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Samstag, 5. Dezember 2020

Auf Konferenzen und im Garten

Es ist die Jagd, natürlich: Ungewöhnliche Stück für die Sammlung finden sich doch fast nur noch im Ausland, d. h. für meine Sammlung in der Anglosphäre. Und als ich dieses unbekannte Objekt sah, in England, diesseits der Portomauer und zu vernünftigem Preis, musste ich zuschlagen.
Programmheft von "Take Them to the Garden"
Take Them to the Garden von John Dowie

Samstag, 29. Dezember 2018

Ein Jahr elektrisch geträumt

Das Sammeljahr 2018 ist vorbei. Von Philip K. Dick, der in diesem Jahr 90 geworden wäre, ist auf Deutsch nur Anfang des Jahres Electric Dreams bei Fischer erschienen. Auf Englisch sind auf den letzten Drücker noch zwei Ausgaben bei Ulverscroft erschienen oder zumindest angekündigt. Mir ist unklar, ob diese Ausgaben überhaupt in den freien Handel gehen oder nicht ausschliesslich für Bibliotheken und Schulen gedacht sind … was sie noch spannender machen würde: Do Androids Dream of Electric Sheep? und Electric Dreams. Eine zweite Ausgabe von Electric Dreams war von Gollancz für 2018 angekündigt, aber da es  keine zweite Staffel der Serie gegeben hat, gibt es natürlich auch kein Buch dazu. Erwähnen muss ich auch noch das neue Buch von Gregg Rickman: Philip K. Dick on Film.

Samstag, 19. März 2016

Young Authors' Club

Florita Cook, die Redakteurin des
Young Authors' Club der Berkeley
Gazette
Ein Sammler und Kenner von Philip K. Dicks Werk ist Frank Hollander. Er beschreibt ein wunderbares Sammelabenteuer in seinem Artikel Stalking the PKD Fiction Oddities: Part I (Yuba City High Times) in PKD Otaku #7 und hat in First of Five: The Mystery of Jeanette Marlin in PKD Otaku #26 auch schon nach Dicks erster Ehefrau geforscht (und das in PKD Otaku #34 ergänzt).
Kürzlich bin ich in PKD Otaku #32 auf die Rezension seines Buches gestossen, Young Authors' Club, The Wartime Adolescent Writings of Philip K. Dick. Das Buch ist schon von 2014, aber (für mich) bisher unsichtbar geblieben. Es gibt die ISBN 978-0-615-83902-8, das Buch ist im Selbstverlag erschienen. Der Vermerk Export Limited auf der Rückseite weisst auf eine schwierige Copyright-Situation hin. Vielleicht ist das Buch auch deshalb so tief unter dem Radar geblieben. [Nachtrag: Ein persönlicher Besuch in den USA war nötig, um das Buch in die Sammlung zu bringen. Enthalten sind die Geschichten und Gedichte sowie Kommentare von Aunt Flo zu den Veröffentlichungen.]
Erinnert hat mich das Buch aber an meine eigenen, länger zurückliegenden Bemühungen etwas über die allerersten literarischen Übungen von Dick herauszufinden. Rickman [Rickman, 1989] erwähnt sie und druckt auch zwei Geschichten ab [ebd., Seite 392-394], auch die anderen Biographen und Bibliographien erwähnen sie kurz.

Samstag, 26. Dezember 2015

** * * ** * * Weihnachten ** * ** * ***

Philip K. Dicks Beiträge zum Thema Weihnachten sind durchaus begrenzt. Aber Dicks Protagonist ist oft genug der sprichwörtliche sales man, der den viel gescholtene Kommerz der Weihnachtszeit herbeisehnt. Etwas ausführlicher passiert das so in Mary und der Riese, Edition Phantasia (2010) und ebenso ganz typisch in Kriegsspiel, immerhin sechs mal im Deutschen erschienen. Kriegsspiel ist 1959 im Original als War Game passenderweise in der Dezember-Ausgabe von Galaxy erschienen. Es geht um ganymedisches Spielzeug, das Weihnachten verkauft wird und einen verborgenen gefährlichen didaktischen Ansatz mitbringt.
Einen deutlich kommerz-kritischen Blick finden wir in Der Bunker, eine der im Deutschen am meisten publizierten Kurzgeschichten, im Original Foster, You're Dead (1955). Der Vater sieht sich dort dem existenzbedrohenden Druck seines Sohnes ausgesetzt, der Familie zu Weihnachten den neuesten Bunker zu kaufen. Diese Geschichte schafft es dann sogar in der Mitte des Kalten Krieges in eine sowjetische Zeitschrift, mehr dazu später in diesem Blog.
Alles in allem kein besonders positiver Blick auf das Fest.
Ausnahmsweise einige verlagsneue Bücher:
Die beiden fehlenden Bände der Library
of America
, herausgegeben von Jonathan
Lethem: VALIS and Later Novels und
Five Novels of the 1960s & 70s und Science
Fiction Stories
von MacMillan (unten)
Persönlich hat sich Dick zumindest einmal direkt über Weihnachten und den Einfluss auf sein Werk geäussert. Es geht um die Geschichte Zur Zeit der Perky Pat über die Dick in den Anmerkungen schreibt, dass sie von seinen (eigentlich wohl denen seiner damaligen Frau Anne) Töchtern, die mit ihren Barbie-Puppen, den Weihnachtsgeschenken des Jahres 1963, spielen, inspiriert ist; man kann das in den Nach- und Hinweisen in Zur Zeit der Perky Pat von Haffmans (1994) und Zweitausendeins (2008) nachlesen. Und natürlich basiert Die drei Stigmata des Palmer Eldritch auf Perky Pat. Eine populärkulturelle Erwähnung findet Perky Pat dann übrigens auch in der insgesamt sehr Dick-lastigen Lego-Simpsons-Folge Auf dänische Steine können sie bauen (Staffel 25, Folge 20), wo es Perky-Patty-Spielzeug gibt. Im Comicshop liegen da auch verschiedene Bücher von Philip K. Brick und es gibt verschiedene andere Referenzen. Und da auch dieses Weihnachten wieder Barbie-Puppen unter dem Baum gelegen haben, sollte man vielleicht noch die bisher nur in den USA erhältliche Hello Barbie erwähnen, die im Kinderzimmer die Kleinen unterhalten soll und dabei alles was sie hört an den Hersteller überträgt. Das hätte sich auch Dick ausdenken können.
Wenn man sehr tief gräbt, wirklich sehr tief, dann findet man aber doch noch eine echte Weihnachtsgeschichte von Dick. Die Berkeley Gazette veröffentlichte im Young Authors' Club Gedichte und Geschichten von (sehr) jungen Autoren und Dick schaffte dort 16 Veröffentlichungen in der Zeit von 1942 bis 1944. Sein Beitrag zum Christmas Contest 1943 wurde am 4. Januar 1944 unter dem Titel Santa's Return mit five credits belohnt, ein Punktesystem mit dem die Redakteurin Aunt Flo ihre jungen Autoren motivierte. Dicks düstere Weihnachtsgeschichte endet damit, dass der Weihnachtsmann die vom Krieg zerstörte Welt, die ihn vergessen hat, für immer verlässt. Abgedruckt ist sie noch einmal im Anhang von Gregg Rickmans Biographie To the High Castle: Philip K. Dick: A Life 1928-1962, Fragments West/The Valentine Press (1989).