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Samstag, 22. November 2025

Alles nur geklaut (International)

Nach den deutschen Doppelgängern der letzten Wochen kommen wir hier zu zwei Pseudo-Doppelgängern, ich nenne sie mal Ebenbilder, keine Übernahmen der Originalillustration, hier dient das Original als Inspiration für eine eigene Schöpfung.
In Deutschland, überhaupt in Europa war das in den 50er und 60er Jahren durchaus üblich. Das Originalcover für Dicks ersten Roman, Solar Lottery, wurde direkt verwertet und diente zusätzlich als Anregung für andere Künstler, hier im Blog als Steinewerfer.

Am Kreuzweg der Zeit

Dieser Doppelgänger ist ein kleines Rätsel. Haben wir da einen unbekannten Roman von „Philip K. Dick“: Am Kreuzweg der Zeit – was soll das sein? Die Lösung ist einfach (und dem regelmässigen Leser dieses Blogs sowieso bekannt): es ist eben kein Dick, sondern Andre Nortonwie hier im Blog berichtet, da steht einfach der falsche Autor drauf. Aber das ist trotzdem genug Dick, um sich für diesen Blog zu qualifiziere.
Wie so häufig hat sich hier ein deutsche Künstler von der amerikanischen Vorlagen inspirieren lassen, vielleicht war es auch hier Johnny Bruck, der dafür durchaus bekannt ist (siehe unten) – und der auch das Cover für die Neuausgabe bei Moewig (1964) gestaltet hat. ISFDB bemerkt dazu trockenThe artwork is a newly drawn variation of The Crossroads of Time. Stimmt.
Semrau (1958) Andre Norton:
The Crossroads of Time, Ace (1956)
Illustration von Robert Schulz
Es gibt weitere Ausgaben mit diesem Cover

Samstag, 8. Oktober 2016

Türkçe

Auch in der Türkei erscheint von Philip K. Dick als erster Roman Solar Lottery, dort unter dem TitelUzayda suikast im Jahr 1971 und mit dem Originalillustration der Erstausgabe auf dem Umschlag. In Deutschland ist Solar Lottery bereits 1958 erschienen, als Heftroman bei Semrau unter dem Titel Griff nach der Sonne.
"Aksin Gözyaslarim" Dedi Polis beim
Verlag Altikirkbes Yayin (2012), die
türkische Übersetzung des Romans
Flow My Tears, the Policeman Said
Als der Roman in der Türkei im Jahre 1999 unter dem geänderten Titel Suikastci noch einmal erscheint, steht auf dem Titel als Autor „Arthur C. Clarke“. Damit teilt er das Schicksal von Andre Nortons Am Kreuzweg der Zeit, der 1958  auch als Heftroman bei Semrau (und später noch einmal 1964 bei Moewig) erscheint – aber eben unter dem Autorennamen „Philip K. Dick“. Das ist jetzt eine Kuriosität in der Dick-Sammlung, Suikastci dann wohl eine in der entsprechenden Clarke-Sammlung.
Nach einer weiteren Ausgabe im Jahr 1971 sind erst Ende der 80er Jahre weitere Übersetzungen in der Türkei erschienen. Insgesamt sind jetzt auf Türkisch über 40 Ausgaben von Dick erschienen, natürlich die Hauptwerke und – auch das überrascht nicht – mehrere Ausgaben von Do Androids Dream of Electric Sheep?, aber auch Auszüge aus der Exegesis und andere Essays.
In Deutschland findet man türkische Romane von Dick aus der aktuellen Reihe des Verlags Altikirkbes Yayin problemlos online, die meisten Online-Buchhändler führen  Ausgaben. Und selbst Uzayda suikast von 1971 ist (derzeit) günstig antiquarisch zu finden – und als erste türkische Ausgabe sicher eine Bereicherung (je)der Sammlung. Insgesamt präsentieren sich die türkischen Ausgaben als attraktives Sammelgebiet, das über das Internet auch hinreichend zugänglich ist. Im Katalog sind derzeit [Update 2025] 79 Titel, nicht alle SF-Romane liegen vor.

Samstag, 20. Juni 2015

Vor dem Anfang in der Heftzeit

Die ersten Veröffentlichungen von Philip K. Dick und damit die erste Spur, die sich von Dick überhaupt in Deutschland finden lässt, zumindest von seinen Romanen, sind die Übersetzungen seiner ersten beiden veröffentlichten Romane. Es handelt sich um Griff nach der Sonne, im Original Solar Lottery (1955 bei Ace Books erschienen) und Geheimprojekt Venus, im Englischen The World Jones Made (1956 ebenfalls Ace).
Heftromane aus dem Semrau Verlag 1958 und 1959
Griff nach der Sonne und Geheimprojekt Venus von Philip K. Dick in der Reihe Abenteuer im Weltenraum als Heftromane im Semrau Verlag, im Jahre 1958 (mit) die ersten Veröffentlichungen von Philip K. Dick auf Deutsch (und auch die ersten überhaupt in irgend eine Sprache übersetzen Romane von Dick überhaupt)

Samstag, 6. Juni 2015

Terra@Moewig

Terra Romanhefte mit Kurzgeschichten von Philip K. Dick
Der Arthur Moewig Verlag hat in Deutschland  sehr früh und in grösstem Umfang Bücher von Philip K. Dick herausgegeben – wobei man die Bezeichnung Bücher hier nicht ganz wörtlich nehmen darf. Nach Semraus Abenteuer im Weltenraum und der bei Pabel erscheinenden Utopia-Reihe hat Moewig in den Jahren 1963-1965 Romane und Geschichten von Dick in Heftform herausgegeben. Bei Moewig hiess diese Reihe Terra Utopische Romane und es sind drei Romane und drei Anthologien von Dick erschienen.