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Samstag, 14. Februar 2026

Krautmusik

V
or einiger Zeit begann ich, systematisch Zeitungsmeldungen nach Erwähnungen von Philip K. Dick zu durchsuchen. Dabei gelang es mir, erstmals die vermutlich früheste Notiz von ihm in einer Zeitung finden: eine kurze Meldung über den Besuch des neunjährigen Philip auf einer Bibliothekstagung. Eine weitere frühe Quelle findet sich im Aufgebot seiner zweiten Ehe im Juni 1950. Es fanden sich auch einige Leserbriefe von ihm, z. B. zu einer Musikkritik von 1953.

Samstag, 30. März 2024

Letters of Note

Mal wieder eine Überraschung, eine kleine Überraschung, aber jede Überraschung ist hier doch eine grosse Überraschung: Ein Stück von Philip K. Dick in einer deutschen Publikation! Fast zehn Jahre hat sich das diesem Blog entzogen, aber irgendwann … kriegen wir sie alle.
Ein Buch mit Briefen - das ist Hardcore
Letters of Note - Briefe, die die Welt bedeuten:
manchmal auch für den Fan von Philip K. Dick
Schon 2009 hat Shaun Usher die brillante Idee für einen Blog mit dem Thema Letters of Note – Briefe, die irgendwie erwähnenswert sind. Die Website war sehr erfolgreich, 2013 folgte das erste Buch mit den ersten 125 Briefen bei Canongate Books mit dem (später geänderten) Untertitel Correspondence Deserving of a Wider Audience.
Heyne folgte schon 2014 mit einer deutschen Übersetzung. Und einer dieser ersten 125 Briefe ist von Philip K. Dick: er berichtet Jeff Walker von seiner Begeisterung über den Ausschnitt von Blade Runner, den er in einer Sendung im Fernsehen gesehen hat.
Jeff Walker arbeitete als Marketing Experte für die Produktionsfirma und betreute Dick, der sich vorher sehr negativ über das Filmprojekt geäussert hatte: er sollte den schwierigen Autoren „einfangen“.
Den Brief hat Dick am 11. Oktober 1981 geschrieben. Im November wurde er dann zu einer exklusiven 20-minütigen Vorführung eingeladen, wo er auch Ridley Scott traf. Die Bilder, die Dick dort gesehen hat, haben ihn sehr begeistert und er hat sich überschwänglich darüber geäussert. Dick war dort mit Maer Wilson, die sich in ihrem Buch über Dick auch auch darüber geäussert hat, man kann das im Netz nachlesen – und hier im Blog mehr über Maer Wilson und ihr Buch. 

Samstag, 30. Januar 2021

In der Endzone

Thomas M. Disch ist einer der Namen, der im Umfeld von Philip K. Dick immer wieder fällt. Disch war etwas jünger als Dick und ist bekannt für seine Science Fiction, war aber in vielen anderen Formen und Genres aktiv.
In der Sammlung ist jetzt ein Gedichtband von „Tom Disch“, unter diesem Namen hat er seine Gedichte veröffentlicht: EndzoneLetzte Gedichte, herausgebracht vom Mitteldeutschen Verlag im Jahr 2018.
Endzone von Thomas M. Disch, enthält einen Brief von Philip K. Dick

Samstag, 23. Januar 2021

The Nation

Sehr zufällig und der Arbeit eines gewissenhaften Antiquars geschuldet, ist mir diese frühe Veröffentlichung von Philip K. Dick über den Weg gelaufen: Ein Leserbrief an 
Ein Leserbrief von Philip K. Dick:
Olivier and the Beggar
The Nation
, einem amerikanischen Wochenmagazin, in der Ausgabe vom 3. Oktober 1953.
Dick hat Einwände zu der einige Wochen vorher erschienen Kritik des Films The Beggar's Opera [Die Bettleroper, 1953] mit Laurence Olivier in der Besetzung. Für Oper und allgemein klassische Musik hat sich Dick lebenslang, von früher Jugend an, begeistert. Einen weiteren „Philip K. Dick“ als Leser einer links-liberalen Zeitschrift mit Interesse an dieser Art von Musik wird es in Berkeley 1953 nicht gegeben haben, daher meine feste Überzeugung, dass man hier auch von dem Philip K. Dick liest.
The Nation galt in den 50ern als „pro-kommunistisch“ und war aus einigen Bibliotheken verbannt, Dick hat das (natürlich) nicht davon abgehalten, es zu lesen. Dem Kritiker der Zeitschrift ist das Werk zu seicht, Dick findet das er die Oper in ihrer Tiefe nicht verstanden hat. Dem Journalisten einer (pro-)kommunistischen Publikation hätte der gesellschaftspolitische Aspekte der Bettleroper auch nicht entgehen dürfen, er ist also entweder schlecht geschult oder nicht linientreu. Als links-liberal gilt The Nation noch heute (und damit vermutlich einigen Amerikanern weiterhin als kommunistisch).
Rätselhaft ist für mich, wie der Antiquar diesen Brief gefunden hat. Die Ausgabe unter dem Autoren Philip K. Dick anzubieten, ist schlüssig, Dick verkauft sich gut, aber woher hat er gewusst, dass diese Ausgabe einen Beitrag von Dick enthält? Ich bin auf jeden Fall dankbar für das Angebot, auch wenn ich die Ausgabe nicht gekauft habe – und die Ausgabe einer Wochenzeitschrift von 1953 wird nur sehr schwer noch einmal zu finden sein, ich war also wirklich sehr versucht, zuzuschlagen, musste aber Prioritäten setzen.

Samstag, 12. Oktober 2019

Anhang - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch

Ich hoffe, dass ich dem deutschen Philip K. Dick Universum mit diesem Blogeintrag einen winzigen Baustein hinzufügen kann. Das ist für mich bemerkenswert, weil es die eigentliche Rechtfertigung für die Sammlung ist: eine solide Basis als Quelle für weitere Erkenntnisse zu sein. Und das ist hiermit (vielleicht) erstmalig dokumentiert.
Umschlagbild von Klaus Dill
Das Umschlagbild von Klaus Dill zu Die drei Stigmata des Palmer Eldritch, Haffmans (1997)

Samstag, 27. Januar 2018

Die Widmungen

Viele der Bücher von Philip K. Dick sind naturgemäss Personen gewidmet, die Dick nahe gestanden haben. Von den deutschen Ausgaben trägt nur etwa ein Viertel eine Widmung – in einigen Fällen ist diese literarische Zueignung bei der Übersetzung einfach verloren gegangen, häufig hat auch das Original keine Widmung.

Samstag, 3. Juni 2017

Dick, Lem und Rottensteiner: Ubik

Wer sich im deutschen Sprachraum mit Philip K. Dick beschäftigt – oder überhaupt irgendwie mit Science Fiction – dem wird auch Franz Rottensteiner begegnen. Für mich verbindet sich der Name Rottensteiner mit dem Suhrkamp Verlag, wo er von 1980 bis 1998 die bekannte lila Taschenbuchreihe Die Phantastische Bibliothek betreute, in der 1977 auch erstmals Dicks Meisterstück Ubik auf Deutsch erschienen ist. LSD-Astronauten (1971) und Mozart für Marsianer (1973) waren vorher von Rottensteiner bereits in der Reihe Science Fiction der Welt bei Insel publiziert worden.
Der Widerstand der Materie. Ausgewählte Briefe, erschienen bei Parthas (2008), enthält
neben anderen auch einige Briefe von Stanislaw Lem an Philip K. Dick

Samstag, 16. Januar 2016

Neues Altes - Science Fiction Times

Science Fiction Times 134 von 1974
mit einem Cover von Helmut Wenske
Aktuelle Rechercheergebnisse haben zum Kauf von zwei weiteren Ausgaben der Science Fiction Times geführt – und jetzt sind sie da. Kein Katalog ist je vollständig und es kann sich oft lohnen, alte Quellen noch einmal neu durchzusehen und so habe ich in der ausserordentlich umfassenden Bibliographie deutschsprachiger SF-Stories und Bücher, Usenet-Statistiken, Usenet-Archive und mehr noch zwei relevant Artikel von Dick selbst gefunden, die mir vorher völlig entgangen waren oder erst später hinzugefügt wurden.
Zuerst ist dies in Ausgabe 134 von 1974 Die Nixon-Bande, ein Artikel im englischen Original, der ursprünglich im Bruce Gillespies SF Commentary 39 (1973) in Australien erschienen ist und später noch einmal in der PKDS Newletter 17 (1988) unter dem Titel The Nixon Crowd. Auch in Deutschland hat Uwe Anton ihn 1976 noch einmal in die Philip K. Dick: Materialien aufgenommen.
Dann findet sich in der Science Fiction Times 137 (1975) ein Leserbrief von Philip K. Dick selbst, ebenfalls im englischen Original, in dem er sich über das Erscheinen von Die Nixon-Bande in der SFT freut und ihn in Beziehung zu seinem (damals) aktuellen Roman Flow my Tears, the Policeman Said bringt, der 1977 dann als Eine andere Welt auch bei Heyne in Deutschland erscheint.

Samstag, 22. August 2015

1, 2, 3, 4, 5

Philip K. Dick war fünf Mal verheiratet. Interessant wäre es sicher auch (gewesen?), seine erste Frau zu finden, Jeanette Marlin, mit der er 1949 nur ein halbes Jahr zusammengelebt hat. Sie ist für seine Biographen nicht aufzufinden gewesen; die beste Behandlung des Themas findet sich wohl durch Frank Hollander in PKD Otaku #26.
Zwei Bücher über Philip K. Dick von Tessa Dick
Die vier anderen Ehefrauen von Dick sind noch aufzufinden, zwei von ihnen haben auch über ihren Ex-Mann veröffentlicht.
Zum einen ist das Tessa Dick, seine letzte Ehefrau, die verschiedene Bücher bei CreateSpace, d.h. im Selbstverlag bei Amazon, herausgebracht hat. In der Regel zähle ich Print-on-Demand nicht zu den sammelbaren Büchern, bei Tessa Dick mache ich eine Ausnahme. 
Nicht mehr alle ihrer Bücher sind noch erhältlich, aus verschiedenen Gründen. Und nicht alle Bücher haben (viel) mit ihrem Ex-Mann zu tun. Auf jeden Fall interessant und noch erhältlich sind Remembering Firebright (2009) und Firebright and the Edge of Reality (2011), von denen es offenbar verschiedene Versionen gibt - und selbst Amazon kann diese Varianten wirklich gut erklären. 
Verschiedene Briefe von Tessa Dick sind auch in der Philip K. Dick Society (PKDS) Newsletter veröffentlicht.

Samstag, 2. Mai 2015

Illuminaten, Strahlen, Chemie und anderes

In den letzten Wochen gab es zwei Zugänge in meiner Sammlung, die etwas anders sind; obwohl nicht wirklich im Zentrum der Sammlung, gibt es doch eine Abteilung von englischen Büchern und Zeitschriften. Schwierig ist das Sammeln in diesem Bereich, weil das Angebot in Deutschland recht klein ist – und von den USA, wo das Angebot (zumindest zunächst) gewaltig ist, trennen uns die („neuen“) Portokosten. Daher ist es umso schöner, wenn man etwas in Deutschland finden kann. Diese beiden Fundstücke sind mir in der Bucht in die Netze bzw. die feeds gegangen. Man darf dann nicht zögern, weil sich so etwas in diesem Teil der Welt so schnell nicht wieder zeigen wird...
Steamshovel Press, Nummer 8 (1993)
Der erste Fang war also Ausgabe Number Eight 1993 eines US-Magazins zu offenbar jeder Art von Verschwörungstheorie, Steamshovel Press. Das Magazin ist auf Zeitungspapier gedruckt und geheftet (Achtung, Rost!), die Vorder- und Rückseite sind zweifarbig bedruckt. Enthalten ist der vierseitige Artikel Phillip K. Dick and the Illuminati [sic] - auf der Titelseite stimmt die Rechtschreibung von Dicks Vornamen aber - von Jay Katz. Es geht um Dicks Pink Beam Erlebnisse und nachfolgend Valis als Beleg für geheime Informationsübertragungen und erscheint mir – erwartungsgemäss – etwas verworren. Nun ja. Es handelt sich um einen Vorabdruck aus Katz' Buch Saucers of the Illuminati von 1999. Es ist unklar, ob sich in dem Buch mehr zu bzw. eher von Dick findet; inhaltlich ist es vielleicht weniger relevant. Ein nettes Stück für die Sammlung ist es aber, finde ich, auch wenn der Zustand nur mässig ist (ich hatte das Preisschild nicht gesehen, hätte es aber wohl trotzdem gekauft).