Samstag, 9. November 2019

The Sixth Annual European Philip K. Dick Film Festival

Ich habe es tatsächlich geschafft auch in diesem Jahr wieder beim European Philip K. Dick Film Festival in Köln dabei zu sein. Und wie im letzten Jahr war es einmaliges Erlebnis … ja, das passt nicht wirklich, aber so fühlt es sich an. Sagen wir also, es war wieder sehr schön.
Das European Festival findet am anderen europäischen Spielort Lille in der Woche vor Köln statt, am 25. und 26. November, das Programm ist dort ein etwas anderes. In Lille war es seit 2013 die sechste Auflage dieses Festivals, in Köln seit 2016 die vierte. Dabei sind knapp die Hälfte der Filme aus Lille auch in Köln zu sehen. Das gilt so auch für das Mutterfestival in den USA, das dort seit 2012 in New York und verschiedenen andere Orten spielt – jedes Festival hat also durchaus sein eigenes Programm. Dabei geht es nicht (nur) um Verfilmungen der Stoffe von Philip K. Dick, sondern der Auftrag ist breiter:
The mission of the Philip K. Dick Film Festival is to promote original or adapted material inspired by the works of Philip K. Dick, Jorge Luis Borges, Italo Calvino, Robert Anton Wilson, Franz Kafka and others who have explored the metaphysical […]
Das klingt doch erst mal gut, Borges, Wilson und Kafka hört man öfter im Umfeld von Dick und gute Gesellschaft sind sie allemal, Calvino ist in Deutschland – oder zumindest für mich – doch eher special interest (aber ich würde mich über abweichende Lesermeinungen freuen).
Vom Ablauf hat sich für den Zuschauer in diesem Jahr gegenüber dem vorigen Jahr nichts geändert: An zwei Abenden, wieder einem Donnerstag und Freitag – also auch an Halloween, was für einige der Filme einen angemessenen Rahmen bildet – werden insgesamt 26 Kurzfilme gezeigt. Die Filme werden (mit wenigen Ausnahmen) im Englischen Original gezeigt.
Die Vorführung erfolgt in jeweils zwei Blöcken à 90 Minuten, die Filme sind zwischen fünf und 24 Minuten lang, in diesem Jahr vielleicht etwas länger als im letzten – bzw. es waren weniger sehr kurze dabei.
Vorgestellt wurden die Filme vom Festivalgründer Dan Albella persönlich, der auch in diesem Jahr wieder den Weg nach Köln gefunden hat und dessen Anwesenheit für das Event ein Highlight ist. In diesem Jahr waren wohl etwas mehr europäische Produktionen am Start.
Am ersten Abend wurden gab es neun Filme in Block 1 unter dem Motto Die Zukuft ist hier. Es begann mit Face Swap, einer wirklich frappierenden Idee und einem Auftritt von George Clooney … oder so? … und einem wirklich amüsanten Schlusspunkt.
School's Out von Alice Cooper, entstanden unter
Mitwirkung von Dennis Dunaway, der vier der neun Lieder
mitgeschrieben hat, dabei auch den titelgebenden
Es folgt Cold Cold Coffin, das etwas aus dem Rahmen fällt. Dieses aktuelle Musik-Video von Regisseur Brian Cichocki ist erst im Oktober erschienen. Es ist das Video zu einem Lied von Dennis Dunaway, dem langjährigen Bassisten von Alice Cooper. Der Song erinnert auch deutlich an Alice Cooper, aber Dunaway hat auch einige der (bekanntesten) Lieder der Gruppe mitgetextet, er darf also auch wie Alice Cooper klingen.
Und so tritt im Video in der weiblichen Hauptrolle auch Calico Cooper auf – ja genau, das ist die Tochter von Alice Cooper.
Natürlich passt ein Video im Stil von Dennis Dunaway und Alice Cooper perfekt zu Halloween und das Thema Kryonik zum Titel des ersten Blocks – Die Zukunft ist hier.
Das Video findet sich natürlich in ganzer Länge im Netz. 
Es gibt auch eine minimale Verbindung direkt von Dick zu Alice Cooper: In Valis wird Alice Cooper in einem Satz mit David Bowie und Frank Zappa als Mass aller Dinge in der Rockmusik genannt. Diese Erwähnung verdanken wir dem hier im Blog enthusiastisch vorgestellen Appendix Dick von Tommi Brem ohne den (mir) solche Zusammenhänge entgehen würden.
Nach Megan, das sich mir nicht erschlossen hat, das aber allein für den kurzen und selbstironischen Auftritt von Ralf Möller sehenswert war folgte I am the Doorway von Simon Pearce. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King und hat den Philip K. Dick Festival Preis (in den USA) für Best Short gewonnen hat, sowie zahlreiche andere Preise (siehe Imdb). Es gibt auch schon andere Verfilmungen und damit hat er sich einen eigenen Wikipedia-Eintrag verdient. Und natürlich gibt es einen Trailer dazu. Dieser Film wird mir lange in Erinnerung bleiben und man muss kein Fan sein, um Stephen Kings die Fähigkeit spannende und intelligente Geschichten zu schreiben, die der Regisseur allerdings auch phantastisch umgesetzt hat.
Vier Blöcke, vier Karten: Was vom
Filmfestival in der Sammlung übrig bleibt
Auch der folgende mexikanische Beitrag Llora Conmigo passte zum Halloween-Motiv und war wahrlich gruselig. Nach dem belgischen Popular Tropes folgte dann der erst deutsche Beitrag. Antenna von Carsten Woike, ist schon etwas älter, von 2015, das ist aber durchaus eine Ausnahme, die meisten Filme sind aus diesem oder dem Vorjahr. Der Trailer zu diesem Filme findet sich u. a. bei Vimeo und gibt einen guten Eindruck über das Niveau dieses und der anderen gezeigten Kurzfilme. Mich hat der Film in meine Kindheit in den 80er Jahren versetzt, nur die
Windkraftanlagen am Horizont verraten, dass die zeitliche Zuordnung hier gar nicht gelingen soll, denn auch heute kann der Film nicht spielen wollen, denn keiner der (jungen) Protagonisten zeigt ein Handy. Diese Unbestimmtheit ist, sagt Woitke, gewollt und erzeugt eine feine Stimmung. Eindrucksvoll Felix De Buhr, der die Hauptrolle des Jungen Kai spielt. Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für den deutschen Film, jenseits von Klamauk und Historie.
Und wenn schon Klamauk, dann koreanischen wie in The Great 60 Days von Teo-Woo Kim: Diese Fruchtfliege wird man nicht vergessen und das Kreuz des Papstes atmet den Geist eines wahren low budget Films.
Nach diesem ersten Block gab es die Möglichkeit mit dem anwesenden Carsten Woike über seinen Film zu sprechen und so konnte er über die 80er Jahre Filme erzählen, die ihn inspiriert haben. Und gerade diese Dinge sind es, die ein Filmfestival zu etwas wirklich Besonderen und Erinnerungswürdigen machen. Und da es davon noch mehr gibt, folgt nächste Woche ein Blogeintrag, schliesslich geht es auch noch um die Verfilmung einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick, Beyond the Door.
Vielen Dank den Veranstaltern und allen Beitragenden für dieses schöne Festival!

Samstag, 26. Oktober 2019

Farsi? Ernsthaft?

Sammeln macht schlau. Oder dumm. Ich bin mir nicht mehr sicher und das ist vermutlich ein Indiz für letzteres.
Der regelmässige Leser mag in diesem Blogs schon den einen oder anderen Eintrag zu Übersetzungen der Werke von Philip K. Dick gesehen haben. Der neueste Zugang ist eine Übersetzung in Farsi, gemeinhin auch Persisch genannt. Farsi ist eine indogermanische Sprache, also linguistisch näher mit Deutschen als dem Arabischen verwandt und alleinige Amtssprache im Iran, ist aber auch eine von mehreren Amtssprachen in Afghanistan und Tadschikistan.
Eine Büchersendung aus Teheran, der Hauptstadt des Iran
Der Neuzugang ist aus dem Iran. Es handelt sich um ساكن برج بلند, zu Deutsch Das Orakel vom Berge [The Man in the High Castle] des Verlages Intishārāt-i Rawzanah von 2018. Das Umschlagbild ist bekannt, denn es ist vom Künstler Shan Jiang für die Folio Ausgabe (2015) gestaltet. Die iranische Ausgabe ist nun das dritte Buch mit diesem Cover, siehe dazu auch den Eintrag in diesem Blog.
Insgesamt sind im Iran vier Ausgaben von drei SF-Romanen und vier Anthologien erschienen.
Die erste Ausgabe war 1993 die Anthologie انسان متغیر [The Variable Man], wohl ohne ISBN. Die nächste Ausgabe und dabei der erste Roman war آیا آدم مصنوعی ها خواب گوسفند برقی می بینند؟, im Original Do Androids Dream of Electric Sheep? im Jahre 2006, es folgt Der dunkle Schirm (2017), das oben genannte Orakel vom Berge und 2019 noch einmal Do Androids Dream of Electric Sheep? mit einem neuen Umschlagbild.
Es gibt drei weitere Anthologien, dabei The Minority Report und We Can Remember It for You Wholesale.
Der Umfang des übersetzten Werks ist also klein, die Romane aber sicher vom Besten von Dick. Man kann aber vermuten, dass die Auswahl der Tatsache geschuldet ist, dass alle drei Romane verfilmt sind - auch die Anthologien beziehen sich überwiegend auf Verfilmungen, das scheint im Iran attraktiv zu sein. Erwähnenswert sind auch die eher kleinen Auflagenhöhen, zwischen 500 und 3.000 Exemplare werden angegeben - es ist schon erstaunlich genug, dass überhaupt Auflagenhöhen angegeben sind, üblich ist das andernorts leider nicht mehr.
Das Orakel vom Berge in Farsi, Vorderseite (links) und Rückseite
Kaufen konnte ich dieses Buch dank eines britischen Spezialanbieters für iranische Literatur. Für (viel) Geld besorgt dieser (fast?) jegliche Art iranischer Bücher und Zeitschriften. Der Kauf lief auch vollkommen problemlos, die Lieferung erfolgte dann direkt aus Teheran – ohne die Notwendigkeit eines Besuchs beim Zoll.
Vor einigen Jahren hatte ich schon die iranische Ausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep? von 2006 im Warenkorb eines US-amerikanischen Anbieters, der dann allerdings nicht liefern konnte - daher musste ich jetzt zugreifen. Der Kauf direkt im Iran scheitert an … vielerlei, aber vor allem wohl daran, dass es keine verlässlichen Überweisungswege für den privaten Geldverkehr gibt.
Am Schluss sei mein Dank noch einmal dem Google Übersetzer ausgesprochen, insbesondere der schönen Integration in den Chrome Browser, ohne den Blogeinträge wie dieser nicht möglich wären.
Hier im Blog gibt es eine Liste aller Sprachen und der jeweiligen Erstausgaben von Philip K. Dick.

Preise (eigentlich)

"ساكن برج بلند" / "Sākin-i burj-i buland", Verlag: Intishārāt-i Rawzanah (1397/2018). ISBN: 978-964-334-450-4, Preis auf Anfrage.

Samstag, 19. Oktober 2019

Eine lange Reise aus Köln ...

... haben diese beiden Magazine hinter sich. Ich habe sie aus den USA erhalten, als Zugabe zu einer etwas grösseren Bestellung, aber dazu später hier im Blog mehr.
Diese Magazine habe ich tatsächlich in der amerikanischen Bucht entdeckt – ausgerechnet! Der amerikanische Anbieter hat in den letzten Jahren eine ungeheure Sammlung von allem von und über Dick angeboten, auch viele internationale Ausgaben (inklusive dem Mädchen mit den dunklen Haaren von der Edition Phantasia). Bei einem Amerikaner, der also (fast) alles anbietet, findet man auch deutsche Hefte, die man selbst nie gesehen hat. Die Hefte waren ursprünglich auch nicht teuer angeboten, allerdings hielt mich die Portomauer von einem Kauf ab. Beim Kauf eines etwas grösseren Postens (der dann die Portomauer überwinden konnte) habe ich die Hefte (auf Nachfrage) dazu erhalten, mehr als eine freundliche Geste. Der Anbieter hatte die Magazine wohl seinerzeit selbst gefischt, aber eben in Deutschland. Mir sind sie damals offenbar entgangen.
Magazin - für Köln und den Rest der Welt, April und Mai 2004
Es handelt sich um zwei Ausgaben eines Kölner Stadtmagazins mit dem schönen Namen Magazin des Kölner Verlages Die Muschel. In den überraschend kleinformatigen Heften findet sich dann der deutschsprachige Artikel The Story of Philip K. Dick von Sophia Ahrens. Die insgesamt 14 Seiten sind auf zwei Teile verteilt, die April und die Mai Ausgabe des Jahres 2004. Von dieser Zeitschrift und dem Verlag finde ich keine Spuren mehr – ausser diesen zwei Ausgaben.
Der Artikel selbst ist erfreulich ausführlich und zeigt eine tiefere Kenntnis zumindest einer Biographie (vermutlich Sutin). Ahrens konzentriert sich auf den Menschen, weniger auf das Werk und referiert die Fakten wenig überraschend, kann ihnen aber noch eine eigene Deutung abgewinnen. Für den Experten also nichts Neues, aber eine gut Auffrischung und für praktisch jeden anderen sehr viel Interessantes. Und für den Sammler zwei praktisch einmalige Stücke – wie viele Exemplare der angegebenen Auflage von 3.000 Stück heute noch existieren, ist natürlich schwer zu sagen. Angeboten werden sie aber nicht. Und wenn, dann sind sie nicht zu finden. Wenn man so ein Stück angeboten sieht, muss man zugreifen – oder es ist vermutlich für immer weg. Aber muss man so etwas haben? Ja, klar. Genau solche Stücke machen eine Sammlung interessant. Alle Ausgaben von Heyne oder ähnliches ist schnell zu erreichen, anderes vielleicht teurer, aber trotzdem doch beim Sammlen – zumindest nach einer Weile – nicht mehr spannend. Aber wie immer ... jeder Sammler muss wissen, was er braucht.
Wenn man sieht, wie zufällig die Entdeckung dieser Ausgabe war, muss man sich fragen, wie viele interessante Artikel in Zeitungen oder Zeitschriften dieser Art unentdeckt bleiben; vermutlich viele.
In diesem Blog gibt es eine Übersicht der Artikel über Dicks Leben und Werk, auch aus Zeitungen und Zeitschriften.

Samstag, 12. Oktober 2019

Anhang - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch

Ich hoffe, dass ich dem deutschen Philip K. Dick Universum mit diesem Blogeintrag einen winzigen Baustein hinzufügen kann. Das ist für mich bemerkenswert, weil es die eigentliche Rechtfertigung für die Sammlung ist: eine solide Basis als Quelle für weitere Erkenntnisse zu sein. Und das ist hiermit (vielleicht) erstmalig dokumentiert.
Umschlagbild von Klaus Dill
Das Umschlagbild von Klaus Dill zu Die drei Stigmata des Palmer Eldritch, Haffmans (1997)
Die Drei Stigmata des Palmer Eldritch hat in den Ausgaben von Haffmans (1997) und Heyne (2002) ein Addendum mit dem Titel Anhang: Zwei Anmerkungen Philip K. Dicks zu Die Drei Stigmata des Palmer Eldritch (Seite 311 bis 313). Dieser Anhang besteht aus zwei Briefen.
Der zweite Brief ist vom 8. Juni 1969 an Bruce Gillespie, Herausgeber des SF Commentary, zitiert nach Gillespie (Herausgeber): Philip K. Dick: Electric Shepherd, 1975. Ursprünglich veröffentlicht war der Brief in Gillespies SF Commentary # 9 vom Februar 1970 (hier bei Isfdb). Dick diskutiert das Böse in seinem Roman und erwähnt auch die Erscheinung des Antlitz des Bösen kurz, das er an anderer Stelle ausführlicher beschreibt.
Der erste Brief beschäftigt sich mit den Kritiken zu dem Roman, die Dick als gemischt beschreibt. Auch für diesen Brief wird eine Quelle genannt:
Aus einem vom 9. Dezember 1967 datieren Brief an Leland Shapiro (sic), Redakteur des Riverside Quarterly, Quelle: Durchschlag aus PKDs persönlichen Unterlagen.
Riverside Quarterly, März 1968 (Vol. 3, # 2)
mit einem Cover von  Robert Gilbert
Es handelt sich möglicherweise um die Abschrift eines Farbbandes, so wie das für die in den Selected Letters gesammelten Briefe durchgeführt wurde.
Leland Sapiro – nicht Shapiro, wie er in der Literaturangabe genannt wird – war der Herausgeber und Verleger der 33 Ausgaben des von 1964 bis 1992 bestehenden Fanzines Riverside Quarterly. Meine Annahme war, dass Sapiro einen Brief von Dick auch in seinem Magazin publizieren würde. Eine Recherche zeigte, dass in der Ausgabe vom März 1968 (Volume 3, # 2) der einzige Brief von Dick veröffentlicht ist.
Da die entsprechende Ausgabe erhältlich war (und Dicks Briefe mich immer sehr interessieren) habe ich in den USA bestellt – und gleich noch ein paar Taschenbücher dazu genommen, um die Portokosten (pro Stück) zu reduzieren. Man kann eben nicht sparen, ohne Geld auszugeben. Oder auch: Sparen ist teuer!
Ein Vergleich zeigt, dass es sich um den Brief handelt, auch wenn er minimal gekürzt ist, um den kurzen Text, den Dick seinem Buch vorangestellt hat. Es zeigt sich auch, dass der Anfang umformuliert wurde; in der Übersetzung bei Haffmans heisst es
»Nun zur Rezeption meines Buches Die drei Stigmata des Palmer Eldritch. [...]«
Im abgedruckten Brief steht
... as to the review of my book, The Three Stigmata of Palmer Eldritch. [...]
Anfang von Dicks Brief ...
Ich denke, dass the review sich direkt auf Sapiros Rezension des Romans bezieht, die in der vorangehenden Ausgabe des Riverside Quarterly vom August 1967 (unter Pseudonym) erschienen war. Der Übersetzer hat das im Anhang der Haffmans Ausgabe etwas unscharf übersetzt und so den fehlenden Bezug überdeckt.
Eine spannende Frage ist, wie dieser Brief aus den persönlichen Unterlagen in die Ausgabe von Haffmans gekommen ist – offenbar nicht über die Veröffentlichung im Riverside Quarterly.
Ausserdem haben die Ausgaben von Haffmans und Heyne auch ein Nachwort von Paul Williams, es handelt sich um die Einführung zu Gregg Press Ausgabe von 1979. Auch dieses Nachwort ist sonst nur hier erschienen, auch nicht in einer anderen englischen Ausgabe. Der leider ungenannte Redakteur bei Haffmans hatte vielleicht noch Kontakt zu Paul Williams gehabt, der ihm das Nachwort überlassen konnte, aber wohl auch noch Zugriff auf Durchschläge und Abschriften gehabt haben mag. Allerdings müsste das wohl vor Williams tragischen Unfall 1995 gewesen sein. In englischen Ausgaben des Buches taucht der Brief sonst auch nicht auch.
... der Rest des Briefes an
Leland Sapiro
Im Riverside Quarterly folgt auf Dick ein Brief von Franz Rottensteiner, aber zu einem anderen Thema. Erwähnt sei auch das wunderbare Umschlagbild der Haffmans Ausgabe von Klaus Dill.
Der Anhang und das Nachwort von Paul Williams fehlen übrigens in der aktuellen Ausgabe von Fischer (2014), so wie auch in anderen Ausgaben der Klassik-Reihe interessante Sekundärtexte fehlen, die es bei den „Originalen“ von Heyne, von denen die Fischer Klassik Ausgaben überwiegend übernommen wurden, noch gab. Natürlich fehlt in dieser Hinsicht der Haffmans Ausgabe das Nachwort von Stanislaw Lem, das sich nur in der Ausgabe von Suhrkamp findet. Und hier schliesst sich für mich der Kreis zur einführenden Bemerkung: Das Sammeln aller Ausgaben führt zur einer umfassenden Quellenbasis, die man nicht hat, wenn man nur die aktuellste Ausgabe betrachtet; das ist hier die inhaltlich ärmste, nämlich die von Fischer ohne Einführung, Vor- oder Nachwort und Anhang.
Nur kurz soll hier erwähnt werden, dass es sich bei der Ausgabe von Haffmans um eine Neuübersetzung von Thomas Mohr handelt, die ursprüngliche Übersetzung war von Anneliese Strauss. Auch unterschiedlichen Übersetzungen können ein Grund sein, Zugriff auf verschiedene deutsche Ausgaben haben zu wollen.
Riverside Quarterly ist ein typisches Fanzine und der Kauf gestaltet sich entsprechend schwierig. Als Fanzine aus den USA wird es dort zwar gehandelt, eine spezielle Ausgabe, z. B. März 1968, zu finden, erfordert aber Glück (wie bei mir) oder Geduld. Letztere wird sicher belohnt werden, der Preis ist dann aber wieder relativ zufällig ... mit mehr Geduld kann man hier sparen. Der Hinweis Philip K. Dick steigert aber Nachfragen und Preis meist erheblich (und er hat beim Angebot meines Exemplars gefehlt). Ein weiteres Problem ist wieder die Portomauer, einige Anbieter haben für uns Europäer astronomische Preise. Gillespies Philip K. Dick: Electric Shepherd ist übrigens auch ein Klassiker, gut zu finden und bezahlbar.
Eine Seite, bei der man oft landet, wenn man über Fanzines recherchiert, ist Fancyclopedia 3. Natürlich nur dem angelsächsischen Sprachraum verpflichtet, wünscht man sich etwas entsprechendes für den deutschsprachigen Raum. Riverside Quarterly findet sich auch bei Isfdb.
Zum Schluss ein Hinweis auf den Überblick über alle Science Fiction Romane von Dick in diesem Blog.

Preise

"Riverside Quarterly", March 1968 (Volume 3, # 2), 15 Euro zuzüglich Versandkosten von insgesamt 17 Euro als Teil einer grösseren Sendung, bei Abebooks.
Hefte dieser Art liegen zwischen 5 und 50 USD.
Versandkosten für ein Taschenbuch oder Magazin liegen zwischen 15 und 70 Euro, alles über 25 Euro ist (eigentlich) zu teuer.

Samstag, 5. Oktober 2019

Theatralisches - Noch mehr Zeit aus den Fugen

Noch mehr Zeit aus den Fugen – wer will das wissen? Aber es gibt noch ein paar Dinge nachzutragen … und wer will überhaupt wissen, was hier geschrieben wird?
Der vorigen Blogeintrag zum Stück erwähnt (und zeigt) das Programm, es gibt aber ein paar Details hinzuzufügen.
Lückentext: Zum Autor
Die kurze Einführung Zum Autor (Seite 10 bis 11) ist ein Lückentext: alle Werktitel sind weggelassen - man kann spekulieren, dass die Titel ursprünglich irgendwie abgesetzt sind, durch einen speziellen Zeichensatz, den der Drucker dann aber nicht installiert hatte ... oder irgendein ähnliches technisches Problem. Nun ja, nur eine Fussnote im Kapitel Pleiten, Pech und Pannen, denn der erfahrene Leser kann die fehlenden Titel leicht einsetzen.
Im Programm folgt Wachen Sie auf, Mr. Gumm!, ein sehr schöner Text der Dramaturgin Johanna Vater, die gemeinsam mit der Regisseurin Laura Linnenbaum den Text des Stückes geschrieben hat, der, wie erwähnt, sehr nah am Original ist (und bei der Kritik daher nicht so gut ankommt, insgesamt waren die Kritiken eher verhalten). Es gibt natürlich Kürzungen und Umstellungen gegenüber dem Originaltext und das Ende, die Flucht, ist komplett durch einen – sehr kurzen – Abschluss ersetzt, der auf die aktuelle politische Situation – der Gestaltungsraum des einzelnen, Fake News – Bezug nimmt. Abgeschlossen wird das Programm von einer Doppelseite zum Regieteam.
Noch eine echte Karte für Sammler, kein Print-at-home 
Zusammen mit dem Heft zur Spielzeit, dem Monatsprogramm September und der Theaterkarte gehört das Programm als Kernstück jetzt zweifelsfrei in die Sammlung. Leicht zu finden werden diese Stücke nach dem Ende der Spielzeit nicht mehr sein.
Die aktuelle Beliebtheit von Romanen als Grundlage für Theaterstücke hat sicher dazu beigetragen, dass es dieser Stoff von Dick auf eine Bühne geschafft hat. Und gerade hat es auch ein anderer Science Fiction Stoff auf die im Hamburger Schauspielhaus auf die Bühne geschafft: Stalker  Picknick am Wegesrand nach dem Film von Andrei Tarkowski bzw. dem Roman der Brüder Strugatzki.
Die erste Bearbeitung eines Stoffes von Dick fürs Theater war schon Linda Hartinians Flow My Tears, the Policeman Said (deutsch: Eine andere Welt) von 1985, das wird mit den anderen dramatischen Bearbeitungen bereits in einem älteren Blogeintrag diskutiert. Eine andere Welt ist dabei vielleicht Dicks politischstes Buch – und vielleicht ein besserer Kommentar zur aktuellen Situation.
Aus dem Heft zu Spielzeit 2019/2020, links Mohamed
Achour, der in diesem Stück keine Rolle hat
Auch die zahlreichen Verfilmungen von Dicks Motiven sind ein Indiz für die Attraktivität seiner Werke für andere Medien – auch, wenn Theater und Film durchaus unterschiedlich sind. Schon die Truman Show (zu Wikipedia) hat vor 20 Jahren Motive von Time Out of Joint aufgegriffen, allerdings mit einem anderen inhaltlichen Schwerpunkt. Und dass ein (genau) 60 Jahre alter Roman von Dick so aktuell sein kann, überrascht nicht, auch wenn Dicks Frauenrollen nicht mehr ganz zeitgemäss erscheinen. Und dann schliesst sich der Kreis, ist Time Out of Joint doch ein Zitat aus Hamletwie hier im Blog nachzulesen, Hamlet spricht es, als er vom Tode seines Vaters erfährt.
Und auch das Medium Radio hat die Zeit aus den Fugen aufgegriffen. Es gibt ein knapp einstündiges Hörspiel des Bayerischer Rundfunk von 2001 unter Regie und Bearbeitung von Marina Dietz, die 1999 auch schon Träumen Androiden? gemacht hat. Diese Hörspiele werden gelegentlich wiederholt, im Netz sind sie leider (völlig legal) weder als Download noch in einer Mediathek verfügbar. Träumen Androiden? ist (antiquarisch) immerhin als Hörspiel auf Kassette und CD verfügbar.
Ausser den fast 30 englischen und den vier deutschen Veröffentlichungen des Romans in Buchform gibt es weitere knapp 60 internationale Ausgaben in 16 Sprachen – die Zeit aus den Fugen ist also durchaus populär, insbesondere für ein eher frühes Werk von Dick.
Zum Abschluss noch etwa Trivia zum Roman. Dort wird auf der ersten Seite im Text eine Anne Rubenstein erwähnt, offenbar eine Bekannte von Margo, Raggles „Schwester“, die dann weiter keine Rolle im Roman spielt. Hier hat Dick seine (spätere) dritte Ehefrau Anne R. Dick verewigt, die auch über ihren Ehemann geschrieben hat. Der Roman spielt offenbar 1997, es taucht ein Kalender mit dem Datum 10. Mai 1997 auf (Seite 119 in der RoC, 1994). Dick hat seine Romane immer nur einige Jahrzehnte in der Zukunft spielen lassen, für das Buch zum Film von Blade Runner hat man das Datum auch schon ändern müssen.
Zu allen Radioausgaben geht es in der Mediathek und zu allen SF Romanen hier.

Samstag, 14. September 2019

Zeit aus den Fugen - ein Schaupiel

Das Plakat zu Zeit aus den Fugen
Ein Stück von Philip K. Dick im Theater zu sehen, ist ein neues Erlebnis - natürlich. Auch wenn es andere Bearbeitungen von Dicks Stoffen für die Bühne gibt, sind sie doch selten. Und die Qualität der Aufführung von Zeit aus den Fugen ist ausserordentlich, so wie man es von einem deutschen Staatstheater auch erwarten kann.
Vor ausverkauftem Haus hatte Zeit aus den Fugen unter der Regie von Laura Linnenbaum am 13. September Uraufführung im Schauspielhaus Hannover, einer der Spielstätten des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover.
Der Text des Stückes von Laura Linnenbaum und der Dramaturgin Johanna Vater hält sich sehr eng an das Original, natürlich gekürzt, aber selbst im Detail so genau am Text, dass sich manchem Zuschauer nun vorher unzugängliche Dinge im Roman erklären. Das Zusammentreffen mit den Kesselmans im einsamen Haus auf dem Hügel bleibt aber auch im Stück rätselhaft (für mich). Erst das Ende weicht deutlich vom Roman ab, es gibt keine Fahrt im LKW und keine merkwürdigsprachigen Zukunftsteenager, Linnenbaum und Vater schneiden Dicks Ende ab und ersetzen es durch ein recht plakatives Ende als Kommentar zur aktuellen politischen Situation.
Der Spielplan für den September mit der
Ankündigung für Zeit aus den Fugen
Schon in der Einführung vor der Aufführung hatte die neue Intendantin des Schauspiels, Sonja Anders, über dieses Stück nach Dick gesprochen und auf den anderen Amerikaner, dessen Namen wir nicht nennen wollen verwiesen, der fake news - und so interpretiert sie Dicks falsche Realität - heute für seine Politik nutzt. Für mich waren Dicks Realitäten immer Bilder für die Suche des Einzelnen und eher kein direkter politischer Kommentar, die von Anders intendierte Deutung (oder Nutzung) ist aber wohl bei kaum einem Roman von Dick so gut möglich, wie bei der Zeit aus den Fugen. Und natürlich ist der Titel ein Zitat von Hamlet, auch hier schliesst sich der Kreis zum Theater (und zu Hamlet sei auf den vorigen Blogeintrag zu Time Out of Joint verwiesen).
Erwähnt sei noch die Figur der Jun(i)e, sie ist Dicks dark haired girl, die aber im Roman keine entscheidende Rolle spielt, ein 19-Jähres naives Mädchen. Sabrina Ceesay spielt sie als 31-Jährige starke Frau, sicher die grösste Änderung an den Figuren - aber sicher eine angemessene Anpassung dieses 60 Jahre alten Textes.
Besondere Erwähnung muss die Musik finden, Elvis Presley hilft uns die 50er Jahre zu erleben. Das Bühnenbild mit der Mauer, die die Realität - letztlich erfolglos - abtrennt, ist eine kluge Idee und die Rückprojektionen darauf sehr wirksam. Die Kostüme und Masken der Schauspieler sind in ein tiefes Grau getaucht, um die falsche Realität zu beschreiben, Farbe bedeutet Echtes - und so wischt sich Raggle am Schluss den grauen Staub vom Körper.
Nach schon 95 Minuten ist das Stück beendet, für mich ein wirklich überwältigende Erfahrung - zumal gemessen an den meist lauen Umsetzung von Dick in Film und Fernsehen. Theater hat eben eine grössere Wirkung, echte Menschen auf einer Bühne sind nicht mit einem Film vergleichbar. Ansehen! Und wer vorher einen Eindruck haben möchte, heutzutage haben auch Theater für ihre Stücke Trailer bei YouTube.
Das Programm zum Stück
Die Aufführungsrechte liegen laut Programm beim S. Fischer Verlag, wohl weil dieser aktuell die Rechte für die aktuelle Neuauflage des Texts besitzt, zu der es auch einen Blogeintrag gibt.
Es gibt noch einiges zu sagen, das wir in einem spätere Blogeintrag folgen.
Für den Sammler bringt eine Theateraufführung einiges: Es gibt eine Karte - man kriegt noch Karten zugeschickt, wenn man das will - und ein sehr schönes Programm mit einigen Texten und Bildern, u. a. einem schönen Text der Dramaturgin, die auch den Text des Stückes mitgeschrieben hat.
Gelegentlich kann man auch den Text des Stückes selbst im Fachhandel kaufen. Es bleibt abzuwarten, ob er erscheint (mir sind die Gepflogenheiten hier unbekannt) - ich werde das im Auge behalten. Trotzdem bleibt das Merchandising um ein Theaterstück begrenzt, das ist aber auch gut so.
Informationen zu den verschiedenen Bearbeitungen von Stücken von und über Dick für die Bühne sind - in einer ersten Fassung - in diesem Blog hier zusammengetragen. Zur seltenen deutschen Erstausgabe von Time Out of Joint unter dem Titel Zeit ohne Grenzen gibt es auch einen Blogeintrag.

Samstag, 7. September 2019

Die lustigsten Pinguin-Pannen

Die Philip K. Dick Ausgaben von Penguin gehören zu den von mir besonders gesuchten Exemplaren. Zusätzlich zu einem Konvolut, dass ich, wie berichtet, kürzlich erwerben konnte, habe ich beim gleichen Anbieter noch die erste Ausgabe von Dick bei Penguin gekauft - hauptsächlich, um Porto zu sparen.
Die Ausgaben von Penguin sind in der Regel schlecht erhalten - es handelt sich um die billigen Paperbacks, nicht die etwas besseren Trade Paperbacks, das Papier ist billig, der Einband einfach - und die Ausgaben von Dick sind alt. Um so schöner also, dass diese Ausgabe - insbesondere für üblicherweise notorisch zerfledderte Penguin Bücher - doch sehr schön erhalten ist (eigentlich perfekt, bis auf den hässlichen Knick im Einband). Und immerhin ist das Buch von 1965 ... oder nicht?
The Man in the High Castle von Penguin
mit Max Ernsts Die versteinerte Stadt
Die Rückseite mit dem Bild von Ted White
und dem falschen Namen des Coverbildes
Bei näherer Beschäftigung mit dem Buch, entfaltet sich eine ungewöhnliche Serien von Pleiten, Pech und Pannen - und dieser Blog hat ja schon einiges erlebt bzw. gezeigt. Das Impressum des Buches sagt Published in Penguin Books 1965. The Internet Speculative Fiction Database sagt aber Actually Published February 1967, ist sich dabei aber nicht ganz sicher, denn sie fragt: Source? Von anderer Stelle wird February 1967 gestützt, aber auch hier ohne verbindliche Quelle. Was soll man nun denken?
Das Umschlagbild ist ein Ausschnitt vom Bild Die Versteinerte Stadt des deutsch-französischem Malers und Grafikers Max Ernst. Möglicherweise heisst das Bild im Original auch La ville pétrifiée, schliesslich lebte Max Ernst 1935, als er das Bild gemalt hat, schon lange in Paris - vermutlich gibt es aber auch nicht den einen verbindlichen Namen. Im englischen ist Die versteinerte Stadt aber The Petrified City und hängt in der Manchester Art Gallery.
Die Quellenangabe auf der Rückseite nennt das Bild aber The Petrified Forest, ebenfalls ein Bild von Max Ernst, aber eben ein anderes. Nun ja, in den Zeiten vor dem Internet - sei es 1965 oder 1967 - ist dem Redakteur der Fehler nachzusehen, vor allem, weil er sich hier vielleicht auf sein kunstgeschichtliches Wissen verlassen hat - und dafür war er doch ganz nah dran. Viele der surrealen Bilder von Max Ernst speziell der 30er Jahre, wie die Reihe Die ganze Stadt, scheinen wie gemacht für die Umschlagbilder von Science Fiction Romanen der 60er und 70er Jahre. Zu Dicks The Man in the High Castle passt dieses Bild eher nicht, finde ich - es passt nur zum Titel, der aber, wie der Leser weiss, wenig mit den Inhalt des Romans zu tun hat: Immerhin treffen wir den Mann aus dem Titel nicht in den Bergen, sondern bei einer Cocktail-Party in seinem Einfamilienhaus in der Vorstadt, ein Schloss ist nicht zu entdecken. Aber es geht natürlich um Erwartungen ...
Falsches Datum, falsches Bild ... was kann jetzt noch schief gehen? Dafür haben wir auf der Rückseite ein schönes Bild von Ted White. Aber warum? Ted White war seinerzeit ein Freund von Dick und hat sich sicher später (1969) um die Veröffentlichung von Dicks We Can Build You verdient gemacht, aber warum würde Penguin ihn dann auf The Man in the High Castle drucken? Die Erklärung finden wir in einem Brief von Ted White (PKDS Newsletter, #6, 1985; Ted Whites Brief lässt sich auch online nachlesen im Fanzine Journey Planet No. 16): Tatsächlich hat wohl Dick selbst Penguin ein Bild von White [als Foto des Autors] geschickt - wohl ein als Scherz verpacktes Dankeschön an White, der es in einem Brief so beschreibt
As a jape, he [Dick] gave Penguin a photo of me and it was printed [as a photo of the author] on the back cover of the British Man in the High Castle.
Nun gut, eine sehr entfernte Ähnlichkeit von White und Dick macht das Bild eines leidlich bekannten amerikanischen Autoren für einen britischen Redakteur wohl plausibel (von Dick waren in Grossbritannien bis dahin nur zwei Romane, eine Anthologie und einige Kurzgeschichten erschienen). Penguin kann man hier also höchstens eine minimale Fahrlässigkeit vorwerfen. Und einen Science Fiction Roman herauszugeben ist ja kein investigativer Journalismus. Immerhin stimmt der Name des Autoren auf dem Titel. Bei den folgenden acht Ausgaben dieses Romans hat Penguin es dann auch besser gemacht.
Der Web-Tipp ist ein Video bei YouTube Die lustigsten Pinguin-Pannen und ein ausführlicher Blogeintrag über Penguin Cover bei Justseeds.
Und zum Schluss noch einmal Dank an Total Dick-Head - den ultimativen Blog zu Dick: UNBEDINGT LESEN! - für den Hinweis auf Ted White, der mir sonst sicher entgangen wäre.
Alles von Penguin (UK) zu Philip K. Dick gibt es bibliographisch komplett hier.

Preise

"The Man in the High Castle", Penguin (1965) in guter Erhaltung: 12 Euro