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Samstag, 18. Mai 2024

Die Apotheose des Philip K. Dick

Gut Ding will Weile haben. Oder am Ende wird alles gut. Und ein Sammler braucht sowieso Geduld … Daher passt es schon, wenn diese Neuentdeckung schon fast vier Jahre auf dem Markt ist – bzw. eigentlich schon wieder vom Markt verschwunden.
Das amerikanische Comic-Magazin Heavy Metal hat in der Nummer 298 aus dem Jahr 2020 die Geschichte Philip K. Dick's Head is Missing veröffentlicht. Wie das deutsche Schwermetall, von dem hier neulich berichtet wurde, hat auch Heavy Metal anfänglich, gegründet 1977, Inhalte des französischen Metal Hurlant übernommen. Nachdem Metal Hurlant 1987 eingestellt wurde, hat man verstärkt andere Inhalte veröffentlicht. Schwermetall hat bis 2000 durchgehalten, Heavy Metal wurde im vorigen Jahr eingestellt.
Schweres Metall
Heavy Metal 298 mit Philip K. Dick's Head is Missing

Samstag, 20. Januar 2024

Gjuha shqipe

Es ist schon eine Weile her, dass in diesem Blog eine neue Sprache präsentiert wurde: Arabisch mit Ausgaben von 2021 und 2022. Und es kommt, wie es kommen sollte: eine weitere Sprache konnte gefunden werden.
"Valis" mit der Illustration "Ohne Titel" von Louise Bourgoise und "Njeriu në kështjellën e lartë" mit der Grafik "Evolution of a City Building Under the Zoning Law" von Hugh Ferriss (aus der New York Times vom 19. März 1922)
Albanische Ausgaben von Philip K. Dick: Valis und Njeriu në kështjellën e lartë

Samstag, 4. November 2023

Helmut Wenske

Zwei Ausgaben von Insel und eine von Heyne
Drogen, Rock'n Roll, psychedelische Bilder … es geht hier nicht um Philip K. Dick, sondern um Helmut Wenske – und natürlich doch um Philip K. Dick. Wenskes Verbindung zu Dick ist offensichtlich, er hat für einige seiner Bücher das Umschlagbild geliefert. Wenske hat seinerzeit viel für die Science Fiction gestaltet, der Lektor Werner Berthel hat ihn für Franz Rottensteiners Reihe Phantastische Wirklichkeit bei Insel entdeckt: Alle 15 Umschlagbilder der Reihe sind von ihm, so auch für die beiden Bände von Dick. Bethel hat Wenske wohl auch den ersten Roman von Dick gegeben, den „Drogenroman“ LSD-Astronauten.
Interessiert hat sich Wenske für Science Fiction allerdings nicht besonders, ihm waren andere Arten, die Realitäten zu erkunden, lieber. Eine Ausnahme war Philip K. Dick: In Rock'n Roll Junkie schreibt er:

Samstag, 23. November 2019

The End. Eine Replikantenoper

Theater Bremen
Bremen. Hier wird Geschichte geschrieben, wenn auch nur in einer kleinen Ecke des Philip K. Dick Universums. Am 26.09.2019 hatte The End. Eine Replikantenoper Uraufführung, im Kleinen Haus. Leider konnte ich nicht dabei sein. Am vergangenen Freitag war nun die inzwischen siebte Aufführung, die auch ich besuchen konnte. Und trotz der etwas aufwändigen Anfahrt – das Nationaltheater Mannheim wäre ein bequemerer Ort gewesen – hat es sich (natürlich) gelohnt bei diesem fast einmaligen Ereignis, auf jeden Fall aber kaum zu wiederholenden Erlebnis dabei zu sein.
Diese Oper ist untypisch – wir sehen fünf Darsteller auf der Bühne im Nieselregen, die vor dem sich in der Feuchtigkeit auflösenden Hintergrund aus weissem Zellstoff stehen. Es ist das Jahr 2350 (oder so), die Menschen sind untergegangen und nun kommt auch für die fünf Replikanten auf der Bühne das Ende, The End. Auf der Bühne stehen – von rechts nach links – fünf Replikanten, die Rick Deckard (gespielt von Alexander Swoboda), Rachel Rosen (Annemaaike Bakker), KD6-3.7 (Nadine Geyersbach), Roy Batty (Matthieu Svetchine) und Dr. Eldon Tyrell (Justus Ritter) repräsentieren. Und natürlich repräsentieren diese Replikanten die genannten nur, sie spielen sie nicht, denn diese Replikanten erzählen von der fernen Vergangenheit, wie sie sich in den beiden Blade Runner Filmen abgespielt hat (oder wenigstens fast so). Und wenn man diese Filme kennt, weiss man, dass zumindest Batty, Rachel und Tyrell tot sind und Tyrell ziemlich sicher ein Mensch war.

Samstag, 2. März 2019

!Time Machine

Kürzlich – oder eigentlich nicht mehr so kürzlich, dieser Beitrag ist ein wenig liegengeblieben – bin ich auf ein neues Science Fiction Magazin aufmerksam geworden: !Time Machine. Die erste Ausgabe sollte einen Beitrag zu Tommi Brems dick'schen Appendix Dick enthalten. Mehr war nicht zu erfahren und so ermittelte ich den Wurdack Verlag, bei dem man das Heft auch direkt bestellen kann.
Der Appendix Dick ist meinem Herzen sehr nah und ich war daher sehr neugierig auf diesen Artikel und umso enttäuschter, als ich den Beitrag in meiner Ausgabe nicht finden konnte. Es gab anderes zu Dick, aber nichts zum Appendix Dick! Tatsächlich hatte ich die falsche Ausgabe erhalten, nämlich die zweite – ein Glücksfall, wäre ich doch sonst auf diese anderen Artikel gar nicht aufmerksam geworden. Das Problem liess sich nach kurzer Rücksprache mit dem Verlag schnell klären und jetzt besitze ich beide Ausgaben: 1. und 2. (Der Verlag nennt die Ausgabe 1 auf seiner Seite Dezember 2017, im Heft steht jedoch – auf jeder Seite – Januar 2018; für Ausgabe 2 nennen beide einmütig Dezember 2018.)
Die Ausgaben 1 und 2 des Fanzines !Time Machine

Samstag, 8. Dezember 2018

Nackt und ausgezogen

Der Titel dieses Blogeintrags ist natürlich der verzweifelte Versuch, Leser anzulocken oder wenigstens einen Click zu kriegen, denn sex sells bekanntlich. Obwohl ich schon länger mit dem Gedanken für einen Blogeintrag über pikante Umschlagbilder liebäugele, geht es dieses mal um weniger Frivoles. Es geht darum, was die beiden Bücher des Insel Verlags von Philip K. Dick unter ihren Schutzumschlägen tragen.
Zwei unterschiedliche Einbände von Dicks Mozart für Marsianer bei Insel
Mozart für Marsianer in der Reihe Phantastische Wirklichkeit im Insel
Verlag (1973) im schwarzem und im lila Pappband; der Schutzumschlag,
gestaltet von Helmut Wenske, und der Buchblock sind gleich
Ausgelöst hat diesen Beitrag ein Kommentar zum Blogeintrag Insel und Suhrkamp. Dort wurde ich von einem Leser dieses Blogs darauf aufmerksam gemacht, dass es bei den Insel-Ausgaben der Reihe Phantastische Wirklichkeit offenbar unterschiedliche Einbände gibt. Häufiger sind wohl die lila Pappbände, die der eigentümlich lilanen Typographie der Reihe folgen. Die beiden Ausgaben von Dick zumindest gibt es auch mit schwarzem Pappband, wie sie für die von Insel gleichzeitig herausgegebene Reihe Bibliothek des Hauses Usher verwendet werden, hier mehr zu dieser Reihe bei Wikipedia. Die Schrift auf dem Buchrücken nennt Titel und Autor, sie ist bei der schwarzen Ausgabe in weiss, bei der lila Ausgabe in Silber. Die beiden Ausgaben unterscheiden sich sonst in nichts. Zumindest bei einigen weiteren Bänden der Reihe Phantastische Wirklichkeit werden Ausgaben sowohl im lila als auch im schwarzen Pappband angeboten, in Pallas oder die Heimsuchung von Edward de Capoulet-Junac etwa oder Herren im All vom Cordwainer Smith.

Samstag, 26. Mai 2018

Noch mal Sieben auf einen Streich

Meist versuche ich ja in diesem Blog immer einen mehr oder weniger sinnvollen Text zu schreiben, der wenigstens ein bisschen allgemeingültig ist. Dieses mal schreibe ich aber über einen aktuellen Einkauf, man sagt hier und heute wohl haul, der mir sehr viel Freude macht.
Bei Abe war mir ein Konvolut von sieben Büchern aufgefallen, von dem ich eigentlich wegen der hohen Portokosten (aus den USA natürlich) furchtbar abgeschreckt war - Portokosten, die höher als der Kaufpreis sind, finde ich einfach inakzeptabel. Der zweite Blick zeigte aber, dass die sechs Taschenbuchausgaben zum einen durchgängig (Taschenbuch-)Erstausgaben waren und ich nur eine davon in der Sammlung habe und dass drei Bände von meinem auch-Lieblingsverlag Ace dabei waren. Und als Krönung war die Taschenbuch-Erstausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep? von Sphere (1971) enthalten. Der Händler behauptete dazu noch einen Zustand von very good or better. Und wenn man das Porto durch sieben teilt, ist es eigentlich auch absolut annehmbar.
Sieben auf einen Streich:  The Preserving Machine, DADoES, The Game-Players of Titan, The Variable Man, Ubik, The Man Who Japed und die Buchclub-Ausgabe der VALIS-Trilogie

Samstag, 31. Dezember 2016

Rückblick 2016

Neue deutsche Bücher von und über Philip K. Dick, darum geht es ja in diesem Blog hauptsächlich, sind selten. Daher sind die drei Ausgaben der 3. Staffel bei Fischer, das vorläufige Ende der Serie, ein wichtiger  Neuzugang in der Sammlung. Das Highlight des Jahres ist aber sicher der Appendix Dick von Tommi Brem. Ich bin immer noch sehr begeistert ein solches Buch aus Deutschland zu sehen.

Samstag, 16. Juli 2016

Für Sammler

Ein Thema, mit dem sich jeder Sammler beschäftigen muss, sind die sogenannten Sammlerausgaben, im Englischen – wo man sie durchaus häufiger antreffen kann – die collector's editions. Wenn man zu sammeln beginnt, stellen diese sich meist als ärgerliche, weil seltene und vor allem überteuerte Ausgaben dar. Später sind die Sammlerausgaben dann das, was den Sammler vom Interessierten und dem Hamsterer unterscheidet.
Was zeichnet Sammlerausgaben aus? Meist bezeichnen sie sich selbst als solche. Häufig sind sie nummeriert, signiert oder aufwändig gestaltet. Und letztlich sind sie dann oft teuer und selten. Und eben weil sie selten sind, sind sie für den Sammler besonders interessant.
Bei den deutschen Ausgaben von Philip K. Dick muss man wohl die Bücher der Edition Phantasia als Sammlerausgaben betrachten. Kürzlich ist noch Tommi Brems Appendix Dick dazugekommen, über das hier noch zu sprechen sein wird.
Bei den englischen Ausgaben gibt es zahlreiche Sammlerausgaben, diese oft als Sonderausgaben von normalen Ausgaben. Berichtet habe ich hier schon über die Folio Society Ausgabe von The Man in the High Castle.
Ein seltenerer Anblick ...
Valis von Philip K. Dick in der Ausgabe von Kerosina Books (1987), trade edition

Samstag, 15. August 2015

Sammelbände

Eine seltene Gattung unter den deutschen Ausgaben von Philip K. Dick sind die Sammelbände. Im Gegensatz zu den Sammlungen von Geschichten von Dick oder den themenbezogenen Anthologien, die vielleicht nur eine Geschichte von Dick enthalten, sind die Sammelbände eben Sammlungen von Romanen.
Über die Jahre sind aber doch ein paar Sammelbände zusammengekommen.
Die Welten des Philip K. Dick von Bastei Lübbe von 1985 und 1996
Der erste dieser Bände ist bei Bastei 1985 erschienen: Die Welten des Philip K. Dick. 1996 erscheint dann eine zweite Auflage mit neuem Umschlagbild: Während die erste Auflage ein Bild vom lesenden Dick trägt, ist auf der zweiten Auflage eine Roboter abgebildet. Die beiden Auflagen sind daher leicht zu unterscheiden – und auch leicht erhältlich, so wie eigentlich alle dieser Sammelbände.
Ein Jahr später kommt bei Moewig als erster Band der SF Highlights Reihe Die Valis-Trilogie heraus. Dieser Band ist die recht lieblose Sammlung der drei Einzelbände Valis, Die göttliche Invasion und Die Wiedergeburt des Timothy Archer. Die drei Bände haben ihre eigene Seitenzählung, Widmung und Vorsatz des ersten Bandes sind verloren gegangen. Wenn man dann noch die deutlich sichtbaren drei Lagen unterschiedlichen Papieres bemerkt – und vielleicht ist das durch das uneinheitliche Vergilben bei meiner Ausgabe erst über die Jahre  sichtbar geworden – könnte man fast meinen, dass hier alte Bände einfach zusammengeleimt sind; tatsächlich gibt es aber gewisse Unterschiede in der Reihenfolge der Seiten, die das unwahrscheinlich machen. Elegant ist das Ergebnis trotzdem nicht. Eine der hässlichsten Ausgaben in der Sammlung.

Samstag, 13. Juni 2015

Moewig in Blau

Philip K. Dick war im Arthur Moewig Verlag bereits ab 1963 in der Terra-Heftromanreihe mit verschiedenen Romanen und Kurzgeschichtensammlungen vertreten. Zwischen 1981 und 1987 sind dann dort 16 weitere Bücher von Dick in verschiedenen Reihen erschienen.
Drei mal Philip K. Dick bei Moewig: Der heimliche Rebell,
die Sammlung Der goldene Mann und Radio freies Albemuth
Im Bereich der Science Fiction gab es bei Moewig im Laufe der Jahre einige Reihen, die umfangreichste war sicher Moewig Science Fiction mit den bekannten blauen Einbänden und bunten Titelbildern. Als erste erscheinen hier 1981 zwei Romane und eine Kurzgeschichtensammlung. Die beiden Romane Warte auf das letzte Jahr und Der heimliche Rebell sind jeweils deutsche Erstausgaben, wie fast alle Romane, die von Dick bei Moewig herausgebracht werden. Der heimliche Rebell ist nicht nur eine Erstausgabe, sondern bleibt auch die einzige deutsche Ausgabe, er ist später nicht noch einmal erschienen – ein Schicksal, das es mit einigen anderen Werken von Dick teilt, nicht nur bei Moewig. Weiterhin ist 1981 noch die umfassende Sammlung Eine Handvoll Dunkelheit erschienen. In der Folge erscheinen:

Samstag, 28. März 2015

Valis est arrivé!

Drei Romane von Philip K. Dick in einem Band
Der Sammelband Valis-Trilogie von Philip K. Dick,
herausgekommen bei Fischer (2015)
Die dritte Staffel ist da! Nachdem es in Deutschland einige Jahre nichts „Neues“ von Philip K. Dick gegeben hat, hat der Fischer Taschenbuch Verlag bereits im letzten Jahr mit Neuausgaben begonnen. In zwei Staffeln sind erst vier und dann drei neue Ausgaben klassischer Romane von Dick herausgekommen.
Es war schön, einfach mal in einer Buchhandlung einen neuen Dick kaufen zu können … und heute war es wieder soweit. Und um das Vergnügen ein bisschen zu strecken, habe ich heute nur einmal bei der Valis-Trilogie zugegriffen und mir die beiden anderen, Warte auf das letzte Jahr und Eine andere Welt, für die nächsten Samstagseinkäufe aufgespart. (Und das Buch heisst wirklich Valis-Trilogie, mit Bindestrich, so steht es auf der Titelseite, nur auf dem Umschlag steht es anders.)
Die Ausgabe unterscheidet sich inhaltlich nicht von der blauen Heyne-Ausgabe von 2002, sie ist aber kleiner gesetzt und das kurze Nachwort von Sascha Mamczak fehlt. Das dünne Papier gibt ihr dafür eine edlere Haptik, wie es sich für einen Klassiker gehört; schliesslich ist sie bei FISCHER KLASSIK herausgekommen, in einer Reihe mit u. a. Aldous Huxley und Theodor Fontane (und auch Charles Bukowski, dem Helden der altgewordenen Jugend).
Die Übersetzung ist nicht mehr ganz die der ersten deutschen Ausgabe von Thomas Ziegler (alias Rainer Zubeil) von Moewig (1984), sondern wurde bereits bei Heyne neu durchgesehen und ergänzt von Alexander Martin. Die drei einzelnen Bände der Moewig-Ausgabe, das sind zusätzlich zu Valis noch Die Göttliche Invasion und Die Wiedergeburt des Timothy Archer, sind 1986 noch mal bei Moewig als – recht liebloser – Sammelband in der Science Fiction Highlights Reihe als Band 1 erschienen. Allerdings muss man Moewig und dem Herausgeber Hans Joachim Alpers wohl sehr dankbar sein, dass diese drei eher schwierigen Werke von Dick schon so früh in Deutschland erscheinen konnten.