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Samstag, 12. Oktober 2024

Hochzeitstag (II.)

Philip K. Dick war fünfmal verheiratet. Das hinterlässt Spuren: in der Oakland Tribune vom 15. Juni 1950 findet sich das Aufgebot von Dicks zweiter Ehe, er heiratet die 19-Jährige Kleo Apostolides.
Geheiratet haben Apostolides und Dick tatsächlich schon am 14. Juni, offenbar haben sie das Aufgebot (license) unmittelbar vor der Hochzeit bestellt, das ist in den USA nicht unüblich. Die beiden sind neun Jahre verheiratet, das ist länger als Dicks andere Ehen halten. Und Dick beginnt seine schriftstellerische Karriere in dieser Zeit.
Der sechste Eintrag in der Spalte Licenses Issued: DICKAPOSTOLIDES
Scan ist Courtesy of the California Digital Newspaper Collection, Center for Bibliographic Studies and Research, University of California, Riverside, http://cdnc.ucr.edu

Samstag, 3. August 2024

Taiwan - Nicht einfach

Die Fahne von Taiwan über Chinatown in San Francisco im August 2024
Taiwans Fahne im Wind
Keine spektakuläre Erweiterung der Sammlung, aber eine kleine Lücke konnte der aktuelle Neuzugang einer Ausgabe von Ubik doch schliessen: 尤比克 heisst das Buch vom Verlag Lonely bzw. von 寂寞出版股份有限公司 in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan.
Auf kurz oder lang
Ubik in Kurzschrift (links) und aus Taiwan in Langzeichen: tatsächlich

Samstag, 2. September 2023

Barbie, das Ewig-Weibliche

Was soll's?
Alle sprechen über Barbie. Also tun wir's auch: Und natürlich gibt es im Werk von Philip K. Dick auch einen Bezug zu Barbie  und es gibt auch (mehr als) einen deutschen Bezug. Also auf zur kulturellen Achterbahn.
1832 wird, kurz nach dem Tod des Autoren, das Stück Faust. Der Tragödie zweiter Teil. veröffentlicht. Es endet mit den vielzitierten Worten
Das Unbeschreibliche
Hier ist es gethan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.
1952 erfindet Reinhard Beuthien die Comic-Figur Bild-Lilli für die deutsche Bild-Zeitung. Ab 1955 wird die Bild-Lilli Puppe – recht teuer! – an (zuerst) Erwachsene verkauft; zusätzlich wird diverses Zubehör angeboten. Sehr schnell gibt es billige chinesische Kopien.
1956 entdeckt Ruth Handler die Puppe in der Schweiz für den Spielzeughersteller Mattel, der sie 1959 auf den US-Markt bringt. Der Comic in der Bild endet 1961, die Bild-Lilli Puppe 1964, als Mattel die Vermarktungsrechte kauft. Benannt ist Barbie, die eigentlich Barbara Millicent Roberts heisst, nach der Tochter von Handler; Barbies Freund, Kenneth „Ken“ Sean Carson ist nach ihrem Sohn benannt - ein ungesunder Start für die beiden, die Folgen sind bekannt.

Samstag, 5. Oktober 2019

Theatralisches - Noch mehr Zeit aus den Fugen

Noch mehr Zeit aus den Fugen – wer will das wissen? Aber es gibt noch ein paar Dinge nachzutragen … und wer will überhaupt wissen, was hier geschrieben wird?
Der vorigen Blogeintrag zum Stück erwähnt (und zeigt) das Programm, es gibt aber ein paar Details hinzuzufügen.
Lückentext: Zum Autor
Die kurze Einführung Zum Autor (Seite 10 bis 11) ist ein Lückentext: alle Werktitel sind weggelassen - man kann spekulieren, dass die Titel ursprünglich irgendwie abgesetzt sind, durch einen speziellen Zeichensatz, den der Drucker dann aber nicht installiert hatte ... oder irgendein ähnliches technisches Problem. Nun ja, nur eine Fussnote im Kapitel Pleiten, Pech und Pannen, denn der erfahrene Leser kann die fehlenden Titel leicht einsetzen.
Im Programm folgt Wachen Sie auf, Mr. Gumm!, ein sehr schöner Text der Dramaturgin Johanna Vater, die gemeinsam mit der Regisseurin Laura Linnenbaum den Text des Stückes geschrieben hat, der, wie erwähnt, sehr nah am Original ist (und bei der Kritik daher nicht so gut ankommt, insgesamt waren die Kritiken eher verhalten). Es gibt natürlich Kürzungen und Umstellungen gegenüber dem Originaltext und das Ende, die Flucht, ist komplett durch einen – sehr kurzen – Abschluss ersetzt, der auf die aktuelle politische Situation – der Gestaltungsraum des einzelnen, Fake News – Bezug nimmt. Abgeschlossen wird das Programm von einer Doppelseite zum Regieteam.

Samstag, 2. Februar 2019

Ein Neuer Stern für PKD

Ein NEUER STERN für Philip K. Dick
Ein NEUER STERN für Philip K. Dick - ein Rundbrief
an die Freunde des ASFC Halle
Kurz vor Weihnachten, fast noch pünktlich zum 90. Geburtstag von Philip K. Dick, erreichte mich von einem Leser dieses Blogs der Hinweis auf ein Fanzine, dessen aktuelle Ausgabe Dick zu seinem Ehrentag würdigt. Der NEUE STERN erscheint schon in der 45. Nummer, der Titel ist also nicht ursächlich passend zur Weihnachtszeit gewählt, sondern ein etwa monatlicher, informeller Rundbrief des ANDROMEDA Science Fiction Clubs Halle (ASFC), komponiert von Thomas Hofmann. Er hat auch das mehr als semi-professionelle Cover beigesteuert (und vermutlich die graphischen Innengestaltung). Formal erinnert auch bei diesem Heft nichts mehr an die hektographierten Fanzines früherer Tage. Hofmann hat auch in anderen Magazinen der Szene seine Zeichnungen beigesteuert, die in der Sammlung zu finden sind, Alien Contact, Exodus und anderen.
Und auch inhaltlich finden wir einige Perlen. Dieser Mann ist leider tot ist – in ihrer Kürze – eine gute Einführung zu Dick und seinem Werk – und wie in praktisch jedem anderen Text wird zwischen Person und Werk nicht getrennt, Dicks Lebensumstände – fünf Ehefrauen, fast immer (zu) wenig Geld – müssen genannt werden, um sein Werk in den richtigen Rahmen zu stellen, natürlich.

Samstag, 28. April 2018

Limited Edition

Ein Ted Naifeh Cover für The Man in the High Castle
The Man in the High Castle von Philip K. Dick
in der limited edition Comic-Con Ausgabe
Beim Sammeln geht es meist um alte Dinge, Dinge, die es, weil sie alt sind, nur selten gibt. Aktuelle Ausgaben von Büchern spielen da oft eine untergeordnete Rolle (dieser Blog beobachtet und bespricht aber auch die deutschen Neuerscheinungen von Philip K. Dicks Büchern genau, zumal sie auch selten genug sind).
Aktuelle Ausgaben, die das Interesse des Sammlers wecken, sind in der Regel die teuren Sammlerausgaben, in der letzten Zeit sind das die beiden Folio-Ausgaben und vorher vielleicht die Collected Stories von Subterranean. Eine relativ aktuelle Ausgabe, die bisher aber relativ unbeachtet geblieben ist, ist die limited edition 2015 von The Man in the High Castle. Diese Ausgabe war nicht frei verkäuflich, sondern wurde auf der San Diego Comic-Con 2015 (9. bis 12. Juli) bei der Premiere der gleichnamigen Amazon-Serie an die Besucher verteilt, vermutlich auch auf der folgenden New Yorker Comic-Con im Oktober. Solche Werbeartikel erreichen natürlich dann doch den Markt – und dort auch wegen ihrer Exklusivität meist hohe Preise. Das kann man auch von dieser Ausgabe erwarten, oft gezeigt hat sie sich tatsächlich noch nicht, daher lässt sich das Preisniveau auch nicht einschätzen. Die Ausgabe ist recht aufwändig gestaltet – Amazon hat ein eigenes Cover spendiert. Der renommierte Comiczeichner Edward Ted Naifeh hat das Cover gestaltet. Auf dem Cover hält die Hand Hawthorne Abendsens Buch im Buch The Grashopper Lies Heavy, auf anderen Darstellungen Naifehs ist das eine Filmrolle – entsprechend der Amazon-Serie. Diese anderen Motive wurden auf der Comic-Con als Poster und Drucke verteilt.

Samstag, 3. Februar 2018

Dedication

Der vorige Blogeintrag zu den Widmungen in den deutschen Werken von Philip K. Dick hat bei mir zu weiteren Nachforschungen geführt, deren Ergebnisse ich hier auch festhalten möchte. Es geht hier nicht um deutsche Widmungen, sondern um die englischen Originale.
Nicht alle Widmungen haben es aus dem Englischen ins Deutsche geschafft und diese verlorenen Widmungen sollen hier betrachtet werden – vorbehaltlich der Tatsache, dass meine Sammlung hier möglicherweise nicht ganz vollständig ist.
Da ist zunächst To Eph Konigsberg who talked fast and talked very well in The World Jones Made. Die frühen deutschen Ausgaben bei Goldmann, wo der Roman als Die seltsame Welt des Mr. Jones zuerst herausgekommen ist, waren insgesamt etwas lieblos und haben auch die Widmungen nicht übernommen. Der genannte Eph Konigsberg war im Fandom sehr aktiv, man kann annehmen, dass er mit Dick in Kontakt stand; sein Nachruf findet sich auch im Netz.
Widmung an Stanley G. Weinbaum im Roman Deus Irae
Die Widmung in Deus Irae (Doubleday, 1976) ist This novel, in loving memory, is dedicated to Stanley G. Weinbaum, for his having given the world his story 'A Martinan Odyssee'. In der (einzigen) deutschen Ausgabe Der Gott des Zorns fehlt diese Widmung und die Ausgabe ist insgesamt gekürzt, es fehlt auch regulärer Text. Nun ja.
Stanley Weinbaums Kurzgeschichte A Martinan Odyssee heisst in der deutschen Übersetzung Mars-Odyssee und ist nach der deutschen Erstausgabe von 1970 im gleichnamige Band bei Heyne in der Serie Science Fiction Classics erschienen – und dann noch ein halbes Dutzend mal. Sie wurde auch recht früh in der DDR, in der Anthologie Der Diamantenmacher bei Neues Leben (1972) publiziert. Die Geschichte gilt als eine der besten Science Fiction Kurzgeschichten überhaupt.

Samstag, 27. Januar 2018

Die Widmungen

Viele der Bücher von Philip K. Dick sind naturgemäss Personen gewidmet, die Dick nahe gestanden haben. Von den deutschen Ausgaben trägt nur etwa ein Viertel eine Widmung – in einigen Fällen ist diese literarische Zueignung bei der Übersetzung einfach verloren gegangen, häufig hat auch das Original keine Widmung.

Samstag, 25. Februar 2017

Noch mehr Fischer ... 2017

The Man in the High Castle – Das Orakel vom Berge,
die neueste Ausgabe von Philip K. Dick bei Fischer (2017)
Ein wenig unerwartet gibt der Fischer Verlag auch im Jahre 2017 wieder neue Ausgaben von Büchern von Philip K. Dick heraus.
Zunächst hatte der Verlag neuere Exemplare der 2014er Ausgabe von Das Orakel vom Berge mit einem grossflächigen Aufkleber auf den Markt gebracht, der auf den Zusammenhang mit Amazon Serie The Man in the High Castle hinwies, die auf dem Roman basiert. Jetzt ist eine neue Taschenbuchausgabe mit eben diesem Titel erschienen: The Man in the High Castle. Der ursprüngliche deutsche Titel Das Orakel vom Berge erscheint noch als Untertitel. Nicht nur im Titel, auch bei der Umschlaggestaltung knüpft das Buch an die Serie an. Leider erfahren wir über den Gestalter des (im Unterschied zur Klassik-Reihe wirklich ansprechenden) Umschlags nur den Namen „www.buerosued.de“. Wahrscheinlich ist auch Design jetzt Teamarbeit, was auch immer das bedeutet.

Samstag, 19. November 2016

Verschworen

Michael Jackson auf dem Cover der "Fortean Times"
Fortean Times 258 vom Februar 2010:
The World's Weirdest News Stories
Die britische Zeitschrift Fortean Times enthält in ihrer Ausgabe 258 vom Februar 2010 den Artikel The Strange Tale of Solarcon-6. Es geht um Briefe von Philip K. Dick an das FBI bezüglich einer (oder auch mehrerer) Neo-Nazi-Verschwörungen, in die auch angeblich auch Dicks Kollege, der Schriftsteller Thomas Disch, verwickelt sein solle. Tatsächlich ist der Artikel wohl ein Auszug aus einem Buch, nämlich From Government Files and the Paranormal, geschrieben von Nick Redfern. Die Geschichte an sich ist nicht neu und vielfach debattiert worden, ungewöhnlich ist, dass Dicks Aussagen hier ernst genommen werden. Das darf bei diesem Medium, der Zeitschrift Fortean Times, allerdings nicht wundern – heisst fortean doch unerklärlich und fortean phenomena sind die unerklärlichen Phänomene der Parawissenschaften.
Sonst wird eher Dicks Fehlverhalten gegenüber Thomas M. Disch diskutiert, auch wenn die Briefe wohl keine Auswirkungen hatten. In Dischs letztem RomanThe Word of God, der kurz nach seinem tragischen Tod herausgekommen ist, taucht auch sehr prominent Philip K. Dick als Figur auf – er befindet sich in der Hölle. Und so ist der Roman  auch ein Stück recursive literature. Publiziert ist das Buch 2008 beim Kleinverlag Tachyon, dort hat später auch Anne Dicks The Search for Philip K. Dick einen Platz gefunden.

Samstag, 22. August 2015

1, 2, 3, 4, 5

Philip K. Dick war fünf Mal verheiratet. Interessant wäre es sicher auch (gewesen?), seine erste Frau zu finden, Jeanette Marlin, mit der er 1949 nur ein halbes Jahr zusammengelebt hat. Sie ist für seine Biographen nicht aufzufinden gewesen; die beste Behandlung des Themas findet sich wohl durch Frank Hollander in PKD Otaku #26.
Zwei Bücher über Philip K. Dick von Tessa Dick
Die vier anderen Ehefrauen von Dick sind noch aufzufinden, zwei von ihnen haben auch über ihren Ex-Mann veröffentlicht.
Zum einen ist das Tessa Dick, seine letzte Ehefrau, die verschiedene Bücher bei CreateSpace, d.h. im Selbstverlag bei Amazon, herausgebracht hat. In der Regel zähle ich Print-on-Demand nicht zu den sammelbaren Büchern, bei Tessa Dick mache ich eine Ausnahme. 
Nicht mehr alle ihrer Bücher sind noch erhältlich, aus verschiedenen Gründen. Und nicht alle Bücher haben (viel) mit ihrem Ex-Mann zu tun. Auf jeden Fall interessant und noch erhältlich sind Remembering Firebright (2009) und Firebright and the Edge of Reality (2011), von denen es offenbar verschiedene Versionen gibt - und selbst Amazon kann diese Varianten wirklich gut erklären. 
Verschiedene Briefe von Tessa Dick sind auch in der Philip K. Dick Society (PKDS) Newsletter veröffentlicht.