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Samstag, 6. April 2019

Was kostet ein Elefant?

In diesem Blog habe ich bisher den Elefanten, der im Zimmer direkt neben unserer Sammlung steht, weitestgehend vermieden: Die Preise und das Geld. In den Zeiten des Internets ist das Sammeln viel mehr als vorher eine Sache des Geldes, da man fast alles sofort kaufen kann.
Früher musste man über alles froh sein, dass man bei der mühsamen Suche in Antiquariaten und gedruckten Katalogen finden konnte. Man hat die Werbung in Zeitschriften und Büchern auswerten müssen und Postkarten verschickt, teilweise quasi blanko bestellt und dann mal geguckt, was man bekommen hat. Heute findet man bei den gängigen Plattformen eben fast alles. Einerseits ist das gut, weil bequem. Andererseits wird das Sammeln dadurch auch viel weniger spannend. Für den grössten Teil der Sammlung heisst es also nicht mehr, ob man etwas bekommt, sondern nur noch günstige Preise zu bekommen.
Das Mädchen mit den dunklen Haaren von 1994, eine der wenigen seltenen und teuren deutschen
Ausgaben von Philip K. Dick, die man nicht sofort kaufen kann  hier im Bild, weil es so schön ist

Samstag, 8. Dezember 2018

Nackt und ausgezogen

Der Titel dieses Blogeintrags ist natürlich der verzweifelte Versuch, Leser anzulocken oder wenigstens einen Click zu kriegen, denn sex sells bekanntlich. Obwohl ich schon länger mit dem Gedanken für einen Blogeintrag über pikante Umschlagbilder liebäugele, geht es dieses mal um weniger Frivoles. Es geht darum, was die beiden Bücher des Insel Verlags von Philip K. Dick unter ihren Schutzumschlägen tragen.
Zwei unterschiedliche Einbände von Dicks Mozart für Marsianer bei Insel
Mozart für Marsianer in der Reihe Phantastische Wirklichkeit im Insel
Verlag (1973) im schwarzem und im lila Pappband; der Schutzumschlag,
gestaltet von Helmut Wenske, und der Buchblock sind gleich
Ausgelöst hat diesen Beitrag ein Kommentar zum Blogeintrag Insel und Suhrkamp. Dort wurde ich von einem Leser dieses Blogs darauf aufmerksam gemacht, dass es bei den Insel-Ausgaben der Reihe Phantastische Wirklichkeit offenbar unterschiedliche Einbände gibt. Häufiger sind wohl die lila Pappbände, die der eigentümlich lilanen Typographie der Reihe folgen. Die beiden Ausgaben von Dick zumindest gibt es auch mit schwarzem Pappband, wie sie für die von Insel gleichzeitig herausgegebene Reihe Bibliothek des Hauses Usher verwendet werden, hier mehr zu dieser Reihe bei Wikipedia. Die Schrift auf dem Buchrücken nennt Titel und Autor, sie ist bei der schwarzen Ausgabe in weiss, bei der lila Ausgabe in Silber. Die beiden Ausgaben unterscheiden sich sonst in nichts. Zumindest bei einigen weiteren Bänden der Reihe Phantastische Wirklichkeit werden Ausgaben sowohl im lila als auch im schwarzen Pappband angeboten, in Pallas oder die Heimsuchung von Edward de Capoulet-Junac etwa oder Herren im All vom Cordwainer Smith.

Samstag, 1. Juli 2017

Meta, oder: Über das Sammeln

Philip K. Dick im Book and Magazine Collector May 1990
Book and Magazine Collector, May 1990
mit einem Artikel über das Sammeln von
Erstausgaben von Philip K. Dick
Auf der Suche nach englischer Sekundärliteratur zu Philip K. Dick finden sich auch einige Ausgaben, die sich mit dem Sammeln seiner Büchern beschäftigen.
Ein Beispiel dafür ist die Mai-Ausgabe 1990 von Book and Magazine Collector. Der kundige Artikel Cult Sci-Fi Novelist Philip K. Dick von Mike Ashley erzählt auch einige Geschichten aus Dicks Leben bzw. über seinen Tod, die auch dem Kenner nicht unbedingt geläufig sind, etwas dass es nach Dicks Tod keine formale Identifikation gab (David Gill berichtet über die Geschehnisse auch in seinem Blog). Ashley erwähnt in seinem Artikel auch die erste gebundene Ausgabe von Martian Time-Slip, es handelt sich um die deutsche Insel-Ausgabe Mozart für Marsianer. Viele Details zu Ausgaben und speziellen Varianten, die der Autor nennt, sind aber selbst in Zeiten des Internets schwer zu finden. Für den interessierten Sammler lohnt sich allein dafür die Lektüre dieses bald 30 Jahr alten Artikels.
Richtig spannend ist aber der zweite ergänzende Artikel, die Complete US & UK Bibliography [... of first editions]- mit Preisen (Complete ist sie natürlich nur, wenn man die im Artikel angegebene Definition von first editions akzeptiert).

Samstag, 3. Juni 2017

Dick, Lem und Rottensteiner: Ubik

Wer sich im deutschen Sprachraum mit Philip K. Dick beschäftigt – oder überhaupt irgendwie mit Science Fiction – dem wird auch Franz Rottensteiner begegnen. Für mich verbindet sich der Name Rottensteiner mit dem Suhrkamp Verlag, wo er von 1980 bis 1998 die bekannte lila Taschenbuchreihe Die Phantastische Bibliothek betreute, in der 1977 auch erstmals Dicks Meisterstück Ubik auf Deutsch erschienen ist. LSD-Astronauten (1971) und Mozart für Marsianer (1973) waren vorher von Rottensteiner bereits in der Reihe Science Fiction der Welt bei Insel publiziert worden.
Der Widerstand der Materie. Ausgewählte Briefe, erschienen bei Parthas (2008), enthält
neben anderen auch einige Briefe von Stanislaw Lem an Philip K. Dick

Samstag, 25. März 2017

Hartes von Fischer

Eine Premiere für Fischer ist die vor kurzem erschienene Ausgabe von Das Orakel vom Berge: Es ist die erste Hardcover-Ausgabe eines Romans von Philip K. Dick bei Fischer und die erste dieses Romans überhaupt. Und natürlich hat das etwas mit dem Erfolg der Amazon Serie The Man in the High Castle zu tun, die auf dem Roman basiert.
Das Orakel vom Berge von Philip K. Dick bei Fischer: Die Fischer Klassik
Taschenbuchausgabe von 2014 (links) und die neue gebundene Ausgabe
von 2017 im deutlich kleineren Format der Reihe Fischer TaschenBibliothek
Diese Ausgabe erscheint in der Reihe Fischer TaschenBibliothek. In der Reihe dieser kleinformatigen Bände erscheinen ganz unterschiedliche Bücher, vom Ratgeber bis zum Roman. Das kleine Format bedingt auch die im Vergleich zur Taschenbuchausgabe grössere Seitenzahl von 414 statt 270 Seiten. Ein Lesebändchen und die auffälligen Ecken runden dieses Buch im wahrsten Sinne des Wortes ab.

Samstag, 16. Mai 2015

Suhrkamp und Insel

Nach dem Goldmann Verlag war der Insel Verlag der nächste grössere Verlag, der Dick in Deutschland herausgebracht hat. Dies war sicher das Verdienst von Franz Rottensteiner, der von 1971 bis 1975 in der Insel-Reihe Phantastische Wirklichkeit  Science Fiction der Welt ausser Dick noch viele andere grosse Autoren herausgebracht hat, so auch Stanislaw Lem. Franz Rottensteiner hat dann für Insel auch gleich zwei der grossen Romane von Dick ausgewählt: Die Drei Stigmata des Palmer Eldritch und Marsianischer Zeitsturz. Bei Insel hiessen diese aber, in der deutschen Erstausgabe, LSD-Astronauten und Mozart für Marsianer. Wenn man Mozart auch akzeptieren kann, schliesslich spielt eine Aufnahme von Mozart im Buch eine Rolle, so ist LSD-Astronauten schwer zu verschmerzen. Heyne hat daher auch später den eng am englischen Original angelehnten Titel Die drei Stigmata des Palmer Eldritch gewählt und damit sicher besser gelegen.
Mozart für Marsianer (1973) und LSD-Astronauten (1971)
Mozart für Marsianer von 1973 und LSD-Astronauten von 1971 als Hardcover Ausgaben im Insel Verlag

Samstag, 9. Mai 2015

Ein ungelöstes Rätsel

Eine broschierte Ausgabe von Philip K. Dicks LSD-
Astronauten
bei Insel
Als Teil eines Konvoluts von Bücher von Philip K. Dick ist neulich eine durchaus rätselhafte Ausgabe bei mir gelandet. Ich gebe zu, dass mich das Konvolut auch wegen dieser Ausgabe angesprochen hat, allerdings war die Motivation – zumindest auch – die, einige Bände auszutauschen. Als das Buch dann vor mir lag, war es nicht weniger rätselhaft als es auf dem Bild gewesen war: Eine broschierte Ausgabe des Insel-Bandes LSD-Astronauten von 1971, also aus der (eigentlich) gebundenen Reihe Phantastisch Wirklichkeit – Science Fiction der Welt. Vom Format ist es minimal kleiner als die bekannte gebundene Ausgabe im Pappeinband mit Schutzumschlag, weil der Einband dieser broschierten Ausgabe eben so gross wie der Buchblock ist, wie das bei Taschenbüchern eben so ist. Bei den gebundenen Ausgaben sind der Pappeinband und der Schutzumschlag in üblicher Weise grösser als der Block. Und der Block dieser broschierten Ausgabe ist identisch mit dem Block der gebundenen Ausgabe. Es gibt keinerlei Hinweise im Impressum oder im Text auf eine gesonderte Ausgabe, der Block ist identisch. Auch der Umschlag, obwohl am Rücken fest mit dem Block verklebt, ist vom Material ein Schutzumschlag – und leidet daher, wie die meisten Exemplare dieser Insel-Reihe, unter Auflösungserscheinungen: Eine durchsichtige Schutzfolie löst sich vom Schutzumschlag. Dieses Exemplar ist jedoch diesbezüglich in gutem Zustand; es ist wohl auch gelesen.