Der Merkur, die Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, erscheint
ununterbrochen seit 1947. Und man kann ihm sicher zugestehen, eine
der wichtigsten und angesehensten Kulturzeitschriften im deutschsprachigen
Raum
zu sein. Veröffentlichungen im Merkur haben daher sicher einen anderen
intellektuellen Stellenwert und eine andere Sichtbarkeit als solche in
Fan-Magazinen - nicht nur wegen der unterschiedlichen Auflagenhöhe.
Ein Blog über das Sammeln von Büchern, Zeitschriften, Fanzines und anderem Papier von und über Leben und Werk des amerikanischen Science Fiction Schriftstellers Philip K. Dick (1928-1982).
Posts mit dem Label Klett werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Klett werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 24. September 2016
Samstag, 24. Oktober 2015
Zurück zur Schule...
|
|
| Aufrisse 1 (1973) von Schöningh |
Dicks Werk hat schon länger Einzug in die Hochschulen gehalten, in Deutschland auch in die allgemeinbildenden Schule. In dieser Kategorie gibt es derzeit neun Bücher.
Bereits im Jahr 1973 erscheint seine Kurzgeschichte Der Bunker in einem Lesebuch für die 5. und 6. Klasse (Orientierungsstufe) im bekannten Schulbuchverlag Schöningh: Aufrisse 1. Band hat die ISBN 3-506-25510-X. Neben insgesamt 127 Texten von u.a. Bradbury, Brecht, Clarke und Disney, Goethe, Luther und Twain steht dieser Text in der Textgruppe Science Fiction.
Bei der Lektüre zeigt sich dem aufmerksamen Leser aber, dass der Text auf
die Hälfte gekürzt wurde. Im Textnachweis wird auf die Übernahme aus
dem X-Magazin
hingewiesen, wo der Text bereits gekürzt vorliegt. Schade, dieser Text hätte
es verdient in ganzer Länge präsentiert zu werden.
In der Science Fiction Times 138 von 1974 kann man die Gedanken
von Kurt Denkena zum
Einzug der Science Fiction in bundesrepublikanische Schullehrbücher (und speziell in dieses) nachlesen. Er wertet sozialistisch korrekt:
Anders da PHILIP K. DICKs "Der Bunker" (aus X-Magazin 11/70), ein Angriff gegen die kapitalistische Industrie, deren Produktion nur darauf ausgerichtet ist, Waren herzustellen, an denen möglichst viel zu verdienen ist und die ergo ziemlich schnell wieder außer Betrieb gesetzt werden müssen (sprich: Zerfall), um den Käufer zum neuen Warenerwerb zu zwingen. Deutlich wird in der Story auch der Druck der Außenwelt, die Außenseiter dazu zwingt, sich zu integrieren [...]
In AUFRISSE finden sich also fünf durchaus begrüßenswerte SF-Kurzgeschichten, wobei die zwei letzteren [das beinhaltet Dicks Bunker] sogar höhere (=gesellschaftskritische) Bedürfnisse befriedigen dürften. [...]
Eingegliedert in andere kritische Literatur ist diese Textgruppe durchaus positiv zu werten, ein Schritt nach vorn im Kampf gegen die von reaktionären Kräften immer noch beherrschte Science Fiction.
Dieser Text ist (derzeit) der letzte Text von Dick, der in deutscher Übersetzung in einem
Schulbuch erschienen ist.
Abonnieren
Posts (Atom)