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Samstag, 24. Februar 2024

Tony und die Pyramiden

Es ist nur eine kurze Bemerkung in einem Brief an Roger Zelazny: Philip K. Dick thematisiert die deutsche Übersetzung seines Romans The Penultimate Truth. Das verdient trotzdem einen Eintrag in diesem Blog, der sich doch vornehmlich für alles Deutsche im und um das Werk von Philip K. Dick herum interessiert.
Dick hatte um 1968 mit Roger Zelazny eine Zusammenarbeit für Deus Irae vereinbart, es gab in der Folge einen Austausch zwischen den beiden Autoren, viele Details bleiben dabei aber unklar. In einem Brief vom 13.9.1970 schreibt Dick über die deutsche Übersetzung von The Penultimate Truth. Es handelt sich um die deutsche Erstausgabe, die gerade unter dem Titel Zehn Jahre nach dem Blitz bei Goldmann herausgekommen war [Selected Letters 19381971]:

Samstag, 29. Juni 2019

Goldener Blade Runner

Blade Runner bei Fischer Klassik (2019)
Pünktlich am 26. Juni ist der Blade Runner beim Fischer Verlag in einer neuen Ausgabe erschienen. Und natürlich hat der Verlag dafür seine eigene Neuübersetzung gewählt. Über die Erstausgabe der Neuübersetzung, die 2017 bei Fischer erschienen ist, habe ich in diesem Blog ja schon geschrieben – und über die diversen Übersetzungsvarianten auch schon. Am meisten freue ich mich in der Neuübersetzung über den Kipple, der es endlich ins Deutsche geschafft hat.
Bemerkenswert aber ist das Umschlagbild: Ein Motiv, das zumindest farblich eher dem Film Blade Runner von 1982 entlehnt zu sein scheint, weniger dem zweiten Teil, Blade Runner 2049, das vor allem aber von den abstrakten Covern der anderen Bände der Klassik Reihe abweicht. Als Sammler mit einem gewissen Ordnungssinn widerstreben einem solche Unregelmässigkeiten zwar. Aber abgesehen davon, dass Fischer hier wohl aus kommerziellen Gründen  den Bezug auf die Verfilmung auch auf dem Cover herstellen will, sin ist die Umschlaggestaltung der Klassik-Reihe nicht unbedingt … nun, sie sind nicht wirklich lebendig. Und mit diesem Cover bin ich sehr zufrieden; für den galaktischen Topfheiler, den nächsten Band von Dick in der Klassik Reihe, der im November erscheint, fallen wir aber wieder ins alte Design zurück.
Für Sammler muss man noch anmerken, dass der Verlag ein Coverdesign mit einem weissen Rand zeigt, dieses hat sich in freier Wildbahn aber (noch?) nicht gezeigt; man muss annehmen, dass Fischer hier wie Gollancz in England Änderungen in letzter Minute vorgenommen hat. Im Netz finden sich nur diese weissrandigen Ausgaben, die es vermutlich (bzw. ziemlich sicher) nicht gibt. Künftige Sammlergenerationen werden hier verwirrt.

Samstag, 15. Juni 2019

Aus dem Leim

Soll man sich ärgern oder freuen? Die Verlage machen es einem manchmal nicht einfach: Über die Probleme mit ISBNs habe ich neulich schon berichtet. Dann gibt es noch Umschlagbilder, die von den Verlagen verbreitet werden, die es aber nicht gibt … und schliesslich das unvollständige Impressum. Die deutschen Ausgaben in unserer Philip K. Dick Sammlung leiden weniger an dieser letzten Krankheit, die britischen dafür um so mehr.
Time Out of Joint in der SF Masterworks Serie von Gollancz, rechts die Erstausgabe, links die neue Ausgabe

Samstag, 26. Januar 2019

Wie die Zeit vergeht

Auch 2019 gibt es neue Ausgaben von Philip K. Dick in der Klassik-Reihe bei Fischer. Vom Verlag für den 23. Januar angekündigt ist Zeit aus den Fugen [Time Out of Joint]. Wir finden es in der Übersetzung von Barbara Krohn und Gerd Burger, in der es ursprünglich bei Haffmans im Jahr 1995 erschienen ist. Gefunden habe ich es allerdings schon am 19. Januar in der Filiale einer Kette und gekauft bei meinem freundlichen Buchhändler am Ort am 21. Januar. Und schliesslich steht im Impressum Februar 2019. Das macht den Eintrag im Katalog nicht einfacher.
Zeit aus den Fugen mit dem üblichen, langweiligen Cover von Fischer (2019) – der aktuelle Band von Philip K. Dick in der Reihe Klassik

Samstag, 19. Mai 2018

Kleinlichkeiten

Die Ankündigung von Fischer im nächsten Jahr eine Ausgabe von Philip K. Dicks Time Out of Joint herauszugeben, hat mich dazu gebracht, die Ausgaben dieses Romans einmal anzusehen, die ich in meiner Sammlung habe.
Deutsche Ausgaben von "Time Out of Joint" von Philip K. Dick
Zeit aus den Fugen von Philip K. Dick bei Heyne (2002)
in der Werk-Edition und gebunden bei Haffmans (1995)
Von diesem frühen Roman von Dick gibt es diverse deutsche Ausgaben, angefangen mit Zeit ohne Grenzen von Balowa (1962), dem ersten richtigen Buch von Dick jenseits von Heftausgaben.
Es folgte eine von Tony Westermayr neu übersetze Ausgabe in drei Auflagen bei Goldmann unter dem Titel Zeitlose Zeit. Und danach gibt es eine weitere Neuübersetzung, dieses mal mit dem angemessenen Titel Zeit aus den Fugen, bei Haffmans und der derzeit letzten Ausgabe bei Heyne (2002). Bei der von Fischer angekündigten Ausgabe handelt es sich wohl um die Übersetzung von Haffmans, die man auch bei Heyne findet.
Ich habe alle drei Auflagen von Goldmann in der Sammlung, auch wenn erste und zweite Auflage – bis auf die Angabe der Auflage im Impressum – scheinbar identisch sind. Und obschon sie im Regal nebeneinander stehen, war mir nie aufgefallen, dass die ansonsten identische erste und zweite Auflage abweichende Buchrücken haben: Die erste Auflage hat einen weissen Rücken mit hell lila Schrift für den Schriftzug Science Fiction und das Goldmann-Logo und schwarze Schrift für Autor und Titel. Bei der zweiten Auflage ist der Rücken hellblau und die Schrift gelb und weiss.

Samstag, 2. September 2017

Wirklich ganz Neues von Fischer

Und wieder überrascht mich der Fischer Verlag. Die Tatsache, dass Fischer es schafft, pünktlich zum Film Blade Runner 2049 eine Neuauflage von Philip K. Dicks Roman Do Androids Dream of Electric Sheep? herauszubringen, ist schon bemerkenswert. Beim Roman Das Orakel vom Berge hat Fischer eine Weile gebraucht, um das Buch verkaufsfördernd unter dem Titel der Amazon-Serie The Man in the High Castle herauszubringen. DADoES kommt nun bei Fischer unter dem Titel Blade Runner  und etwas verschämt innen ergänzt um Träumen Androiden von elektrischen Schafen?  heraus. Wirklich bemerkenswert ist es, dass sich Fischer eine veritable Neuübersetzung geleistet hat, obwohl der Verlag erst neulich, 2014, eine Ausgabe des Romans herausgegeben hat. Bei dieser Ausgabe gab es schon ein bisschen Verwirrung um die Übersetzung, mehr dazu findet sich im Blogeintrag zur vorigen Blade Runner Ausgabe von 2014.
Träumen Androiden von elektrischen Schafen?
Blade Runner von Philip K. Dick in der Neuübersetzung von Fischer TOR (2017). Das
Lesezeichen war wohl vom Verlag beigelegt und bleibt bei diesem Buch.

Samstag, 18. April 2015

Das Fundament

Der Wilhelm Goldmann Verlag, später nannte er sich dann nur noch Goldmann Verlag, hat – natürlich nach Heyne, dazu ein anderes mal [Update: Und Fischer, die 2021 auf 23 Ausgaben gekommen sind]  – mit zwölf Romanen die meisten Ausgaben von Philip K. Dick herausgegeben: Es sind 17 Ausgaben in fünf Serien erschienen. Zunächst sind das von 1970–1971 vier Bände in der Serie Goldmanns WELTRAUM Taschenbücher, noch ohne ISBN-Nummern, die erst kurz danach eingeführt wurden:
  • Die seltsame Welt des Mr. Jonesungekürzt
  • Hauptgewinn, die Erde, übersetzt von Hans-Ulrich Nichau
  • Und die Erde steht stillübersetzt von Hans-Ulrich Nichau
  • Zehn Jahre nach dem Blitz, ungekürzt
Alle 162 Titelgrafiken der Reihe und damit auch dieser vier Ausgaben sind von Eyke Volkmer gestaltet.
Bald danach, 1972–1973, erscheinen zwei weitere Romane in der jetzt in Goldmann Science Fiction umbenannten Reihe:
  • Die rebellischen Roboter
  • Vulkan 3ungekürzt
1975 sind dann die vier Bände aus der WELTRAUM Taschenbücher Serie in neuer Auflage erschienen, mit neuem Umschlagbild, aber alter Verlagsnummer und altem Erscheinungsdatum im Impressum. Auch das Design lehnt sich noch an die ersten Ausgaben an. Sie enthalten keinen Hinweis darauf, dass es sich um eine Neuauflage handelt. Allerdings haben sie eine ISBN-Nummer, so dass die Ausgaben sich klar als Neuauflagen identifizieren lassen. In keinem der früher Bücher von Goldmann gibt es sonst Angaben zur Auflage.
"The Penultimate Truth"
Zwei Ausgaben von Zehn Jahre nach dem Blitz von Philip K. Dick bei Goldmann