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Samstag, 5. Juli 2025

Ein echtes Mängelexemplar

Fünf Ausgaben von Suhrkamps "Ubik"
1., 2., ... 6. Auflage von Ubik - ja, ja, eine fehlt da, aber die würde auch nicht anders aussehen
Wenn man sammelt, wie der Autor dieses Blogs, dann muss man die Bücher, die man kauft, (meist) gar nicht lesen: Man kauft ja immer wieder die gleichen Texte. Bei einem neuen Exemplar liest man ggf. die Paratexte, Vorwort und Nachwort, sonst reicht schon ein Blick ins Impressum und auf den Titel, vielleicht noch auf die Widmung.

Samstag, 15. März 2025

Ich lebe und ihr seid tot

Schon im Jahresausblick ausführlich angekündigt wurde das Highlight des Jahres: Ich lebe und ihr seid tot – Die Parallelwelten des Philip K. Dick, die deutsche Übersetzung von Emmanuel Carrère Buch Je suis vivant et vous êtes morts.
Je suis vivant et vous êtes morts
Ich lebe und ihr seid tot – Die Parallelwelten des Philip K. Dick

Samstag, 3. August 2024

Taiwan - Nicht einfach

Die Fahne von Taiwan über Chinatown in San Francisco im August 2024
Taiwans Fahne im Wind
Keine spektakuläre Erweiterung der Sammlung, aber eine kleine Lücke konnte der aktuelle Neuzugang einer Ausgabe von Ubik doch schliessen: 尤比克 heisst das Buch vom Verlag Lonely bzw. von 寂寞出版股份有限公司 in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan.
Auf kurz oder lang
Ubik in Kurzschrift (links) und aus Taiwan in Langzeichen: tatsächlich

Samstag, 1. Juni 2024

Bengali

Vor langer, langer Zeit, als das Internet noch ein wilderer Ort war, hat ein Fan von Philip K. Dick eine Website gebaut, die sammelte, was es zu Philip K. Dick im Netz zu sammeln gab: Biographie, Fotos und natürlich eine umfassende Bibliographie zum Werk unter besonderer Berücksichtigung der Übersetzungen. Im Internet Archive kann man die Seite zu Dicks Romanen noch mit dem Stand von 2004 ansehen und liest dort:
Philip K. Dick novels have been translated into the following 25 languages:
[…]
Bengali
Urdu
[…]
At least one PKD title in each of these languages is currently in print.
Dieser Blog (und dieser Sammler) haben seitdem sehr oft und sehr vergeblich nach Ausgaben in Bengali oder Urdu gesucht und auch nach der Quelle dieser Aussage. Und tatsächlich konnte jetzt ein Teilerfolg erreicht werden: Ein Roman aus Bangladesch hat die Sammlung erreicht: Die Übersetzung von Ubik nach Bengali von 2021, herausgegeben vom Verlag পেপার ভয়েজার , übersetzt Paper Voyager (und unter dem Namen findet man den Verlag auch bei Facebook). Ein weiterer Roman ist 2022 beim selben Verlag erschienen, The Man in the High Castle [Das Orakel vom Berge], dieser konnte der Sammlung leider nicht zugeführt werden, es gab Probleme bei der Bestellabwicklung. Diese Ausgaben erklären jedoch nicht die Nennung von 2004. Man hätte hoffen dürfen, das im Rahmen dieser Neuerscheinungen frühere Übersetzungen auftauchen, das ist (noch?) nicht passiert.
Bengalische Ausgabe von Philip K. Dick
Ubik in Bengali: উবিক

Samstag, 15. April 2023

Nicht nach Drehbuch

Ein sehr wenig beachtetes Werk von Philip K. Dick ist sein Drehbuch zum Roman Ubik. Auf Deutsch ist es unselbstständig veröffentlicht, als Anhang des Romans in der Ausgabe der Philip K. Dick Edition von Heyne (2003). Der Text ist eine Zugabe, mit der uns die Edition regelmässig beschenkt hat, so wie das Vorwort von Sascha Mamczak, in dem er auch kurz auf das Drehbuch eingeht.
Ubik: The Screenplay, englische
Erstausgabe, Corroboree (1985)
Immerhin gibt es eine deutsche Ausgabe. Übersetzt ist Dicks Screenplay sonst nur in drei weitere Sprachen. Zuerst 1998 auf Italienisch mit zumindest einer weiteren Ausgabe im folgenden Jahr. Dann auf Japanisch (2003) und – natürlich – auf (in zwei Ausgaben) Französisch; diese beiden Ausgaben sind erst nach der deutschen erschienen, 2006 und 2014 und das ist bemerkenswert, weil es doch eine sehr direkte französische Beziehung gibt.
Vom englischen Original gibt es, abhängig davon wie man zählt, drei Ausgaben. Die Erstausgabe ist 1985 posthum bei Corroboree, einem kurzlebigen Klein(st)verlag aus Minneapolis erschienen. Ganz offenbar geschah das mit Unterstützung von Paul Williams, der auch eine Einführung beigesteuert hat, zusätzlich zu einem Vorwort von Dicks Freund Tim Powers. Williams war zu dieser Zeit Dicks literary executor und hat einige Werke von Dick veröffentlicht, so die Collected Stories.
Bei Corroboree gibt es neben der normalen Trade Edition von 1.200 Exemplaren eine „signierte“ und auf 50 Exemplare limitierte Luxusausgabe mit eingeklebten Signaturen von alten Schecks, die vermutlich nur durch Williams erhältlich waren. Die Ausgabe ist auch sonst aufwändig gestaltet, u. a. mit vier eingeklebten Farbdrucken.
Erst 2008 folgte eine weitere englische Ausgabe, wieder von einem kleineren Verlag, Subterranean, von dem wir hier im Blog schon die Complete Stories gesehen haben. 1.500 Stück der gebundenen Trade Edition gibt es, dazu 26 Exemplare lettered (für ursprünglich 150 Dollar; heute sind sie … viel teurer). Enthalten ist hier das Vorwort von Powers, leider fehlt das Vorwort von Paul Williams, dafür gibt es ein Nachwort vom Science Fiction Schriftsteller Tad Williams.

Samstag, 5. November 2022

Lost in Translation: Kennwort Ubik

Ein älterer Blogeintrag erwähnt Dicks Misstrauen gegenüber der deutschen Übersetzung von The Man in the High Castle. Weitere Recherchen dazu haben mich zu Dicks Aufsatz How to Build a Universe That Doesn't Fall Apart Two Days Later von 1978 geführt. Dicks Biograph Lawrence Sutin schreibt in seinem Standardwerk The Shifting Realities of Philip K. Dick, dass der Text als Rede geschrieben sei, die vermutlich nie gehalten wurde. In dieser Rede berichtet Dick von einem anderen deutschen Übersetzungsproblem. Es heisst in der Rede, gegen Ende (fett jeweils von mir):

If any of you have read my novel Ubik, you know that the mysterious entity or mind or force called Ubik starts out as a series of cheap and vulgar commercials and winds up saying:
I am Ubik. Before the universe was I am. I made the suns. I made the worlds. I created the lives and the places they inhabit; I move them here, I put them there. They go as I say, they do as I tell them. I am the word and my name is never spoken, the name which no one knows. I am called Ubik but that is not my name. 
I am. I shall always be. It is obvious from this who and what Ubik is; it specifically says that it is the word, which is to say, the Logos. In the German translation, there is one of the most wonderful lapses of correct understanding that I have ever come across; God help us if the man who translated my novel Ubik into German were to do a translation from the koine Greek into German of the New Testament. He did all right until he got to the sentence "I am the word." That puzzled him. What can the author mean by that? he must have asked himself, obviously never having come across the Logos doctrine. So he did as good a job of translation as possible. In the German edition, the Absolute Entity that made the suns, made the worlds, created the lives and the places they inhabit, says of itself: 
I am the brand name.
Had he translated the Gospel according to Saint John, I suppose it would have come out as:
When all things began, the brand name already was. The brand name dwelt with God, and what God was, the brand name was.
It would seem that I not only bring you greetings from Disneyland but from Mortimer Snerd. Such is the fate of an author who hoped to include theological themes in his writing. “The brand name, then, was with God at the beginning, and through him all things came to be; no single thing was created without him.” So it goes with noble ambitions. Let’s hope God has a sense of humor.
Or should I say, Let’s hope the brand name has a sense of humor.
Da kommt die deutsche Übersetzung von Ubik an aber nicht gut weg – das ist wirklich böse Schelte, zumindest für diese eine (wichtige) Stelle. Der „Mann“, der da so versagt hat, ist Renate Laux, deren Übersetzung von Ubik im Jahr zuvor, 1977, bei Suhrkamp erschienen ist. Vermutlich hatte Dick die Ausgabe nicht lange zuvor in der Hand und seine Emotionen haben direkt Eingang in sein Essay gefunden.
Ubik (von links):1. Auflage Suhrkamp (1977), 5. Auflage Heyne (2003) und 1. Auflage Fischer (2014)  

Samstag, 4. Juni 2022

Grosses aus England

Ulverscroft ist ein Verlag aus Leicester, einer der ältesten, von Städte Englands aus römischer Zeit. Und dieser Verlag bietet drei Bücher von Philip K. Dick.
Aufgetaucht sind die drei Bände schon vor einigen Jahren an den üblichen Orten, auch bei Amazon. Leider waren sie dort nicht (nie!) lieferbar und diverse, auch energische Beschaffungsversuche bei verschiedenen Anbietern schlugen fehl. Auch deutsche Fachhändler, sogar solche, die auf Bibliotheksbedarfe spezialisiert sind, waren nicht in der Lage, die Bücher zu besorgen, denn es handelt sich hier um Bücher, die (eher) für Bibliotheken produziert werden als für Privatkunden.
Philip K. Dick bei Ulverscroft
Electric Dreams, Do Androids Dream of Electric Sheep? und Ubik von Ulverscroft

Samstag, 8. August 2020

Big Things

Philip K. Dick: "Ubik", G. K. Hall (2001)
Eine eher seltene Ausgabe von Philip K. Dicks Ubik
Ohne viel Bezug zu den deutschen Ausgaben von Philip K. Dick, aber für mich ein weiteres Glanzstück in der Sammlung ist Ubik. Bei dieser Ausgabe handelt es sich um eine etwas andere Art Buch, eine Grossdruckausgabe, im Englischen large print. Grossdruckausgaben richten sich meist an Menschen mit Problemen beim Wahrnehmen von Schrift, also mit einer stärkeren Beeinträchtigung des Sehens. Mein Eindruck ist, dass es im angelsächsischen Raum mehr solche Grossdruckbücher gibt als im Deutschen, aber das ist zugegebenermassen eine sehr subjektive Einschätzung. Zu Ausgaben in Punktschrift gibt es in diesem Blog bereits einen schönen Eintrag.
Diese Ausgabe von Ubik ist eine von vier, die der auf solche Bücher spezialisierte US-amerikanische Verlag G. K. Hall 2001 und 2002 herausgebracht hat. Ausser Ubik ist 2001 das unvermeidliche Do Androids Dream of Electric Sheep? herausgekommen, 2002 publizierte der Verlag Flow My Tears, the Policeman Said und The Three Stigmata of Palmer Eldritch; eine erstklassige Auswahl! Es handelt sich um ein Hardcover mit Schutzumschlag, der Umschlag des Buches zeigt das gleiche Motiv. Im Netz wird als Verlag auch oft Thorndike genannt, ein Imprint von G. K. Hall., das auf Grossdruck spezialisiert ist, sowie auf die Thorndike Press Large Print Science Fiction Series. Zumindest in diesem Buch findet sich kein Verweis auf Thorndike.

Samstag, 6. Juni 2020

Koreanisch

Nach längerer Zeit habe ich mich wieder den Übersetzungen zugewandt und konnte einer relativ günstige Gelegenheit nicht widerstehen: einer koreanische Ausgabe von Philip K. Dick bzw. 필립 K. 딕.
Ein Paket aus Korea
Die erste koreanische Ausgabe von Dick war – natürlich – Do Androids Dream of Electric Sheep? – natürlich – unter dem Titel Blade Runner bzw. 블레이드 러너. Und das erst im Jahre 1993. Allerdings gilt für alle Angaben in diesem Text, dass sie ausschliesslich im Internet recherchiert sind, mit der freundlichen Hilfe von Googles Übersetzer, der sich mit Koreanisch etwas schwer tut. Ich kann – natürlich – kein Koreanisch lesen und ich habe keine gute umfängliche Informationsquelle finden können; häufig finden sich sonst Fan-Seiten oder wenigstens allgemeine Science Fiction Seiten, die umfassende Listen der Bücher von Dick zur Verfügung stellen, in Südkorea ist das nicht der Fall. Meine Angaben sind hier also überdurchschnittlich unzuverlässig. Und es geht in diesem Artikel immer nur um Südkorea, man sollte wohl auch keine Ausgaben von Dick in Nordkorea erwarten.

Samstag, 25. Mai 2019

Danke, Roxana!

Was soll ich sagen? Zu meiner Entschuldigung möge man sich einfach die Bilder angucken. Und obwohl sie dem Buch nur bedingt gerecht werden, ist die Qualität dieser schönen Ausgabe erkennen.
Es ist also mal wieder soweit, es gibt – seit ganz kurzem – eine weitere schöne Sammlerausgabe von Philip K. Dick bei der Folio Society: Ubik.

Samstag, 9. März 2019

Aus der Asche

Ubik in der Ausgabe von Phoenix (2012)
Erst kürzlich ist mir an einer britischen Ausgabe von Philip K. Dicks Ubik ein Detail aufgefallen, das nur einen Sammler interessieren kann. Der Leser, den das interessiert, muss befürchten, dass in ihm – mehr oder weniger tief – ein Sammler steckt.
Es geht um eine Ausgabe von Phoenix von 2012, ISBN 978-1-78022-037-6. Phoenix ist ein Imprint, also eine Marke, die wie ein eigenständiger Verlag behandelt wird, tatsächlich aber (wie auch Gollancz) zur Orion Verlagsgruppe gehört.
Erwähnenswert, aber noch nicht besonders auffällig an dieser Ausgabe ist, dass sie – für ein relativ neues Taschenbuch – meist nur relativ teuer angeboten wird. Gelegentlich findet sich aber auch ein günstiges Angebot, vermutlich weil der Anbieter dem Buch seinen (vermeintlichen?) Wert nicht ansieht. Vielleicht ist diese Ausgabe ein Beispiel für ein heimlich wertvolles Exemplar.

Samstag, 9. Februar 2019

Spass mit ISBNs

Eines der wahrhaft spannendsten Themen in der Literatur sind bestimmt die International Standard Book Numbers, die ISBNs – zumindest für Buchhalter ... und Sammler. Als Sammler muss man diese schönen Zahlenreihen lieben, sie versprechen Ordnung und Übersichtlichkeit in der sonst doch unübersichtlichen Welt der Literatur. Dieses Versprechen halten die ISBNs dann aber nur teilweise.
So wichtig und hilfreich sie für den Sammler sind (und sonst, das gebe ich hier zu, wohl eher langweilig), so gibt es doch ein paar Probleme mit Ihnen – und ein paar Geschichten und Ungereimtheiten dazu.

Samstag, 8. September 2018

Kroatisch

Ferien, Sommer, Sonne, Kroatien! Kroatien ist ein beliebtes Ziel deutscher Urlauber – und es gibt in Kroatien einige Ausgaben von Philip K. Dick in der Landessprache.
Auf Kroatisch: Ubik und Čovjek u visokom dvorcu, der deutsche
Titel ist Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick
Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass es nicht so leicht ist, festzustellen, was von Dick überhaupt auf Kroatisch erschienen ist. Es ist nämlich kein kleines Problem kroatische von serbischen Texten zu unterscheiden – über das Serbische wurde in diesem Blog auch bereits berichtet. Die Probleme bei der Abgrenzung des Kroatischen vom Serbischen entspringen natürlich der Entwicklung dieser Sprachen bzw., wie es laut Wikipedia linguistisch korrekt  ausgedrückt wird: diesen zwei Standardvarietäten des südslawischen Zweigs der slawischen Sprachen, die massgeblich von den politischen Verhältnissen auf dem Balkan beeinflusst ist.

Samstag, 1. September 2018

Französisch

Frankreich! Das Land, das Philip K. Dick am meisten geliebt hat. Und dieser Satz gilt wohl in beiden seiner Bedeutungen. Kurzgeschichte und Roman sind in Italien vor entsprechenden Ausgaben in Frankreich erschienen und es gibt dort auch insgesamt mehr Ausgaben, aber die Liebe der Franzosen zu Dick erscheint doch grösser zu sein als die der Italiener – oder auch die der Deutschen. In jedem Fall wird diese Zuneigung von Dick mehr erwidert. Frankreich und Metz spielen in seinen Äusserungen immer wieder eine grosse Rolle. Er erzählt immer wieder vom 2eme Festival International de la SF de Metz im September 1977 und pflegt auch regen Briefverkehr mit Frankreich. Dick plante wohl bis zu seinem Tod eine weitere Reise nach Frankreich (mit – wohl, möglicherweise – einem Abstecher nach Deutschland).
Die Gründe für diese Verehrung durch die Franzosen sind sicher vielfältig. Es mag nicht nur daran liegen, was Dick geschrieben hat, sondern auch an der politischen Situation, vorhanden war sie auf jeden Fall. Mehr dazu nachlesen lässt sich im Artikel Dick in France: A Love Story von Roger Bozetto in Science-Fiction Studies #45 (1988). Dick wurde zu einer Kultfigur für französische Intellektuelle, an Fachbereichen für englische Literatur blieb er dagegen eher unbekannt.
Ubik in französischer Übersetzung, UGE (1999)
Die erste französische Veröffentlichung war, wie üblich, eine Kurzgeschichte, hier Le sacrifié, auf Deutsch Entbehrlich [Expendable] im März 1954. Als erster Roman erscheint Les Mondes Divergents, auf Deutsch Und die Erde steht still [Eye in the Sky] im Jahr 1959.
Insgesamt sind (derzeit) mehr als 215 Ausgaben der Science Fiction-Romane, 55 Ausgaben von Kurzgeschichtensammlungen und 23 Ausgaben aller neun Romane erschienen, weiterhin 15 Sammelbände und natürlich viele Kurzgeschichten in allgemeinen Anthologien. [Update: zum 40. Todesjahr 2022 sind noch einmal fast alle Romane neu erschienen, teilweise auch in neuer Übersetzung.]
Heute erscheint Dicks Werk (überwiegend) beim renommierten Verlag Gallimard, auch das zeigt den hohen Stellenwert, den Dick in Frankreich hat. Und nur in Frankreich wird Dick auf französisch publiziert, ich konnte keine französischen Ausgaben aus Belgien oder anderen Ländern finden.
Französische Bücher sind in Deutschland problemlos zu erhalten. Da auch Antiquariate und private Verkäufer (sehr) günstig nach Deutschland versenden – und das Bezahlen dank SEPA gar kein Problem mehr ist – sind dem Sammeln französischer Ausgaben auch in Deutschland keine Grenzen gesetzt. Und es gibt sehr viel zum Sammeln!

Samstag, 4. August 2018

Heyne, unvergessen, unvermeidlich

Erst kürzlich, bei der Durchsicht älterer Blogeinträge, ist mir aufgefallen, dass ich den für Philip K. Dick, wohl für die Science Fiction insgesamt wichtigsten deutschen Verlag überhaupt, bisher ausgelassen habe: den Heyne Verlag.
Der Heyne Verlag wurde knapp 70 Jahre nach seiner Gründung und Selbstständigkeit 2001 zuerst von Axel Springer übernommen und ist nach einer weiteren Übernahme heute Teil der Random House Verlagsgruppe. Random House hat 2001 auch den Luchterhand Literaturverlag übernommen hat, der auch einen (kleinen) Beitrag (2 Bücher) zur Sammlung beigetragen hat.
Die erste Ausgabe eines Romans von Dick bei Heyne ist Träumen Roboter von elektrischen Schafen? von 1971, noch in Lizenz vom Marion von Schröder Verlag, die leider letzte Ausgabe von Dick ist der Sammelband Blade Runner, Ubik, Marsianischer Zeitsturz von 2009, letzteres ist eines von zwei Büchern, die derzeit auch noch beim Verlag erhältlich ist.
Dazwischen sind über 80 Einträge im Katalog, so viele wie von keinem anderen deutschen Verlag. Allerdings ist da nicht nur die Primärliteratur, Romane, Sammlungen und Reader und Anthologien, die einzelne Kurzgeschichten enthalten, sondern auch Sekundärliteratur und anderes bis hin zu Kuriosa. Darunter sind einige Erstveröffentlichungen und ein paar Singles, die nur einmal herausgekommen sind.
Herauszuheben ist das 1990 von Uwe Anton herausgegebene Willkommen in der Wirklichkeit: Die Alpträume des Philip K. Dick.  Es ist das einzige Buch in meinem Katalog, dessen deutsche Ausgabe es ins Englische geschafft hat, unter dem Titel Welcome to Reality: The Nightmares of Philip K. Dick. Das beinhaltet Kurzgeschichten mit eher sperrigen Titeln wie Philip K. Dick Is Dead and Living Happily in Wuppertal von Ronald M. Hahn, im Original natürlich Philip K. Dick ist tot und lebt glücklich und zufrieden in Wuppertal-Vohwinkel.
Dieses Buch ist für eine Sammlung absolut relevant, obwohl es nur eine Kurzgeschichte von Dick enthält, weil es eine einmalige Sammlung von recursive bzw. Meta-SF zu Philip K. Dick ist. Und deshalb ist es wohl auch zur Übersetzung gekommen. Man darf vermuten, dass der Herausgeber beim Entstehen dieser Sammlung eine herausragende Rolle gespielt hat.
Philip K. Dick herausgegeben von Uwe Anton
Die zwei bemerkenswertesten Ausgaben von Dick beim Heyne Verlag,
beide herausgegeben von Uwe Anton: Willkommen in der Wirklichkeit
und der Reader Kosmische Puppen und andere Lebensformen
Erwähnen kann man auch noch die Anthologie Kosmische Puppen und andere Lebensformen von 1986, die bisher einzige deutsche Ausgabe von Cosmic Puppets. Dicks Novelle ist ergänzt um eine Auswahl von Kurzgeschichten und – wichtiger – einigen Essays von und über Dick, die wir sonst wohl nicht auf Deutsch gesehen haben. Dabei ist auch Dicks If You Find This World Bad, You Should See Some of the Others, auf Deutsch Wenn Sie glauben, diese Welt sei schlecht, sollten Sie einmal ein paar andere sehen. Auf Englisch ist dies erst 1991 in der PKDS Newsletter und 1995 in den Selected Writings erschienen.

Samstag, 9. Juni 2018

Filip K. Dik

Eine andere Welt, im Original Flow my Tears, the
Policeman Said von Philip K. Dick in serbischer
Übersetzung: Tecite Suze Moje, Rece Policajac in 
der Ausgabe von Bata & Znak sagite (1991)
In serbischer Sprache findet sich ein überraschend breites Spektrum der Werke von Philip K. Dick: 14 SF-Romane in rund 29 Ausgaben, dazu drei Sammlungen mit Kurzgeschichten, ein Band mit Essays, ein Comic, Sekundärliteratur und zahlreiche Einzelveröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften.
Die erste Ausgabe eines Romans war schon 1977 Čovek u visokom dvorcu, das ist die serbische Ausgabe von Das Orakel vom Berge. Dieser Roman findet sich in vielen Ländern des damaligen Ostblocks oft unter den frühesten Ausgaben Dicks in den jeweiligen Sprachen. Es folgen noch in jugoslawischer Zeit Do Androids Dream of Electric Sheep? (1984), Ubik (1986) und Eine andere Welt (1988 und 1991) – also einige der besten Romane von Dick.
Beim Recherchieren nach serbischen Ausgaben stellt sich zunächst das Problem, die Sprache der Veröffentlichung zu erkennen. Das ist zwar erst mal ein Problem des Autoren dieses Textes (der gar keine slawische Sprache beherrscht, schon gar nicht Serbisch und/oder Kroatisch), es scheint aber überhaupt ein Problem zu sein – bis 1992 war Serbokroatisch eine Amtssprache von Jugoslawien. Danach wurden das Serbische und das Kroatische (über das hier im Blog noch getrennt berichtet werden wird) mehr aus politischen Gründen, denn aus linguistischen getrennt.

Samstag, 26. Mai 2018

Noch mal Sieben auf einen Streich

Meist versuche ich ja in diesem Blog immer einen mehr oder weniger sinnvollen Text zu schreiben, der wenigstens ein bisschen allgemeingültig ist. Dieses mal schreibe ich aber über einen aktuellen Einkauf, man sagt hier und heute wohl haul, der mir sehr viel Freude macht.
Bei Abe war mir ein Konvolut von sieben Büchern aufgefallen, von dem ich eigentlich wegen der hohen Portokosten (aus den USA natürlich) furchtbar abgeschreckt war - Portokosten, die höher als der Kaufpreis sind, finde ich einfach inakzeptabel. Der zweite Blick zeigte aber, dass die sechs Taschenbuchausgaben zum einen durchgängig (Taschenbuch-)Erstausgaben waren und ich nur eine davon in der Sammlung habe und dass drei Bände von meinem auch-Lieblingsverlag Ace dabei waren. Und als Krönung war die Taschenbuch-Erstausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep? von Sphere (1971) enthalten. Der Händler behauptete dazu noch einen Zustand von very good or better. Und wenn man das Porto durch sieben teilt, ist es eigentlich auch absolut annehmbar.
Sieben auf einen Streich:  The Preserving Machine, DADoES, The Game-Players of Titan, The Variable Man, Ubik, The Man Who Japed und die Buchclub-Ausgabe der VALIS-Trilogie

Samstag, 24. Februar 2018

Zehn elektrische Träume

Die erste Veröffentlichung von Philip K. Dick ist in diesem Jahr am 22. Februar die Anthologie Electric Dreams beim Fischer Verlag. Diese Ausgabe verdanken wir natürlich der gleichnamigen britischen Fernsehserie, die seit Anfang des Jahres auch bei Amazon in Deutschland verfügbar ist.
Electric Dreams mit zehn Kurzgeschichten von Philip K. Dick beim Fischer Verlag (2018)

Samstag, 3. Juni 2017

Dick, Lem und Rottensteiner: Ubik

Wer sich im deutschen Sprachraum mit Philip K. Dick beschäftigt – oder überhaupt irgendwie mit Science Fiction – dem wird auch Franz Rottensteiner begegnen. Für mich verbindet sich der Name Rottensteiner mit dem Suhrkamp Verlag, wo er von 1980 bis 1998 die bekannte lila Taschenbuchreihe Die Phantastische Bibliothek betreute, in der 1977 auch erstmals Dicks Meisterstück Ubik auf Deutsch erschienen ist. LSD-Astronauten (1971) und Mozart für Marsianer (1973) waren vorher von Rottensteiner bereits in der Reihe Science Fiction der Welt bei Insel publiziert worden.
Der Widerstand der Materie. Ausgewählte Briefe, erschienen bei Parthas (2008), enthält
neben anderen auch einige Briefe von Stanislaw Lem an Philip K. Dick

Samstag, 15. April 2017

Spielen

Sammeln. Bücher. Bücher von Philip K. Dick. Vielleicht noch Hefte, Zeitschriften, Magazine. Gedruckt, in Farbe oder schwarz-weiss oder hektographiert. Sammeln ist eine Obsession. Aber, soweit es Bücher betrifft, doch wohl eine anerkannte … wir sammeln ja keine Ü-Ei Figuren oder Kaugummibildchen. Bücher implizieren immerhin ein intellektuelles Niveau … Stephen Fry lässt in seinem Roman Der Lügner (Erstauflage bei Haffmans, 1994) seinen Protagonisten dieses über Bücher sagen:
Wenn die Leute sie anhäufen und hohe Preise für dieses oder jenes zahlen wollen, schön und gut. Aber sie sollen sich nicht vormachen, das wäre eine höhere oder intelligentere Beschäftigung als das Sammeln von Schnupftabakdosen oder Kaugummibildchen.
Ubik vom französischen Computerspiele Hersteller Cryo
Entertainment Interactive von 1998
Ob wir Fry das glauben wollen … oder nicht? Nun, als Sammler von allem von, zu und über Philip K. Dick können wir einen kleinen Bereich nicht ignorieren, der deutlich jenseits des Papiers ist. In meinem Katalog finden sich schon länger auch einige Videospiele, die nicht nur durch einen Film inspiriert sind, sondern sich direkt auf Dicks Werk beziehen.
Ein kürzlich erschienener Artikel hat nun diesen Blogeintrag ins Rollen gebracht. Hier eine Liste der sechs (mir) bekannten Spiele mit dem schwachen und sicher vergeblichen Versuch was die Vollständigkeit der Versionen anbetrifft: