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Samstag, 20. Juni 2020

Fast identische Simulacra

Philip K. Dicks Simulacra, 1. (links) und 2. Auflage mit identischem
Umschlagbild
Dieser Blog ist über das Sammeln und so gab es und gibt es hier hin- und wieder auch Beiträge, die dem Aussenstehenden, dem nicht-Sammelnden, ein wenig zu speziell erscheinen mögen. Dieses mal geht es um die zwei Auflagen der deutschen Erstausgabe von Simulacra.
Die amerikanische Erstausgabe von Philip K. Dicks The Simulacra erschien, wie so viele der frühen Werke von Dick, im bei Ace Books, Simulacra im August 1964 mit einem wunderbaren Titelbild von Ed Emshwiller. Im Dezember 1978 folgte dann beim Knaur Verlag die deutsche Erstausgabe in der Science Fiction Reihe mit der Verlagsnummer 708, übersetzt von Uwe Anton. Eine zweite Auflage folgt im April 1980. Die beiden Auflagen von Simulacra blieben der einzige Beitrag von Knaur von und zu Philip K. Dick in Deutschland.

Samstag, 4. März 2017

Ungarisch

Die Spuren der ersten Veröffentlichung von Philip K. Dick in Ungarn führen – wie dort wohl vieles in der Zeit – zurück in die Sowjetunion. Dort erscheint im April 1958 in der populären Wochenzeitschrift Ogonek die Kurzgeschichte Der Bunker [Foster, You're Dead] als erste russische Übersetzung von Dick, mehr dazu gab es schon hier im Blog.
Übersetzung von Der Bunker in der Nummer 82 der
rumänischen Zeitschrift Colecția de Povestiri
Stiințifico-Fantastice
(1958), mit dem Hinweis
aus der Zeitschrift Ogonek; Autor: „Philip C. Dick“ [sic!]
Im gleichen Jahr wurde diese Geschichte von Dick, zusammen mit Robert A. Heinleins The Long Watch, in der Nummer 82 der rumänischen Reihe Colecția de Povestiri Stiințifico-Fantastice (CPSF) veröffentlicht. Diese Reihe wurde seit 1956 unter dem Titel Tudományos-Fantasztikus Elbeszélések (TFE bzw. „Science-Fiction Geschichten“) auch in Ungarn verlegt. So erschien Der Bunker dort 1959, wohl im Juli, in der Ausgabe 73 mit dem Titel Két amerikai elbeszélés („zwei amerikanische Erzählungen“). In Ungarn wurde die Reihe offenbar nach der Nummer 80 im selben Jahr verboten. Die rumänische CPSF lief bis 1974 und wurde 1990 neu gegründet.
Die Übernahme aus der sowjetischen Zeitschrift Ogonek vermied natürlich Probleme, die in einem Ostblockstaat sonst durch den Abdruck eines amerikanischen Schriftstellers in einer Hochphase des kalten Krieges entstehen konnten.