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Samstag, 14. März 2026

Jerry Cotton braucht Hilfe

Harrison Ford als Blade Runner
Nur kurz: Neulich habe ich hier im Blog den Hinweis auf ein Buch von Jerry Cotton bekommen: Drei Stunden bis zum Super-GAU. Auf dem Umschlagbild sehen wir: den Blade Runner! Hilft Rick Deckard beim FBI aus? Gibt es eine Verwechselung mit Phil Decker, Cottons Sidekick?
Obwohl das natürlich alles gar nichts mehr mit Philip K. Dick zu tun hat, musste ich den Super-GAU ganz schnell haben, wenn auch nicht innerhalb von drei Stunden, dafür aber sehr billig. Und dann ist es wie so oft: hat man das Objekt erst einmal in den Händen, entdeckt man noch das eine oder andere: ein Buch ist eben mehr als nur ein Cover. Im Impressum finden wir:
Die auf unseren Titelbildern dargestellten Personen stehen in keinem Zusammenhang mit den Inhalten der Romane.
Genau. Nur weil ein Blade Runner drauf ist, ist keiner drin. Aber klar, das wussten wir vorher, da hat Quadro Grafik aus Bensberg, die den Umschlag gestaltet haben, nachhaltig gearbeitet und vorhandenes Material von irgendwoher wiederverwendet.

Samstag, 21. Januar 2023

Zum Verrückt werden

Mal wieder ganz am Rand der Sammlung sind wir mit diesem Blogeintrag unterwegs. Aber eine Widmung oder ein Zitat von Philip K. Dick – zumal in einer deutschen Ausgabe – ist (und war) immer einen kleinen Beitrag wert.
Stephen Goldins Science Fiction Roman Anschlag auf die Götter öffnet mit den Worten, die das Motto dieses Buches bilden: 
»Ich hoffe zu Seinem Besten, dass Gott nicht existiert – sonst müsste Er schrecklich viel erklären.«
Philip K. Dick
Woher kommt dieses Zitat? Ich hatte Glück und musste nicht lange suchen, denn Stephen Goldin selbst verrät uns dazu auf seiner (archivierten) Webseite:

There is a quote from Philip K. Dick at the beginning of the book. Dick fans may drive themselves crazy trying to track down the source; that's because he said it at a party we were both attending, and I thought it was particularly apropos for this book. As far as I know, the quote has never appeared anywhere else.

Ein Spruch auf einer Party also. Und gut für eine Party. Über den tieferen Gehalt mögen Kleriker und Philosophen urteilen.
Science Fiction Taschenbuch - mit den obligatorischen Brüsten auf dem Umschlagbild
Ein Umschlagbild bei Bastei Lübbe von 1979: Anschlag auf die Götter von Stephen Goldin
Im Original heisst das Buch Assault on the Gods und ist erstmals 1977 bei Doubleday erschienen. Die gezeigte (einzige) deutsche Übersetzung Anschlag auf die Götter ist 1979 bei Bastei-Lübbe in der Reihe Science Fiction Action erschienen. Eine rassistisch diskriminierte Heldin befreit ein geknechtetes Volk von ihren gottgleichen Unterdrückern, das gab es 1977 schon; heute würde man wohl auf die Brüste auf dem Umschlagbild verzichten. Das Buch ist auch besser als es in dieser Zusammenfassung klingt. 
Goldin ist nach meiner Recherche kein ausgesprochener Freund von Dick, er steht 1977 noch am Anfang seiner Karriere, man ist sich in Südkalifornien sicher öfter über den Weg gelaufen – gerade auch auf Parties im Umfeld der diversen Cons. Und Goldin ist wie Dick ein bekennender Katzenfreund (er kann also kein schlechter Mensch sein).
Ein wichtiger Teil seiner Karriere ist die Weltraumzirkus D'Alembert-Serie, zehn Romane, die auf einer Novelle von E. E. „Doc“ Smith basieren – und um die es wohl hinterher Streitereien gab; Goldin hat die Romane daher umgeschrieben und die Reihe unter dem (rückwirkend betrachtet etwas unglücklichen) Namen Agents of ISIS neu veröffentlicht, auf Deutsch ist nur die ursprüngliche Reihe erschienen.

Samstag, 14. Januar 2023

Angestecktes

Vor längerer Zeit habe ich hier im Blog schon einmal einen Pin mit dem Bildnis von Philip K. Dick gezeigt. Ich mag Anstecker (immer noch) und ein Anstecker mit Dick … ist sogar praktisch, sollte sich mal die Gelegenheit ergeben, in einem Dick-Kontext Menschen zu treffen. Tatsächlich haben sich schon ein paar Gelegenheiten ergeben, so beim Philip K. Dick Filmfestival in Köln.
Ein Philip K. Dick Anstecker, originalverpackt: Books to Wear heisst diese Reihe sinnigerweise, hier ein Exemplar mit Do Androids Dream of Electric Sheep?

Samstag, 8. Oktober 2022

Verboten!

Am Rand der Sammlung bewegt sich auch dieser Blogeintrag. Immerhin geht es um einen deutschen Beitrag – oder eigentlich sogar zwei – aber nichts von Philip K. Dick und eigentlich auch nichts über ihn … nur ein wenig mit ihm: Der Science Fiction Roman Kind des Glücks öffnet mit der Widmung Für Philip K. Dick. Geschrieben hat ihn Dicks Freund Norman Spinrad, veröffentlicht wurde er im Jahr 1985 bei Bantam. Die Widmung ist gefolgt von einem Vers:
Für Philip K. Dick 
Manche stehen auf den Schultern von Giganten
manche lugen einem Freund durchs Herz
manche Leben sind Geschichten
deren Geist und Atem nie vergeht
Diese weiteren Zeilen deuten die grosse Verbundenheit an, die Spinrad für Dick empfunden haben muss.
Die deutsche Übersetzung ist von Jürgen Langonski mit dem Titel Kind des Glücks, erschienen 1988 bei Bastei Lübbe. Bemerkenswert an dieser broschierten Erstausgabe ist der Preis von 24,80 DM. 493 Seiten haben ihren Preis, das Buch ist grösser als normale Taschenbücher, aber der Preis erscheint doch sehr hoch. Die typischen Heyne Taschenbücher kosteten seinerzeit um 8 DM. Die zweite Ausgabe bei Bastei Lübbe von 1991 kostete dann auch nur noch die Hälfte, 12,80 DM.
Norman Spinrad: Kind des Glücks, Bastei Lübbe

Samstag, 16. Januar 2021

Versenkt

Frust. Wie soll man es sonst erklären? Oder Langeweile? Als Sammler versucht man eine Leere zu füllen, heisst es, was natürlich nicht gelingen kann. Oder es war doch nur Frust, die Gesamtsituation halt. Oder eine ungesunde Kombination aus allem? Jetzt ist er da, mein Nacht-Frust-Kauf: ein ungewöhnliches Stück für die Sammlung – eine Sammelkarte! Was macht eine Sammelkarte in der Sammlung?
U.S.S. Panay Sinks as Crew Abandons Ship heisst das Bildchen, Nummer 54 von 288 aus der Serie Horrors of War. Verkauft mit einer Packung Kaufgummi werden die Karten Bubblegum Cards genannt. (In Deutschland gab es, mangels Kaugummi, Sammelkarten mit Zigarren und Zigaretten.)
Die Horrors of War Reihe ist von 1938 und gehören mit einer Auflage von 100 Millionen zu den beliebteren ihrer Art. Bunt und eindringlich zeigen sie die Schrecken des Krieges, überwiegend des Spanischen Bürgerkrieges, des Abessinienkriegs und des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges, in einer Ergänzung erscheint auch schon Hitler. Die dargestellten Kriege dauern zum Erscheinungsdatum noch an und müssen deshalb noch eindringlicher gewirkt haben. Erhalten hat man die Bilder mit Kaugummi, die Zielgruppe waren also wohl vorwiegend Kinder; ob Friedenserziehung so funktioniert, bleibt fraglich.
Diese spezielle Karte nun erzählt als letzte von vier vom Panay-Vorfall, der Versenkung eines amerikanischen Flusskanonenbootes auf den Jangtsekiang durch japanische Streitkräfte am 12. Dezember 1937. Es gab drei Tote. Laut den Gerichtsakten wurde das Schiff bei der Stadt Chizhou (Google Maps) versenkt, 100 km flussaufwärts von Nanking.
Horrors of War Sammelkarte U.S.S. Panay Sinks as Crew Abandons Ship von 1938

Samstag, 4. Mai 2019

Kross

The Three Stigmata of Palmer Eldritch von Voyager
Neue Zugänge in der Sammlung bringen mich meist dazu, den Katalog im Umfeld des Neuzugangs aufzuräumen. Dabei finde ich auch immer Unerwartetes.
So war es auch bei The Three Stigmata of Palmer Eldritch von Philip K. Dick. Dieses neue Exemplar ist 1996 bei Voyager erschienen, dem Science Fiction Imprint des US-amerikanischen Verlags HarperCollins. Dieser hatte in den 70er und 80er Jahren die  Verlage Panther und Granada, die in Grossbritannien sehr viel von Dick veröffentlicht haben, in den 90ern im Imprint Voyager aufgehen lassen: ISFDB weisst die ersten Bücher von Voyager 1995 nach. Dieser Tage firmiert Voyager übrigens als HarperVoyager, Dick ist nicht mehr im Programm.

Samstag, 9. Februar 2019

Spass mit ISBNs

Eines der wahrhaft spannendsten Themen in der Literatur sind bestimmt die International Standard Book Numbers, die ISBNs – zumindest für Buchhalter ... und Sammler. Als Sammler muss man diese schönen Zahlenreihen lieben, sie versprechen Ordnung und Übersichtlichkeit in der sonst doch unübersichtlichen Welt der Literatur. Dieses Versprechen halten die ISBNs dann aber nur teilweise.
So wichtig und hilfreich sie für den Sammler sind (und sonst, das gebe ich hier zu, wohl eher langweilig), so gibt es doch ein paar Probleme mit Ihnen – und ein paar Geschichten und Ungereimtheiten dazu.

Samstag, 16. Juni 2018

Im Grenzland

Auch dieser Blogeintrag bewegt sich wieder hart am Rand der Sammlung. Der Eintrag Bis wohin  und nicht weiter berichtet von Ron Goularts Roman Als alles auseinanderfiel, ein Buch, das Philip K. Dick gefiel und das damit auf dem Cover Werbung machte.
Jack Dann: Grenzland der Hölle, Moewig (1985)
Grenzland der Hölle von Jack Dann mit dem Zitat von
Dick: „Ein verwegenes, originelles, witziges Buch“
Auch dieses mal geht es um einen werbenden Testimonial. Jack Danns Roman Grenzland der Hölle ist in der deutschen Erstausgabe 1985 bei Moewig erschienen. Es trägt auf dem Cover den Text „Ein verwegenes, originelles, witziges Buch“, ohne den Urheber dieses Urteils zu nennen.
Das Umschlagbild ist von Helmut Wenske, das ist erwähnenswert, weil er auch für einige deutsche Ausgaben von Dick das Umschlagbild gestaltet hat. Dieses Motiv findet sich schon auf der Ausgabe der Science Fiction Times vom Mai 1983 (und vielem anderem zu und über Dick).
Auf der englischen Erstausgabe mit dem Titel Junction von Dell (1981) heisst es “It's daring; it's original; it's fun.”  Philip K. Dick. Dass die deutsche Ausgabe Dick nicht nennt, erscheint (mir) ein bisschen merkwürdig, weil Dick 1985 sowohl beim Verlag als auch in Deutschland durchaus bekannt und werbewirksam war. Vielleicht ein Fehler – nicht der erste, dem wir in diesem Blog begegnen – vielleicht gibt es einen Grund, für dessen Verständnis eine bessere Kenntnis der geheimen Regeln der Verlagsbranche nötig ist. Nun ja.

Samstag, 7. April 2018

¡Nicht nur Spanisch!

Do Androids Dream of Electric Sheep? auf Spanisch
Blade Runner von Philip K. Dick in einer sehr grünen
spanischen Ausgabe von Minotauro (2012)
Sommer – Urlaub – Spanien: Ein schöner Dreiklang für den deutschen Urlauber. Dieser Blog widmet sich zu diesem Akkord den spanischen Ausgaben der Werke von Philip K. Dick – und auch den Ausgaben in Spanien (und das ist nicht dasselbe).
Dicks erste Roman ist in Spanien im September 1960 erschienen, El tiempo doblado [The World Jones Made] beim Verlag Cenit. Der war in Deutschland bereits 1958 unter dem Titel Geheimprojekt Venus erschienen – dort aber schon als zweiter Roman. Im Monat zuvor war in Deutschland schon der Griff nach der Sonne erschienen, der in Spanien wiederum einen Monat nach El tiempo doblado erschien, im Oktober 1960 unter dem Titel Lotería solar. Diese Solar Lottery war 1955 Dicks erster (veröffentlichter) Roman und dann in vielen Ländern einer der ersten übersetzen Romane.
In den folgenden Jahren erscheinen dann in Spanien regelmässig verschiedene Romane von Dick, allerdings deutlich verstärkt seit der Jahrtausendwende, bisher insgesamt rund 140. Allerdings sind offenbar noch immer nicht alle Bücher von Dick auf Spanisch erschienen, es fehlen immerhin noch einige seiner (allerdings meist eher schwächeren) SF-Romane, u. a. Das Jahr der Krisen [The Crack in Space] oder Schachfigur im Zeitspiel [Dr. Futurity].

Samstag, 3. September 2016

Nichts zum Jubiläum

Science Fiction Jubiläums Band – Das Lesebuch von
Heyne (1985), herausgegeben von Wolfgang Jeschke
Sammeln ist eben nicht das Gegenteil von Jagen – als Sammler ist man immer auch Jäger. Als Sammler ist man meistens auf der Suche nach günstigen Angeboten – oder eben überhaupt Angeboten. Manchmal möchte man auch etwas Neues aufstöbern, etwas Ungewöhnliches für die Sammlung, das vielleicht noch nicht im allgemeinen Sammlungskanon definiert ist.
So geht es mir mit diesem Stück, dem Science Fiction Jubiläums Band von Heyne (1985), der keinerlei Beitrag von Philip K. Dick enthält. Allerdings annonciert der Klappentext auf der Rückseite eine der besten Erzählungen von … Philip K. Dick … .
Herausgeber dieses Bandes mit der runden Nummer 06/4000 zum Jubiläum 25 Jahre Heyne Science Fiction & Fantasy 19601985 ist der im Jahr 2015 verstorbene Wolfgang Jeschke, der sicher jedem ein Begriff ist, der in Deutschland Science Fiction liest oder gelesen hat. Im Umfeld von Philip K. Dick gibt es nur wenige direkte Beiträge von Jeschke: Eine kurze Vorbemerkung zum Anhang in Das Orakel vom Berge von Heyne aus dem Jahre 2000 ist alles – der Anhang fehlt leider in der 2008er Ausgabe. Sicher hatte Jeschke seine Lieblingsthemen und hat Dick anderen - speziell Uwe Anton - überlassen.
Als Herausgeber hat Jeschke zahlreiche Bände mit Kurzgeschichten, mehr noch aber mit Sekundärliteratur herausgeben, hauptsächlich die Mammutreihe Das Science Fiction Jahr bei Heyne, in dem in verschiedenen Bänden Artikel über Leben und Werk von Dick erschienen sind. So mögen wir ihm verzeihen, dass es Dick in diesen Jubiläums Band  – anders als es wohl geplant war (wie sonst wäre Dicks Name in den Klappentext gekommen?) – nicht geschafft hat. Wir betrachten diese nicht erfüllte Ankündigung als lobende Erwähnung und nicht als falsches Versprechen des Herausgebers. Zumal im Jahre 1960, mit dem der Band beginnt, Dicks produktivste Zeit, soweit es Kurzgeschichten angeht, auch vorbei war.

Samstag, 28. Mai 2016

Kein Erfolg

Sammeln ist Arbeit. Und ausser Fleiss braucht man auch Glück dazu. Sei es, um eine schöne, sei es um eine günstige Ausgabe zu bekommen.
Die vergangene Woche war eine Aneinanderreihung weniger erfolgreicher Aktivitäten.
Zuerst habe ich eine out of stock Mail von amazon.co.uk bekommen, was wirklich sehr selten passiert. Dort hatte ich eine sehr günstige Ausgabe von Daniel Levacks PKD: A Philip K. Dick Bibliography entdeckt, die ich gerne gehabt hätte – aber offenbar war jemand schneller als ich.
Danach ist mir ähnliches mit einer englischen Blade Runner Ausgabe passiert – bei tauschticket. Ich bin dort nicht mehr sehr aktiv, die Qualität hat dort doch zu sehr nachgelassen (obwohl sie nie sehr gross war) und der Aufwand dort ist dafür einfach zu gross. Aber die letzten Tickets hätte ich doch noch loswerden wollen.
"Today We Choose Faces" auf Deutsch
Heut wählen wir Gesichter von Roger Zelazny bei
Heyne (1975), im Original Today We Choose Faces
Zu verschmerzen ist auch, dass ich keine weitere der aktuellen Fischer-Ausgaben im Buchhandel erwerben konnte – das könnte ich natürlich bestellen, aber es ist viel schöner, für die Sammlung mal wieder etwas in einem Laden zu kaufen. Und es ist ein bisschen traurig, dass die üblichen Läden an dieser Runde der Dick-Ausgabe nicht teilnehmen.
Zum Schluss habe ich gerade die deutsche Erstveröffentlichung von Roger Zelaznys Heut wählen wir Gesichter von Heyne (1975) ausgepackt, sehr günstig und gut erhalten (nur ein kleines bisschen mehr Gilb als üblich). Und leider fehlt im Buch die Widmung, die ist wohl, wie so oft, bei der Übersetzung verloren gegangen. Denn offenbar trägt das Original Today We Choose Faces die Widmung To Philip K. Dick: Electric Shepherd.
Auch mit Widmung wäre das Buch wohl nur am Rand der Sammlung eingeordnet, aber ich mag solche Kuriosa – und da sich die Anzahl in engen Grenzen hält, sammele ich sie auch. Was nun mit diesem Buch passiert … ist offen. Aber ich denke, ich werde wohl nun das englische Original suchen, das im Gegensatz zur einzigen deutschen

Samstag, 28. November 2015

Eigentlich Nichts

Was fehlt da?
Nachdem ich nicht richtig dazu gekommen bin, ein Thema vorzubereiten, passen dazu ein paar Worte zu Ausgaben von Philip K. Dick, die es nicht gibt.
Besonderer Erwähnung bedürfen diese Bände, weil sie oft noch vielerorts herumschwirren. Offenbar melden die Verlage diese Bücher für die üblichen Vertriebswege an und so erscheinen sie dann allerüblicherorten. Und nachdem sie bei Amazon und bei anderen Online-Anbietern jahrelang angekündigt waren, sind sie jetzt (fast) real – allerdings nicht greifbar. Ich nenne diese Bücher in diesem Blog Phantombände. Hier ganz explizit die Aussage: Diese Bücher gibt es nicht!

Samstag, 20. Juni 2015

Vor dem Anfang in der Heftzeit

Die ersten Veröffentlichungen von Philip K. Dick und damit die erste Spur, die sich von Dick überhaupt in Deutschland finden lässt, zumindest von seinen Romanen, sind die Übersetzungen seiner ersten beiden veröffentlichten Romane. Es handelt sich um Griff nach der Sonne, im Original Solar Lottery (1955 bei Ace Books erschienen) und Geheimprojekt Venus, im Englischen The World Jones Made (1956 ebenfalls Ace).
Heftromane aus dem Semrau Verlag 1958 und 1959
Griff nach der Sonne und Geheimprojekt Venus von Philip K. Dick in der Reihe Abenteuer im Weltenraum als Heftromane im Semrau Verlag, im Jahre 1958 (mit) die ersten Veröffentlichungen von Philip K. Dick auf Deutsch (und auch die ersten überhaupt in irgend eine Sprache übersetzen Romane von Dick überhaupt)

Samstag, 6. Juni 2015

Terra@Moewig

Terra Romanhefte mit Kurzgeschichten von Philip K. Dick
Der Arthur Moewig Verlag hat in Deutschland  sehr früh und in grösstem Umfang Bücher von Philip K. Dick herausgegeben – wobei man die Bezeichnung Bücher hier nicht ganz wörtlich nehmen darf. Nach Semraus Abenteuer im Weltenraum und der bei Pabel erscheinenden Utopia-Reihe hat Moewig in den Jahren 1963-1965 Romane und Geschichten von Dick in Heftform herausgegeben. Bei Moewig hiess diese Reihe Terra Utopische Romane und es sind drei Romane und drei Anthologien von Dick erschienen.

Samstag, 11. April 2015

Bis wohin … und nicht weiter

Als alles auseinanderfiel von Ron Goulart mit einem
Testimonial von Philip K. Dick
Eine sehr aktuelle Erwerbung, die ich sehr lange in meinem Katalog als nicht vorhanden geführt habe, ist Ron Goularts Als alles auseinanderfiel, Goldmann (1973), Nummer 180 in der SF-Reihe. Der direkte Bezug zu Dick ist auf dem Titelbild zu erkennen: Ein – natürlich lobendes – Zitat von Dick, heute sagt man wohl Blurb, auf dem Umschlag: Reines Lesevergnügen, geistreiche Ideen von hohem Niveau sagt Dick. Und so wenig ein Satz von Dick in einem Buch von 159 Seiten ist, fand ich es doch sammelwürdig, allerdings in der Kategorie Kuriosa.
Woher kommt dieses Zitat? Ganz genau kann ich es leider nicht lokalisieren, aber Dick und Goulart kannten sich recht gut. Goulart, Jahrgang 1930, hat 1951 an Schreibkursen bei Anthony Boucher in Berkeley teilgenommen. Zur gleichen Zeit nahm auch Dick an diesen Kursen teil, motiviert von seiner Mutter, die ebenfalls an diesen Kursen teilnahm. Später schickte er dann seine Frau Kleo, die Notizen für ihn machte. Boucher motivierte Dick auch dazu eher „Fantasy“ zu schreiben, nicht Mainstream, und er war dann auch der erste, der eine Geschichte für seine Zeitschrift The Magazine of Fantasy and Science Fiction kaufte: Roog [SutinD94, Seite 114]. Später schrieb Dick, gemeinsam mit einigen anderen grossen Namen aus der Szene, in Bouchers Magazin seinen Nachruf: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, August 1968.