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Samstag, 24. Februar 2018

Zehn elektrische Träume

Die erste Veröffentlichung von Philip K. Dick ist in diesem Jahr am 22. Februar die Anthologie Electric Dreams beim Fischer Verlag. Diese Ausgabe verdanken wir natürlich der gleichnamigen britischen Fernsehserie, die seit Anfang des Jahres auch bei Amazon in Deutschland verfügbar ist.
Electric Dreams mit zehn Kurzgeschichten von Philip K. Dick beim Fischer Verlag (2018)

Samstag, 16. September 2017

Niederländisch

Der erste Dick in Holland:
Laarzen in de Nacht, Born (1968)
Auch im Königreich der Niederlande hat Philip K. Dick seine Spuren hinterlassen. Die erste Kurzgeschichte erscheint schon 1962 unter dem Titel Foster, je bent dood in Science Fiction Verhalen. Die erste Anthologie erscheint 1968, Een handvol duisternis. Das britischen Original A Handful or Darkness, war 1955 bei Rich & Cowan in London erschienen. Die Sammlung erscheint erst 1978 in den USA, der niederländische Verlag Het Spectrum hat sich also nicht in den USA, sondern im näher liegenden England versorgt. Die niederländische Zusammenstellung enthält aber wohl Second Variety, das im britischen Original fehlt, dafür fehlen einige andere Geschichten der britischen Ausgabe. Die Rich & Cowan-Ausgaben dieser Anthologie gibt es in verschiedenen Varianten und sie sind in sammelbarer Erhaltung nicht ganz billig.
Der erste Roman von Dick erscheint in den Niederlanden im gleichen Jahr, 1968. Laarzen in de nacht, (Laarzen sind Stiefel) im Original The Man in the High Castle bei Born, allerdings in gekürzter Fassung; gekürzt wurden die frühen Ausgaben von Dick auch in Deutschland. Eine ungekürzte Neuausgabe ist 2016 zur Amazon-Serie erschienen.

Samstag, 4. März 2017

Ungarisch

Die Spuren der ersten Veröffentlichung von Philip K. Dick in Ungarn führen – wie dort wohl vieles in der Zeit – zurück in die Sowjetunion. Dort erscheint im April 1958 in der populären Wochenzeitschrift Ogonek die Kurzgeschichte Der Bunker [Foster, You're Dead] als erste russische Übersetzung von Dick, mehr dazu gab es schon hier im Blog.
Übersetzung von Der Bunker in der Nummer 82 der
rumänischen Zeitschrift Colecția de Povestiri
Stiințifico-Fantastice
(1958), mit dem Hinweis
aus der Zeitschrift Ogonek; Autor: „Philip C. Dick“ [sic!]
Im gleichen Jahr wurde diese Geschichte von Dick, zusammen mit Robert A. Heinleins The Long Watch, in der Nummer 82 der rumänischen Reihe Colecția de Povestiri Stiințifico-Fantastice (CPSF) veröffentlicht. Diese Reihe wurde seit 1956 unter dem Titel Tudományos-Fantasztikus Elbeszélések (TFE bzw. „Science-Fiction Geschichten“) auch in Ungarn verlegt. So erschien Der Bunker dort 1959, wohl im Juli, in der Ausgabe 73 mit dem Titel Két amerikai elbeszélés („zwei amerikanische Erzählungen“). In Ungarn wurde die Reihe offenbar nach der Nummer 80 im selben Jahr verboten. Die rumänische CPSF lief bis 1974 und wurde 1990 neu gegründet.
Die Übernahme aus der sowjetischen Zeitschrift Ogonek vermied natürlich Probleme, die in einem Ostblockstaat sonst durch den Abdruck eines amerikanischen Schriftstellers in einer Hochphase des kalten Krieges entstehen konnten.

Samstag, 31. Dezember 2016

Rückblick 2016

Neue deutsche Bücher von und über Philip K. Dick, darum geht es ja in diesem Blog hauptsächlich, sind selten. Daher sind die drei Ausgaben der 3. Staffel bei Fischer, das vorläufige Ende der Serie, ein wichtiger  Neuzugang in der Sammlung. Das Highlight des Jahres ist aber sicher der Appendix Dick von Tommi Brem. Ich bin immer noch sehr begeistert ein solches Buch aus Deutschland zu sehen.

Samstag, 9. April 2016

Und das war Rumänisch.

Jucătorii de pe Titan von 2009, die rumänische
Ausgabe von Philip K. Dicks Roman
The Game Players of Titan von 1963
Diese Ausgabe von Das Globus-Spiel ist schon seit einiger Zeit in meiner Sammlung. Bei der regelmäßigen Suche auf den üblichen Seiten ist mir diese rumänische Ausgabe seinerzeit aufgefallen, nicht nur weil sie praktisch überall auftauchte, sondern weil sie auch recht günstig war. Der Anbieter, der wohl auch einen Kleinverlag betrieb, bot dieses Buch neu und vor allem versandkostenfrei an. Dadurch wurde es unwiderstehlich günstig.
Die Wahl gerade dieses Romans für eine Übersetzung ins Rumänisch, dessen englische Erstausgabe als Game Players of Titan zuerst 1963 bei Ace Books erschienen ist, ist nicht ganz schlüssig. Gerade mal ein Dutzend SF-Romane von Philip K. Dick sind in Rumänien übersetzt, es gibt also attraktivere Romane als diesen. Gerade die frühen 60er waren eine Hochphase von Dick, mit Das Orakel vom Berge (1962), Marsianischer Zeitsturz (1963) und Kinder des Holocaust (1965) – und nicht alle davon sind übersetzt – aber Das Globus-Spiel, obwohl aus der Zeit, gehört doch eher nicht dazu. Auch Butler gibt ihm nur 2 von 5 Punkten. Die Neuausgabe des Romans mit neuem Umschlagbild von 2015 rechne ich der Tatsache zu, dass Übersetzung und Lizenzen vorhanden waren, nicht wegen der grossen Relevanz des Romans.
Im Deutschen gibt es nur eine Ausgabe von The Games Players of Titan: nämlich Das Globus-Spiel bei Goldmann (1978) und das wohl auch nur in einer Auflage. Und weil es nur diese eine Ausgabe gibt, ist die auch ein bisschen teurer, aber trotzdem leicht zu finden – und nicht wirklich teuer. Aber es ist eben kein Werk für den Dick-Erstleser, aber natürlich unbedingt für den Sammler und den Komplettisten.

Samstag, 20. Februar 2016

Огонек № 16, 1958

Ein Sammler ist eben auch ein Jäger. Es macht mehr Spass, wenn das Ziel der Jagd schwer zu erlegen bzw. zu finden ist, als es im Shop seinem Warenkorb hinzuzufügen.
Eine etwas längere Jagd ist dieser Tage zu Ende gegangen, die in der Adventszeit des vorigen Jahres begann. Auf der Suche nach einem Thema für einen weihnachtlichen Blogeintrag bin ich auf die Kurzgeschichte Foster, You're Dead von Philip K. Dick gestossen, zu Deutsch Der Bunker, später auch übersetzt als Foster, du bist tot.
Die Ausgabe von Ogonek mit Dicks "Foster, You're Dead"
Огонек № 16, 1958 enthält die erste russische Übersetzung von Philip K. Dicks
Kurzgeschichte Foster, You're Dead, auf Deutsch Der Bunker

Samstag, 26. Dezember 2015

** * * ** * * Weihnachten ** * ** * ***

Philip K. Dicks Beiträge zum Thema Weihnachten sind durchaus begrenzt. Aber Dicks Protagonist ist oft genug der sprichwörtliche sales man, der den viel gescholtene Kommerz der Weihnachtszeit herbeisehnt. Etwas ausführlicher passiert das so in Mary und der Riese, Edition Phantasia (2010) und ebenso ganz typisch in Kriegsspiel, immerhin sechs mal im Deutschen erschienen. Kriegsspiel ist 1959 im Original als War Game passenderweise in der Dezember-Ausgabe von Galaxy erschienen. Es geht um ganymedisches Spielzeug, das Weihnachten verkauft wird und einen verborgenen gefährlichen didaktischen Ansatz mitbringt.
Einen deutlich kommerz-kritischen Blick finden wir in Der Bunker, eine der im Deutschen am meisten publizierten Kurzgeschichten, im Original Foster, You're Dead (1955). Der Vater sieht sich dort dem existenzbedrohenden Druck seines Sohnes ausgesetzt, der Familie zu Weihnachten den neuesten Bunker zu kaufen. Diese Geschichte schafft es dann sogar in der Mitte des Kalten Krieges in eine sowjetische Zeitschrift, mehr dazu später in diesem Blog.
Alles in allem kein besonders positiver Blick auf das Fest.
Ausnahmsweise einige verlagsneue Bücher:
Die beiden fehlenden Bände der Library
of America
, herausgegeben von Jonathan
Lethem: VALIS and Later Novels und
Five Novels of the 1960s & 70s und Science
Fiction Stories
von MacMillan (unten)
Persönlich hat sich Dick zumindest einmal direkt über Weihnachten und den Einfluss auf sein Werk geäussert. Es geht um die Geschichte Zur Zeit der Perky Pat über die Dick in den Anmerkungen schreibt, dass sie von seinen (eigentlich wohl denen seiner damaligen Frau Anne) Töchtern, die mit ihren Barbie-Puppen, den Weihnachtsgeschenken des Jahres 1963, spielen, inspiriert ist; man kann das in den Nach- und Hinweisen in Zur Zeit der Perky Pat von Haffmans (1994) und Zweitausendeins (2008) nachlesen. Und natürlich basiert Die drei Stigmata des Palmer Eldritch auf Perky Pat. Eine populärkulturelle Erwähnung findet Perky Pat dann übrigens auch in der insgesamt sehr Dick-lastigen Lego-Simpsons-Folge Auf dänische Steine können sie bauen (Staffel 25, Folge 20), wo es Perky-Patty-Spielzeug gibt. Im Comicshop liegen da auch verschiedene Bücher von Philip K. Brick und es gibt verschiedene andere Referenzen. Und da auch dieses Weihnachten wieder Barbie-Puppen unter dem Baum gelegen haben, sollte man vielleicht noch die bisher nur in den USA erhältliche Hello Barbie erwähnen, die im Kinderzimmer die Kleinen unterhalten soll und dabei alles was sie hört an den Hersteller überträgt. Das hätte sich auch Dick ausdenken können.
Wenn man sehr tief gräbt, wirklich sehr tief, dann findet man aber doch noch eine echte Weihnachtsgeschichte von Dick. Die Berkeley Gazette veröffentlichte im Young Authors' Club Gedichte und Geschichten von (sehr) jungen Autoren und Dick schaffte dort 16 Veröffentlichungen in der Zeit von 1942 bis 1944. Sein Beitrag zum Christmas Contest 1943 wurde am 4. Januar 1944 unter dem Titel Santa's Return mit five credits belohnt, ein Punktesystem mit dem die Redakteurin Aunt Flo ihre jungen Autoren motivierte. Dicks düstere Weihnachtsgeschichte endet damit, dass der Weihnachtsmann die vom Krieg zerstörte Welt, die ihn vergessen hat, für immer verlässt. Abgedruckt ist sie noch einmal im Anhang von Gregg Rickmans Biographie To the High Castle: Philip K. Dick: A Life 1928-1962, Fragments West/The Valentine Press (1989).

Samstag, 24. Oktober 2015

Zurück zur Schule...

Aufrisse 1 (1973) von Schöningh
Die Schulzeit war nicht unbedingt Philip K. Dicks glücklichster Lebensabschnitt, aber wirklich glückliche Lebensabschnitte waren bei Dick ehedem eher selten.
Dicks Werk hat schon länger Einzug in die Hochschulen gehalten, in Deutschland auch in die allgemeinbildenden Schule. In dieser Kategorie gibt es derzeit neun Bücher.
Bereits im Jahr 1973 erscheint seine Kurzgeschichte Der Bunker in einem Lesebuch für die 5. und 6. Klasse (Orientierungsstufe) im bekannten Schulbuchverlag Schöningh: Aufrisse 1. Band hat die ISBN 3-506-25510-X. Neben insgesamt 127 Texten von u.a. Bradbury, Brecht, Clarke und Disney, Goethe, Luther und Twain steht dieser Text in der Textgruppe Science Fiction.
Bei der Lektüre zeigt sich dem aufmerksamen Leser aber, dass der Text auf die Hälfte gekürzt wurde. Im Textnachweis wird auf die Übernahme aus dem X-Magazin hingewiesen, wo der Text bereits gekürzt vorliegt. Schade, dieser Text hätte es verdient in ganzer Länge präsentiert zu werden.
In der Science Fiction Times 138 von 1974 kann man die Gedanken von Kurt Denkena zum Einzug der Science Fiction in bundesrepublikanische Schullehrbücher (und speziell in dieses) nachlesen. Er wertet sozialistisch korrekt:

Anders da PHILIP K. DICKs "Der Bunker" (aus X-Magazin 11/70), ein Angriff gegen die kapitalistische Industrie, deren Produktion nur darauf ausgerichtet ist, Waren herzustellen, an denen möglichst viel zu verdienen ist und die ergo ziemlich schnell wieder außer Betrieb gesetzt werden müssen (sprich: Zerfall), um den Käufer zum neuen Warenerwerb zu zwingen. Deutlich wird in der Story auch der Druck der Außenwelt, die Außenseiter dazu zwingt, sich zu integrieren [...]

In AUFRISSE finden sich also fünf durchaus begrüßenswerte SF-Kurzgeschichten, wobei die zwei letzteren [das beinhaltet Dicks Bunker] sogar höhere (=gesellschaftskritische) Bedürfnisse befriedigen dürften. [...]
Eingegliedert in andere kritische Literatur ist diese Textgruppe durchaus positiv zu werten, ein Schritt nach vorn im Kampf gegen die von reaktionären Kräften immer noch beherrschte Science Fiction.
Dieser Text ist (derzeit) der letzte Text von Dick, der in deutscher Übersetzung in einem Schulbuch erschienen ist.

Samstag, 26. September 2015

Kurzgeschichten in Nicht-SF-Zeitschriften

Nicht alle Kurzgeschichten von Philip K. Dick sind in reinen Science Fiction Publikationen und nicht alle sind in Büchern herausgekommen.
"Der Bunker" von Philip K. Dick
X-Magazin 11/1970 mit der Kurzgeschichte Der Bunker
Es gibt – mindestens – drei Ausgaben von Kurzgeschichten in Zeitschriften ausserhalb des Genres. Exemplare dieser Zeitschriften sind teilweise nicht einfach zu finden und stellen eine gewisse Herausforderung für den Sammler dar.
Bereits im Jahr 1970 erschien in der November-Ausgabe (#11) vom X-Magazin die Kurzgeschichte Der Bunker, im Original Foster, You're Dead. Diese populäre Geschichte ist auf Deutsch zwölfmal erschienen; später lautete der deutsche Titel Foster, Du bist tot. Im X-Magazin 1970 war das erst die zweite Veröffentlichung, die deutsche Erstveröffentlichung war 1967 in Heynes Anthologie 8 Science Fiction Stories.