondadori blieb auch bis 2002 der grösste Dick-Verlag in Italien. Ab 2003 hat dann der Science Fiction Verlag Fanucci das Portfolio von Dick exklusiv übernommen. Ganz allgemein gibt es in Italien offenbar die Tendenz Romane in Serien bzw. Reihen herauszugeben. Fanucci hat nun sehr viele dieser Reihen herausgegeben und jede umfasst die gängigsten rund 25 Romane … so kommt man schnell auf über 170 Ausgaben allein seit 2003 – zusätzlich zu knapp 50 weiteren in den Jahren vorher: Fanucci hat mehr als 220 Ausgaben herausgebracht und ist damit in meinem – allerdings unvollständigen – Katalog mit Abstand der fleissigste Verlag, so weit es Ausgaben von Philip K. Dick betrifft. Und jede Ausgabe hat hier ihre eigene ISBN, das macht die Orientierung etwas leichter.

Samstag, 28. November 2015

Eigentlich Nichts

Was fehlt da?
Nachdem ich nicht richtig dazu gekommen bin, ein Thema vorzubereiten, passen dazu ein paar Worte zu Ausgaben von Philip K. Dick, die es nicht gibt.
Besonderer Erwähnung bedürfen diese Bände, weil sie oft noch vielerorts herumschwirren. Offenbar melden die Verlage diese Bücher für die üblichen Vertriebswege an und so erscheinen sie dann allerüblicherorten. Und nachdem sie bei Amazon und bei anderen Online-Anbietern jahrelang angekündigt waren, sind sie jetzt (fast) real – allerdings nicht greifbar. Ich nenne diese Bücher in diesem Blog Phantombände. Hier ganz explizit die Aussage: Diese Bücher gibt es nicht!

Samstag, 8. August 2015

Comics

Das Buch zum Film "A Scanner Darkly"
A Scanner Darkly: Alles wird nicht gut – das Buch zum Film
Von den verschiedenen Comic-Adaptionen von Texten von und über Philip K. Dick sind nur wenige im Deutschen angekommen.
Unvermeidlich und nicht zu übersehen ist da natürlich das Buch-zum-Film von Richard Linklater A Scanner Darkly: Alles wird nicht gut, 2007 bei Schirmer/Mosel erschienen. Der Romans heisst auf Deutsch Der dunkle Schirm, der Film lief aber auch in Deutschland unter dem englischen Titel A Scanner Darkly. Diese Romanverfilmung war kein grosser Erfolg, der Vermarktung wird das also wohl wenig geholfen haben.
Bemerkenswert, weil verwirrend: Das Umschlagbild zeigt die blonde Donna, die amerikanische Ausgabe aber einen grösseren Bildausschnitt mit vier Protagonisten - und dieses Umschlagbild findet sich auch in einer deutschen Variante bei verschiedenen Anbietern. Es gibt aber keine deutschen Exemplare mit diesem Cover, es gibt nur die hier gezeigte Ausgabe mit Donna. Ein solches Geistercover gibt es ja gelegentlich, vom englischen Verlag Gollancz sind wir das gewöhnt; im Deutschen ist das ungewöhnlich und daher besonders irreführend.
Es gibt anderen Film-Adaptionen, die es nicht ins Deutsche geschafft haben: Blade Runner von Archie Goodwin (Text) bei Marvel (1982) und Total Recall von Maggin und Lyle bei DC Comics (1990). Total Recall von Moore und Razek bei Dynamite (2012) ist übrigens eine Fortsetzung des Films vom 1990, keine Film-Adaption – und ebenfalls nicht auf Deutsch erhältlich.

Samstag, 25. Juli 2015

Bastei Lübbe

Ein weiterer grosser Verlag, der zahlreiche Romane von Philip K. Dick verlegt hat, ist der Bastei Verlag Gustav H. Lübbe. Zwischen 1976 und 1996 erschienen zehn Romane und ein Sammelband, teilweise in verschiedenen Ausgaben.
Die ersten drei Romane, die erschienen, waren Die Invasoren von Ganymed (1976), Der Gott des Zorns und Kleiner Mond für Psychopathen (beide 1979). Diese drei Romane gehören sicher nicht zu den grössten Werken von Dick und sie sind alle drei nicht wieder erschienen. Die Invasoren ist wohl auch daher schwer zu kriegen, obwohl genau dieser Roman im Sammelband von Bastei noch einmal erschienen ist. Die beiden anderen Bücher sind recht gut erhältlich, wenn auch zu unterschiedlichen Preisen, Der Gott des Zorns ist dabei häufiger und günstiger zu finden. Ausserdem sind Die Invasoren von Ganymed und Der Gott des Zorns die einzigen Arbeiten, die Dick mit anderen Autoren gemeinsam veröffentlicht hat, nämlich mit Ray Nelson und Roger Zelazny. Deus Irae, der englische Titel von Der Gott des Zorns, war dabei eine längere Angelegenheit, 1964 begonnen und erst 1976 beendet, Dick hatte vor Zelazny schon andere Autoren um Hilfe geben. The Ganymed Takeover begann auch 1964, war aber offenbar 1966 beendet und erschien 1967 als Ace Taschenbuch.
Kleiner Mond für Psychopathen war unter dem Titel Auf dem Alphamond bei Heyne geplant, ist aber (definitiv!) nie erschienen.
Philip K. Dick bei Bastei Lübbe (1)
Viermal Das Orakel vom Berge bei Bastei Lübbe …