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Samstag, 4. Juli 2026

Wir liegen vor Madagaskar ...

Flagge von Madagaskar
Es gibt nur eine Briefmarke mit Philip K. Dick, aber zwei mit einem Blade Runner-Motiv. Und auch wenn Blade Runner in diesem Blog nur ein Randthema ist, eine Kuriosität wie diese Briefmarke ist diesem Blog, der sich immer gerne etwas abseitigen Themen annimmt, einen Beitrag wert.
Ich denke bei Madagaskar zuerst an eine Schiffsbesatzung in einer prekärer Situation. Und vier putzige Zootiere, die mit dem Schiff anreisen. Und an Vanille, eines der Hauptexportprodukte, dessen Preisentwicklung einen eigenen Eintrag wert wäre, wäre dies ein Küchenblog.
Madagaskar hat 32 Millionen Einwohner und eine bunte Postgeschichte, die ersten Briefmarken sind aus der britischen Kolonialzeit.
Mehr als 100 Jahre später finden wir dann dies:
L'etoffe des heros de Philip Kaufman aus einer Reihe Centenaire du cinema

Samstag, 27. Juni 2026

Die Post ist da

Spricht man vom Sammeln, kommt vielen zunächst das Briefmarkensammeln in den Sinn. Und so beschäftigen auch wir uns in diesem Blog mit: Briefmarken! Aber natürlich mit Philip K. Dick Briefmarken.
Briefmarke 800 Lire mit Philip K. Dick
Philip K. Dick: Il cacciatore di androidi in San Marino (1994)

Samstag, 2. Mai 2026

Der Anfang der Sammlung

Der erste Katalog
Aus gegebenem Anlass beschäftige ich mich gerade mit frühen Teilen der Sammlung. Dabei ist mir, in tieferen Schichten, eine sehr alte Liste in die Hände gefallen. Ich werde hier im Blog nur selten persönlich, aber hier schreibe ich es doch einmal: ich wurde etwas nostalgisch.
Die Liste ist der älteste Katalog der Sammlung. Eigentlich war es damals noch keine Sammlung, sondern eine Liste aller Romane von Philip K. Dick, erstellt in der Absicht alle einmal zu lesen – und vielleicht auch zu besitzen. Diese Liste ist aus den frühen 90er Jahren, ausgedruckt auf einem universitätseigenen Laserdrucker (illegal, aber wohl üblich – und verjährt), der ein Problem mit dem Toner hatte, daher die blasse Schrift in der Mitte. Die Liste wurde mit der Zeit handschriftlich ergänzt und war bis in die frühen 2010er im Gebrauch, so lange hatte ich die Romane nach Ersterscheinungsdatum von dieser Liste im Regal sortiert.

Samstag, 11. April 2026

Benjamin — oder: über das Sammeln

Mann, Mann. Mann! Man hat ja schon viel erlebt, aber dieser Benjamin war wirklich noch mal ein Erlebnis: Denn Comics sammeln ist anders. Und das ist auch gut so! – eigentlich. Jedes Sammelgebiet hat seine Eigenheiten: Bei Philip K. Dick begegnen wir sammlungsrelevanten Publikationen seiner Werke ausserhalb des Genres in Büchern, Zeitschriften, Programmheften zu Theaterstücken und überhaupt müssen wir uns mit Oper, Theater, Film und Fernsehen und dem Feuilleton befassen – und wo wir die entsprechenden Objekte finden können.
Benjamin, Band 1: Cover A und 1:10 Incentive Cover

Samstag, 21. Februar 2026

Gefährliche Visionen

Harlan Ellison bringt 1967 Dangerous Visions heraus, eine Anthologie von 33 Science Fiction Kurzgeschichten, in Auftrag gegeben für dieses Buch. Ellison hatte für diese Veröffentlichung ein grosses programmatisches Ziel vor Augen hat: die etablierten Grenzen der zeitgenössischen Science Fiction zu erweitern und deren volles Potential darzustellen.
Ellison wählt dafür Stories, die Tabus brechen, es geht also um Sex, Drogen und Politik. Viel Sex und viele Drogen. Das Ergebnis ist ein bahnbrechendes Buch, eine Revolution, das wichtigste und kontroverseste Buch der Science Fiction, so wird es (manchmal) genannt. Es gilt als exemplarische Darstellung der aufkommenden New Wave.
Gefährliche Visionen
Alle Geschichten sind Erstveröffentlichungen und für dieses Buch geschrieben. Auch wenn Philip K. Dick strenggenommen kein Vertreter der New Wave ist, ist unser Mann ist dabei; sein Beitrag ist Faith of Our Fathers, eine der besten Geschichten von Dick, mit einem typischen Motiv, die 1968 Finalist für den Hugo als Best Novelette war.

Samstag, 28. Dezember 2024

Jahresrückblick 2024: Ein grosses Jahr

»Was für ein Jahr!«
Der Höhepunkt meiner Reise von, mit und zu Philip K. Dick ist sicher dieses vergangene Jahr gewesen: Natürlich wegen der Fahrt – oder fast schon Wallfahrt – zum 3. Philip K. Dick Fest in Fort Morgan.
Fort Morgan: Das Grab von Philip K. Dick
Das Grab: Jane und Phil
Bei dieser Fahrt kommt alles zusammen: Vorträge und kluge Diskussionen über Dick, Menschen zu treffen, mit denen man schon lange (wenn auch nur über das Netz) Kontakt hatte und mit denen man sich nun persönlich über das gemeinsame Interesse austauschen kann, eine Reise in ein spannendes Land, der Besuch von vielen Antiquariaten, in denen man einige schöne Stücke einfach so (versandkosten- und einfuhrgebührenfrei!) finden und der Sammlung hinzufügen konnte und schliesslich der Besuch der Ruhestätte des Menschen, mit dem ich mich seit vielen Jahren schon so beschäftige. Und all das ist in einer besonderen Atmosphäre passiert, einem sehr heissen Sommer in Colorado, zuerst allein unterwegs, hinterher mit einem Abstecher in die persönliche Vergangenheit.

Samstag, 1. Juli 2017

Meta, oder: Über das Sammeln

Philip K. Dick im Book and Magazine Collector May 1990
Book and Magazine Collector, May 1990
mit einem Artikel über das Sammeln von
Erstausgaben von Philip K. Dick
Auf der Suche nach englischer Sekundärliteratur zu Philip K. Dick finden sich auch einige Ausgaben, die sich mit dem Sammeln seiner Büchern beschäftigen.
Ein Beispiel dafür ist die Mai-Ausgabe 1990 von Book and Magazine Collector. Der kundige Artikel Cult Sci-Fi Novelist Philip K. Dick von Mike Ashley erzählt auch einige Geschichten aus Dicks Leben bzw. über seinen Tod, die auch dem Kenner nicht unbedingt geläufig sind, etwas dass es nach Dicks Tod keine formale Identifikation gab (David Gill berichtet über die Geschehnisse auch in seinem Blog). Ashley erwähnt in seinem Artikel auch die erste gebundene Ausgabe von Martian Time-Slip, es handelt sich um die deutsche Insel-Ausgabe Mozart für Marsianer. Viele Details zu Ausgaben und speziellen Varianten, die der Autor nennt, sind aber selbst in Zeiten des Internets schwer zu finden. Für den interessierten Sammler lohnt sich allein dafür die Lektüre dieses bald 30 Jahr alten Artikels.
Richtig spannend ist aber der zweite ergänzende Artikel, die Complete US & UK Bibliography [... of first editions]- mit Preisen (Complete ist sie natürlich nur, wenn man die im Artikel angegebene Definition von first editions akzeptiert).

Samstag, 9. Januar 2016

2016

Was bringt das Jahr 2016? Für den Sammler von Philip K. Dick zunächst einmal die vierte Staffel bei Fischer mit drei weitere (Neu-)Ausgaben. Mit mehr Texten von Dick wird man nicht rechnen können, aber manchmal gibt es ja Überraschungen. Im englischen Sprachraum ist auch nicht viel angekündigt, eigentlich sogar nur einige Kurzgeschichtensammlungen bei Citadel.
Was soll also in diesem Jahr passieren? Es lohnt sich, hin- und wieder einmal eine Bestandsaufnahme der Sammlung durchzuführen und kritisch auch die dunklen Ecken auszuleuchten. Es gibt immer Bereiche, die einem weniger gefallen, sei es weil es sich um unattraktive Stücke handelt oder weil der Bereich einfach langweilig ist. Langweilig bezieht sich auf Sekundärliteratur, die in verschiedenen Büchern und Zeitschriften verteilt sind – hier ist einiges im Katalog, das durchaus leicht verfügbar ist, aber bisher nicht wirklich ernsthaft verfolgt wurde.
Das andere Thema ist die Qualität. Einige der vorhandenen Ausgaben sind Mängelexemplare, die ich in meiner Sammlung nicht so recht mag und einige Exemplare sind auch in einem schwer akzeptablen Zustand. Die Motivation solche Exemplare zu ersetzen, ist naturgemäss niedrig, trotzdem muss es jetzt endlich einmal getan werden, wenigstens eine umfassende Bestandsaufnahme muss sein.
Zwei von 34 Bänden von Vintage: Flow My Tears, the Policeman Said (1995)
im typischen Vintage-Stil, A Scanner Darkly, der neueste Band als Buch zum
Film von 2007 eine Neuauflage des ersten Bandes der Dick-Gesamtausgabe 
von 1991
Obwohl die englischen Ausgaben hier im Blog nur vereinzelt erwähnt werden, wird das Thema für die Sammlung im nächsten Jahr mehr im Mittelpunkt stehen. Bei rund 350, zum Teil sehr teuren Bänden, die sich zudem häufig hinter der Portomauer befinden, werde ich einen Schwerpunkt auf drei Verlage setzen: Ace BooksVintage und Gollancz. Die Vintage-Bände sind häufig meine ersten englischen Dicks gewesen, die Ace-Bände häufig Dicks erste Ausgaben – und graphisch ist dort das Umschlagbild häufig sehr ansprechend. Gollancz ist ein englischer Verlag, der viele Erstausgaben in Grossbritannien herausgebracht hat – und mit Nick and the Glimmung (1988) sogar einen vorher nie veröffentlichten Roman. Ausserdem gibt es schon einige Bücher von Gollancz in der Sammlung – und die Bücher sind diesseits der atlantischen Portomauer erhältlich. Im Katalog sind derzeit 34 Vintage, 38 Ace und – noch unvollständig – 64 Bände von Gollancz. Weniger als die Hälfte davon ist auch im Bestand ... und die frühen Gollancz-Bände sind nicht billig, ganz vervollständigen wird sich die Sammlung also 2016 nicht.
Ein weiterer Bereich, der immer Arbeit verlangt, ist der Katalog. Auch wenn hier im letzten Jahr viel passiert ist – getrieben auch durch diesen Blog – muss noch viel passieren, die grundlegenden bibliographischen Daten, wie ISBN, Seitenzahl, Übersetzer und wenn möglich auch der Originalpreis sind noch nicht durchgängig erfasst. Wünschenswert wäre auch ein Link auf den entsprechenden Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek. Diese Daten sind dann die Grundlage für vollständige Seiten zu Themen und Verlagen.
Für den Blog plane ich als Schwerpunkt das Thema Sekundärliteratur tiefer zu beleuchten, ein Bereich in dem allerdings auch mein Katalog sicher noch die grössten Lücken aufweist.
Lassen wir uns überraschen, was 2016 bringt!

Samstag, 12. Dezember 2015

Alle Romane … wirklich alle …

Der wichtigste Teil jeder Sammlung ist der Katalog. Die Liste aller bekannten Objekte, die vollständig bedeutet. Was im Katalog steht wird natürlich hauptsächlich durch das Thema definiert, aber auch dadurch, was tatsächlich einen neuen Eintrag in der Liste konstituiert. Wenn man einen Autoren wie Philip K. Dick sammelt, dann mag man alle Science Fiction Romane von Dick sammeln wollen – also einen Eintrag pro Titel – also 35 (wenn man Nick und der Glimmung ausschliesst, durchaus ein Science Fiction Roman, aber eben ein Kinderbuch). Der nächste Schritt sind dann die verschiedenen Ausgaben, für den Blade Runner/Träumen Roboter von elektrischen Schafen sind das dann bereits acht Ausgaben. Ein letzter Schritt sind dann die verschiedenen Auflagen eines Ausgabe – auch hier liegt der Rekord beim Blade Runner, dessen Buch-zum-Film Heyne-Ausgabe von 1982 auf neun Auflagen – mit teilweise erhöhten Preisen – kommt. Derzeit liege ich mit meiner Sammlung wohl zwischen den Ausgaben und Auflagen – ich brauche nicht alle neun Auflagen des Blade Runner, aber beide Auflagen von Bastei Lübbes Das Orakel vom Berge – weil es unterschiedliche Covers hat. Von solchen Umschlagbild-Varianten gibt es auch bei Dick einige – die Goldmann-Ausgaben sind als zweite Auflage erschienen und auch bei Suhrkamps LSD-Astronauten gibt es ein abweichendes Umschlagbild – und ich halte das für unbedingt separate Ausgaben, von denen man jeweils beide in der Sammlung haben muss.
In den USA sind auch die Date Codes üblich, die von den Verlagen im Buch versteckt werden und wohl so etwas wie Unter-Ausgaben bilden, die man – teuer – sammeln kann. Deutsche Verlage ersparen das ihren Sammlern – zum Glück.
Wie man den Katalog verwaltet ist eine weitere Frage. Ein Katalog kann durchaus recht umfangreich werden, man sollte sich die Struktur und die Art der Verwaltung daher genau überlegen. Obwohl es scheinbar alles online gibt, konnte ich noch kein auch nur annähernd adäquates Werkzeug für die Verwaltung von Sammlungen finden. Auch lokal gibt es keine wirklich guten Lösungen, die flexibel genug sind … im einfachsten Fall – und wenn man nicht zu viel Zeit investieren kann - will man sich also mit Microsoft Excel oder einem ähnlichen Programm behelfen, zumal man seine Daten auch nicht mühsam in ein Programm hineinstecken will, aus dem man sie hinterher – im Falle eines Umzugs zu einem anderen Programm – nicht wieder einfach herausbekommt.
Der Gott des Zorns von
Bastei Lübbe von 1979
Das Labyrinth der Ratten
von Goldmann, ebenfalls
von 1979, aber eher selten
Die vollständige Liste der 36 Science Fiction Romane mit allen relevanten Ausgaben, aber ohne auf ungeänderte Auflagen einzugehen, ist schon seit einiger Zeit auch hier zu finden. Man sieht, dass Blade Runner in neun (acht Einzelausgaben und in einem Sammelband) und Das Orakel vom Berge in acht Ausgaben erschienen sind, aber zahlreiche Bücher in nur einer Ausgabe erschienen sind – und das überwiegend in der Zeitspanne von 1979–1984. So ist Der Gott des Zorns (1979), ein Roman mit einer etwas längere Entstehungsgeschichte, trotzdem einfach und günstig zu finden, auch in guter Erhaltung. Das Labyrinth der Ratten (1979) ist aber schon etwas teurer.