Samstag, 5. September 2026

Die Wilk?

Ich habe in der letzten Zeit versucht allen Büchern den Illustrator des Umschlagbildes zuzuordnen. Häufig ist das im Buch angegeben, man muss es nur nachschlagen, bei den älteren Ausgaben fehlt diese Angabe aber oft: obwohl man das Buch mit dem Cover verkauft hat, haben die Verlage nicht eingesehen, dass der Illustrator genannt werden sollte oder den Leser überhaupt interessieren würde.
Ullsteins Science Fiction Stories 88 in grauenhaftem Zustand
Auch das Umschlagbild der Anthologie Science Fiction Stories 88 von Ullstein (1981) lässt sich nicht unmittelbar einem Urheber zuordnen. Der Band enthält die deutsche Erstveröffentlichung der Kurzgeschichte Der Volksheld von Philip K. Dick [The Mold of Yancy]. Diese Kurzgeschichte ging später in Dicks Roman Die seltsame Welt des Mr. Jones ein, der ja irgendwann auf Netflix zu sehen sein soll.
Im Buch finden sich keine Angaben zum Illustrator. Es gilt also zu ermitteln. Routinemässig beginnen wir dafür bei ISFDB, dort finden sich seit einiger Zeit auch viele deutsche Ausgaben, auch zu den SF Stories 88.
Auch bei ISFDB fehlen die Angaben zum Cover. Es gibt dafür jedoch einen Hinweis auf den Roman The Wilk Are Among Us vom US-amerikanischen Autoren Isidore Haiblum. Für die Taschenbucherstausgabe bei Dell aus dem Jahr 1979 wurde das Motiv offenbar zuerst verwendet – ein Doppelgänger, so etwas hat uns hier schon zuvor geholfen.
Erwartungskonform ist bei ISFDB für The Wilk auch kein Illustrator genannt. Eine Suche mit diesem gut suchbaren („Wilk“) Titel, von dem es nur wenige Ausgaben gibt, bringt ein gutes Ergebnis und führt uns schliesslich zur Webseite von Larry Kresek. Und dort findet sich auf der Seite Early Work: Paintings, Book Covers and More eine (etwas blaustichige) Abbildung des Covers mit der Unterschrift:

Samstag, 15. August 2026

Eine Affäre. In Fullerton

Die Koffer sind gepackt, es geht nach Fullerton, zum Philip K. Dick Festival! Aber warum Fullerton, einer eher langweilige Stadt im Süden von Los Angeles? Nach dem Festival 2024 in Fort Morgan, wo Dick begraben ist jetzt ein Ort, der Dicks Leben vielleicht um zehn Jahre verlängert hat. 
1972 war ein schweres Jahr für Philip K. Dick. Seine vierte Ehe war in Trümmer gegangen, er lebte in seinem „Drogenhaus“, wo im November 1971 der legendären Einbruch passierte. Im Februar 1972 flüchtete er nach Vancouver, alleine, seine Begleiterin hatte in letzter Sekunde abgesagt. Er hält in Vancouver auf der Science Fiction Convention (VCON-2) erfolgreich seinen Vortrag The Android and the Human und bleibt in Vancouver – zurück geht es nicht. Aber voran auch nicht, er verläuft sich in Liebeleien, hat eine Krise, lebt und/oder arbeitet in einem Drogenasyl.
Dann schreibt er Willis McNelly.
Ein besonderes Stück: Very Special Collections: Essays on Library Holdings at California State University, Fullerton mit einem Beitrag von Willis McNelly

Samstag, 8. August 2026

Benjamin – A Man of Consequence

Dieser Beitrag ist spoilerreduziert!

Es hat lange gedauert, bis die „drei“ Bände Benjamin eingeholt waren (wir berichteten). Den letzten, dritten Band habe ich mit grosser Spannung gelesen: Wer oder was oder wo oder wann ist Benjamin
Man liest Dicks Romane nicht wegen ihrem Ende, sondern – ganz nach Konfuzius – wegen dem Weg dorthin. Dick sprüht vor Ideen, es passiert viel, es gibt viel zu sehen.

Samstag, 1. August 2026

Endlich: Science Fiction Story Center 2

Science Fiction Story Center 2

Manchmal geht es schnell! Gerade habe ich noch meinen Sammlerfrust über die fehlende Nummer 2 des Science Fiction Story Center geäussert, da ist sie auch schon da. In erstklassigem Zustand ist sie, bemerkenswert nach (genau) 50 Jahren und Arme und Beine hat sie auch nicht gekostet, nicht dieses Mal, nicht für diesen weissen Wal.
Es war Zufall, es war Glück: in den letzten sehr vielen Jahren ist mir dieses Heft nur einmal zuvor untergekommen (und tragisch durch die Maschen gerutscht) und die Hoffnung sie noch einmal zu finden, war niedrig. Und dann ist dieser Wal einfach so in der Bucht aufgetaucht, eine ganze Schule eigentlich: mit der Nummer eins und drei Exemplaren der Weird Fiction Times, ebenso selten und ebenso von Uwe Anton herausgegeben, ein weiteres der vielen Projekte von Uwe Antons frühen Schaffen in den 70ern. Der automatische Alarm hat angeschlagen, Minuten nachdem die Beute aufgetaucht ist, konnte sie harpuniert bzw. beboten werden – dann musste ich zehn Tage warten, um den Fang nach kurzem, finalen Kampf am Ende der Zeit, an Land zu bringen. Das war einfach, also: billig.

Samstag, 25. Juli 2026

Hinter den Mauern der Zeit

Philip K. Dick hat zahlreiche andere Autoren überall auf der Welt inspiriert. Uwe Anton hat aus solchen Inspirationen ein ganzes Buch gemacht, Willkommen in der Wirklichkeit, eine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen Philip K. Dick eine Rolle spielt, meist als handelnde Person.
Horst Pukallus hat mit Michael Iwoleit so einen ganzen Roman gemacht: Hinter den Mauern der Zeit
Erschienen ist dieses Buch bei Heyne 1989, wer es jetzt immer noch nicht gelesen hat, der mag es jetzt tun oder er muss mit den umfassenden Spoilern leben.
Helmut Wenske drauf und drin: Hinter den Mauern der Zeit