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Samstag, 28. September 2024

Centipede I

Dr. Futurity
Es war einmal im Jahr 2021– das Super-Sammler-Jahr, das Jahr der Luxusausgabenexplosion: Zuerst A Scanner Darkly von Suntup Editions, in drei Varianten: die lettered edition ist beim Ausgabepreis die teuerste Ausgabe eines Buches von Philip K. Dick überhaupt. Die „billige“ artist's gift edition konnte zeitnah (mit Hilfe) für die Sammlung geangelt werden (Danke, Zack!), trotzdem mit deftigem Aufschlag gegenüber dem Ausgabepreis.
Es folgten die klotzigen Collected Stories von der Folio Society, ausverkauft nach vier Tagen, am letzten Tage noch glücklich geklickt. Auch zum Originalpreis ein hoher Preis, antiquarisch eigentlich kaum vernünftig bezahlbar.
Das Trio der Sammlerausgaben wird komplett durch ein Trio von Centipede Press: Drei Romane im Sammelschuber.
Centipede Press ist ein amerikanischer Kleinstverlag aus Lakewood in Colorado, vergleichbar mit Suntup, der (sehr) teure Luxusausgaben in kleiner Auflage aus dem Umfeld Fantasy – Horror – Gothic – Science-Fiction herausbringt. Dieser Blog hat Centipede schon im Blogeintrag zu Helmut Wenske erwähnt, der bei Centipede – wohl in seiner teuersten Ausgabe – erscheint. 
Vulcan's Hammer
Dieses Trio von Philip K. Dick nun besteht aus drei sehr frühen Romanen: Schachfigur im Zeitspiel, über den ich mich neulich hier nicht so positiv geäussert habe, Kosmische Puppen, Dicks einziger Fantasy-Roman, über den recht wenig gesprochen wird und Vulkans Hammer, der möglicherweise auf dem Weg zu internationaler Berühmtheit ist: falls die geplante Verfilmung – von der schon recht lange nichts mehr zu hören ist – realisiert wird. Inhaltlich, das muss man wohl sagen, sind diese Werke eher im unteren Drittel von Dicks Schaffen. Sie sind dennoch empfohlen (vielleicht nicht dem Dick-Erstleser), um einen umfassenden Eindruck von Dicks Gesamtwerk und seiner Entwicklung zu erhalten.
Diese Ausgaben sind aber sowieso nicht zum Lesen geschaffen, sondern für Sammler. Schon das Schrumpffolienverpackungsentfernen wird in Teilen dieser Gemeinschaft für eine Entweihung gehalten – ein tatsächlicher Gebrauch des Buches ("Lesen") ist gänzlich undenkbar. Ich halte es mit den gemässigten Sammlern: Auspacken, vorsichtig Anschauen, die Einführungen lesen, dann gut geschützt Lagern. Meine Lesegewohnheiten würden solch teuren Stücken nicht guttun. Wer diese Bücher lesen will, kaufe sich ein Leseexemplar.

Samstag, 14. September 2024

Bernd Richard Deutsch komponiert Dr. Futurity

Musik ist eine wichtige, zentrale Form der Kultur, aber leider keine Kernkompetenz dieses Blogs: Man muss seine Grenzen erkennen. Trotzdem muss hier über den Komponisten Bernd Richard Deutsch und sein Werk Dr. Futurity für Ensemble berichtet werden.
Österreichische Musikzeitschrift 05 2013 mit einem Interview mit Bernd Richard Deutsch über Dr. Futurity

Samstag, 22. Juli 2023

Schach ... matt

In der Sammlung gibt es tatsächlich immer noch einige deutsche Exemplare, die ausgewechselt werden müssen. Remittenden sind (eigentlich) nicht akzeptabel und nur noch in der Sammlung, weil sie schon lange dabei sind und dieser Sammler zu faul ist, die Exemplare auszutauschen: das ist nämlich gar nicht so einfach.
Fly, fly away ... ein buntes Umschlagbild von Rowena Morrill
Der Doktor fliegt zum Hausbesuch - nicht jedes Umschlagbild passt

Samstag, 4. Juli 2020

Ho, Ho, Ho Chi Minh

Es gibt nicht viele Bücher von Philip K. Dick auf Vietnamesisch, aber es gibt jetzt immerhin die zweite Übersetzung eines Romans. In diesem Jahr ist Người Máy Có Mơ Về Cừu Điện Không erschienen, im Original Do Androids Dream of Electric Sheep?. Natürlich.
"Do Androids Dream of Electric Sheep?" in Vietnamesisch
Người Máy Có Mơ Về Cừu Điện Không, die vietnamesische Ausgabe von
Philip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep?

Samstag, 22. Dezember 2018

Katzengold

Science Fiction Special 7 von 1973,
vom Licht start verfärbt in hellem lila
statt in dunklem blau-violett
Da musste ich zugreifen: Science Fiction Special 7 von Sidgwick & Jackson von 1973 für 5 Euro!
Eigentlich lege ich bei neuen Exemplaren in der Sammlung zunehmend Wert auf Qualität, insbesondere vermeide ich Exemplare, die arg angegriffen sind. Das gilt für die Opfer all zu grosser Misshandlungen durch die Vorbesitzer. Dem oben genannten Special 7 konnte ich dann aber doch nicht widerstehen, obwohl es die letzten 45 Jahre nicht gut überstanden hat, vermutlich, weil es sich um eine etwas grenzwertige Ausgabe handelt, die man selten sieht. Eine gute Ausgabe kann man bei ISFDB sehen.
Man muss dem Anbieter zugute halten, dass er alle Mängel in seinem Angebot sauber dokumentiert hat, denn das ist nicht immer so und auch die Erklärung dafür, warum ich mehr Ex-Lib Exemplare besitze als ich eigentlich wollte. Die hohen Versandkosten erklären sich aber nur zum Teil durch das Format des Buches: Es ist dick, aber nicht grösser als ein normales Taschenbuch und kommt damit auf 810g.
Denn dieses Science Fiction Special 7 ist im Grunde die gemeinsame Ausgabe von zwei Sammelbänden, dem A Murray Leinster Omnibus (1968) und dem A Philip K. Dick Omnibus (1970). Der Band enthält insgesamt sechs Romane, drei von Murray Leinster:

Samstag, 1. Dezember 2018

Griechisch: ΦΙΛΙΠ Κ. ΝΤΙΚ

Eine griechische Ausgabe von Philip K. Dick
Der goldene Mann von Philip K. Dick in einer
griechischen Ausgabe: O xrysafenios andras
bei Para Pente von 1997
Griechenland. Das Land in dem die europäische Kultur geboren wurde. Und das Land, das sich erst spät für Philip K. Dick zu interessieren begann.
1976 erschien als erster Roman von Dick in Griechenland ausgerechnet Schachfigur im Zeitspiel [Dr. Futurity]. Zu diesem Zeitpunkt hätte es wohl bessere Romane von Dick gegeben, aber es ist in einigen Ländern zu beobachten, dass die erste Wahl einer Übersetzung überraschend schlecht ist. Dafür gibt es offenbare drei oder vier Ausgaben des Romans von verschiedenen Verlagen – alles aus dem gleichen Jahr. Leider werden durchgängig keine ISBNs angegeben, so dass es schwer ist, hier genau zu erkennen, wie viele Ausgaben von wie vielen Verlagen es wirklich gibt. Ich konnte auch keine gute Seite finden, die hier genauer Aufschluss bringt.
1978 sind die folgenden Übersetzungen Ubik und Das Orakel vom Berge, also zwei von Dicks besten Werken. Auch in den letzten Jahren hat es neue Ausgaben gegeben, die letzte, Simulacra, ist im Jahr 2016 bei Medusa erschienen, einem von zwei oder drei Verlagen, die sich verstärkt um Dick bemühen.
Insgesamt sind aber nur 26 SF-Romane in rund 50 Ausgaben, drei Mainstream Romane und fünf Anthologien auf Griechisch herausgekommen, mit fünf Ausgaben liegt – wie immer – der Blade Runner vorne. Die wichtigen Romane liegen aber mittlerweile alle vor, die grösste Lücke für mich (eine Meinung, die nicht jeder teilen würde) ist Die Lincoln-Maschine [We Can Build You].