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Samstag, 13. Juni 2026

Precious Artifacts 5 ist da!

Es ist schon etwas her: Beim Philip K. Dick Festival 2024 in Fort Morgan konnte ich David Hyde und Henri Wintz treffen. David war der Organisator der (drei+) Festivals in Colorado und ist zusammen mit Henri Verleger von Wide Books, einem Verlag, der sich auf Bücher über Philip K. Dick spezialisiert hat. Fast alle davon befinden sich auch in der Sammlung. Insbesondere die Reihe der internationalen Bibliographien Precious Artifacts hat viel Beachtung in der Szene gefunden, auf dem Festival wurde der vierte Band zu Italien vorgestellt. Ich habe begeistert angeboten (und mich vielleicht etwas aufgedrängt), an einem Band über Deutschland mitzuarbeiten: meine Sammlung ist (ziemlich) komplett und auch sonst weiss ich das eine oder das andere zum Thema.
Ende des Jahres (2024) habe ich dann das erste Manuskript bekommen – viel Richtiges und Gutes war schon gesammelt, aber es gab noch einiges zu tun. Bis zum nächsten Festival in Fullerton, 2026, sollte es fertig werden, viel Zeit eigentlich.
Die Zeit ist schnell vergangen, jetzt kann man erst mal sagen – es ist fertig: Precious Artifact 5 - Unbezahlbare Artefakte - Eine Bibliographie zu Philip K. Dick.
Das Cover von Precious Artifacts 5 mit dem Gesicht von Philip K. Dick
Unbezahlbare Artefakte - eine Bibliographie zu Philip K. Dick

Samstag, 28. Dezember 2024

Jahresrückblick 2024: Ein grosses Jahr

»Was für ein Jahr!«
Der Höhepunkt meiner Reise von, mit und zu Philip K. Dick ist sicher dieses vergangene Jahr gewesen: Natürlich wegen der Fahrt – oder fast schon Wallfahrt – zum 3. Philip K. Dick Fest in Fort Morgan.
Fort Morgan: Das Grab von Philip K. Dick
Das Grab: Jane und Phil
Bei dieser Fahrt kommt alles zusammen: Vorträge und kluge Diskussionen über Dick, Menschen zu treffen, mit denen man schon lange (wenn auch nur über das Netz) Kontakt hatte und mit denen man sich nun persönlich über das gemeinsame Interesse austauschen kann, eine Reise in ein spannendes Land, der Besuch von vielen Antiquariaten, in denen man einige schöne Stücke einfach so (versandkosten- und einfuhrgebührenfrei!) finden und der Sammlung hinzufügen konnte und schliesslich der Besuch der Ruhestätte des Menschen, mit dem ich mich seit vielen Jahren schon so beschäftige. Und all das ist in einer besonderen Atmosphäre passiert, einem sehr heissen Sommer in Colorado, zuerst allein unterwegs, hinterher mit einem Abstecher in die persönliche Vergangenheit.

Samstag, 9. März 2024

Bilingue

Einzigartig ist dieses Buch, gänzlich einzigartig im Philip-K.-Dick-Universum: eine Bilingue. Diese französische Ausgabe von 2009 enthält den Text von zwei Kurzgeschichten jeweils im englischen Original und in der französischen Übersetzung. Bücher dieser Art richten sich an Sprachschüler und dieses Angebot ist allgemein nicht ungewöhnlich. Der erwähnte Band ist Teil der Reihe Folio Bilingue mit zahlreichen weiteren Büchern dieser Art, von Jack Kerouac bis H. G. Wells, aber auch nicht-englische Text wie von Sigmund Freud auf Deutsch und Jorge Luis Borges auf Spanisch.
Zweisprachig – Philip K. Dick: Rapport Minoritaire

Samstag, 4. Mai 2019

Kross

The Three Stigmata of Palmer Eldritch von Voyager
Neue Zugänge in der Sammlung bringen mich meist dazu, den Katalog im Umfeld des Neuzugangs aufzuräumen. Dabei finde ich auch immer Unerwartetes.
So war es auch bei The Three Stigmata of Palmer Eldritch von Philip K. Dick. Dieses neue Exemplar ist 1996 bei Voyager erschienen, dem Science Fiction Imprint des US-amerikanischen Verlags HarperCollins. Dieser hatte in den 70er und 80er Jahren die  Verlage Panther und Granada, die in Grossbritannien sehr viel von Dick veröffentlicht haben, in den 90ern im Imprint Voyager aufgehen lassen: ISFDB weisst die ersten Bücher von Voyager 1995 nach. Dieser Tage firmiert Voyager übrigens als HarperVoyager, Dick ist nicht mehr im Programm.

Samstag, 20. Oktober 2018

Bibliographien

In den Zeiten vor dem Internet war der Aufbau einer Sammlung in vielen Belangen weitaus schwieriger. Schon der Aufbau eines Katalogs war aufwändig und kompliziert. Für die eigene Sammlung musste er mühsam und langwierig aufgebaut werden, mit Hilfe von Informationen aus veröffentlichten Büchern, öffentlichen Bibliotheken und Buchhandlungen, wobei letztere allerdings ihre Kataloge lieferbarer Bücher als Betriebsgeheimnis lieber geheim gehalten haben und der Wunsch auf Einblick meist empört abgelehnt wurde – als quasi-Monopolist durch Preisbindung konnte man sich das leisten (… so ändern sich die Zeiten).
Philip Kindred Dick  Metaphysical Conjurer (1995)
Seltener noch war Sekundärliteratur zum Thema, weil sie in der Regel noch schwieriger zu finden war.
Im englischen Sprachraum gab es schon 1981 eine erste selbstständige Bibliographie zu Philip K. Dick von Daniel J. H. Levack: PKD: A Philip K. Dick Bibliography, aufwändig bebildert erschienen bei Underwood-Miller, wo später erst die legendären Collected Stories und dann die so wichtigen Selected Letters erschienen sind. Einzigartig ist diese Bibliographie, weil Dick selbst daran mitgearbeitet hat. Und weil dieses Buch natürlich ein Liebhaberstück ist, gibt es die Auflage von 1100 Exemplaren auch in diversen Varianten, mit rotem und grünen Cover, Soft- und Hardcover, und auch einige (200 oder 233) signiert. Und natürlich ist diese Bibliographie damit selbst ein attraktives und (signiert) ein teures Sammlerstück geworden.

Samstag, 1. September 2018

Französisch

Frankreich! Das Land, das Philip K. Dick am meisten geliebt hat. Und dieser Satz gilt wohl in beiden seiner Bedeutungen. Kurzgeschichte und Roman sind in Italien vor entsprechenden Ausgaben in Frankreich erschienen und es gibt dort auch insgesamt mehr Ausgaben, aber die Liebe der Franzosen zu Dick erscheint doch grösser zu sein als die der Italiener – oder auch die der Deutschen. In jedem Fall wird diese Zuneigung von Dick mehr erwidert. Frankreich und Metz spielen in seinen Äusserungen immer wieder eine grosse Rolle. Er erzählt immer wieder vom 2eme Festival International de la SF de Metz im September 1977 und pflegt auch regen Briefverkehr mit Frankreich. Dick plante wohl bis zu seinem Tod eine weitere Reise nach Frankreich (mit – wohl, möglicherweise – einem Abstecher nach Deutschland).
Die Gründe für diese Verehrung durch die Franzosen sind sicher vielfältig. Es mag nicht nur daran liegen, was Dick geschrieben hat, sondern auch an der politischen Situation, vorhanden war sie auf jeden Fall. Mehr dazu nachlesen lässt sich im Artikel Dick in France: A Love Story von Roger Bozetto in Science-Fiction Studies #45 (1988). Dick wurde zu einer Kultfigur für französische Intellektuelle, an Fachbereichen für englische Literatur blieb er dagegen eher unbekannt.
Ubik in französischer Übersetzung, UGE (1999)
Die erste französische Veröffentlichung war, wie üblich, eine Kurzgeschichte, hier Le sacrifié, auf Deutsch Entbehrlich [Expendable] im März 1954. Als erster Roman erscheint Les Mondes Divergents, auf Deutsch Und die Erde steht still [Eye in the Sky] im Jahr 1959.
Insgesamt sind (derzeit) mehr als 215 Ausgaben der Science Fiction-Romane, 55 Ausgaben von Kurzgeschichtensammlungen und 23 Ausgaben aller neun Romane erschienen, weiterhin 15 Sammelbände und natürlich viele Kurzgeschichten in allgemeinen Anthologien. [Update: zum 40. Todesjahr 2022 sind noch einmal fast alle Romane neu erschienen, teilweise auch in neuer Übersetzung.]
Heute erscheint Dicks Werk (überwiegend) beim renommierten Verlag Gallimard, auch das zeigt den hohen Stellenwert, den Dick in Frankreich hat. Und nur in Frankreich wird Dick auf französisch publiziert, ich konnte keine französischen Ausgaben aus Belgien oder anderen Ländern finden.
Französische Bücher sind in Deutschland problemlos zu erhalten. Da auch Antiquariate und private Verkäufer (sehr) günstig nach Deutschland versenden – und das Bezahlen dank SEPA gar kein Problem mehr ist – sind dem Sammeln französischer Ausgaben auch in Deutschland keine Grenzen gesetzt. Und es gibt sehr viel zum Sammeln!

Montag, 30. Oktober 2017

Italienisch

Folia per sette clan, die italienische Ausgabe von Die Clans
des Alpha-Mondes
[Clans of the Alphane Moon], in einer
 Ausgabe des italienischen „Dick-Verlages“ Fanucci von 1998
Italien – das Land, das Philip K. Dick und sein Werk am meisten liebt! Nicht Frankreich, ein Land, das Dick besucht und das ihm bekanntlich viel Liebe gezeigt hat oder unser Deutschland, das sich auf Dichter und Denker versteht, Italien hat die meisten (übersetzen) Ausgaben von Dicks Werken herausgegeben. Und es gibt auch alle neun Mainstream-Romane auf Italienisch, in Deutschland ist das leider (noch?) nicht so.
Kurz zum Anfang: 1958 erschien als erste Dick-Ausgabe eine Übersetzung von Dicks erstem Roman Solar Lottery: Il disco di fiamma bei Mondadori. Unter dem Titel Griff nach der Sonne war das übrigens im gleichen Jahr auch in Deutschland der erste Roman von Dick – und wohl die ersten Übersetzungen eines Romans von Dick weltweit. Mondadori blieb auch bis 2002 der grösste Dick-Verlag in Italien. Ab 2003 hat dann der Science Fiction Verlag Fanucci das Portfolio von Dick exklusiv übernommen. Ganz allgemein gibt es in Italien offenbar die Tendenz Romane in Serien bzw. Reihen herauszugeben. Fanucci hat nun sehr viele dieser Reihen herausgegeben und jede umfasst die gängigsten rund 25 Romane … so kommt man schnell auf über 170 Ausgaben allein seit 2003 – zusätzlich zu knapp 50 weiteren in den Jahren vorher: Fanucci hat mehr als 220 Ausgaben herausgebracht und ist damit in meinem – allerdings unvollständigen – Katalog mit Abstand der fleissigste Verlag, so weit es Ausgaben von Philip K. Dick betrifft. Und jede Ausgabe hat hier ihre eigene ISBN, das macht die Orientierung etwas leichter.

Samstag, 28. November 2015

Eigentlich Nichts

Was fehlt da?
Nachdem ich nicht richtig dazu gekommen bin, ein Thema vorzubereiten, passen dazu ein paar Worte zu Ausgaben von Philip K. Dick, die es nicht gibt.
Besonderer Erwähnung bedürfen diese Bände, weil sie oft noch vielerorts herumschwirren. Offenbar melden die Verlage diese Bücher für die üblichen Vertriebswege an und so erscheinen sie dann allerüblicherorten. Und nachdem sie bei Amazon und bei anderen Online-Anbietern jahrelang angekündigt waren, sind sie jetzt (fast) real – allerdings nicht greifbar. Ich nenne diese Bücher in diesem Blog Phantombände. Hier ganz explizit die Aussage: Diese Bücher gibt es nicht!