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Samstag, 1. November 2025

Kein Grund zum Zorn

Ein besonders tragischer Fall von Kürzungen betrifft Dicks Roman Der Gott des Zorns. Es gibt keine ungekürzte deutsche Ausgabe, denn dieser Roman ist ein Single, ist auf Deutsch nur einmal erschienen, es gibt keine Überarbeitung oder Neuübersetzung wie bei vielen anderen  von Dicks frühen Romanen. Wir müssen hier mit der Übersetzung von Rosemarie Hundermarck für die Ausgabe von Bastei Lübbe von 1979 leben.
Carlton Luftteufel, der Gott des Zorns, lässt die Welt explodieren (könnte man denken)

Samstag, 8. Juli 2023

Alles nur geklaut (Australien)

Dieser Blogeintrag erzählt eine Geschichte über (u. a.) den Nutzen von Bibliographien und was man darin finden kann … und wo uns das hinführt:

    In PKD Otaku 37 vom April 2018 findet sich auf Seite 41, unter dem Bild einer knapp bekleideten Frau im Stil der späten siebziger Jahre auf dem Cover eines – offenbar „einschlägigen“ – Magazins der Text:

    I trust I have your attention. Looking though Galactic Central’s bibliographic website (http://www.philsp. com/) I came across this:
    Computer • Lorraine Gargiulo • ss Adam (Australia)
    Feb 1978 [Philip K. Dick]; plagiarism of “The Great
    C” by Philip K. Dick.
    And I wondered why if anyone would want to plagiarize one of Phil’s stories, why in the world would they choose “The Great C” of all things. And why publish it in an Australian men’s magazine? I’m more than a little curious to see this presumably rewritten tale of Phil’s but I suspect I never will. A pretty crazy venue for PKD, to be sure. Even for fake PKD.
    So wie Patrick Clark, den Herausgeber von PKD Otaku, von dem dieser Text stammt, so hat auch mich dieser kleine Eintrag neugierig gemacht. Zumal der Text auch eine Frage stellt, die beantwortet werden will.
    Der falsche (links) und der richtige (rechts) Adam

    Samstag, 7. Juli 2018

    Русский язык - oder auch: Russisch

    Eine russische Ausgabe von Deus Irae
    Господь Гнева, im Original Deus Irae, in der zweiten
    von sechs russischen Ausgaben von 2003 bei Eksmo
    Russisch ist eine weit verbreitete slawische Sprache, die überwiegend, aber eben nicht nur in Russland gesprochen wird. Die zweifelsfrei erste Veröffentlichung von Philip K. Dick im russischen Sprachraum war bereits im April 1958 die Kurzgeschichte Der Bunker in der sowjetischen Zeitschrift Ogonek, man kann mehr darüber in diesem Blogeintrag nachlesen.
    Erst 1970, noch in sowjetischer Zeit, folgten die Erinnerungen en gros [We Can Remember It For You Wholesale] und dann in den 80er Jahren etwa ein halbes Dutzend weitere Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. Auch der erste Roman, Der Dunkle Schirm [A Scanner Darkly], wird in einer Zeitschrift, Junost' (Юность) das ist zu deutsch Jugend, als Fortsetzung in drei Teilen im Jahr 1989 (in den Ausgaben 4 bis 6) publiziert – zumindest in Auszügen: Die Inhaltsangaben zeigen insgesamt nur 38 Seiten für den Roman an, das erscheint recht wenig für einen vollständigen Abdruck zu sein, zumal die Ausgabe auch illustriert ist.

    Samstag, 23. Juni 2018

    Lange nicht gesehen

    Im Zeitalter des Internets sind für den Sammler von Science Fiction Literatur, auch der von Philip K. Dick, fast alle gewünschten Ausgaben fast jederzeit verfügbar. Das gilt so meist auch für die teuren Ausgaben, denn der hohe Preis belebt den Markt. Begrenzender Faktor ist hier, wie so oft, nur die Verfügbarkeit von Geld. Bei den wirklich seltenen Exemplaren gibt es zwei Kategorien: Die sehr teuren, bekannten und legendären Sammlerausgaben, die aus verschiedenen Gründen selten, knapp und teuer sind, frühe gebundene Erstausgaben zumeist. Bei Dick sind das im Deutschen einige Ausgaben von Edition Phantasia und im Englischen etwa der umbenannte The Philip K. Dick Omnibus von Gollancz (nicht der etwas weniger seltene von Sidgwick & Jackson).
    Deus Irae von Sphere (1979)
    Deus Irae von Philip K. Dick und Roger Zelazny in einer
    zumindest weniger häufigen Ausgabe von Sphere
    Es gibt aber auch die heimlichen Raritäten, Ausgaben, denen man nicht ansieht, das sie schwer zu finden sind, bei denen nichts darauf hinweist, wie schwer sie zu finden sind.
    Ein solche Ausgabe ist mir jetzt wohl ins Netz gegangen. Als ich diese, in der Sammlung noch fehlende Ausgabe von Deus Irae gesehen habe, war sie wegen ihres günstigen Preises (Versand aus Deutschland!) sowieso schon interessant. Diese spezielle Ausgabe von Sphere ist allerdings nach meinen persönlichen Erfahrungen ziemlich selten, vielleicht sogar ausserordentlich selten. Sie ist laut Precious Artifacts aus dem Jahr 1979, das Impressum sagt zwar Published  1978, das ist aber wohl von der vorigen Auflage übernommen. Selbst Bilder von diesem Buch sind im Internet nur schwer zu finden, The Philip K. Dick Bookshelf hat eines, bei der Internet Speculative Fiction Database fehlt die Ausgabe aber ganz.

    Samstag, 3. Februar 2018

    Dedication

    Der vorige Blogeintrag zu den Widmungen in den deutschen Werken von Philip K. Dick hat bei mir zu weiteren Nachforschungen geführt, deren Ergebnisse ich hier auch festhalten möchte. Es geht hier nicht um deutsche Widmungen, sondern um die englischen Originale.
    Nicht alle Widmungen haben es aus dem Englischen ins Deutsche geschafft und diese verlorenen Widmungen sollen hier betrachtet werden – vorbehaltlich der Tatsache, dass meine Sammlung hier möglicherweise nicht ganz vollständig ist.
    Da ist zunächst To Eph Konigsberg who talked fast and talked very well in The World Jones Made. Die frühen deutschen Ausgaben bei Goldmann, wo der Roman als Die seltsame Welt des Mr. Jones zuerst herausgekommen ist, waren insgesamt etwas lieblos und haben auch die Widmungen nicht übernommen. Der genannte Eph Konigsberg war im Fandom sehr aktiv, man kann annehmen, dass er mit Dick in Kontakt stand; sein Nachruf findet sich auch im Netz.
    Widmung an Stanley G. Weinbaum im Roman Deus Irae
    Die Widmung in Deus Irae (Doubleday, 1976) ist This novel, in loving memory, is dedicated to Stanley G. Weinbaum, for his having given the world his story 'A Martinan Odyssee'. In der (einzigen) deutschen Ausgabe Der Gott des Zorns fehlt diese Widmung und die Ausgabe ist insgesamt gekürzt, es fehlt auch regulärer Text. Nun ja.
    Stanley Weinbaums Kurzgeschichte A Martinan Odyssee heisst in der deutschen Übersetzung Mars-Odyssee und ist nach der deutschen Erstausgabe von 1970 im gleichnamige Band bei Heyne in der Serie Science Fiction Classics erschienen – und dann noch ein halbes Dutzend mal. Sie wurde auch recht früh in der DDR, in der Anthologie Der Diamantenmacher bei Neues Leben (1972) publiziert. Die Geschichte gilt als eine der besten Science Fiction Kurzgeschichten überhaupt.

    Samstag, 28. Mai 2016

    Kein Erfolg

    Sammeln ist Arbeit. Und ausser Fleiss braucht man auch Glück dazu. Sei es, um eine schöne, sei es um eine günstige Ausgabe zu bekommen.
    Die vergangene Woche war eine Aneinanderreihung weniger erfolgreicher Aktivitäten.
    Zuerst habe ich eine out of stock Mail von amazon.co.uk bekommen, was wirklich sehr selten passiert. Dort hatte ich eine sehr günstige Ausgabe von Daniel Levacks PKD: A Philip K. Dick Bibliography entdeckt, die ich gerne gehabt hätte – aber offenbar war jemand schneller als ich.
    Danach ist mir ähnliches mit einer englischen Blade Runner Ausgabe passiert – bei tauschticket. Ich bin dort nicht mehr sehr aktiv, die Qualität hat dort doch zu sehr nachgelassen (obwohl sie nie sehr gross war) und der Aufwand dort ist dafür einfach zu gross. Aber die letzten Tickets hätte ich doch noch loswerden wollen.
    "Today We Choose Faces" auf Deutsch
    Heut wählen wir Gesichter von Roger Zelazny bei
    Heyne (1975), im Original Today We Choose Faces
    Zu verschmerzen ist auch, dass ich keine weitere der aktuellen Fischer-Ausgaben im Buchhandel erwerben konnte – das könnte ich natürlich bestellen, aber es ist viel schöner, für die Sammlung mal wieder etwas in einem Laden zu kaufen. Und es ist ein bisschen traurig, dass die üblichen Läden an dieser Runde der Dick-Ausgabe nicht teilnehmen.
    Zum Schluss habe ich gerade die deutsche Erstveröffentlichung von Roger Zelaznys Heut wählen wir Gesichter von Heyne (1975) ausgepackt, sehr günstig und gut erhalten (nur ein kleines bisschen mehr Gilb als üblich). Und leider fehlt im Buch die Widmung, die ist wohl, wie so oft, bei der Übersetzung verloren gegangen. Denn offenbar trägt das Original Today We Choose Faces die Widmung To Philip K. Dick: Electric Shepherd.
    Auch mit Widmung wäre das Buch wohl nur am Rand der Sammlung eingeordnet, aber ich mag solche Kuriosa – und da sich die Anzahl in engen Grenzen hält, sammele ich sie auch. Was nun mit diesem Buch passiert … ist offen. Aber ich denke, ich werde wohl nun das englische Original suchen, das im Gegensatz zur einzigen deutschen

    Samstag, 12. Dezember 2015

    Alle Romane … wirklich alle …

    Der wichtigste Teil jeder Sammlung ist der Katalog. Die Liste aller bekannten Objekte, die vollständig bedeutet. Was im Katalog steht wird natürlich hauptsächlich durch das Thema definiert, aber auch dadurch, was tatsächlich einen neuen Eintrag in der Liste konstituiert. Wenn man einen Autoren wie Philip K. Dick sammelt, dann mag man alle Science Fiction Romane von Dick sammeln wollen – also einen Eintrag pro Titel – also 35 (wenn man Nick und der Glimmung ausschliesst, durchaus ein Science Fiction Roman, aber eben ein Kinderbuch). Der nächste Schritt sind dann die verschiedenen Ausgaben, für den Blade Runner/Träumen Roboter von elektrischen Schafen sind das dann bereits acht Ausgaben. Ein letzter Schritt sind dann die verschiedenen Auflagen eines Ausgabe – auch hier liegt der Rekord beim Blade Runner, dessen Buch-zum-Film Heyne-Ausgabe von 1982 auf neun Auflagen – mit teilweise erhöhten Preisen – kommt. Derzeit liege ich mit meiner Sammlung wohl zwischen den Ausgaben und Auflagen – ich brauche nicht alle neun Auflagen des Blade Runner, aber beide Auflagen von Bastei Lübbes Das Orakel vom Berge – weil es unterschiedliche Covers hat. Von solchen Umschlagbild-Varianten gibt es auch bei Dick einige – die Goldmann-Ausgaben sind als zweite Auflage erschienen und auch bei Suhrkamps LSD-Astronauten gibt es ein abweichendes Umschlagbild – und ich halte das für unbedingt separate Ausgaben, von denen man jeweils beide in der Sammlung haben muss.
    In den USA sind auch die Date Codes üblich, die von den Verlagen im Buch versteckt werden und wohl so etwas wie Unter-Ausgaben bilden, die man – teuer – sammeln kann. Deutsche Verlage ersparen das ihren Sammlern – zum Glück.
    Wie man den Katalog verwaltet ist eine weitere Frage. Ein Katalog kann durchaus recht umfangreich werden, man sollte sich die Struktur und die Art der Verwaltung daher genau überlegen. Obwohl es scheinbar alles online gibt, konnte ich noch kein auch nur annähernd adäquates Werkzeug für die Verwaltung von Sammlungen finden. Auch lokal gibt es keine wirklich guten Lösungen, die flexibel genug sind … im einfachsten Fall – und wenn man nicht zu viel Zeit investieren kann - will man sich also mit Microsoft Excel oder einem ähnlichen Programm behelfen, zumal man seine Daten auch nicht mühsam in ein Programm hineinstecken will, aus dem man sie hinterher – im Falle eines Umzugs zu einem anderen Programm – nicht wieder einfach herausbekommt.
    Der Gott des Zorns von
    Bastei Lübbe von 1979
    Das Labyrinth der Ratten
    von Goldmann, ebenfalls
    von 1979, aber eher selten
    Die vollständige Liste der 36 Science Fiction Romane mit allen relevanten Ausgaben, aber ohne auf ungeänderte Auflagen einzugehen, ist schon seit einiger Zeit auch hier zu finden. Man sieht, dass Blade Runner in neun (acht Einzelausgaben und in einem Sammelband) und Das Orakel vom Berge in acht Ausgaben erschienen sind, aber zahlreiche Bücher in nur einer Ausgabe erschienen sind – und das überwiegend in der Zeitspanne von 1979–1984. So ist Der Gott des Zorns (1979), ein Roman mit einer etwas längere Entstehungsgeschichte, trotzdem einfach und günstig zu finden, auch in guter Erhaltung. Das Labyrinth der Ratten (1979) ist aber schon etwas teurer.

    Samstag, 25. Juli 2015

    Bastei Lübbe

    Ein weiterer grosser Verlag, der zahlreiche Romane von Philip K. Dick verlegt hat, ist der Bastei Verlag Gustav H. Lübbe. Zwischen 1976 und 1996 erschienen zehn Romane und ein Sammelband, teilweise in verschiedenen Ausgaben.
    Die ersten drei Romane, die erschienen, waren Die Invasoren von Ganymed (1976), Der Gott des Zorns und Kleiner Mond für Psychopathen (beide 1979). Diese drei Romane gehören sicher nicht zu den grössten Werken von Dick und sie sind alle drei nicht wieder erschienen. Die Invasoren ist wohl auch daher schwer zu kriegen, obwohl genau dieser Roman im Sammelband von Bastei noch einmal erschienen ist. Die beiden anderen Bücher sind recht gut erhältlich, wenn auch zu unterschiedlichen Preisen, Der Gott des Zorns ist dabei häufiger und günstiger zu finden. Ausserdem sind Die Invasoren von Ganymed und Der Gott des Zorns die einzigen Arbeiten, die Dick mit anderen Autoren gemeinsam veröffentlicht hat, nämlich mit Ray Nelson und Roger Zelazny. Deus Irae, der englische Titel von Der Gott des Zorns, war dabei eine längere Angelegenheit, 1964 begonnen und erst 1976 beendet, Dick hatte vor Zelazny schon andere Autoren um Hilfe geben. The Ganymed Takeover begann auch 1964, war aber offenbar 1966 beendet und erschien 1967 als Ace Taschenbuch.
    Kleiner Mond für Psychopathen war unter dem Titel Auf dem Alphamond bei Heyne geplant, ist aber (definitiv!) nie erschienen.
    Philip K. Dick bei Bastei Lübbe (1)
    Viermal Das Orakel vom Berge bei Bastei Lübbe …