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Samstag, 8. August 2026

Benjamin – A Man of Consequence

Dieser Beitrag ist spoilerreduziert!

Es hat lange gedauert, bis die „drei“ Bände Benjamin eingeholt waren (wir berichteten). Den letzten, dritten Band habe ich mit grosser Spannung gelesen: Wer oder was oder wo oder wann ist Benjamin
Man liest Dicks Romane nicht wegen ihrem Ende, sondern – ganz nach Konfuzius – wegen dem Weg dorthin. Dick sprüht vor Ideen, es passiert viel, es gibt viel zu sehen.

Samstag, 11. April 2026

Benjamin — oder: über das Sammeln

Mann, Mann. Mann! Man hat ja schon viel erlebt, aber dieser Benjamin war wirklich noch mal ein Erlebnis: Denn Comics sammeln ist anders. Und das ist auch gut so! – eigentlich. Jedes Sammelgebiet hat seine Eigenheiten: Bei Philip K. Dick begegnen wir sammlungsrelevanten Publikationen seiner Werke ausserhalb des Genres in Büchern, Zeitschriften, Programmheften zu Theaterstücken und überhaupt müssen wir uns mit Oper, Theater, Film und Fernsehen und dem Feuilleton befassen – und wo wir die entsprechenden Objekte finden können.
Benjamin, Band 1: Cover A und 1:10 Incentive Cover

Samstag, 18. Mai 2024

Die Apotheose des Philip K. Dick

Gut Ding will Weile haben. Oder am Ende wird alles gut. Und ein Sammler braucht sowieso Geduld … Daher passt es schon, wenn diese Neuentdeckung schon fast vier Jahre auf dem Markt ist – bzw. eigentlich schon wieder vom Markt verschwunden.
Das amerikanische Comic-Magazin Heavy Metal hat in der Nummer 298 aus dem Jahr 2020 die Geschichte Philip K. Dick's Head is Missing veröffentlicht. Wie das deutsche Schwermetall, von dem hier neulich berichtet wurde, hat auch Heavy Metal anfänglich, gegründet 1977, Inhalte des französischen Metal Hurlant übernommen. Nachdem Metal Hurlant 1987 eingestellt wurde, hat man verstärkt andere Inhalte veröffentlicht. Schwermetall hat bis 2000 durchgehalten, Heavy Metal wurde im vorigen Jahr eingestellt.
Schweres Metall
Heavy Metal 298 mit Philip K. Dick's Head is Missing

Samstag, 4. Mai 2024

Infiltration

»Was macht man so als Sammler?« – eine Frage, die sich praktisch niemand stellt, die dieser Blog aber immer wieder zu beantworten versucht. Sammeln ist ja erst am Schluss der Erwerb – und dieser letzte Schritt ist oft der langweiligste, auch wenn das Eintreffen lange gesuchter Exemplare grosse Freude bringt. Aber im Zeitalter digitaler Antiquariate kriegt man fast immer fast alles, begrenzt nur durch das eigene Budget, spannend ist da nur die Suche nach dem guten Angebot. Viel interessanter aber ist oft die Jagd nach bisher Unbekanntem.
Schwermetall #71, Alpha Comics (1985)
In dem sozialen Medium für alte Mensch, auf dem dieser Tage der meiste Austausch zu Philip K. Dick stattzufinden scheint, wurde in einem abgelegenen Winkel neulich ein Heftchen von 16 Seiten im DIN A5 Format vorgestellt, mit dem Titel Le Retour des explorateurs. Es handelt sich um Philip K. Dicks Kurzgeschichte Explorers we von 1959 in der französischen Übersetzung von Pierre Billon. Ein ungewöhnliches Format und die Behauptung, dass das Heft für das 2eme Festival International de la SF de Metz im September (19.–25.) 1977 gefertigt sei, erregt Neugier: Dick war ja selbst in Metz! Ist diese Ausgabe wirklich wegen seinem Besuch erschienen?

Samstag, 19. August 2023

Nuclear Family

Schon im Februar 2021 ist der Comic Nuclear Family erschienen – und diesem Blog komplett entgangen. Die Ursache dafür liegt zum einen beim Verlag, der (zu) wenig Werbung damit gemacht hat, dass sein Comic auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick basiert. Zum anderen sind all die anderen Verlage ein Problem, die viel zu viel Werbung mit Philip K. Dick machen, um Aufmerksamkeit für ihre Bücher zu erhalten, obwohl ihre Bücher mit Dick nichts zu tun hat: „in the tradition of classic science fiction from […] Philip K. Dick“ und ähnliches liest man da oft. Und dann sind da noch all die Gewinner eines Philip K. Dick Awards, die beim Stichwort Philip K. Dick auftauchen. Bei der regelmässigen Suche lernt man also einiges auszublenden. Diesem Filter ist auch Nuclear Family lange zum Opfer gefallen.
Kernfamilie mit ABC-Schutzmaske, notwendig für Zeitreisen in eine atomkriegsgeplagte Zukunft

Samstag, 13. August 2022

Leider nicht … oder vielleicht doch?

Michael Nagula hat Lawrence Sutins Biographie über Philip K. Dick übersetzt. Nagula ist ein bekannter Kenner der Materie, er hat zahlreiche Beiträge zu Dick geschrieben und übersetzt. Den Göttlichen Überfällen (die letzte Woche vorgestellt wurden) hat er eine sehr ausführliche Bibliographie beigefügt, die in Umfang und Inhalt weit über das sonst Übliche hinausgeht – vergleichbar ist wohl nur die Bibliographie in Uwe Antons Philip K. Dick: Entropie und Hoffnung. Der Wert einer solchen Bibliographie ist auch heute noch gross, aber in der Zeit vor dem Internet war der Nutzen noch ungleich höher (und vermutlich auch die Arbeit, sie zu erstellen).
American Flagg! Special von Howard Chaykin, mit (sprechender) Katze

Samstag, 14. August 2021

Edition 30 – Dr. Bob hilft!

Früher war die regelmässige Fahrt in die Bucht ein aufregendes Abenteuer oder zumindest ein gutes Erlebnis, es gab frische Angebote und viel Neues. Heute fährt man fast nur noch durch den herumtreibenden Zivilisationsmüll und die veraltete Technik macht nicht nostalgisch, sondern missmutig.
Mit Comic!
Edition 30 der Berliner Festspiele mit Robert Crumbs Die religiöse Erleuchtung des Philip K. Dick

Samstag, 15. Mai 2021

Blade Runner 2019 oder Was hat das mit Beuys zu tun?

Wenn man jemanden erklären muss, wer Philip K. Dick ist, dann sagt man, wenn man es sich selbst und seinem Gesprächspartner nicht schwer machen will, „das ist der Autor von Blade Runner“. Das stimmt natürlich nur halb, aber es erfüllt seinen Zweck.
Der Status von Blade Runner hat Ridley Scotts Film, der 1982 in die Kinos kam, lange davor bewahrt, fortgesetzt zu werden. Erst 2017 ging es mit Blade Runner 2049 von Regisseur Denis Villeneuve weiter – und das war durchaus gelungen, wie ich fand, wenn auch wieder wenig erfolgreich. Dieses Mal wollte man aber das Franchise entwickeln und zumindest die Comics dazu (wenn auch nicht die angedachten weiteren Fortsetzungen, Serien usw.) haben es in die Realität geschafft.
Panini Comics - Blade Runner 2019
Die ersten beiden deutschen Ausgaben von Blade Runner 2019
Die ersten zwei deutschen Ausgaben heissen Los Angeles und Off-World  Jenseits der Erde, der dritte Band mit dem Titel Wieder zu Hause ist bei Panini Comics noch nicht angekündigt (Update: angekündigt für den 28.09.2021). Eine französische und italienische Übersetzung im gleichen Format sind ebenfalls herausgekommen.

Samstag, 2. Mai 2020

The Pipers

Natürlich wieder gänzlich zufällig bin ich beim Fang auf The Pipers getroffen, einen Graphic Novel nach der Kurzgeschichte Piper in the Woods von Philip K. Dick.
Das zurückhaltende Umschlagbild von The Pipers
Überraschend war diese Sichtung – mit anschliessendem Fang – weil das Buch als Kickstarter erschienen ist. Von einem Kickstarter erwartet man eine gewisse Werbung, die mich nicht erreicht hat - und ich bin sicher viel zum Thema Philip K. Dick unterwegs. Nun ja.
Diese Graphic Novel ist ein wunderschöner Hardcover-Band mit 92 Seiten in full color. Erstellt und illustriert haben ihn Paul Du Coudray und Elizabeth Haidle, ihre Zeichnungen wirken für mein (ausserordentlich ungeschultes Auge) eher getuscht als aquarelliert, aber in der digitalen Gegenwart ist es wohl weder das eine noch das andere.
Der Text des Kurzgeschichte ist nur sehr behutsam angepasst worden, trotzdem ist er erstaunlich aktuell. Erwähnt sei dazu nur kurz, weil eigentlich irrelevant, dass der männliche Garrison Chief Lawrence Watts im Comic eine Frau ist, Laura Watts. Das sagt vielleicht einiges über den Zeitgeist aus, man kann aber auch darüber nachdenken, warum diese offenbar schwarze Frau über den Einsatz der Peitsche zur Mitarbeitermotivation redet. Im Buch ist Watts ein freundlicher Vater-Typ, kein Sklaventreiber.

Samstag, 4. April 2020

Frischer Fang aus dunkler Tiefe

Was macht man so als Sammler? Nun, heutzutage findet sehr viel im Netz statt, zumindest für mich. Die andere Informationsquelle ist natürlich der Bestand, in den Büchern und Zeitschriften, die man in der Sammlung (oder anderweitig im Zugriff) hat, gibt es oft Hinweise auf andere Stücke für die Sammlung. Und mein Bestand ist noch nicht vollständig bearbeitet, ich bin mir sicher, dass dort noch viele Geheimnisse verborgen sind.
Dark Shine von Aleksandar Opacic

Samstag, 30. März 2019

A Comics Biography

Nicht so ganz neu in meiner Sammlung ist  Philip K. Dick –A Comics Biography. Dieser Comic ist schon Anfang Januar auf Englisch erschienen, die französische Originalausgabe Phil: Une vie de Philip K. Dick hat schon ein Jahr vorher meine Neugier geweckt. Aber meine beschränkten Französischkenntnisse haben mich gezwungen, auf die englische Übersetzung zu warten – auf eine deutsche Ausgabe muss man wohl nicht hoffen – und meine Erwartungen waren deshalb wohl ein bisschen zu hoch.
Philip K. Dick  A Comics Biography von Laurent Queyssi und Mauro Manchesi bei nbm (2019)

Samstag, 9. März 2019

Aus der Asche

Ubik in der Ausgabe von Phoenix (2012)
Erst kürzlich ist mir an einer britischen Ausgabe von Philip K. Dicks Ubik ein Detail aufgefallen, das nur einen Sammler interessieren kann. Der Leser, den das interessiert, muss befürchten, dass in ihm – mehr oder weniger tief – ein Sammler steckt.
Es geht um eine Ausgabe von Phoenix von 2012, ISBN 978-1-78022-037-6. Phoenix ist ein Imprint, also eine Marke, die wie ein eigenständiger Verlag behandelt wird, tatsächlich aber (wie auch Gollancz) zur Orion Verlagsgruppe gehört.
Erwähnenswert, aber noch nicht besonders auffällig an dieser Ausgabe ist, dass sie – für ein relativ neues Taschenbuch – meist nur relativ teuer angeboten wird. Gelegentlich findet sich aber auch ein günstiges Angebot, vermutlich weil der Anbieter dem Buch seinen (vermeintlichen?) Wert nicht ansieht. Vielleicht ist diese Ausgabe ein Beispiel für ein heimlich wertvolles Exemplar.

Samstag, 8. August 2015

Comics

Das Buch zum Film "A Scanner Darkly"
A Scanner Darkly: Alles wird nicht gut – das Buch zum Film
Von den verschiedenen Comic-Adaptionen von Texten von und über Philip K. Dick sind nur wenige im Deutschen angekommen.
Unvermeidlich und nicht zu übersehen ist da natürlich das Buch-zum-Film von Richard Linklater A Scanner Darkly: Alles wird nicht gut, 2007 bei Schirmer/Mosel erschienen. Der Romans heisst auf Deutsch Der dunkle Schirm, der Film lief aber auch in Deutschland unter dem englischen Titel A Scanner Darkly. Diese Romanverfilmung war kein grosser Erfolg, der Vermarktung wird das also wohl wenig geholfen haben.
Bemerkenswert, weil verwirrend: Das Umschlagbild zeigt die blonde Donna, die amerikanische Ausgabe aber einen grösseren Bildausschnitt mit vier Protagonisten - und dieses Umschlagbild findet sich auch in einer deutschen Variante bei verschiedenen Anbietern. Es gibt aber keine deutschen Exemplare mit diesem Cover, es gibt nur die hier gezeigte Ausgabe mit Donna. Ein solches Geistercover gibt es ja gelegentlich, vom englischen Verlag Gollancz sind wir das gewöhnt; im Deutschen ist das ungewöhnlich und daher besonders irreführend.
Es gibt anderen Film-Adaptionen, die es nicht ins Deutsche geschafft haben: Blade Runner von Archie Goodwin (Text) bei Marvel (1982) und Total Recall von Maggin und Lyle bei DC Comics (1990). Total Recall von Moore und Razek bei Dynamite (2012) ist übrigens eine Fortsetzung des Films vom 1990, keine Film-Adaption – und ebenfalls nicht auf Deutsch erhältlich.