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Samstag, 27. März 2021

Scheinbar echt

Über Paul Williams muss man in diesem Blog eigentlich nicht viel sagen. Wer sich etwas mehr mit Philip K. Dick beschäftigt, begegnet ihm ziemlich bald. Paul Williams hat Dick nicht alleine gross gemacht, aber er ist wohl alleine derjenige, der am meisten zu Dicks Ruhm beigetragen hat – wenn man die Verfilmungen ausser acht lässt, die aber eine andere Art von Bekanntheit gebracht haben, meine ich.
Burgling the Most Brilliant Sci-Fi Mind on Earth —
It Is Earth, Isn’t It?
von Paul Williams im Rolling Stone
Die zwei Eckpfeiler von Williams Wirken sind die Veröffentlichung eines sehr einflussreichen Artikels im Rolling Stone Magazin, Burgling the Most Brilliant Sci-Fi Mind on Earth — It Is Earth, Isn’t It?, vom 6. November 1975 und die zehn Jahre nach Dicks Tod, die er seinen literarischen Nachlass verwaltet hat. Das bekannteste Ergebnis dieser letzten Zeit ist wohl die Philip K. Dick Society Newsletter. Es erschienen zusätzlich auch zahlreiche Erstausgaben, so sechs der Mainstream Romane, bei diversen Verlagen, u. a. Arbor House, wo sich David Hartwell sehr um Dicks Werk bemühte.

Samstag, 4. Januar 2020

Voller Durchblick – Ausblick 2020

Auch 2020 wird wieder ein Jahr für den Philip K. Dick Sammler – auch wenn es derzeit eher wie ein ruhiges Jahr aussieht.
Ausblick auf eine Neuerscheinung bei Fischer
Die Clans des Alpha-Mondes, die
Neuausgabe von Fischer in diesem Jahr,
mit eher langweiligen Umschlagbild
Die Höhepunkte für die Sammlung werden, soweit derzeit absehbar, die drei neuen Ausgaben von Fischer. Die bemerkenswerteste der drei ist wohl Die Clans des Alpha-Mondes am 29. Juli, tatsächlich eine Ausgabe von Fischer, die nicht aus der Heyne Werkedition übernommen ist (sondern dort nur als Auf dem Alphamond geplant war). Immerhin. Dann folgen am 23. September zwei Ausgaben in der gebundenen, kleinformatigen TaschenBibliothek, in der von Dick bisher (2017, hier im Blog) nur Das Orakel vom Berge erschienen ist [Update: Offenbar sind diese beiden Ausgaben zurückgezogen, in jedem Fall sind sie nicht pünktlich erschienen]. 
Jetzt ist der Blade Runner in der Übersetzung von Manfred Allié angekündigt,  aber mit dem abstrakten (um nicht zu sagen: langweiligen) Cover der ersten Klassik Ausgabe von 2014; damals ist es mit der Wölfl/Dougoud-Übersetzung erschienen. Und es kommt eine weitere Ausgabe von Das Orakel vom Berge, aber unter dem Titel The Man in the High Castle/Das Orakel vom Berge mit dem an die Amazon-Serie angelehnten Umschlagbild der neueren Ausgabe von 2017.
International ist bisher nur eine Neuauflage der Biographie von Darryl Mason angekündigt, ich bin aber noch nicht davon überzeugt, dass das Buch wirklich pünktlich erscheint. Für mich ist dieses Buch ein Gespenst, dass ich noch nicht richtig zu fassen bekommen habe. Darüber hinaus ist absolut keine neue englische Ausgabe angekündigt.

Samstag, 27. Oktober 2018

Paul Williams in NRW

Zwei Objekt, die ich nur der Sorgfalt meines Antiquariats verdanke, sind die Ausgaben des Fantastischen Forums. Diese Hauszeitschrift des Aktionskreises Fantastik erscheint von 1990 bis mindestens zur Nummer 17 im Jahre 1998. Im Format A5 wirkt sie wie ein besseres Fanzine, die Beiträge heben sich in der Qualität aber unbedingt von denen der Egozines der Zeit ab. So enthält Ausgabe 5 von 1991 Beiträge von Erik Simon, bekannt als Strugatzki-Kenner und Übersetzer, und dem britischen Science Fiction Schriftsteller Ian Watson.
Programm der 4. Science Fiction-Tage NRW, eine Beilage des
Fantastischen Forums 5 von 1991

Samstag, 7. Mai 2016

Gero Reimann

Ein Name, dem man hier und da begegnet, wenn man sich mit Philip K. Dick beschäftigt, ist Gero Reimann. Auch wenn der Name nicht so oft auftaucht wie andere, liest man über seine Beiträge nie einfach hinweg, es sind jedesmal sehr persönliche und auch aussergewöhnliche Beiträge, so wie man das auch von Dick selbst kennt. Das Biographische zu Gero Reimann möchte man bei Wikipedia oder anderswo nachlesen.
Dick - Vom Sterben und Leben eines gott- und
weltlosen Gnostikers. Eine Opernerzählung,
Id-Verlag (1984) von Gero Reimann
Im Umfeld von Dick, und darum soll es hier natürlich gehen, erscheint Reimann als Übersetzer, Essayist und Autor von durch Dick inspirierter Prosa.
Übersetzt hat er unterstützt von Jennifer K. Klipp-Reimann Dicks Mainstream-Roman Eine Bande von Verrückten, der in Erstausgabe bei Reidar (1987) und als Taschenbuch bei Betzel (1993) erschienen ist. Ungerechterweise enthält die letztere keinen Hinweis auf die Übersetzer.
Zwei Essays sind von Reimann separat erschienen. Einmal in der Literaturzeitschrift Die Horen Nummer 217 (2005) das Essay Tertium datur: Der Spezialfall Philip K. Dick. Die Nummer 217 ist eine Ausgabe zur phantastischen Literatur, Dick taucht hier mit Lem und Klassikern wie Lovecraft, Stoker, Shelley und C. S. Lewis auf. Ein anderer Artikel ist Über kosmische Puppen in der Zeitschrift Phantastische Zeiten, Ausgabe 12 (1987).
Sein umfangreichster Beitrag ist aber sicher seine Opernerzählung mit dem Titel Dick und dem Untertitel Vom Sterben und Leben eines gott- und weltlosen Gnostikers.
Die Opernerzählung, die den grössten Teil des Buches einnimmt, ist tatsächlich als Libretto für eine Oper gedacht, die dann nie aufgeführt wurde. Im ersten Teil des Buches, Zur Entstehungsgeschichte der vorliegenden Texte wird dies erklärt. Reimann erwähnt hier auch sein unveröffentlichtes, 150 Seiten starkes Essay über Dick, Der Narr im Hologramm des Schreckens, für eine naive, unerbittliche subversive Literatur, sicher auch ein spannendes, aber wohl für den breiten Markt zu anstrengendes Werk. Schade, dass wir es nun nicht lesen können.

Samstag, 16. Januar 2016

Neues Altes - Science Fiction Times

Science Fiction Times 134 von 1974
mit einem Cover von Helmut Wenske
Aktuelle Rechercheergebnisse haben zum Kauf von zwei weiteren Ausgaben der Science Fiction Times geführt – und jetzt sind sie da. Kein Katalog ist je vollständig und es kann sich oft lohnen, alte Quellen noch einmal neu durchzusehen und so habe ich in der ausserordentlich umfassenden Bibliographie deutschsprachiger SF-Stories und Bücher, Usenet-Statistiken, Usenet-Archive und mehr noch zwei relevant Artikel von Dick selbst gefunden, die mir vorher völlig entgangen waren oder erst später hinzugefügt wurden.
Zuerst ist dies in Ausgabe 134 von 1974 Die Nixon-Bande, ein Artikel im englischen Original, der ursprünglich im Bruce Gillespies SF Commentary 39 (1973) in Australien erschienen ist und später noch einmal in der PKDS Newletter 17 (1988) unter dem Titel The Nixon Crowd. Auch in Deutschland hat Uwe Anton ihn 1976 noch einmal in die Philip K. Dick: Materialien aufgenommen.
Dann findet sich in der Science Fiction Times 137 (1975) ein Leserbrief von Philip K. Dick selbst, ebenfalls im englischen Original, in dem er sich über das Erscheinen von Die Nixon-Bande in der SFT freut und ihn in Beziehung zu seinem (damals) aktuellen Roman Flow my Tears, the Policeman Said bringt, der 1977 dann als Eine andere Welt auch bei Heyne in Deutschland erscheint.

Samstag, 22. August 2015

1, 2, 3, 4, 5

Philip K. Dick war fünf Mal verheiratet. Interessant wäre es sicher auch (gewesen?), seine erste Frau zu finden, Jeanette Marlin, mit der er 1949 nur ein halbes Jahr zusammengelebt hat. Sie ist für seine Biographen nicht aufzufinden gewesen; die beste Behandlung des Themas findet sich wohl durch Frank Hollander in PKD Otaku #26.
Zwei Bücher über Philip K. Dick von Tessa Dick
Die vier anderen Ehefrauen von Dick sind noch aufzufinden, zwei von ihnen haben auch über ihren Ex-Mann veröffentlicht.
Zum einen ist das Tessa Dick, seine letzte Ehefrau, die verschiedene Bücher bei CreateSpace, d.h. im Selbstverlag bei Amazon, herausgebracht hat. In der Regel zähle ich Print-on-Demand nicht zu den sammelbaren Büchern, bei Tessa Dick mache ich eine Ausnahme. 
Nicht mehr alle ihrer Bücher sind noch erhältlich, aus verschiedenen Gründen. Und nicht alle Bücher haben (viel) mit ihrem Ex-Mann zu tun. Auf jeden Fall interessant und noch erhältlich sind Remembering Firebright (2009) und Firebright and the Edge of Reality (2011), von denen es offenbar verschiedene Versionen gibt - und selbst Amazon kann diese Varianten wirklich gut erklären. 
Verschiedene Briefe von Tessa Dick sind auch in der Philip K. Dick Society (PKDS) Newsletter veröffentlicht.