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Samstag, 23. Mai 2026

Thornwillow

Aloha mai e nā hoaaloha o Philip K. Dick! Das könnten (oder aber eher nicht) die Worte meines Antiquariats des Monats sein: die weite Reise aus Honolulu hat ein Heftchen gemacht, in dem nur eine Kurzgeschichte ist, The Eyes Have It. Angemerkt sei, dass die Reise nur vier Tage gedauert hat, das ist nicht immer so.
Ein Epigraph (nicht vom Autor) und die ersten Worte von The Eyes Have It in der Erstveröffentlichung von 1953 

Samstag, 15. März 2025

Ich lebe und ihr seid tot

Schon im Jahresausblick ausführlich angekündigt wurde das Highlight des Jahres: Ich lebe und ihr seid tot – Die Parallelwelten des Philip K. Dick, die deutsche Übersetzung von Emmanuel Carrère Buch Je suis vivant et vous êtes morts.
Je suis vivant et vous êtes morts
Ich lebe und ihr seid tot – Die Parallelwelten des Philip K. Dick

Samstag, 24. Juli 2021

Roboterethik und Philip K. Dick

Mal was anderes. Eine Veranstaltung zu Philip K. Dick – oder zumindest mit „Philip K. Dick“ im Titel – will man sich dann doch nicht entgehen lassen, zumal CO2-freundlich erreichbar. Und natürlich, weil hier die Hochkultur tagt. Ist der titelgebende Autor hier eine Fahne, unter der man segelt? Das würde wenigstens dafür sprechen würde, das „Dick“ jetzt ein Marke ist, die hier zieht (aber das wussten wir schon vorher). Oder wird wirklich über den Mann gesprochen – oder zumindest seine Literatur oder doch wenigstens über seine Ideen? Streng literarische Kompetenz war nicht zu entdecken – dafür würde ich mir doch mal den Science Fiction-affinen Denis Scheck wünschen (und schliesslich arbeitet der doch in Scobels Partnersender).
Die Veranstaltung hiess Roboter-Ethik: Manfred Zapatka liest Philip K. Dick. Janina Loh und Gert Scobel diskutieren. Und so war es auch.
Auf der Bühne ... Janina Loh, Gerd Scobel, Manfred Zapatka
Janina Loh, Gert Scobel, Manfred Zapatka (von links)
Dieser Philip K. Dick-Abend begann pünktlich im Morgengrauen. Das 15. Mannheimer Literaturfest LESEN.HÖREN hatte sich, aus wohl bekannten Gründen, vom Februar in den Juli verschoben und so war auch aus dem Abend ein Morgen geworden. 
Nach kurzer Vorstellung durch den Veranstalter betraten die drei Protagonisten die Bühne, Scobel mit ungewohnten Bart. Nach wenigstens einer halben Gedenkminute des Schweigens für die Opfer der Flutkatastrophe, hat Scobel zu Zapatka übergeleitet. Der findet Dick, den er vorher nicht kannte, nach dieser Lektüre nun interessant; das ist keine Begeisterung, aber immerhin interessant. Zapatka liest dann aus einem Essay von Dick, Wie man eine Welt erbaut, die nicht nach zwei Tagen wieder auseinanderfällt, im Original How to Build a Universe That Doesn't Fall Apart Two Days Later.

Freitag, 13. Dezember 2019

Brennpunkt Zukunft

Die deutsche Übersetzung von "Final Stage" (1974)
Brennpunkt Zukunft 3, Ullstein (1984)
Nur eine Kleinigkeit ist mir neulich beim Bearbeiten einer Anthologie aufgefallen.
Brennpunkt Zukunft 3, erschienen bei Ullstein (1984) enthält die Kurzgeschichte Eine Kleinigkeit für uns Temponauten von Philip K. Dick und ist deshalb Teil der Sammlung. Diese Kurzgeschichte ist im Original als A Little Something for Us Tempunauts erstmalig in der von Edward L. Ferman und Barry N. Malzberg herausgegebenen legendären Anthologie Final Stage erschienen. Das amerikanische Original hatte eine bewegte Erscheinungsgeschichte: der Verlag Charterhouse hat bei der Veröffentlichung 1974 ohne Wissen der Herausgebern oder Autoren in die Texte eingegriffen, erst die Ausgabe bei Penguin im folgenden Jahr hat die Originaltexte wieder hergestellt (Dicks Text war von den Änderungen nicht betroffen).
Auf Deutsch ist Final Stage bei Ullstein in zwei Bänden erschienen: Brennpunkt Zukunft 1 (1982) und eben Brennpunkt Zukunft 3. Brennpunkt Zukunft 2 hat mit Final Stage nichts zu tun, einen vierten Brennpunkt gibt es nicht.

Samstag, 4. Februar 2017

Die Zeit

Jede neue Entdeckung macht Spass und gerade beim Sammeln ist der Fund eines vorher gänzlich unbekannten Stücks oft eine grössere Freude als das Füllen einer bereits bekannten Lücke. Ich dachte wirklich, dass ich alle erschienenen Kurzgeschichten im Katalog hätte.
Programmheft zur Aufführung von Botho Strauss'
Die Zeit und das Zimmer an der Schaubühne am
Lehniner Platz in Berlin (1989)
Auf einem meiner Fischzüge fand ich jedoch ein Angebot für das Programmheft zum Stück Die Zeit und das Zimmer von Botho Strauss. Das Angebot kam mit einem vollständiges Inhaltsverzeichnis des Programmhefts und es sollte eine Reihe von Kurzgeschichten zum Thema Zeit enthalten. Und eine dieser Geschichten war Eine Kleinigkeit für uns Temponauten von Philip K. Dick. Tatsächlich hatte ich dieses Angebot schon einmal gesehen, konnte das aber nicht verifizieren und hielt das daher einfach für einen Fehler, es war einfach nicht zu glauben. Dieses mal habe ich dann einfach zugegriffen, das Risiko war überschaubar, es wäre ja auch nicht der erste Fehlkauf.
Das Buch traf dann schnell ein und es enthält tatsächlich die Kurzgeschichte von Dick. Es handelt sich um das Programmheft des Stücks Die Zeit und das Zimmer, uraufgeführt am 8. Februar 1989 („Keine Pause!“) an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin unter der Regie des 2015 verstorbenen Luc Bondy.
Das Programmheft enthält auf der ersten Seite eine Liste der Schauspieler und ihrer Rollen sowie weitere Mitwirkende und dann auf rund 140 Seiten Geschichten und Gedanken zum Thema Zeit: Fast zwei Dutzend Texte, zusätzlich zu dem von Dick auch von J. G. Ballard, Jorge Luis Borges, Lewis Carroll und weiteren.