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Samstag, 1. August 2026

Endlich: Science Fiction Story Center 2

Science Fiction Story Center 2

Manchmal geht es schnell! Gerade habe ich noch meinen Sammlerfrust über die fehlende Nummer 2 des Science Fiction Story Center geäussert, da ist sie auch schon da. In erstklassigem Zustand ist sie, bemerkenswert nach (genau) 50 Jahren und Arme und Beine hat sie auch nicht gekostet, nicht dieses Mal, nicht für diesen weissen Wal.
Es war Zufall, es war Glück: in den letzten sehr vielen Jahren ist mir dieses Heft nur einmal zuvor untergekommen (und tragisch durch die Maschen gerutscht) und die Hoffnung sie noch einmal zu finden, war niedrig. Und dann ist dieser Wal einfach so in der Bucht aufgetaucht, eine ganze Schule eigentlich: mit der Nummer eins und drei Exemplaren der Weird Fiction Times, ebenso selten und ebenso von Uwe Anton herausgegeben, ein weiteres der vielen Projekte von Uwe Antons frühen Schaffen in den 70ern. Der automatische Alarm hat angeschlagen, Minuten nachdem die Beute aufgetaucht ist, konnte sie harpuniert bzw. beboten werden – dann musste ich zehn Tage warten, um den Fang nach kurzem, finalen Kampf am Ende der Zeit, an Land zu bringen. Das war einfach, also: billig.

Samstag, 16. Mai 2026

Willkommen in der Wirklichkeit

Science Fiction Story Center 1
Rückseite
Ein weisser Wal der Sammlung ist Science Fiction Story Center Nr. 2, die Ausgabe von Uwe Antons Fanzine mit der Erstveröffentlichung der Kurzgeschichte Roog von Philip K. Dick. Exemplare solcher Publikationen sieht man meist nur kurz am Horizont auftauchen, bevor sie wieder ausser Reichweite verschwinden.
Harpunieren liess sich nun immerhin ein Exemplar der ersten Ausgabe von 1976. Natürlich gehört sie eigentlich nicht in die Sammlung. Aber Sammlerfrust ist selten rational, und bei einem (zu) guten Angebot greift man dann eben doch zu.
Uwe Anton hatte mit einigen Getreuen die Nummern 11 und 12 der seit 1970 bestehende Story Center-Serie des Science Fiction Clubs Deutschland (SFCD) herausgebracht. Dann kam die Unglücksnummer 13. Im Editorial beschreibt Anton vereinsinterne Querelen. Er setzt sich vom SFCD ab und statt Story Center 13 erscheint Science Fiction Story Center 1. Diese Sezession endet nach der zweiten Ausgabe. Beim SFCD geht es erst nach einer Pause von 5 Jahren weiter. Die Lücke liess sich wohl nicht so schnell schliessen.

Samstag, 19. April 2025

Ein ausgesprochen guter Griff

Zu den frühesten Spuren, die Philip K. Dick jenseits seiner Publikationen – die erste  in Deutschland 1958 – hinterlassen hat, gehören Rezensionen in Fanzines. In meinem - bestimmt unvollständigem – Katalog ist die früheste Rezension von 1962. Erschienen ist sie im weiss-waligen Fanzine Anabis 3, geschrieben von Manfred Alex zum englischen Original The Man Who Japed.
Dokumentiert findet sich das in der Bibliographie deutschsprachiger SF-Stories, einer wichtigen Quelle für dererlei Recherche. Rezensiert wurde der Roman offenbar in der Erstausgabe von Ace von 1956 – ein Ace Double mit E. C. Tubbs The Space-Born. Nun ja: einer von Dicks schwächeren Romanen (aber immer noch besser als Schachfigur im Zeitspiel!) wird als mutmasslich erster in Deutschland untersucht. Immerhin hat Dick bei Ace ein hübsches Umschlagbild von Ed Emshwiller bekommen. Die deutsche Übersetzung ist erst 1981 bei Moewig erschienen und ein Single geblieben: weitere deutsche Ausgaben gab es nicht.
Da diese frühe Ausgabe von Anabis in der Sammlung fehlt, wissen wir nicht, was Alex zu sagen hatte; interessant wäre es (und wir liefern es hier nach, wenn die Rezension die Sammlung doch noch, in welcher Form auch immer, erreicht: Hinweise der Leser sind ausdrücklich erbeten!).
Ein schönes Fanzine
Munich Round Up Nr. 73 vom November 1964
(das Bild wurde leicht digital retouchiert)

Samstag, 10. Oktober 2020

Dialoge der Vergangenheit

Ich konnte kürzlich wieder ein paar Szene-Zeitschriften und Fanzines erwerben, die zeitgenössische Kritiken von Dicks Werk enthalten. Ich finde es sehr interessant zu sehen, wie sich das Bild von Philip K. Dick entwickelt hat, speziell in Deutschland. Und am Anfang wurde Dick überwiegend in der Science Fiction Szene wahrgenommen.
Eine Zeitschrift von 1991
Andromeda 91 von 1979
Andromeda Science Fiction Magazin Nr. 91 vom August 1979, enthält eine Kritik von Alfred Vejchar zur deutschen Erstausgabe von Eine andere Welt bei Heyne (1977). Vejchar kritisiert heftig den Roman, aber auch den wehleidigen Neurotiker Dick. Das Wort Neurose fällt in diesem Artikel überhaupt sehr oft in seinen verschiedenen Formen: neurotisch, Neurotiker, Neurose. Vejchar hat da offenbar ein sehr gefestigtes Bild. Und was er da sieht, gefällt ihm gar nicht. Er wünscht sich von Dick statt dessen wieder Romane wie Und die Erde steht still und Hauptgewinn: Die Erde zurück, als er Dick noch mögen konnte. Seine Kritiken zu diesen beiden frühen Romanen finden sich in früheren Ausgaben von Andromeda (80 bzw. 82).
Ich war recht unglücklich mit dieser Kritik. Natürlich ist es leicht auf die Vergangenheit zurückzublicken, mit dem heutigen Wissen, dass Eine andere Welt zu den besseren Romanen von Dick gehört (und Hauptgewinn: Die Erde eher nicht). Und natürlich sollte jeder seine eigene Meinung haben, auch und vielleicht sogar insbesondere ein Kritiker. Allerdings erwartet man von einer guten Kritik eine umfassende Behandlung des Themas, die einem bei der Entscheidung helfen kann, ein Buch selbst lesen zu wollen und keine Autorenbeschimpfung. Diese Frage nun, lesen oder nicht lesen, hat die Zeit wohl eindeutig positiv beantwortet:

Samstag, 22. Juni 2019

Liquid Sky

Liquid Sky 45 (September 1991)

Schon vor geraumer Zeit konnte ich in der Bucht die Nummer 45 von Liquid Sky aufspüren, nicht teuer, aber in sehr mässiger Erhaltung. Die weniger als optimale Erhaltung liess sich zwar auf den unscharfen Bildern nicht erkennen, es hätte aber keinen Unterschied gemacht. Bei Objekten wie diesem darf man nicht zögern, wenn man sie in der Sammlung haben will. Ich habe dieses Heft nie vorher im Umlauf gesehen – und tatsächlich gibt es auch nur einige spärliche Erwähnungen der Ausgabe überhaupt.
Dieses Exemplar gehört natürlich auch zur Sammlung. Es enthält eine ausführliche Kritik zu Haffmans Erinnerungen en gros (1991) von Jürgen Thomann. Dieses Taschenbuch war ein Anreisser für die damals schon länger angekündigten Sämtlichen Erzählungen in zehn Bänden. Thomann als bekennender und (dazu später mehr) ausgewiesener Dick-Fan zeigt seine Freude über diesen Band – aber auch seine Ungeduld auf folgende Ausgaben. Leider ist es dann zum erhofften umfassenden, gut editierten Programm bei Haffmans nicht mehr gekommen, das war aber 1991 noch nicht abzusehen.

Samstag, 2. März 2019

!Time Machine

Kürzlich – oder eigentlich nicht mehr so kürzlich, dieser Beitrag ist ein wenig liegengeblieben – bin ich auf ein neues Science Fiction Magazin aufmerksam geworden: !Time Machine. Die erste Ausgabe sollte einen Beitrag zu Tommi Brems dick'schen Appendix Dick enthalten. Mehr war nicht zu erfahren und so ermittelte ich den Wurdack Verlag, bei dem man das Heft auch direkt bestellen kann.
Der Appendix Dick ist meinem Herzen sehr nah und ich war daher sehr neugierig auf diesen Artikel und umso enttäuschter, als ich den Beitrag in meiner Ausgabe nicht finden konnte. Es gab anderes zu Dick, aber nichts zum Appendix Dick! Tatsächlich hatte ich die falsche Ausgabe erhalten, nämlich die zweite – ein Glücksfall, wäre ich doch sonst auf diese anderen Artikel gar nicht aufmerksam geworden. Das Problem liess sich nach kurzer Rücksprache mit dem Verlag schnell klären und jetzt besitze ich beide Ausgaben: 1. und 2. (Der Verlag nennt die Ausgabe 1 auf seiner Seite Dezember 2017, im Heft steht jedoch – auf jeder Seite – Januar 2018; für Ausgabe 2 nennen beide einmütig Dezember 2018.)
Die Ausgaben 1 und 2 des Fanzines !Time Machine

Samstag, 2. Februar 2019

Ein Neuer Stern für PKD

Ein NEUER STERN für Philip K. Dick
Ein NEUER STERN für Philip K. Dick - ein Rundbrief
an die Freunde des ASFC Halle
Kurz vor Weihnachten, fast noch pünktlich zum 90. Geburtstag von Philip K. Dick, erreichte mich von einem Leser dieses Blogs der Hinweis auf ein Fanzine, dessen aktuelle Ausgabe Dick zu seinem Ehrentag würdigt. Der NEUE STERN erscheint schon in der 45. Nummer, der Titel ist also nicht ursächlich passend zur Weihnachtszeit gewählt, sondern ein etwa monatlicher, informeller Rundbrief des ANDROMEDA Science Fiction Clubs Halle (ASFC), komponiert von Thomas Hofmann. Er hat auch das mehr als semi-professionelle Cover beigesteuert (und vermutlich die graphischen Innengestaltung). Formal erinnert auch bei diesem Heft nichts mehr an die hektographierten Fanzines früherer Tage. Hofmann hat auch in anderen Magazinen der Szene seine Zeichnungen beigesteuert, die in der Sammlung zu finden sind, Alien Contact, Exodus und anderen.
Und auch inhaltlich finden wir einige Perlen. Dieser Mann ist leider tot ist – in ihrer Kürze – eine gute Einführung zu Dick und seinem Werk – und wie in praktisch jedem anderen Text wird zwischen Person und Werk nicht getrennt, Dicks Lebensumstände – fünf Ehefrauen, fast immer (zu) wenig Geld – müssen genannt werden, um sein Werk in den richtigen Rahmen zu stellen, natürlich.

Samstag, 15. Dezember 2018

Fantastisches Forum 6

Dieser Blogeintrag setzt den Eintrag über Paul Williams bei den 4. Science Fiction-Tagen in NRW inhaltlich fort. Da ging es um die Ausgabe 5 des Fantastischen Forums und das beigelegte Programm der 4. Science Fiction-Tage NRW, an denen auch Paul Williams teilgenommen hatte. Ausserdem hat er dem Programmheft einige Beiträge von und über Philip K. Dick beigesteuert.
Das Fantastische Forum 6 vom Februar 1992 enthält
ein Essay von Philip K. Dick
Die Ausgabe 6 vom Fantastischen Forum vom Februar 1992 enthält noch ein weiteres Essay von Dick selbst, Die Seele des Wub, sowie ein Interview mit Paul Williams.
Die Seele des Wub ist, wie die anderen Artikel im Fantastischen Forum, auf Deutsch ganz exklusiv nur hier zu finden. Geschrieben ist das Essay 1980 als Einführung zu Dicks erster Geschichte Beyond Lies the Wub, zu Deutsch Und jenseits – das Wobb, in der Anthologie First Voyages, herausgegeben von Avon Books (1981); es ist mir aber unklar, ob das Essay dort dann auch wirklich erschienen ist. Auf jeden Fall ist es auf Englisch in der PKDS Newsletter herausgekommen, in der Ausgabe 24 von 1990. Später ist er (deutlich leichter zu finden) noch einmal in Sutins The Shifting Realities of Philip K. Dick, Vintage (1996) unter dem Titel “Headnote for Beyond Lies the Wub” veröffentlicht. Diese kurze Headnote fehlt übrigens in den Notes in den Collected Stories, auch wenn man sie dort erwarten würde.
Das Wub, das auf Deutsch aus mir unerfindlichen Gründen ein Wobb ist, spielt natürlich für Dick als seine erste professionell veröffentlichte Kurzgeschichte eine besondere Rolle. Der Text des Essays hat auch eine sehr persönliche Note, die für mich einen leicht melancholischen Anklang hat, da er kurz vor seinem Tod vom Anfang seiner Karriere schreibt. Dick hat sich seine Erstveröffentlichung offensichtlich im Detail angesehen, er zitiert wörtlich die Reklametexte, die seine Geschichte umrahmen und geht auf die Illustrationen ein.

Samstag, 27. Oktober 2018

Paul Williams in NRW

Zwei Objekt, die ich nur der Sorgfalt meines Antiquariats verdanke, sind die Ausgaben des Fantastischen Forums. Diese Hauszeitschrift des Aktionskreises Fantastik erscheint von 1990 bis mindestens zur Nummer 17 im Jahre 1998. Im Format A5 wirkt sie wie ein besseres Fanzine, die Beiträge heben sich in der Qualität aber unbedingt von denen der Egozines der Zeit ab. So enthält Ausgabe 5 von 1991 Beiträge von Erik Simon, bekannt als Strugatzki-Kenner und Übersetzer, und dem britischen Science Fiction Schriftsteller Ian Watson.
Programm der 4. Science Fiction-Tage NRW, eine Beilage des
Fantastischen Forums 5 von 1991

Samstag, 23. September 2017

Phantastische Bibliothek Wetzlar

Nach vielen Anläufen habe ich es nun endlich geschafft, die Phantastische Bibliothek in Wetzlar zu besuchen. Die Phantastische Bibliothek kann in diesem Jahr bereits ihren 30. Gründungsgeburtstag feiern: Der Sammlungsaufbau wurde 1987 begonnen und im September 1989 eröffnete die Bibliothek, die sich mittlerweile auf vier Stockwerken eines grosszügigen Gebäude am Rande der Innenstadt von Wetzlar befindet - und die selbst auch immer einen Besuch wert ist. Erwähnt werden soll hier noch der gewaltige Bestand von 270.000 Titeln, alles weitere lässt sich auf der ausführlichen Webseite nachlesen. Und das alles ist frei zugänglich, ich habe mich sehr willkommen gefühlt und konnte einen langen Nachmittag intensiv im Bestand recherchieren.
Die Phantastische Bibliothek in Wetzlar
Natürlich hat der Besuch in Wetzlar auch mit Philip K. Dick zu tun. Viele Einträge im Katalog meiner Sammlung resultieren aus Verweisen in Artikeln, Büchern oder aus den verschiedensten Quellen im Internet. Die Qualität dieser Quellen ist recht unterschiedlich und eben teilweise unzuverlässig. Wirklich verlassen kann man sich meist nur auf das, was man selbst in der Hand hat - am besten in der Sammlung: Und das ist ja auch der Grund für die Sammlung, nämlich eine umfassende Grundlage für die weitere Beschäftigung mit Philip K. Dick zu schaffen. Wenn es nicht möglich ist, der Sammlung ein entsprechendes Exemplar zuzuführen, ist es die zweitbeste Lösung ein fehlendes Stück wenigstens in die Hand zu bekommen (auch wenn man es später wieder loslassen muss).

Samstag, 19. August 2017

Einhörner und weisse Wale

Ein Einhorn ohne Bezug zum Sammeln
Dieses Einhorn ist weder selten noch teuer und hat nichts mit Philip K. Dick zu tun
In jeder Sammlung und zu jedem Sammelgebiet gibt es seltene, seltenere und praktisch unfindbare Ausgaben, die weissen Wale, die den Sammler zu immer neuen Fahrten in die Weiten des Internets rufen und deren Ruf er nicht widerstehen kann. Ähnlich wirken die Einhörner, solche Objekte, deren Existenz nicht einmal gesichert ist, auf die es nur unklare und unzuverlässige Hinweise gibt. Manches Einhorn erweist sich im Laufe der Zeit als Phantom, etwas, dass es sicher gar nicht gibt. Oder es kann seine Existenz belegen und wird dann zum weissen Wal.
Bei den englischen Originalausgaben findet man viele dieser seltenen und/oder teuren Exemplare – tatsächlich sind übrigens die meisten der wirklich teuren Exemplare eben nicht selten, sondern leicht zu finden, so bei Philip K. Dick die meisten Hardcover Erstausgaben oder die zahlreichen Sammlerausgaben.

Samstag, 27. August 2016

Pioniere

Nachdem ich vor einiger Zeit einen wunder-baren Fund gemacht habe, konnte ich aus der selben Quelle ein weiteres seltenes Exemplar ergattern. Wieder nicht ganz billig und nicht ganz so spektakulär, ist es trotzdem ein schönes Exemplar: Pioneer 17/18 aus dem Jahr 1964.
Pioneer war ein recht professionell gemachtes Fanzine des SFCD Österreich, das in den 1960er Jahren erschien. Der Fokus war wohl eher auf der Publikation von Kurzgeschichten deutscher Autoren, aber natürlich gab es auch die üblichen Artikel über Science Fiction.
Rezension von Krieg der Automaten in Pioneer 17/18 (1964)
Pioneer 17/18 von 1964

Samstag, 13. August 2016

Wunder-bar

Manchmal gibt es es noch Wunder. Kleine Wunder vielleicht, aber für den Sammler, der viele Jahre danach gesucht hat, sehr schöne Wunder.
Es gibt einen sehr frühen Aufsatz von Philip K. Dick, der im Original Nazism and the High Castle heisst und erstmalig im Jahre 1964 in der Ausgabe 9 des amerikanischen Fanzines Niekas erschienen ist. Dick setzt sich hier mit dem Thema Nazismus auseinander, ausgelöst offenbar durch eine Diskussion um seinen Roman Das Orakel vom Berge, der im Original 1962 erschienen war. Niekas hat auch noch einige andere Texte von Dick veröffentlicht, ist aber nur sehr schwer zu finden – und zu bezahlen.
Mutant 9, ein Fanzine von 1966 mit dem Essay Nazismus von Philip K. Dick

Samstag, 16. April 2016

Selbstbezügliches

Sicher ein Randbereich des Themas Philip K. Dick sind die Geschichten und Romane, in denen Philip K. Dick eine handelnde Person ist oder auf ihn angespielt wird. Im Englischen wird das im weiteren Sinne Meta-SF, im engeren recursive literature genannt. Die Tatsache, dass Dick relativ oft derart rekursiv auftritt, hat sicher viel damit zu tun, dass er viele andere Autoren des Genres beeinflusst hat. Aber es hat auch damit zu tun, dass Dick sich selbst in seinen Geschichten auftreten liess: Natürlich in Valis als Horselover Fat und Philip K. Dick, in Radio Free Albemuth, aber auch schon 1964 in der Kurzgeschichte Waterspider, in der Dick und einige seiner Kollegen auftreten. Diese Kurzgeschichte ist zuerst in der Januar-Ausgabe von IF erschienen, auf Deutsch unter dem Titel Projekt Wasserspinne in der äusserst schwer zu findenden Nummer 90 des Fanzines Munich Round Up (1966), einer bitteren Lücke auch in meiner Sammlung.
Das Momster von John Sladek bei Heyne
 von 1987, übersetzt von Ronald M. Hahn 
Ein anderes Stück aus der gleichen Zeit, in dem sich Dick selbst als Figur vorkommen lässt, ist Orpheus auf mit Pferdefuss [Orpheus with Clay Feet] im Sampler Erinnerungen en gros bei Haffmans (1991), eine Geschichte, die 1963 geschrieben und dann nicht erschienen ist – auch nicht unter Pseudonym – und bis zu den Collected Stories (1987) vergessen war.
Die rekursiven Romane und Geschichten mit der Figur Dick lassen sich relativ leicht sammeln, wenn man weiss, was man sucht.
Viel enthält das von Uwe Anton herausgegebene Willkommen in der Wirklichkeit, das sowieso schon Teil jeder Dick-Sammlung sein sollte. Teilweise sind diese Geschichten, die im Buch übrigens streng in alphabetischer Reihenfolge der Autoren geordnet sind, auch in anderen Ausgaben erschienen.
Ansonsten ist man auf Zufallstreffer bei den üblichen Suchen angewiesen. Dabei hilft, dass jeder Bezug zu Dick heutzutage gerne annonciert wird. So habe ich auch Die Akte PKD von Wolf Welling in Ausgabe 31 des Magazins für Science Fiction Stories Exodus gefunden. Ansonsten helfen nur die englischen Seiten, allen weit voran die Seite zur Recursive Science Fiction der New England Science Fiction Association. Von dort noch einmal auf alle deutschen Ausgaben zu kommen, ist allerdings noch mal etwas Arbeit. Tatsächlich kann dabei ein recht altes Verlagsverzeichnis wie Das Programm (1998) von Heyne helfen: Keine Übersicht im Internet ist wirklich vollständig, insbesondere wenn einzelne Geschichten ausserhalb der einschlägigen Reihen erschienen sind, wie Metastatis von Dan Simmons. Und das Blättern in einem Buch ist oftmals doch schneller als die Suche bei Google. Aber auch Das Programm ist unvollständig … und bedient natürlich nur Heyne-Ausgaben bis 1998.