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Samstag, 1. August 2026

Endlich: Science Fiction Story Center 2

Science Fiction Story Center 2

Manchmal geht es schnell! Gerade habe ich noch meinen Sammlerfrust über die fehlende Nummer 2 des Science Fiction Story Center geäussert, da ist sie auch schon da. In erstklassigem Zustand ist sie, bemerkenswert nach (genau) 50 Jahren und Arme und Beine hat sie auch nicht gekostet, nicht dieses Mal, nicht für diesen weissen Wal.
Es war Zufall, es war Glück: in den letzten sehr vielen Jahren ist mir dieses Heft nur einmal zuvor untergekommen (und tragisch durch die Maschen gerutscht) und die Hoffnung sie noch einmal zu finden, war niedrig. Und dann ist dieser Wal einfach so in der Bucht aufgetaucht, eine ganze Schule eigentlich: mit der Nummer eins und drei Exemplaren der Weird Fiction Times, ebenso selten und ebenso von Uwe Anton herausgegeben, ein weiteres der vielen Projekte von Uwe Antons frühen Schaffen in den 70ern. Der automatische Alarm hat angeschlagen, Minuten nachdem die Beute aufgetaucht ist, konnte sie harpuniert bzw. beboten werden – dann musste ich zehn Tage warten, um den Fang nach kurzem, finalen Kampf am Ende der Zeit, an Land zu bringen. Das war einfach, also: billig.

Samstag, 25. Juli 2026

Hinter den Mauern der Zeit

Philip K. Dick hat zahlreiche andere Autoren überall auf der Welt inspiriert. Uwe Anton hat aus solchen Inspirationen ein ganzes Buch gemacht, Willkommen in der Wirklichkeit, eine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen Philip K. Dick eine Rolle spielt, meist als handelnde Person.
Horst Pukallus hat mit Michael Iwoleit so einen ganzen Roman gemacht: Hinter den Mauern der Zeit
Erschienen ist dieses Buch bei Heyne 1989, wer es jetzt immer noch nicht gelesen hat, der mag es jetzt tun oder er muss mit den umfassenden Spoilern leben.
Helmut Wenske drauf und drin: Hinter den Mauern der Zeit

Samstag, 16. Mai 2026

Willkommen in der Wirklichkeit

Science Fiction Story Center 1
Rückseite
Ein weisser Wal der Sammlung ist Science Fiction Story Center Nr. 2, die Ausgabe von Uwe Antons Fanzine mit der Erstveröffentlichung der Kurzgeschichte Roog von Philip K. Dick. Exemplare solcher Publikationen sieht man meist nur kurz am Horizont auftauchen, bevor sie wieder ausser Reichweite verschwinden.
Harpunieren liess sich nun immerhin ein Exemplar der ersten Ausgabe von 1976. Natürlich gehört sie eigentlich nicht in die Sammlung. Aber Sammlerfrust ist selten rational, und bei einem (zu) guten Angebot greift man dann eben doch zu.
Uwe Anton hatte mit einigen Getreuen die Nummern 11 und 12 der seit 1970 bestehende Story Center-Serie des Science Fiction Clubs Deutschland (SFCD) herausgebracht. Dann kam die Unglücksnummer 13. Im Editorial beschreibt Anton vereinsinterne Querelen. Er setzt sich vom SFCD ab und statt Story Center 13 erscheint Science Fiction Story Center 1. Diese Sezession endet nach der zweiten Ausgabe. Beim SFCD geht es erst nach einer Pause von 5 Jahren weiter. Die Lücke liess sich wohl nicht so schnell schliessen.

Samstag, 9. Mai 2026

Der grosse Barclay Shaw Raub

Auch diese Überschrift ist wieder der Versuch, Aufmerksamkeit zu erwecken. So ein richtiger Raub ist es dann auch nicht … in dieser Auflage der Doppelgängerserie geht es um die fünf legendären Barclay Shaw Cover von und für Philip K. Dick, die meistübernommenen Cover überhaupt. Um Raub geht es, das muss man zugeben, weniger; Shaw wird wohl seinen gerechten Lohn bekommen haben (zumindest für der Mehrzahl der Bücher).
Shaws Illustrationen mit Dick im Mittelpunkt sind ursprünglich für fünf 1984/85 erschienenen Bände der Special Edition des US-amerikanischen Verlags Bluejay entstanden und dann ab 1987 in mehreren Auflagen noch einmal beim Verlag Carroll & Graf erschienen. In der späteren Ausgabe allerdings in einem kleineren Format als die ursprünglichen trade paperbacks – in den USA unterscheidet man zwischen den grösseren trade paperbacks und den gewöhnlichen (mass market) paperbacks.
Barclay Shaw sieht Philip K. Dick: Die fünf Cover bei Carroll & Graf – leider hat der Verlag kein einheitliches Design hinbekommen, die ersten beiden Bände sind auch nicht Teil der Masters of Science Fiction Serie und insbesondere der Rahmen (ganz links) ist nicht so gelungen

Samstag, 20. Juli 2024

Das Philip K. Dick Festival 2024 in Fort Morgan

Der Höhepunkt des Dick-Jahres, und auch der bisherige Höhepunkt dieses Blog, der nun schon im zehnten Jahr stattfindet, liegt hinter uns: das Philip K. Dick Festival 2024, kurz Dick-Fest, hat vom 13. bis 16. Juni seinen Lauf genommen.

Samstag, 25. November 2023

Auf Besuch in Celle (und Sex!)

Celle zu Weihnachten
Schloss (ganz hinten links), Bomann-Museum,
Weihnachtsmarkt und Stadtkirche an der
Stechbahn in Celle

Auf der Suche nach einem jahreszeitlich passenden Beitrag für diesen Blog bin ich in der Sammlung über einige Ausgaben des Magazins Comet gestolpert. Und der Name ist Programm, im Untertitel heisst es Magazin für Science Fiction und Raumfahrt. Die Science Fiction Times 143 (September 1977) schreibt in ihrem Marktreport (Seite 25) dazu:

Mit COMET erschien nach vielen Jahren wieder ein deutsches SF-Magazin auf dem Markt. Aufwendig gemacht (Großformat, Kunstdruckpapier, viele Farbbilder), aber mit DM 8,- auch ziemlich teuer, wurden bisher 3 Ausgaben (seit Mai) auf den Markt gebracht. Auflage 50.000. Das Magazin bringt eine Mischung aus Fiction (SF-Storys, SF-Fortsetzungsroman und Fantasy-Serie) und populärwissenschaftlichen Artikeln. In den ersten Ausgaben gab es u. a. Geschichten von George R. R. Martin, Thomas F. Monteleone, Jack Dann, Dennis Etchison, Thomas Ziegler, Steven Utley und Bob v. Laerhoven, Bildberichte über den Maler Helmut Wenske, versunkene Tempel und SF in der Rockmusik, ferner jeweils einen Artikel pro Heft von H. W. Franke (Höhlen, Vulkane, Kirlian-Fotografie), ein SF-Autoren-Lexikon etc. Allerdings ist der Tandem-Verlag, Celle, der das Objekt herausbringt, in finanziellen Schwierigkeiten, und es ist fraglich, ob weitere Ausgaben von COMET erscheinen. Zumindest die August-Nummer wird nicht erscheinen.

Samstag, 4. November 2023

Helmut Wenske

Zwei Ausgaben von Insel und eine von Heyne
Drogen, Rock'n Roll, psychedelische Bilder … es geht hier nicht um Philip K. Dick, sondern um Helmut Wenske – und natürlich doch um Philip K. Dick. Wenskes Verbindung zu Dick ist offensichtlich, er hat für einige seiner Bücher das Umschlagbild geliefert. Wenske hat seinerzeit viel für die Science Fiction gestaltet, der Lektor Werner Berthel hat ihn für Franz Rottensteiners Reihe Phantastische Wirklichkeit bei Insel entdeckt: Alle 15 Umschlagbilder der Reihe sind von ihm, so auch für die beiden Bände von Dick. Bethel hat Wenske wohl auch den ersten Roman von Dick gegeben, den „Drogenroman“ LSD-Astronauten.
Interessiert hat sich Wenske für Science Fiction allerdings nicht besonders, ihm waren andere Arten, die Realitäten zu erkunden, lieber. Eine Ausnahme war Philip K. Dick: In Rock'n Roll Junkie schreibt er:

Samstag, 21. Oktober 2023

Jubiläums-Bibliothek

Man wird betriebsblind … wie schon neulich beim Umschlagbild vom Orakel vom Berge ist mir erst jetzt der Schriftzug „Jubiläums-Bibliothek“ auf der ersten Auflage von Die Welten des Philip K. Dick aufgefallen.
Dieses Buch ist ein Sammelband, der vier – laut Umschlag „berühmten“ – Romane von Dick enthält: Die seltsame Welt des Mr. Jones, Und die Erde steht still, Die rebellischen Roboter und Die Invasoren von Ganymed. Wirklich „berühmt“ sind die vier eher nicht, es gibt Besseres (und Bekannteres) von Dick, aber auch Schlechteres (aber natürlich: nichts Schlechtes!).
In diesem stattlichen Band sind ausserdem noch fast 40 wertvolle Seiten von Uwe Anton und Ronald M. Hahn zu Leben und Werk enthalten, insgesamt 794 Seiten dick/Dick. 
Die Rückseite erklärt das Jubiläum: Sonderausgabe zum SF-Jubiläum: 500 Bände Science Fiction und Fantasy bei Bastei-Lübbe.
Zwei Sammelbände von Bastei Lübbe, einer mit Philip K. Dick auf dem Umschlag
Philip K. Dick und A. E. van Vogt in der Jubiläums-Bibliothek von Bastei Lübbe

Samstag, 29. April 2023

Hoffnung, Reise ... Entropie?

Noch im vorigen Jahr hat sich eine klaffende Lücke in der Sammlung geschlossen: Die gebundene Ausgabe von Uwe Antons Entropie und Hoffnung ist tatsächlich aufgetaucht und konnte eingefangen werden. Grossartig! Zumal der Fang durchaus nicht einfach war, der Preis nicht phantastisch … und ich alle Hoffnung eigentlich schon lange aufgegeben hatte, obwohl ich neulich ein Exemplar wenigstens besuchen durfte.

Die Gelegenheit

Auf dem grossen Kleinanzeigenportal, das noch den Namen der Bucht trägt, kann man hin- und wieder einen passablen Fund machen, darum lohnt es sich für den Sammler dort regelmässig zu suchen. Und so fand sich im vergangene Spätherbst ein Konvolut von rund 60 Bänden Dick, eine (zwangsläufig) zusammengestückelte (fast) Gesamtausgabe.
Begleitet von einigen mehr oder weniger aussagekräftigen Bildern zeigte sich dort, ganz am Rand, auch die scheueste deutsche Ausgabe aller Bücher von und über Dick: Entropie und Hoffnung, der Rücken in blau mit dem Schriftzug Philip K. Dick in silber und das Verlagslogo, ganz offensichtlich in der (oder einer?) gebundenen Version. Der Preis: VB für das ganze Konvolut, zumindest vorzugsweise. Dieser Sammler hat schon sehr gute Erfahrungen mit Konvolutkäufen gemacht. Und dieses Konvolut enthielt zusätzlich einige Werke der Edition Phantasia – sowohl Das Mädchen als auch Auf der Suche nach VALIS, die sonst wohl seltensten deutschen Bücher von Dick. Das würde auch andere Interessenten bewegen, selbst solche, die an Sekundärliteratur nicht interessiert wären. Mit Konkurrenz wäre also zu rechnen.

Samstag, 11. März 2023

Weniger ist immer weniger

Philip K. Dicks Romane wurden für die frühen deutschen Veröffentlichungen gekürzt. Das betrifft nicht nur die (allerdings besonders betroffenen) Heftromane, auch die frühen Taschenbücher von Goldmann sind mit Kürzungen erschienen.
Die Gründe für die Kürzungen waren kommerzielle: Heftromane hatten für den Umfang einen seitengenaue Vorgabe, auch die Bücher durften nicht zu dick werden – Papier war (noch) teuer, auch andere produktionstechnische Beschränkungen wie die Anzahl der Druckbögen pro Buch usw., mögen Einfluss gehabt haben. Diese Goldmann-Ausgaben sollen später betrachtet werden, in diesem Eintrag geht es um eine merkwürdig späte Beschneidung.
Drei teilweise gekürzte Ausgaben von Simulacra
Simulacra: Mariner (ungekürzt), Knaur (übersetzt) und Heyne (gekürzt)

Samstag, 11. Februar 2023

Welches Motto?

In der kleinen Serie über Philip K. Dicks Äusserungen zu seinen deutschen Ausgaben kommen wir hier zu den drei Stigmata des Palmer Eldritch bzw. den LSD-Astronauten. Schon dieser (erste) deutsche Titel des Buches gefielt dem Autoren nicht. Im Interview sagt er:
Anton & Fuchs: In Germany the book was titled LSD-ASTRONAUTEN.
Dick:                  I know, Franz Rottensteiner did that.
Anton & Fuchs: He knows nothing about your acid. Franz Rottensteiner is a real nice guy.
Dick spricht hier mit Uwe Anton und Werner Fuchs in Metz, wo sie ihn 1977 im Laufe von drei Tage befragen. Natürlich beklagt er sich (ein bisschen) über seinen deutschen Verleger. Und er bestreitet hier auch, psychedelische Drogen genommen zu haben.
Rottensteiner mag den Titel gewählt haben, weil das Thema – Drogen und speziell LSD – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der (deutschen) Öffentlichkeit wohl „akut“ gewesen ist (und ein Verleger muss auch ans Verkaufen denken) und weniger, weil zu dem Zeitpunkt Dicks Ruf entsprechend war. Und schliesslich mag Rottensteiner von Helmut Wenskes (wie ich finde: grandiosen) Umschlagbild überwältigt worden sein, das besser zu einem Titel LSD-Astronauten passt als zum werktreuen, aber doch etwas sperrigen Die drei Stigmata des Palmer Eldritch.
Diverse Ausgabe von "The Three Stigmata of Palmer Eldritch" in Deutsch und Englisch
The Three Stigmata of Palmer Eldritch auf Deutsch, jeweil als Erstauflage: Insel (1971), Suhrkamp (1980), Heyne (2002) und Fischer (2014)

Samstag, 5. Juni 2021

Groschenhefte

Die Spur zu Gestirne, Gleiter, Galaxien wies mir Narziss, das muss ich zugeben. Gefunden habe ich dieses Buch nämlich bei der Suche nach diesem Blog.
Gestirne, Gleiter, Galaxien
Ein Beitrag aus diesem Blog über erste Veröffentlichungen von Philip K. Dick in Deutschland wird dort als eine (von vielen) Quellen genannt. Das ist natürlich sehr schmeichelhaft und schon allein deshalb hier eine Erwähnung wert. Nach ausführlicherer Beschäftigung mit diesem schönen Buch von Jochen Bärtle gibt es aber andere – und vielleicht bessere – Gründe, dieses Buch zur Hand zu nehmen. Das Buch handelt die verschiedenen (Heft-)Romanserien von 1953 bis „heute“ ab, wobei die Hochzeiten der Hefte in den 70ern endeten und es mit der Relevanz vorbei war – die Science Fiction „gehörte“ dann dem Buchhandel. Explizit ausgelassen wird Perry Rhodan, dessen Schatten hier aber doch unvermeidlich ist: Auch Autoren müssen essen und sehr viele deutsche Autoren haben irgendwann irgendwie auch bei dort mitgewirkt – allen voran Uwe Anton. Ich kann damit leben, so richtig honorieren kann ich es nicht. Vorurteile!
In einigen der im Buch geschilderten Serien sind auch Kurzgeschichten und Romane von Dick erschienen, nicht nur die ersten Romane in der Reihe Abenteuer im Weltenraum, wie oben beschrieben, auch Kurzgeschichten in der Utopia-Reihe, hier im Blog und später bei Terra und in den diversen Sub-Serien, auch das wird in diesem Blog behandelt. Abgehandelt werden auch frühe Taschenbuchreihen, wie Playboy Science Fiction von Moewig, die quasi die Heftserien beerben und den Übergang in den Buchhandel einleiten.

Samstag, 20. Juni 2020

Fast identische Simulacra

Philip K. Dicks Simulacra, 1. (links) und 2. Auflage mit identischem
Umschlagbild
Dieser Blog ist über das Sammeln und so gab es und gibt es hier hin- und wieder auch Beiträge, die dem Aussenstehenden, dem nicht-Sammelnden, ein wenig zu speziell erscheinen mögen. Dieses mal geht es um die zwei Auflagen der deutschen Erstausgabe von Simulacra.
Die amerikanische Erstausgabe von Philip K. Dicks The Simulacra erschien, wie so viele der frühen Werke von Dick, im bei Ace Books, Simulacra im August 1964 mit einem wunderbaren Titelbild von Ed Emshwiller. Im Dezember 1978 folgte dann beim Knaur Verlag die deutsche Erstausgabe in der Science Fiction Reihe mit der Verlagsnummer 708, übersetzt von Uwe Anton. Eine zweite Auflage folgt im April 1980. Die beiden Auflagen von Simulacra blieben der einzige Beitrag von Knaur von und zu Philip K. Dick in Deutschland.

Samstag, 20. Juli 2019

Philip K. Dick-Edition

Der Heyne Verlag hat sich in diesem Blog als wichtigster deutscher Verlag für Philip K. Dick einen zweiten Beitrag nach dem vorigen verdient. Auch wenn die Anzahl der Beiträge von Heyne zum Thema Dick in der letzten Zeit deutlich nachgelassen hat.
Einen herausragenden Platz hat die Philip K. Dick-Edition von Heyne, gelegentlich auch als Werkedition bezeichnet. 2002 begonnen, wurde diese wohl als umfassende Gesamtausgabe geplante Serie 2008 nach (nur) 16 Bänden abgebrochen; zwei weitere Bände waren schon angekündigt, sind aber nie erschienen, dazu mehr hier in diesem Blog.
Verantwortlich für die Edition war Sascha Mamczak, der seit 2002 als Nachfolger des grossen Wolfgang Jeschke bei Heyne die Science Fiction betreut.
Mamczak hat sich für die Edition einige Neuübersetzungen geleistet, z. B. für Eine andere Welt, oder bestehende Übersetzungen von Alexander Martin überarbeiten lassen. Er hat auch mehrere Vor- und Nachworte geschrieben oder lässt andere Dick-Kenner zu Wort kommen wie Paul Williams und Jonathan Lethem. Für die Herausgabe und das Lektorat der Reihe hat er 2006 den Kurd-Laßwitz-Preis erhalten.
Bei der äusseren Gestaltung hat Heyme sich von den typischen Science Fiction Umschlagbildern absetzen wollen und ein schlichtes, einfarbiges Design gewählt – einfarbig pro Band natürlich, gemeinsam sind die Bände recht bunt (das war auch im Regal der Buchhandlung gut zu sehen). Ein Regenbogen, wie bei Mariner, war wohl nicht beabsichtigt – dazu passt auch nicht das Schwarz von Nach der Bombe.
Weiterhin haben die Bände eingefalzte Klappen mit Autorenfoto und einem kurzen Portrait (hinten) und Werbung für die Reihe (vorne). Der Titel ist auf dem Umschlag in Silber leicht erhaben gedruckt, das führt leider gelegentlich zu Problemen, da das Silber leicht abgerieben wird. (Bände ohne silbernen Titel sind daher durch Abrieb beschädigte Exemplare, keine seltenen Fehldrucke.)
Eine erste Auflage mit der
Wimpel oben links
Keine erste Auflage (hier eine 3.)
mit dem Schriftzug oben links
Bemerkenswert sind einige der Auflagen. Mir selbst ist es sehr lange entgangen, dass es Varianten bei den Umschlägen gibt: Einige Exemplare zeigen auf Vorderseite oben links und auf dem Rücken das alte Verlagslogo, der ausgefüllte „Wimpel“ mit dem Verlagsnamen, andere haben das neue Logo, den Schriftzug HEYNE gefolgt von einem „Zacken“ (der das alte Logo „aufnehmen“ soll).

Samstag, 13. April 2019

Sekundär seltsame Welten

Edition Futurum, Nummer 7 über Philip K. Dick
Die seltsamen Welten des Philip K. Dick bei Corian (1984)
Ich habe versprochen – oder zumindest angekündigt – in diesem Blog verstärkt auch deutsche Sekundärliteratur zu Philip K. Dick zu betrachten. Das ist nicht ganz so einfach, gibt es doch im Vergleich zum angelsächsischen Sprachraum kaum eigenständige Beiträge zum Thema.
Eine Beteiligung in diesem Bereich stammt (natürlich) von Uwe Anton. Schon 1984 hat der Corian-Verlag Die seltsamen Welten des Philip K. Dick herausgegeben, als Band 7 der Reihe Edition Futurum. Diese Reihe beschäftigt sich in wohl zehn Bänden mit Themen und Schriftstellern der Science Fiction und Phantastik. Auf Dick folgt in der Edition Futurum mit Band 8 übrigens Stanislaw Lem, auch hier begegnen sich die beiden.
In der Science Fiction Times 7 (Juli) von 1985 findet sich eine Rezension der seltsamen Welten von Klaus W. Pietrek, die alleine schon diesen Blogeintrag wert ist (in der Rechtschreibung von 1985):

Samstag, 23. Februar 2019

Was für ein Theater

Es gibt zahlreiche Bearbeitungen der Literatur von Philip K. Dick in der darstellenden Kunst, hauptsächlich sind das Verfilmungen seiner Werke. Dazu kommen noch mehr Filme, die offensichtlich nachhaltig von Dick beeinflusst sind (auch wenn sie das nicht immer zugeben wollen). Im Bereich des Theaters aber gibt es nur wenige Bearbeitungen. Im Deutschen findet sich nur ein Tanztheater, das auf Uwe Antons Willkommen in der Wirklichkeit basiert, in der Dick als Figur auftritt. Im Englischen gibt es Brian Aldiss' Kindred Blood in Kensington Gore von 1991, über das in diesem Blog noch zu berichten sein wird, ebenfalls ein Stoff in dem Dick als Person auftritt.
Flow My Tears, the Policeman Said in der Bearbeitung für das Theater von Linda Hartinian

Samstag, 20. Oktober 2018

Bibliographien

In den Zeiten vor dem Internet war der Aufbau einer Sammlung in vielen Belangen weitaus schwieriger. Schon der Aufbau eines Katalogs war aufwändig und kompliziert. Für die eigene Sammlung musste er mühsam und langwierig aufgebaut werden, mit Hilfe von Informationen aus veröffentlichten Büchern, öffentlichen Bibliotheken und Buchhandlungen, wobei letztere allerdings ihre Kataloge lieferbarer Bücher als Betriebsgeheimnis lieber geheim gehalten haben und der Wunsch auf Einblick meist empört abgelehnt wurde – als quasi-Monopolist durch Preisbindung konnte man sich das leisten (… so ändern sich die Zeiten).
Philip Kindred Dick  Metaphysical Conjurer (1995)
Seltener noch war Sekundärliteratur zum Thema, weil sie in der Regel noch schwieriger zu finden war.
Im englischen Sprachraum gab es schon 1981 eine erste selbstständige Bibliographie zu Philip K. Dick von Daniel J. H. Levack: PKD: A Philip K. Dick Bibliography, aufwändig bebildert erschienen bei Underwood-Miller, wo später erst die legendären Collected Stories und dann die so wichtigen Selected Letters erschienen sind. Einzigartig ist diese Bibliographie, weil Dick selbst daran mitgearbeitet hat. Und weil dieses Buch natürlich ein Liebhaberstück ist, gibt es die Auflage von 1100 Exemplaren auch in diversen Varianten, mit rotem und grünen Cover, Soft- und Hardcover, und auch einige (200 oder 233) signiert. Und natürlich ist diese Bibliographie damit selbst ein attraktives und (signiert) ein teures Sammlerstück geworden.

Samstag, 4. August 2018

Heyne, unvergessen, unvermeidlich

Erst kürzlich, bei der Durchsicht älterer Blogeinträge, ist mir aufgefallen, dass ich den für Philip K. Dick, wohl für die Science Fiction insgesamt wichtigsten deutschen Verlag überhaupt, bisher ausgelassen habe: den Heyne Verlag.
Der Heyne Verlag wurde knapp 70 Jahre nach seiner Gründung und Selbstständigkeit 2001 zuerst von Axel Springer übernommen und ist nach einer weiteren Übernahme heute Teil der Random House Verlagsgruppe. Random House hat 2001 auch den Luchterhand Literaturverlag übernommen hat, der auch einen (kleinen) Beitrag (2 Bücher) zur Sammlung beigetragen hat.
Die erste Ausgabe eines Romans von Dick bei Heyne ist Träumen Roboter von elektrischen Schafen? von 1971, noch in Lizenz vom Marion von Schröder Verlag, die leider letzte Ausgabe von Dick ist der Sammelband Blade Runner, Ubik, Marsianischer Zeitsturz von 2009, letzteres ist eines von zwei Büchern, die derzeit auch noch beim Verlag erhältlich ist.
Dazwischen sind über 80 Einträge im Katalog, so viele wie von keinem anderen deutschen Verlag. Allerdings ist da nicht nur die Primärliteratur, Romane, Sammlungen und Reader und Anthologien, die einzelne Kurzgeschichten enthalten, sondern auch Sekundärliteratur und anderes bis hin zu Kuriosa. Darunter sind einige Erstveröffentlichungen und ein paar Singles, die nur einmal herausgekommen sind.
Herauszuheben ist das 1990 von Uwe Anton herausgegebene Willkommen in der Wirklichkeit: Die Alpträume des Philip K. Dick.  Es ist das einzige Buch in meinem Katalog, dessen deutsche Ausgabe es ins Englische geschafft hat, unter dem Titel Welcome to Reality: The Nightmares of Philip K. Dick. Das beinhaltet Kurzgeschichten mit eher sperrigen Titeln wie Philip K. Dick Is Dead and Living Happily in Wuppertal von Ronald M. Hahn, im Original natürlich Philip K. Dick ist tot und lebt glücklich und zufrieden in Wuppertal-Vohwinkel.
Dieses Buch ist für eine Sammlung absolut relevant, obwohl es nur eine Kurzgeschichte von Dick enthält, weil es eine einmalige Sammlung von recursive bzw. Meta-SF zu Philip K. Dick ist. Und deshalb ist es wohl auch zur Übersetzung gekommen. Man darf vermuten, dass der Herausgeber beim Entstehen dieser Sammlung eine herausragende Rolle gespielt hat.
Philip K. Dick herausgegeben von Uwe Anton
Die zwei bemerkenswertesten Ausgaben von Dick beim Heyne Verlag,
beide herausgegeben von Uwe Anton: Willkommen in der Wirklichkeit
und der Reader Kosmische Puppen und andere Lebensformen
Erwähnen kann man auch noch die Anthologie Kosmische Puppen und andere Lebensformen von 1986, die bisher einzige deutsche Ausgabe von Cosmic Puppets. Dicks Novelle ist ergänzt um eine Auswahl von Kurzgeschichten und – wichtiger – einigen Essays von und über Dick, die wir sonst wohl nicht auf Deutsch gesehen haben. Dabei ist auch Dicks If You Find This World Bad, You Should See Some of the Others, auf Deutsch Wenn Sie glauben, diese Welt sei schlecht, sollten Sie einmal ein paar andere sehen. Auf Englisch ist dies erst 1991 in der PKDS Newsletter und 1995 in den Selected Writings erschienen.

Samstag, 19. August 2017

Einhörner und weisse Wale

Ein Einhorn ohne Bezug zum Sammeln
Dieses Einhorn ist weder selten noch teuer und hat nichts mit Philip K. Dick zu tun
In jeder Sammlung und zu jedem Sammelgebiet gibt es seltene, seltenere und praktisch unfindbare Ausgaben, die weissen Wale, die den Sammler zu immer neuen Fahrten in die Weiten des Internets rufen und deren Ruf er nicht widerstehen kann. Ähnlich wirken die Einhörner, solche Objekte, deren Existenz nicht einmal gesichert ist, auf die es nur unklare und unzuverlässige Hinweise gibt. Manches Einhorn erweist sich im Laufe der Zeit als Phantom, etwas, dass es sicher gar nicht gibt. Oder es kann seine Existenz belegen und wird dann zum weissen Wal.
Bei den englischen Originalausgaben findet man viele dieser seltenen und/oder teuren Exemplare – tatsächlich sind übrigens die meisten der wirklich teuren Exemplare eben nicht selten, sondern leicht zu finden, so bei Philip K. Dick die meisten Hardcover Erstausgaben oder die zahlreichen Sammlerausgaben.

Samstag, 13. August 2016

Wunder-bar

Manchmal gibt es es noch Wunder. Kleine Wunder vielleicht, aber für den Sammler, der viele Jahre danach gesucht hat, sehr schöne Wunder.
Es gibt einen sehr frühen Aufsatz von Philip K. Dick, der im Original Nazism and the High Castle heisst und erstmalig im Jahre 1964 in der Ausgabe 9 des amerikanischen Fanzines Niekas erschienen ist. Dick setzt sich hier mit dem Thema Nazismus auseinander, ausgelöst offenbar durch eine Diskussion um seinen Roman Das Orakel vom Berge, der im Original 1962 erschienen war. Niekas hat auch noch einige andere Texte von Dick veröffentlicht, ist aber nur sehr schwer zu finden – und zu bezahlen.
Mutant 9, ein Fanzine von 1966 mit dem Essay Nazismus von Philip K. Dick