Eine Premiere für Fischer ist die vor kurzem erschienene Ausgabe von Das Orakel vom Berge: Es ist die erste Hardcover-Ausgabe eines Romans von Philip K. Dick bei Fischer und die erste dieses Romans überhaupt. Und natürlich hat das etwas mit dem Erfolg der Amazon Serie The Man in the High Castle zu tun, die auf dem Roman basiert.
Ein Blog über das Sammeln von Büchern, Zeitschriften, Fanzines und anderem Papier von und über Leben und Werk des amerikanischen Science Fiction Schriftstellers Philip K. Dick (1928-1982).
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Samstag, 25. März 2017
Samstag, 12. November 2016
Komisch
Ich gebe gerne zu, dass ich
nicht gedacht hätte, dass in meinem
Katalog noch deutsche Beiträge von Philip K. Dick fehlen – zumindest
nicht solche in regulären Buchausgaben (bei Fanzines ist die Lage naturgemäss
etwas unübersichtlich). Und die
Bekenntnisse eines Reifennachrillers bei Haffmans stehen zwar
schon lange in meinem Katalog, ich konnte aber niemals herausfinden, in
welchem Buch dieser Text stehen sollte oder um was es sich dabei überhaupt
handeln könnte. Später war ich fest davon ausgegangen, dass es sich um eine
der zahlreichen
nicht-Veröffentlichungen
bei Haffmans handelte. Aber es passieren manchmal komische Sachen und so
konnte ich tatsächlich das Buch
finden, in dem sich der
Reifennachriller findet: Der Reifennachriller ist natürlich Jack
Isidore, der Chronist in Philip K. Dicks Roman
Eine Bande von Verrückten. Am Anfang des Romans ist das Nachrillen von
Reifenprofilen Jacks ungewöhnlicher, merkwürdiger, oder eben komischer
Beruf:
Tatsächlich ist diese Art von Komik gelegentlich in
Dicks Werk versteckt, es muss einem sofort Joe Chips Diskussion – und
letztlich Zusammenstoss – mit seiner Tür einfallen:
Ich bin noch nie von einer Tür verklagt worden.
»Ich bin ein Reifennachriller. Das heißt, wir nehmen die Glatzen, also Reifen, die so abgefahren sind, daß sie nur noch wenig oder gar kein Profil mehr haben, und dann nehmen die anderen Nachriller und ich eine heiße Ahle und rillen bis auf den Mantel runter, immer nach dem Muster des alten Profils, so daß es aussieht, als wäre noch Gummi an dem Reifen … Und dann malen wir den nachgerillten Reifen mit schwarzer Gummifarbe an, so daß er wie ein echt verdammt guter Reifen aussieht. […]«
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Humoore. Hochkomik I vom Haffmans Verlag (1991) mit Auszügen aus Eine Bande von Verrückten und Der dunkle Schirm von Philip K. Dick |
Veröffentlicht ist der Auszug daher auch in Das Hausbuch der literarischen Hochkomik (1987),
dem offenbar ersten Band einer kleinen Reihe: Haffmans' handliche Hausbücher. Die Bücher selbst sind allerdings alles andere als handlich, 1578 Seiten hat
dieser Band – und den seinerzeit stattlichen Preis von 50 DM. Das
Buch, aus dem der Text kommt, Eine Bande von Verrückten ist in
deutscher Erstausgabe im selben Jahr erschienen, 1987, allerdings nicht bei
Haffmans sondern beim Kleinverlag Reidar in Hamburg. Die Übersetzung des
Romans ist von Gero Reimann, der Auszug ist jedoch von Michel Bodmer
übersetzt, da der komplette Roman deutsch erst danach erschien.
Finden tut sich Jack Isidores Monolog im Kapitel Beruf und Berufung des Hausbuches.
Erst etwas später habe ich entdeckt, dass der Band noch einen weiteren
Auszug von Dick enthält, im Kapitel Malen und Prahlen nämlich zwei Seiten des Romans
Der dunkle Schirm in der Übersetzung von Karl-Ulrich Burgdorf.
Samstag, 25. April 2015
Zwillinge
Einzelne Ausgaben präsentieren sich rätselhaft – bis das Rätsel gelöst bzw. die Ausgabe ergattert ist. Die Anschaffung von Philip K. Dicks Eine Bande von Verrückten hatte sich aufgeschoben, weil der Band nur recht teuer angeboten wurde.
Zuerst kam die deutlich häufiger zu findende gebundene Erstausgabe vom Reidar Verlag von 1987 in die Sammlung. Es ist die deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von Gero Reimann, unter Mithilfe von Jennifer K. Klipp-Reimann. Reimann hat sich auch sonst sehr um Dick bemüht. Diese gebundene Ausgabe hat einen schönen blauen Leineneinband mit Schutzumschlag mit einem bunten Motiv, das stark an die Paladin-Ausgabe erinnert, die allerdings erst 1989 erschienen ist (fairerweise erinnert die Paladin-Ausgabe somit wohl an die Ausgabe von Reidar).
Es waren dann viele Hinweise auf eine broschierte Ausgabe zu finden, vom Betzel Verlag, allerdings wurde diese nirgendwo angeboten. Es gab auch Bilder, allerdings war kein Unterschied zur gebundenen Ausgabe zu finden und gelegentlich waren Verlag, Erscheinungsdatum und ISBN zwischen den Ausgaben vertauscht; teilweise fehlt bei Angeboten auch jegliche Angabe zu Verlag und Format. Sicher bezüglich solcher Angaben kann man sich eigentlich nur bei Ausgaben sein, die man in der Hand hatte – zumal die Ausgabe von Betzel nicht in der Deutschen Nationalbibliothek nachgewiesen ist. Möglicherweise handelte es sich also nur um einen Phantomband, ein Geist, das nur als Trugbild in den Tiefen des Internets existierte … aber nicht in einem Bücherregal.
Als der Band dann auf dem Marktplatz von Amazon aufgetaucht ist, lag er schnell auf meinem Tisch; leider gebunden und von Reidar. Auf Rückfrage beim Anbieter, der sich offenbar an ein bestehendes Angebot auf dem Marktplatz angehängt hatte (und der Einband sieht ja vorderseitig wirklich identisch aus) und mit Hinweis auf die unterschiedlichen ISBNs, die ja durchaus als Identifikation dienen kann, kam doch leichtes Unverständnis („die Nummer? ISBN?“). Bei einem Profi-Anbieter, sprich Antiquariat, wäre das eher nicht passiert; nun ja.
Es waren dann viele Hinweise auf eine broschierte Ausgabe zu finden, vom Betzel Verlag, allerdings wurde diese nirgendwo angeboten. Es gab auch Bilder, allerdings war kein Unterschied zur gebundenen Ausgabe zu finden und gelegentlich waren Verlag, Erscheinungsdatum und ISBN zwischen den Ausgaben vertauscht; teilweise fehlt bei Angeboten auch jegliche Angabe zu Verlag und Format. Sicher bezüglich solcher Angaben kann man sich eigentlich nur bei Ausgaben sein, die man in der Hand hatte – zumal die Ausgabe von Betzel nicht in der Deutschen Nationalbibliothek nachgewiesen ist. Möglicherweise handelte es sich also nur um einen Phantomband, ein Geist, das nur als Trugbild in den Tiefen des Internets existierte … aber nicht in einem Bücherregal.
Als der Band dann auf dem Marktplatz von Amazon aufgetaucht ist, lag er schnell auf meinem Tisch; leider gebunden und von Reidar. Auf Rückfrage beim Anbieter, der sich offenbar an ein bestehendes Angebot auf dem Marktplatz angehängt hatte (und der Einband sieht ja vorderseitig wirklich identisch aus) und mit Hinweis auf die unterschiedlichen ISBNs, die ja durchaus als Identifikation dienen kann, kam doch leichtes Unverständnis („die Nummer? ISBN?“). Bei einem Profi-Anbieter, sprich Antiquariat, wäre das eher nicht passiert; nun ja.
| Beide deutsche Ausgaben von Eine Bande von Verrückten von Philip K. Dick: Reidar (1987), gebunden (links) und etwas kleiner Betzel (1993), broschiert (rechts) |
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