Schon
im Jahresausblick ausführlich angekündigt wurde das Highlight des Jahres: Ich lebe und ihr seid tot – Die Parallelwelten des Philip K. Dick, die deutsche
Übersetzung von Emmanuel Carrère Buch Je suis vivant et vous êtes morts.
Ein Blog über das Sammeln von Büchern, Zeitschriften, Fanzines und anderem Papier von und über Leben und Werk des amerikanischen Science Fiction Schriftstellers Philip K. Dick (1928-1982).
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Samstag, 15. März 2025
Samstag, 13. August 2022
Leider nicht ... oder vielleicht doch?
Michael Nagula hat Lawrence Sutins
Biographie über Philip K. Dick übersetzt. Nagula ist ein bekannter Kenner der
Materie, er hat zahlreiche Beiträge zu Dick geschrieben und übersetzt. Den
Göttlichen Überfällen (die letzte Woche vorgestellt wurden) hat er eine sehr ausführliche Bibliographie beigefügt, die in Umfang und
Inhalt weit über das sonst Übliche hinausgeht – vergleichbar ist wohl nur die
Bibliographie in Uwe Antons Philip K. Dick: Entropie und Hoffnung. Der
Wert einer solchen Bibliographie ist auch heute noch gross, aber in der Zeit vor
dem Internet war der Nutzen noch ungleich höher (und vermutlich auch die
Arbeit, sie zu erstellen).
Samstag, 6. August 2022
Die amtliche Biographie
Die unbestrittene Standardbiographie zu
Philip K. Dick ist Lawrence Sutins Divine Invasions: A Life of Philip K. Dick. Dieses Buch ist 1989 in den USA beim Verlag Harmony Books herausgekommen
und dann in fünf weiteren englischsprachigen Ausgaben, u. a. auch in
Grossbritannien bei Gollancz erschienen.
Die Biographie ist das erste von Sutin veröffentlichte Buch. Es folgen 1991
In Pursuit of Valis: Selections from the Exegesis mit Auszügen aus
Dicks Aufzeichnungen, der Exegesis, die erstmalig einen Teil dieses
faszinierende, aber doch schwierigen Material zugänglich machen. 1996 gibt
Suntin
The Shifting Realities of Philip K. Dick: Selected Literary and
Philosophical Writings
heraus, in dem kürzere Texte und Essays verschiedener Art gesammelt sind.
Sutin schafft mit diesen drei Büchern eine Basis für Interessierte, Fans und
Wissenschaftler von enormen Wert. Ausserhalb dieser Werke gibt es von ihm noch
einige kürzere Texte zu Dick.
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| Lawren Sutins Divine Invasions in Deutsch und im zerlesenen Original |
Samstag, 17. Dezember 2016
Fantastisch
Ein etwas älterer Fund im Bestand ist Die fantastischen 6, herausgegeben von Charlotte Kerner bei Beltz & Gelberg von 2010. Das Buch verspricht im Untertitel Die Lebensgeschichten von Mary Shelley, Bram Stoke, J. R. R. Tolkien, Stanislaw Lem, Stephen King und (eben auch von) Philip K. Dick. Die Herausgeberin selbst schreibt auf fast 50 Seiten unter dem Titel Blade Runner - Philip K. Dick (1928-1982) wurde zum Kafka Amerikas selbst über den Autoren. Sie gliedert ihren Text in zwanzig kurze Kapitel, die - und das ist eine schöne Idee - mit passenden Titeln von Kurzgeschichten von Dick überschrieben sind.
Und sie schafft es auf diesem für den Anspruch Lebensgeschichte beschränkten Platz auch wirklich ein interessantes Bild von Dick zu zeichnen. Vieles über das sie schreibt, konnte man auf Deutsch so noch nicht lesen - wenn es auch den Leser englischer Quellen weniger überraschen dürfte. Insbesondere die relativ lange Betrachtung der Kindheit ist beachtenswert. Ausserdem wird uns das Bild von Dick als zwar genialem, aber drogenabhängigem Verrückten erspart und Dicks 2-3-74 Erlebnis differenziert diskutiert.
Auch für den mit Dick vertrauten Leser wird dieser Text so absolut ein Gewinn. Dieser Text macht die Biographie von Sutin, Philip K. Dick: Göttliche Überfälle nicht überflüssig, das ist schon wegen des Umfangs kaum möglich, aber er ergänzt ihn sinnvoll.
Die Beiträge zu den anderen fünf Fantastischen sind von jeweils anderen Autoren und lesen sich - zumindest für den hier weniger Kundigen - durchaus gut; der Text über Lem erwähnt auch die kritische Interaktion mit Dick.
| Die fantastischen 6 von Charlotte Kerner bei Beltz & Gelberg von 2010 mit einer lesenswerten Biographie von Philip K. Dick |
Auch für den mit Dick vertrauten Leser wird dieser Text so absolut ein Gewinn. Dieser Text macht die Biographie von Sutin, Philip K. Dick: Göttliche Überfälle nicht überflüssig, das ist schon wegen des Umfangs kaum möglich, aber er ergänzt ihn sinnvoll.
Die Beiträge zu den anderen fünf Fantastischen sind von jeweils anderen Autoren und lesen sich - zumindest für den hier weniger Kundigen - durchaus gut; der Text über Lem erwähnt auch die kritische Interaktion mit Dick.
Samstag, 14. Mai 2016
In der Abyssus Intellectualis
Es gibt im Deutschen eine kleine Zahl
von Veröffentlichungen von Texten von Philip K. Dick ausserhalb der
Genre-typischen Publikationen. Und nur wenige der Texte sind keine Science
Fiction. Die Zeitschrift Abyssus Intellectualis (2013) enthält
nun so einen Text, eigentlich einen kleinen übersetzen Auszug aus
The Exegesis of Philip K. Dick
(2011), einem dicken Buch mit 1056 Seiten. Der Auszug hat nur drei Seiten
Text, die sind allerdings gehaltvoll genug - und eher kein Einstieg in Dicks
Werk.
Es handelt sich auch nicht um den ersten Text aus der Exegesis, der veröffentlicht wird. Kleinere
Teile sind im Englischen über die Jahre hier und dort erschienen, ein
grösserer Teil natürlich im vom Lawrence Sutin herausgegebenen In Pursuit of Valis: Selections from the Exegesis (1991). Das ist 2002 in kleiner Auflage der Edition Phantasia unter
dem Titel Auf der Suche nach Valis herausgekommen, eine der wohl am
schwersten zu findenden (und lesenden) deutschen Übersetzungen (vor kurzem
hat sich ein sehr günstiges Exemplar bei Booklooker gezeigt, allerdings
fehlte wohl der Schutzumschlag).
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| Abyssus Intellectualis (2013) von Merve enthält Philip K. Dick: Auszüge aus der 'Großen Exegese' |
Samstag, 19. Dezember 2015
The Man in the High Castle
Es ist das Jahr des Orakels. Nach
der schönen Folio-Ausgabe
von Philip K. Dicks The Man in the High Castle
ist jetzt die zehnteilige Serie bei Amazon zu sehen – und sicher war es
kein Zufall, dass die Folio-Ausgabe pünktlich vor dem Serienstart da war. Und
natürlich gibt es auch das offizielle Buch zur Serie von Penguin, den
Originaltext mit einem sich auf die Serie beziehenden Umschlagbild.
Das meiste zum Roman steht schon im entsprechenden Blogeintrag, aber ein Detail, das ich erst jetzt entdeckt habe, ist in dem kurzen Text Biographisches Material zu Hawthorne Abendsen zu finden. Der findet sich exklusiv in Ausgabe von Das Orakel vom Berge in der Reihe Meisterwerke der Science Fiction bei Heyne (2000). Der entsprechende Originaltext findet sich in The Shifting Realities of Philip K. Dick – Selected Literary and Philosophical Writing herausgegeben von Lawrence Sutin. Dort ist der Text mit 1974 datiert. Es ist eine fiktive Würdigung von Dick an Hawthorne Abendsen, dem Autoren von Schwer liegt die Heuschrecke und damit der Titelfigur aus dem Orakel vom Berge. So interessant dieses Konstrukt ist – der Autor würdigt seine eigene Figur als Person – so kann uns dies bei einem Autoren wie Dick, der oft genug mit der Realität spielt, nicht wirklich überraschen. Erwähnt wird in diesem kleinen Stück auch die (natürlich fiktive) deutsche Ausgabe von Schwer liegt die Heuschrecke mit der bibliographischen Angabe München: König, 1974. Bei König in München ist 1973 die deutsche Erstausgabe von Das Orakel vom Berge erschienen. Man kann sich vorstellen, dass Dick gerade sein Belegexemplar oder die Tantiemenabrechnung erhalten hatte, als er es geschrieben hat.
Das meiste zum Roman steht schon im entsprechenden Blogeintrag, aber ein Detail, das ich erst jetzt entdeckt habe, ist in dem kurzen Text Biographisches Material zu Hawthorne Abendsen zu finden. Der findet sich exklusiv in Ausgabe von Das Orakel vom Berge in der Reihe Meisterwerke der Science Fiction bei Heyne (2000). Der entsprechende Originaltext findet sich in The Shifting Realities of Philip K. Dick – Selected Literary and Philosophical Writing herausgegeben von Lawrence Sutin. Dort ist der Text mit 1974 datiert. Es ist eine fiktive Würdigung von Dick an Hawthorne Abendsen, dem Autoren von Schwer liegt die Heuschrecke und damit der Titelfigur aus dem Orakel vom Berge. So interessant dieses Konstrukt ist – der Autor würdigt seine eigene Figur als Person – so kann uns dies bei einem Autoren wie Dick, der oft genug mit der Realität spielt, nicht wirklich überraschen. Erwähnt wird in diesem kleinen Stück auch die (natürlich fiktive) deutsche Ausgabe von Schwer liegt die Heuschrecke mit der bibliographischen Angabe München: König, 1974. Bei König in München ist 1973 die deutsche Erstausgabe von Das Orakel vom Berge erschienen. Man kann sich vorstellen, dass Dick gerade sein Belegexemplar oder die Tantiemenabrechnung erhalten hatte, als er es geschrieben hat.
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| Die erste und die derzeit neueste Ausgabe von Das Orakel vom Berge von König (1973) links und Fischer (2014) rechts, darunter die Kritik der FASZ |
Samstag, 4. Juli 2015
Unvollendetes
Der Haffmans Verlag wurde 1982 von Gerd
Haffmans (und anderen) in Zürich gegründet. Zwischen 1991 und dem Konkurs 2001
erschienen dort von Philip K. Dick u. a. vier Romane in fünf Ausgaben und
Sämtliche Erzählungen in zehn plus einem Band.
Als erstes Buch ist 1991 Erinnerungen en gros in der Reihe
HaffmansTaschenBuch erschienen. Dieser Auswahlband ist einerseits ein
Appetithappen für die Erzählungen, er versucht aber natürlich auch vom
Erfolg des Filmes vom Vorjahr (1990) zu profitieren, der auf der titelgebenden
Kurzgeschichte basiert: Die totale Erinnerung – Total Recall,
verfilmt mit Arnold Schwarzenegger. Am Ende dieses Buches wird bereits der
Editionsplan unter der Überschrift
Philip K. Dick im Haffmans Verlag präsentiert. Und vorne wird die
zehnbändige Gesamtausgabe für Frühjahr 1992 angekündigt. Als erster
Band erscheint dann erst 1993 der Band 7: Autofab.
Im gleichen Jahr kommen bei Haffmans auch zwei Romane heraus: Blade Runner und Die kaputte Kugel.
Blade Runner ist sicher der populärste Titel von Dick mit den weltweit
meisten Ausgaben, das ist auch im Deutschen so. Die kaputte Kugel ist aber eher ein Aussenseiter, wie alle Mainstream Romane von Dick. Das
grössere Format setzt das Buch von den anderen Dick-Titeln bei Haffmans ab. Im
Editionsplan ist Die kaputte Kugel noch als Die zerborstene Kugel der Thisbe Holt angekündigt. Thisbe ist dabei übrigens eher eine Randfigur, die Kugel
ein Requisit bei ihren speziellen Auftritten – so speziell, dass es ihr
misslungener Auftritt auch in Die allerneueste klassische Sau geschafft
hat, im Untertitel das
Handbuch der literarischen Hocherotik, erschienen als Hardcover
bei Haffmans (1999) und als Taschenbuch nachgedruckt bei Diana
(2002).
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Erinnerungen en gros von Philip K. Dick bei Haffmans aus dem Jahr 1991 |
Im gleichen Jahr kommen bei Haffmans auch zwei Romane heraus: Blade Runner und Die kaputte Kugel.
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Die kaputte Kugel von Philip K. Dick bei Haffmans (1993) in Übergrösse |
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