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Samstag, 11. Februar 2023

Welches Motto?

In der kleinen Serie über Philip K. Dicks Äusserungen zu seinen deutschen Ausgaben kommen wir hier zu den drei Stigmata des Palmer Eldritch bzw. den LSD-Astronauten. Schon dieser (erste) deutsche Titel des Buches gefielt dem Autoren nicht. Im Interview sagt er:
Anton & Fuchs: In Germany the book was titled LSD-ASTRONAUTEN.
Dick:                  I know, Franz Rottensteiner did that.
Anton & Fuchs: He knows nothing about your acid. Franz Rottensteiner is a real nice guy.
Dick spricht hier mit Uwe Anton und Werner Fuchs in Metz, wo sie ihn 1977 im Laufe von drei Tage befragen. Natürlich beklagt er sich (ein bisschen) über seinen deutschen Verleger. Und er bestreitet hier auch, psychedelische Drogen genommen zu haben.
Rottensteiner mag den Titel gewählt haben, weil das Thema – Drogen und speziell LSD – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der (deutschen) Öffentlichkeit wohl „akut“ gewesen ist (und ein Verleger muss auch ans Verkaufen denken) und weniger, weil zu dem Zeitpunkt Dicks Ruf entsprechend war. Und schliesslich mag Rottensteiner von Helmut Wenskes (wie ich finde: grandiosen) Umschlagbild überwältigt worden sein, das besser zu einem Titel LSD-Astronauten passt als zum werktreuen, aber doch etwas sperrigen Die drei Stigmata des Palmer Eldritch.
Diverse Ausgabe von "The Three Stigmata of Palmer Eldritch" in Deutsch und Englisch
The Three Stigmata of Palmer Eldritch auf Deutsch, jeweil als Erstauflage: Insel (1971), Suhrkamp (1980), Heyne (2002) und Fischer (2014)

Samstag, 30. November 2019

Gesundheit!

Am 27. November ist Der galaktische Topfheiler von Philip K. Dick offiziell (laut Katalog) beim S. Fischer Verlag erschienen. Mein Buchhändler hatte ihn schon zwei Tage vorher. Und das Impressum vermeldet Dezember 2019. Das macht die Buchhaltung nicht einfacher, aber ähnlich ist es bei allen Ausgaben von Fischer - immerhin steht ein Monat im Impressum.
Ein Roman von PKD
Die aktuelle Ausgabe von Der galaktische Topfheiler von Philip K. Dick bei Fischer

Samstag, 8. Juni 2019

Hey Joe

Galactic Pot-Healer, Berkley Medaillon X1705
Die Erstausgabe von Galactic Pot-Healer, erschienen
als Paperback im Juni 1969 bei Berkley Medaillon
Nach dem Jubiläum von Ubik im Mai folgt nur einen Monat später Joe von der Milchstrasse.
Die Erstausgabe des Galactic Pot-Healer ist im Juni 1969 beim Verlag bzw. Imprint Berkley Medaillon erschienen. Zuletzt ist 2013 die Mariner Ausgabe als zehnte englische Ausgabe herausgekommen und kürzlich auch bei mir eingetroffen.
Auf Deutsch gibt es derzeit drei Ausgaben: Die Erstausgabe kommt im März 1974 von Fischer in der Reihe Fischer Orbit heraus. Das ist tatsächlich weltweit die erste Übersetzung dieses Romans. Die Reihe Fischer Orbit hat ihre Geschichte, in der wir die üblichen Verdächtigen treffen: Hans Joachim Alpers, Ronald M. Hahn und Brian W. Aldiss.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Übersetzung von Joachim Pente die erste ausländische Ausgabe dieses Romans von Dick – es folgt Spanien 1975 und Frankreich erst 1977. Bis heute gibt es zusätzlich zur deutschen insgesamt 13 Übersetzungen mit 30 Ausgaben, die letzte aus dem Februar 2019 ins Türkische. Viele davon kann man sich beim Philip K. Dick Bookshelf ansehen.

Samstag, 20. Januar 2018

Was sonst noch in Wetzlar war ...

Bei meinem Besuch in der Phantastische Bibliothek in Wetzlar (der zugegebenermassen schon wieder etwas zurückliegt) war mein Fokus auf den Fanzines. Ich habe von der Primärliteratur dort wenig erwartet – meine Sammlung ist da relativ vollständig. Am Schluss habe ich im Untergeschoss doch einmal einen kurzen Blick riskiert, dort ein ganzes Regal mit Büchern von Philip K. Dick gefunden und in der (zu) kurzen verbleibenden Zeit auch ein paar interessante Funde gemacht.
Galactic Pot-Healer, Gollancz (1971) mit einem Stempel von SMLA,
der Scottt Meredith Literary Agency in New York, Dicks langjähriger Agentur

Samstag, 16. September 2017

Niederländisch

Der erste Dick in Holland:
Laarzen in de Nacht, Born (1968)
Auch im Königreich der Niederlande hat Philip K. Dick seine Spuren hinterlassen. Die erste Kurzgeschichte erscheint schon 1962 unter dem Titel Foster, je bent dood in Science Fiction Verhalen. Die erste Anthologie erscheint 1968, Een handvol duisternis. Das britischen Original A Handful or Darkness, war 1955 bei Rich & Cowan in London erschienen. Die Sammlung erscheint erst 1978 in den USA, der niederländische Verlag Het Spectrum hat sich also nicht in den USA, sondern im näher liegenden England versorgt. Die niederländische Zusammenstellung enthält aber wohl Second Variety, das im britischen Original fehlt, dafür fehlen einige andere Geschichten der britischen Ausgabe. Die Rich & Cowan-Ausgaben dieser Anthologie gibt es in verschiedenen Varianten und sie sind in sammelbarer Erhaltung nicht ganz billig.
Der erste Roman von Dick erscheint in den Niederlanden im gleichen Jahr, 1968. Laarzen in de nacht, (Laarzen sind Stiefel) im Original The Man in the High Castle bei Born, allerdings in gekürzter Fassung; gekürzt wurden die frühen Ausgaben von Dick auch in Deutschland. Eine ungekürzte Neuausgabe ist 2016 zur Amazon-Serie erschienen.

Samstag, 2. September 2017

Wirklich ganz Neues von Fischer

Und wieder überrascht mich der Fischer Verlag. Die Tatsache, dass Fischer es schafft, pünktlich zum Film Blade Runner 2049 eine Neuauflage von Philip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep? herauszubringen, ist schon bemerkenswert. Beim Roman Das Orakel vom Berge hat Fischer eine Weile gebraucht, um das Buch verkaufsfördernd unter dem Titel der Amazon-Serie The Man in the High Castle herauszubringen. DADoES kommt nun bei Fischer unter dem Titel Blade Runner  und etwas verschämt innen ergänzt um Träumen Androiden von elektrischen Schafen?  heraus. Wirklich bemerkenswert ist es, dass sich Fischer eine veritable Neuübersetzung geleistet hat, obwohl der Verlag erst neulich, 2014, eine Ausgabe des Romans herausgegeben hat. Bei dieser Ausgabe gab es schon ein bisschen Verwirrung um die Übersetzung, mehr dazu findet sich im Blogeintrag zur vorigen Blade Runner Ausgabe von 2014.
Träumen Androiden von elektrischen Schafen?
Blade Runner von Philip K. Dick in der Neuübersetzung von Fischer TOR (2017). Das
Lesezeichen war wohl vom Verlag beigelegt und bleibt bei diesem Buch.

Samstag, 5. Dezember 2015

Der neueste Fang

In der letzten Woche ist mir ein Fang ins Netz gegangen, den ich allerdings noch nicht vollends an Land ziehen konnte. Nachdem Fischer 2014 in zwei Staffeln, einmal im Frühjahr vier und dann im Herbst drei Bände, und 2015 im Frühjahr noch einmal drei Bände der Philip K. Dick Ausgaben hat folgen lassen, wird die Serie im Frühjahr 2016 mit drei weiteren Bänden fortgesetzt:
  1. Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten. 15 Stories. Mit einem Nachwort von Jonathan Lethem. 448 Seiten. 11.99 €
  2. Irrgarten des Todes. 240 Seiten. 9.99 €
  3. Nach der Bombe. 320 Seiten. 10.99 €
Total Recall Revisited (2014), der 
Start der Reihe bei Fischer
Ein bisschen Vorfreude auf diese drei Bände darf schon sein. Irrgarten des Todes und Nach der Bombe werden vermutlich wenig Neues bieten, es handelt sich wohl um Neuauflagen der Ausgaben aus der – nach 16 Bänden abgebrochenen – Werk-Ausgabe von Heyne. Zumindest handelt es sich wohl nicht um Neuübersetzungen, Yoma Cap bzw. Friedrich Mader sind als Übersetzer angegeben, die auch die Heyne-Ausgaben erledigt haben. Man kann erwarten, dass es sich um die von Alexander Martin überarbeitete Übersetzung des Irrgarten des Todes handelt. 
Es steht aber zu befürchten, dass Nach der Bombe sein Nachwort von Jonathan Lethem verloren hat, so wie einige Fischer-Ausgaben entsprechende Zusätze verloren haben. Möglicherweise ist es aber in Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten gewandert. Diese Kurzgeschichtensammlung ist vermutlich eine reduzierte Version von Der unmögliche Planet von Heyne (2002), der auf 832 Seiten immerhin 30 Geschichten enthält. Nachdem Total Recall aus der ersten Staffel von 2014 bereits 12 Geschichten, wohl die Highlights aus Der unmögliche Planet enthält, folgen jetzt wohl die übrig gebliebenen – minus drei. Wobei dieser Rest auch nicht schlecht ist … was allerdings dem Leser dieser Seite egal sein dürfte.

Samstag, 28. November 2015

Eigentlich Nichts

Was fehlt da?
Nachdem ich nicht richtig dazu gekommen bin, ein Thema vorzubereiten, passen dazu ein paar Worte zu Ausgaben von Philip K. Dick, die es nicht gibt.
Besonderer Erwähnung bedürfen diese Bände, weil sie oft noch vielerorts herumschwirren. Offenbar melden die Verlage diese Bücher für die üblichen Vertriebswege an und so erscheinen sie dann allerüblicherorten. Und nachdem sie bei Amazon und bei anderen Online-Anbietern jahrelang angekündigt waren, sind sie jetzt (fast) real – allerdings nicht greifbar. Ich nenne diese Bücher in diesem Blog Phantombände. Hier ganz explizit die Aussage: Diese Bücher gibt es nicht!