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Samstag, 8. Juli 2023

Alles nur geklaut (Australien)

Dieser Blogeintrag erzählt eine Geschichte über (u. a.) den Nutzen von Bibliographien und was man darin finden kann … und wo uns das hinführt:

    In PKD Otaku 37 vom April 2018 findet sich auf Seite 41, unter dem Bild einer knapp bekleideten Frau im Stil der späten siebziger Jahre auf dem Cover eines – offenbar „einschlägigen“ – Magazins der Text:

    I trust I have your attention. Looking though Galactic Central’s bibliographic website (http://www.philsp. com/) I came across this:
    Computer • Lorraine Gargiulo • ss Adam (Australia)
    Feb 1978 [Philip K. Dick]; plagiarism of “The Great
    C” by Philip K. Dick.
    And I wondered why if anyone would want to plagiarize one of Phil’s stories, why in the world would they choose “The Great C” of all things. And why publish it in an Australian men’s magazine? I’m more than a little curious to see this presumably rewritten tale of Phil’s but I suspect I never will. A pretty crazy venue for PKD, to be sure. Even for fake PKD.
    So wie Patrick Clark, den Herausgeber von PKD Otaku, von dem dieser Text stammt, so hat auch mich dieser kleine Eintrag neugierig gemacht. Zumal der Text auch eine Frage stellt, die beantwortet werden will.
    Der falsche (links) und der richtige (rechts) Adam

    Samstag, 19. November 2022

    Lost in Translation (2): Wyatt Earp

    Dieser Blogeintrag ist etwas länger geworden. Aber ich verspreche Kurzweil, es gibt Cowboys und Nazis, die aufeinander schiessen. Und die Länge ist überwiegend den ausführlichen, aber lohnenden Zitaten geschuldet.
    Es geht noch einmal um Übersetzungen, nach Ubik hier nun über Philip K. Dicks Meinung zur Übersetzung von The Man in the High Castle ins Deutsche.
    The Man in the High Castle von Vintage und auf Deutsch von König und neu übersetzt von Heyne

    Samstag, 4. Mai 2019

    Kross

    The Three Stigmata of Palmer Eldritch von Voyager
    Neue Zugänge in der Sammlung bringen mich meist dazu, den Katalog im Umfeld des Neuzugangs aufzuräumen. Dabei finde ich auch immer Unerwartetes.
    So war es auch bei The Three Stigmata of Palmer Eldritch von Philip K. Dick. Dieses neue Exemplar ist 1996 bei Voyager erschienen, dem Science Fiction Imprint des US-amerikanischen Verlags HarperCollins. Dieser hatte in den 70er und 80er Jahren die  Verlage Panther und Granada, die in Grossbritannien sehr viel von Dick veröffentlicht haben, in den 90ern im Imprint Voyager aufgehen lassen: ISFDB weisst die ersten Bücher von Voyager 1995 nach. Dieser Tage firmiert Voyager übrigens als HarperVoyager, Dick ist nicht mehr im Programm.

    Samstag, 27. Oktober 2018

    Paul Williams in NRW

    Zwei Objekt, die ich nur der Sorgfalt meines Antiquariats verdanke, sind die Ausgaben des Fantastischen Forums. Diese Hauszeitschrift des Aktionskreises Fantastik erscheint von 1990 bis mindestens zur Nummer 17 im Jahre 1998. Im Format A5 wirkt sie wie ein besseres Fanzine, die Beiträge heben sich in der Qualität aber unbedingt von denen der Egozines der Zeit ab. So enthält Ausgabe 5 von 1991 Beiträge von Erik Simon, bekannt als Strugatzki-Kenner und Übersetzer, und dem britischen Science Fiction Schriftsteller Ian Watson.
    Programm der 4. Science Fiction-Tage NRW, eine Beilage des
    Fantastischen Forums 5 von 1991

    Samstag, 7. April 2018

    ¡Nicht nur Spanisch!

    Do Androids Dream of Electric Sheep? auf Spanisch
    Blade Runner von Philip K. Dick in einer sehr grünen
    spanischen Ausgabe von Minotauro (2012)
    Sommer – Urlaub – Spanien: Ein schöner Dreiklang für den deutschen Urlauber. Dieser Blog widmet sich zu diesem Akkord den spanischen Ausgaben der Werke von Philip K. Dick – und auch den Ausgaben in Spanien (und das ist nicht dasselbe).
    Dicks erste Roman ist in Spanien im September 1960 erschienen, El tiempo doblado [The World Jones Made] beim Verlag Cenit. Der war in Deutschland bereits 1958 unter dem Titel Geheimprojekt Venus erschienen – dort aber schon als zweiter Roman. Im Monat zuvor war in Deutschland schon der Griff nach der Sonne erschienen, der in Spanien wiederum einen Monat nach El tiempo doblado erschien, im Oktober 1960 unter dem Titel Lotería solar. Diese Solar Lottery war 1955 Dicks erster (veröffentlichter) Roman und dann in vielen Ländern einer der ersten übersetzen Romane.
    In den folgenden Jahren erscheinen dann in Spanien regelmässig verschiedene Romane von Dick, allerdings deutlich verstärkt seit der Jahrtausendwende, bisher insgesamt rund 140. Allerdings sind offenbar noch immer nicht alle Bücher von Dick auf Spanisch erschienen, es fehlen immerhin noch einige seiner (allerdings meist eher schwächeren) SF-Romane, u. a. Das Jahr der Krisen [The Crack in Space] oder Schachfigur im Zeitspiel [Dr. Futurity].

    Samstag, 19. November 2016

    Verschworen

    Michael Jackson auf dem Cover der "Fortean Times"
    Fortean Times 258 vom Februar 2010:
    The World's Weirdest News Stories
    Die britische Zeitschrift Fortean Times enthält in ihrer Ausgabe 258 vom Februar 2010 den Artikel The Strange Tale of Solarcon-6. Es geht um Briefe von Philip K. Dick an das FBI bezüglich einer (oder auch mehrerer) Neo-Nazi-Verschwörungen, in die auch angeblich auch Dicks Kollege, der Schriftsteller Thomas Disch, verwickelt sein solle. Tatsächlich ist der Artikel wohl ein Auszug aus einem Buch, nämlich From Government Files and the Paranormal, geschrieben von Nick Redfern. Die Geschichte an sich ist nicht neu und vielfach debattiert worden, ungewöhnlich ist, dass Dicks Aussagen hier ernst genommen werden. Das darf bei diesem Medium, der Zeitschrift Fortean Times, allerdings nicht wundern – heisst fortean doch unerklärlich und fortean phenomena sind die unerklärlichen Phänomene der Parawissenschaften.
    Sonst wird eher Dicks Fehlverhalten gegenüber Thomas M. Disch diskutiert, auch wenn die Briefe wohl keine Auswirkungen hatten. In Dischs letztem RomanThe Word of God, der kurz nach seinem tragischen Tod herausgekommen ist, taucht auch sehr prominent Philip K. Dick als Figur auf – er befindet sich in der Hölle. Und so ist der Roman  auch ein Stück recursive literature. Publiziert ist das Buch 2008 beim Kleinverlag Tachyon, dort hat später auch Anne Dicks The Search for Philip K. Dick einen Platz gefunden.

    Samstag, 11. April 2015

    Bis wohin … und nicht weiter

    Als alles auseinanderfiel von Ron Goulart mit einem
    Testimonial von Philip K. Dick
    Eine sehr aktuelle Erwerbung, die ich sehr lange in meinem Katalog als nicht vorhanden geführt habe, ist Ron Goularts Als alles auseinanderfiel, Goldmann (1973), Nummer 180 in der SF-Reihe. Der direkte Bezug zu Dick ist auf dem Titelbild zu erkennen: Ein – natürlich lobendes – Zitat von Dick, heute sagt man wohl Blurb, auf dem Umschlag: Reines Lesevergnügen, geistreiche Ideen von hohem Niveau sagt Dick. Und so wenig ein Satz von Dick in einem Buch von 159 Seiten ist, fand ich es doch sammelwürdig, allerdings in der Kategorie Kuriosa.
    Woher kommt dieses Zitat? Ganz genau kann ich es leider nicht lokalisieren, aber Dick und Goulart kannten sich recht gut. Goulart, Jahrgang 1930, hat 1951 an Schreibkursen bei Anthony Boucher in Berkeley teilgenommen. Zur gleichen Zeit nahm auch Dick an diesen Kursen teil, motiviert von seiner Mutter, die ebenfalls an diesen Kursen teilnahm. Später schickte er dann seine Frau Kleo, die Notizen für ihn machte. Boucher motivierte Dick auch dazu eher „Fantasy“ zu schreiben, nicht Mainstream, und er war dann auch der erste, der eine Geschichte für seine Zeitschrift The Magazine of Fantasy and Science Fiction kaufte: Roog [SutinD94, Seite 114]. Später schrieb Dick, gemeinsam mit einigen anderen grossen Namen aus der Szene, in Bouchers Magazin seinen Nachruf: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, August 1968.