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Samstag, 27. Dezember 2025

Was sich bewegt - und was nicht (mehr)

Zwischen den Jahren widmen wir uns einer Kategorie, die hier im Blog nicht so häufig berücksichtigt ist: dem Film und Fernsehen. Im letzten und vorletzten Jahr gab es wieder eine grosse Anzahl von Ankündigungen von Verfilmungen der Werke von Philip K. Dick, sei es für das Kino oder (überwiegend) fürs Streaming. Diese Kategorie ordnet sich auch gut zwischen den Jahresrückblick und den Ausblick ein.
Was war also und was soll oder hoffentlich – wenn man denn hofft und nicht fürchtet – wird sein?

Eine DVD mit Arnold Schwarzenegger auf dem Cover
Total Recall 2070 – die Serie, wieder/neu in Deutschland auf DVD erhältlich 

Samstag, 16. November 2019

Und noch mehr Philip K. Dick-Film-Festival

Nach meinem Beitrag in der vorigen Woche verdienen noch einige weitere Filme des European Philip K. Dick Film Festivals einer Erwähnung – nach meiner gänzlich subjektiven Wertung.
Am Donnerstag, dem ersten Tag, folgten in Block 2: Fleisch und Maschine elf Filme. Der argentinische Kurzfilm Tatu beeindruckt mit animierten Robotern, aber das einsame Mädchen in der Großstadt in I Don't Want to be Alone ist nicht nur enorm bildstark sondern auch emotionaler - und zitiert Blade Runner ganz direkt in der ersten Szene.
Und auch in diesem zweiten Block gab es einen deutschen Beitrag, Zoe von Leif Brönnle über dessen Entstehung man auch direkt beim Filmemmacher nachlesen konnte. Ein Zero-Budget-Film mit einem PKD-Thema. Und ein Film, den ich gerne weitersehen wollte … Der Abend geht dann spät zu Ende, nach Arbeit und Anfahrt vielleicht ein bisschen zu spät.
Nach einem kulturvollen Tag in Köln gänzlich ohne Philip K. Dick, einem Feiertag, an dem die Antiquarite leider geschlossen hatten, hiess dann am Freitag Abend der erste Block Jenseits von Verstand und Glauben.
Der erste Film des Abends war The Nine Billion Names of God, der auf einer Kurzgeschichte (auch wenn es im Abspann based on the book steht, ist es doch eine Kurzgeschichte) vom grossen Arthur C. Clarke von 1954 beruht (zum Trailer). Der deutsche Titel ist Die neun Milliarden Namen Gottes, erstmalig bei Ullstein (1959) in der Anthologie Nur ein Marsweib und andere Science Fiction-Stories erschienen. Für mich war dieser Film mit seinen grossartigen Bildern – der Himalaya, ein buddhistisches Kloster, Mönche in orangenen Roben und dem Stil der 50er Jahre – unbedingt eines der Highlights des Festivals. Auch wenn die diese typische Kurzgeschichte der 50er Jahre eine (etwas vorhersehbare) Pointe hatte.
Gedreht in Köln ist Eva  A CRISPR Story von Regisseur Puneet Bharill, der auch (wie in der No- und Low-Budget-Szene üblich) das Drehbuch geschrieben hat (und vermutlich sonst allerlei besorgt hat, was nötig war). Die Story greift das Thema Genmanipulation auf, die namensgebende CRISPR/Cas-Methode ist ein relativ neues, sehr mächtiges Werkzeug in diesem Umfeld und es wird (ohne Übertreibung: vermutlich die Welt verändern. Der wissenschaftliche Sachverstand der Macher beflügelt den Film und die schwierige Thematik braucht sicher mehr Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft.
Das Programm des Philip K. Dick Science Fiction Film
Festivals in Köln für 2019  das Motiv ist dem Kurzfilm
Mise En Abyme entnommen und zeigt einen Sammler,
allerdings nicht von Büchern sondern anderndings; das
Programm ist natürlich in die Sammlung gekommen
Dem hoch professionellen und optisch perfekten Mise En Abyme über einen Sammler (von Schmetterlingen) ist auch das Motiv der Film Festivals entnommen, das ist kein Zufall. Auf Vimeo kann man nicht nur den Trailer finden, sondern, neben Storyboard, making of und Interview mit dem Hauptdarsteller, auch einen Beitrag des italienischen Regisseurs Edoardo Smerilli. Smerilli hat das Drehbuch selbst geschrieben und er nennt Dick und sein Werk als Inspiration – und zeigt es auch. Eigentlich ist dieser Kurzfilm ein Beitrag für den zweiten Block des Tages, den Dick-Block. Den Sammler lässt der Film ein wenig unruhig zurück.
Ausser einigen grossen Namen bei den Autoren – King, Clarke, Dick – finden sich auch einige sehr bekannte Schauspieler. In Who is Martin Danzig? von Michael Baker spielen Walter Koenig und Kevin Page. Koenig ist bekannt oder eigentlich berühmt für seine Rolle als Pavel Chekov in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise und den zugehörigen Kinofilmen. Page ist bekannt für Auftritte in diversen Serien, in Deutschland sind davon wohl die Sitcom Seinfeld und die SF-Serie Babylon 5 am bekanntesten. Ein besinnliches Ende dieses Blocks.

Samstag, 15. April 2017

Spielen

Sammeln. Bücher. Bücher von Philip K. Dick. Vielleicht noch Hefte, Zeitschriften, Magazine. Gedruckt, in Farbe oder schwarz-weiss oder hektographiert. Sammeln ist eine Obsession. Aber, soweit es Bücher betrifft, doch wohl eine anerkannte … wir sammeln ja keine Ü-Ei Figuren oder Kaugummibildchen. Bücher implizieren immerhin ein intellektuelles Niveau … Stephen Fry lässt in seinem Roman Der Lügner (Erstauflage bei Haffmans, 1994) seinen Protagonisten dieses über Bücher sagen:
Wenn die Leute sie anhäufen und hohe Preise für dieses oder jenes zahlen wollen, schön und gut. Aber sie sollen sich nicht vormachen, das wäre eine höhere oder intelligentere Beschäftigung als das Sammeln von Schnupftabakdosen oder Kaugummibildchen.
Ubik vom französischen Computerspiele Hersteller Cryo
Entertainment Interactive von 1998
Ob wir Fry das glauben wollen … oder nicht? Nun, als Sammler von allem von, zu und über Philip K. Dick können wir einen kleinen Bereich nicht ignorieren, der deutlich jenseits des Papiers ist. In meinem Katalog finden sich schon länger auch einige Videospiele, die nicht nur durch einen Film inspiriert sind, sondern sich direkt auf Dicks Werk beziehen.
Ein kürzlich erschienener Artikel hat nun diesen Blogeintrag ins Rollen gebracht. Hier eine Liste der sechs (mir) bekannten Spiele mit dem schwachen und sicher vergeblichen Versuch was die Vollständigkeit der Versionen anbetrifft:

Samstag, 15. Oktober 2016

The Magazine of Fantasy and Science Fiction

Wie wichtig The Magazine of Fantasy and Science Fiction und sein Herausgeber Anthony Boucher für Dicks erste Schritte in der Science Fiction waren, ist in diesem Blog schon zur Sprache gekommen. In Deutschland hat Heyne zwischen 1963 und 2000 in wechselnder Frequenz 101+1 recht aktuelle Auswahlbände des Magazines herausgegeben – und dabei auch vier Kurzgeschichten von Philip K. Dick in deutscher Erstausgabe.
Vier Bände "Die besten Stories aus 'The Magazine of Fantasy and Science Fiction'" von Heyne
Vier Bände von Die besten Stories aus The Magazine of Fantasy and Science Fiction
mit Kurzgeschichten von Philip K. Dick und einem Fehler

Samstag, 2. April 2016

Und so weiter...

Der Roman zum neuen Film mit Arnold Schwarzenegger
Das Buch zum Film: Die Totale Erinnerung (1990) bei Bastei Lübbe von Piers Anthony zur Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger (1990). Der Film basiert auf Philip K. Dicks Kurzgeschichte We Can Remember It for You Wholesale

Samstag, 5. Dezember 2015

Der neueste Fang

In der letzten Woche ist mir ein Fang ins Netz gegangen, den ich allerdings noch nicht vollends an Land ziehen konnte. Nachdem Fischer 2014 in zwei Staffeln, einmal im Frühjahr vier und dann im Herbst drei Bände, und 2015 im Frühjahr noch einmal drei Bände der Philip K. Dick Ausgaben hat folgen lassen, wird die Serie im Frühjahr 2016 mit drei weiteren Bänden fortgesetzt:
  1. Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten. 15 Stories. Mit einem Nachwort von Jonathan Lethem. 448 Seiten. 11.99 €
  2. Irrgarten des Todes. 240 Seiten. 9.99 €
  3. Nach der Bombe. 320 Seiten. 10.99 €
Total Recall Revisited (2014), der 
Start der Reihe bei Fischer
Ein bisschen Vorfreude auf diese drei Bände darf schon sein. Irrgarten des Todes und Nach der Bombe werden vermutlich wenig Neues bieten, es handelt sich wohl um Neuauflagen der Ausgaben aus der – nach 16 Bänden abgebrochenen – Werk-Ausgabe von Heyne. Zumindest handelt es sich wohl nicht um Neuübersetzungen, Yoma Cap bzw. Friedrich Mader sind als Übersetzer angegeben, die auch die Heyne-Ausgaben erledigt haben. Man kann erwarten, dass es sich um die von Alexander Martin überarbeitete Übersetzung des Irrgarten des Todes handelt. 
Es steht aber zu befürchten, dass Nach der Bombe sein Nachwort von Jonathan Lethem verloren hat, so wie einige Fischer-Ausgaben entsprechende Zusätze verloren haben. Möglicherweise ist es aber in Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten gewandert. Diese Kurzgeschichtensammlung ist vermutlich eine reduzierte Version von Der unmögliche Planet von Heyne (2002), der auf 832 Seiten immerhin 30 Geschichten enthält. Nachdem Total Recall aus der ersten Staffel von 2014 bereits 12 Geschichten, wohl die Highlights aus Der unmögliche Planet enthält, folgen jetzt wohl die übrig gebliebenen – minus drei. Wobei dieser Rest auch nicht schlecht ist … was allerdings dem Leser dieser Seite egal sein dürfte.

Samstag, 21. November 2015

Noch mehr Kurzgeschichten ...

Die weitaus meisten einzeln erschienenen Kurzgeschichten von Philip K. Dick sind als Teil von Science Fiction Anthologien herausgebracht. Abhängig davon, wie man „Science Fiction Anthologie“  definiert und von den Lesebüchern usw. abgrenzt, sind es – in meiner Sammlung – derzeit 47 Bücher. Die meisten davon gehören zu den üblichen Serien bzw. den einschlägig verdienten Verlagen.
Die ersten Geschichten von Dick überhaupt werden in Deutschland 1958 veröffentlicht. Die erste ist entweder im Utopia Magazin 14 Die Frau seiner Träume bei Pabel oder (wohl eher) in Galaxis 5 bei Moewig erschienen.
Highlights 6 von Moewig (1986)
Die letzte Veröffentlichung ausserhalb einer ausgezeichneten Dick-Sammlung (die letzte ist derzeit Total Recall von Fischer von 2014), ist von 2008 die Kurzgeschichte Der Fall Rautavaara in Der kleine Atheismus-Katechismus bei Zweitausendeins. Die Menge der Veröffentlichungen – wohl auch durch die der Gesamtausgaben – ist insgesamt deutlich zurückgegangen.
Wenn man die Anthologien betrachtet – also ohne Veröffentlichungen in Fanzines und Magazinen – so sind fast alle Bücher und Hefte relativ problemlos zu bekommen. Überraschend schwierig kann es sein Highlights 6 von Moewig (1986) in einem akzeptablen oder gar guten Zustand zu finden. Highlights 1 ist der Sammelband der die drei Valis-Romane enthält und deutlich einfacher zu finden. Auch Highlights 6 ist ein Sammelband, nämlich von drei Kopernikus-Anthologien. Teil 1 von Highlights 6 ist dabei Kopernikus 3. Bei beide Bänden der Highlights sind jeweils einfach die drei Buchblöcke hintereinander gebunden, es gibt – ausser auf den ersten Seiten – keinerlei Änderungen im Layout, auch die Seitenzählung beginnt jeweils mit jedem der Blöcke neu. In digitalen Zeiten würde das so wohl nicht mehr passieren, aber damals wäre ein neues Layout vermutlich zu aufwändig gewesen.

Samstag, 8. August 2015

Comics

Das Buch zum Film "A Scanner Darkly"
A Scanner Darkly: Alles wird nicht gut – das Buch zum Film
Von den verschiedenen Comic-Adaptionen von Texten von und über Philip K. Dick sind nur wenige im Deutschen angekommen.
Unvermeidlich und nicht zu übersehen ist da natürlich das Buch-zum-Film von Richard Linklater A Scanner Darkly: Alles wird nicht gut, 2007 bei Schirmer/Mosel erschienen. Der Romans heisst auf Deutsch Der dunkle Schirm, der Film lief aber auch in Deutschland unter dem englischen Titel A Scanner Darkly. Diese Romanverfilmung war kein grosser Erfolg, der Vermarktung wird das also wohl wenig geholfen haben.
Bemerkenswert, weil verwirrend: Das Umschlagbild zeigt die blonde Donna, die amerikanische Ausgabe aber einen grösseren Bildausschnitt mit vier Protagonisten - und dieses Umschlagbild findet sich auch in einer deutschen Variante bei verschiedenen Anbietern. Es gibt aber keine deutschen Exemplare mit diesem Cover, es gibt nur die hier gezeigte Ausgabe mit Donna. Ein solches Geistercover gibt es ja gelegentlich, vom englischen Verlag Gollancz sind wir das gewöhnt; im Deutschen ist das ungewöhnlich und daher besonders irreführend.
Es gibt anderen Film-Adaptionen, die es nicht ins Deutsche geschafft haben: Blade Runner von Archie Goodwin (Text) bei Marvel (1982) und Total Recall von Maggin und Lyle bei DC Comics (1990). Total Recall von Moore und Razek bei Dynamite (2012) ist übrigens eine Fortsetzung des Films vom 1990, keine Film-Adaption – und ebenfalls nicht auf Deutsch erhältlich.

Samstag, 4. Juli 2015

Unvollendetes

Der Haffmans Verlag wurde 1982 von Gerd Haffmans (und anderen) in Zürich gegründet. Zwischen 1991 und dem Konkurs 2001 erschienen dort von Philip K. Dick u. a. vier Romane in fünf Ausgaben und Sämtliche Erzählungen in zehn plus einem Band.
Ein Appetizer für den Dick Gourmet
Erinnerungen en gros von
Philip K. Dick bei Haffmans
aus dem Jahr 1991
Als erstes Buch ist 1991 Erinnerungen en gros in der Reihe HaffmansTaschenBuch erschienen. Dieser Auswahlband ist einerseits ein Appetithappen für die Erzählungen, er versucht aber natürlich auch vom Erfolg des Filmes vom Vorjahr (1990) zu profitieren, der auf der titelgebenden Kurzgeschichte basiert: Die totale ErinnerungTotal Recall, verfilmt mit Arnold Schwarzenegger. Am Ende dieses Buches wird bereits der Editionsplan unter der Überschrift Philip K. Dick im Haffmans Verlag präsentiert. Und vorne wird die zehnbändige Gesamtausgabe für Frühjahr 1992 angekündigt. Als erster Band erscheint dann erst 1993 der Band 7: Autofab.
Im gleichen Jahr kommen bei Haffmans auch zwei Romane heraus: Blade Runner und Die kaputte Kugel.
"The Broken Bubble" (of Thisbe Holt)
Die kaputte Kugel von Philip K. Dick
bei Haffmans (1993) in Übergrösse
Blade Runner ist sicher der populärste Titel von Dick mit den weltweit meisten Ausgaben, das ist auch im Deutschen so. Die kaputte Kugel ist aber eher ein Aussenseiter, wie alle Mainstream Romane von Dick. Das grössere Format setzt das Buch von den anderen Dick-Titeln bei Haffmans ab. Im Editionsplan ist Die kaputte Kugel noch als Die zerborstene Kugel der Thisbe Holt angekündigt. Thisbe ist dabei übrigens eher eine Randfigur, die Kugel ein Requisit bei ihren speziellen Auftritten – so speziell, dass es ihr misslungener Auftritt auch in Die allerneueste klassische Sau geschafft hat, im Untertitel das Handbuch der literarischen Hocherotik, erschienen als Hardcover bei Haffmans (1999) und als Taschenbuch nachgedruckt bei Diana (2002).