Samstag, 26. Mai 2018

Sieben auf einen Streich

Meist versuche ich ja in diesem Blog immer einen mehr oder weniger sinnvollen Text zu schreiben, der wenigstens ein bisschen allgemeingültig ist. Dieses mal schreibe ich aber über einen aktuellen Einkauf, man sagt hier und heute wohl haul, der mir sehr viel Freude macht.
Bei Abe war mir ein Konvolut von sieben Büchern aufgefallen, von dem ich eigentlich wegen der hohen Portokosten (aus den USA natürlich) furchtbar abgeschreckt war - Portokosten, die höher als der Kaufpreis sind, finde ich einfach inakzeptabel. Der zweite Blick zeigte aber, dass die sechs Taschenbuchausgaben zum einen durchgängig (Taschenbuch-)Erstausgaben waren und ich nur eine davon in der Sammlung habe und dass drei Bände von meinem auch-Lieblingsverlag Ace dabei waren. Und als Krönung war die Taschenbuch-Erstausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep von Sphere (1971) enthalten. Der Händler behauptete dazu noch einen Zustand von very good or better. Und wenn man das Porto durch sieben teilt, ist es eigentlich auch absolut annehmbar.
Sieben auf einen Streich:  The Preserving Machine, DADoES, The Game-Players of Titan, The Variable 
Man, Ubik, The Man Who Japed und die Buchclub-Ausgabe der Valis-Trilogie
Meine Hoffnungen waren trotzdem recht niedrig, das Ergebnis ist jetzt aber mehr als erfreulich. Auch wenn der Zustand teilweise etwas optimistisch geschätzt war, konnte ich zwei Preisschilder spurlos ablösen (bitte nur nachmachen, wenn man weiss, was man tut) und habe jetzt sieben erstklassige Zugänge zu meiner Sammlung - selbst die Doublette konnte ich gebrauchen, da sie in einem deutlich besseren Zustand als mein Bestand war. Und die DADoES-Ausgabe ist einfach ... wunderschön - und vermutlich werde ich einer Erstausgabe auch nicht näher kommen.
Überhaupt sind die Titelbilder dieser Ausgaben aus den 50er, 60er und 70er Jahren durchgängig Meisterwerke, das Jeff Jones Cover von Ubik ist, wie ich finde, eines der besten Dick-Cover überhaupt, die Illustration zieht sich auch um das ganze Buch herum, man kann sich das bei isfdb schön ansehen (und das sie heute keine Cover mehr machen, wie damals ... habe ich wohl schon ausführlich beklagt).
Viel Erfolg bei der Jagd!

Samstag, 19. Mai 2018

Kleinlichkeiten

Die Ankündigung von Fischer im nächsten Jahr eine Ausgabe von Philip K. Dicks Time Out of Joint herauszugeben, hat mich dazu gebracht, die Ausgaben dieses Romans einmal anzusehen, die ich in meiner Sammlung habe.
Deutsche Ausgaben von Time Out of Joint von Philip K. Dick
Zeit aus den Fugen von Philip K. Dick bei Heyne (2002)
in der Werk-Edition und gebunden bei Haffmans (1995)
Von diesem frühen Roman von Dick gibt es diverse deutsche Ausgaben, angefangen mit Zeit ohne Grenzen von Balowa (1962), dem ersten richtigen Buch von Dick jenseits von Heftausgaben.
Es folgte eine von Tony Westermary neu übersetze Ausgabe in drei Auflagen bei Goldmann unter dem Titel Zeitlose Zeit. Und danach gibt es eine weitere Neuübersetzung, dieses mal Zeit aus den Fugen, bei Haffmans bis zur derzeit letzten Ausgabe bei Heyne (2002). Bei der Ausgabe von Fischer handelt es sich wohl um die Übersetzung von Haffmans, die man auch bei Heyne findet.
Ich habe alle drei Auflagen von Goldmann in der Sammlung, auch wenn erste und zweite Auflage - bis auf die Angabe der Auflage im Impressum - scheinbar identisch sind. Und obschon sie im Regal nebeneinander stehen, war mir nie aufgefallen, dass die ansonsten identische erste und zweite Auflage abweichende Buchrücken haben: Die erste Auflage hat einen weissen Rücken mit hell lila Schrift für den Schriftzug Science Fiction und das Goldmann-Logo und schwarze Schrift für Autor und Titel. Bei der zweiten Auflage ist der Rücken hellblau und die Schrift gelb und weiss.
Buchrücken der (von oben) ersten (1978), zweiten (1978) und der dritten
Auflage (1985) von Zeitlose Zeit von Philip K. Dick bei Goldmann
Die dritte Auflage hat bekanntlich ein neues Titelbild, man findet das hier im Blogeintrag über Goldmann und ist damit unbedingt eine neue Ausgabe für die Sammlung. Ob eine abweichende Färbung des Buchrückens nun ein Kriterium für die Sammelbarkeit darstellt, ist wie immer jedem selbst überlassen, ich halte es aber für eine deutliche Abweichung, die man in seiner Sammlung berücksichtigen sollte - nein muss!
Impressum der dritten Auflage von Zeitlose Zeit von 1985:
11/85 und 3. Auflage sind klar ausgewiesen, es wird
ggf. aber als eine Ausgabe von 1978 angegeben, argh!
In jedem Fall kann es helfen aus der Ferne eine erste von einer weniger gewünschten zweiten Auflage zu unterscheiden - gelegentlich ist der Buchrücken bei Angeboten ja zu erkennen. Die erste und wohl auch die zweite Auflage sind recht einfach zu finden, die dritte macht ein bisschen Mühe. Das ist aber wohl eine Folge der ISBN, die für alle drei Auflagen gemeinsam genutzt wird. Viele Portale nutzen dann die ISBN, um ein Beispielbild zu zeigen, das dann nicht immer stimmen kann. Ausserdem sparen es sich viele Anbieter bei billigen Taschenbüchern die Auflage anzugeben und gegen, wenn überhaupt, nur das Jahr an - liest man das Impressum aber falsch, so liest man dort auch für die dritte Auflage 1978 - nämlich das Jahr des Copyright. Es gibt also die üblichen Probleme mit den üblichen Lösungsstrategien: Man wartet auf ein aussagekräftiges Bild oder fragt nach.
Eine Liste aller Ausgaben von Goldmann findet man hier im Blog.





Samstag, 12. Mai 2018

Kurzurlaub

Buchregal in Rom
Das umfangreiche Angebot von Büchern von Philip K. Dick bei
Feltrinelli Books and Music am Largo di Torre Argentina in Rom
Italien. Das Sehnsuchtsland der Deutschen. Und immer eine Reise wert, nicht nur die Toskana, nein, am allermeisten (finde ich) ist das natürlich Rom. Und dabei auch noch das Land mit den meisten Ausgaben von Philip K. Dick (nach den USA), über 350!
Und daher kann man in Rom einen Buchladen besuchen und wird von einem Regal mit einem wirklich grossen Angebot von Büchern von und über Philip K. Dick ... erfreut. Ja, anders kann man es wohl nicht sagen. In Deutschland haben selbst sehr grosse Buchläden kaum einige der wenigen, derzeit beim Verlag erhältlichen Bücher in ihren Regalen. Das grosse Angebot in Italien korreliert vermutlich mit der Nachfrage und daher auch mit dem im Laden erhältlichen Büchern. Dick ist hier gefragt!
Träumen Roboter von elektrischen Schafen? auf Italienisch
Ma gli androidi sognano pecore elettriche? von Fanuci,
auf Deutsch Träumen Roboter von elektrischen Schafen?
Mein Italienisch ist zu schlecht, als dass ich Philip K. Dick auf Italienisch lesen würde (oder könnte), ganz widerstehen konnte ich diesem umfänglichen Angebot aber trotzdem nicht, obwohl ich ja schon Italienisches in der Sammlung habe - aber man hat eben nie genug Träumende Roboter in der Sammlung.
Der Blick in andere Bücher zeigt, dass in der aktuellen Anthologie Electric Dreams die Einführungen der Regisseure, die im englischen Original jeder Geschichte vorangehen, auch in der italienische Ausgabe vorhanden sind. Bei Fischer in Deutschland sind sie leider, wie berichtet, verloren gegangen. Solche Details sagen wohl viel über die Wertschätzung des Autoren und seines Werks aus.
Wenn das Thema nun schon Rom ist, so muss ich Umberto Rossi erwähnen, der hier lebt und arbeitet. Dieser Dick-Kenner und Übersetzer ist ein ausgesprochener Fachmann, der auch eine interessante Monographie veröffentlicht hat, die die Sammlung bereichert: The Twisted Worlds of Philip K. Dick: A Reading of Twenty Ontologically Uncertain Novels (McFarland, 2011).
Das gezeigte Bild des Regals oben ist übrigens weniger eindrucksvoll als das entsprechende Regal bei Feltrinelli in der Galeria Collona (bzw. Galeria Alberto Sordi), es gibt dort ein noch umfangreicheres Angebot, das Bild von dort ist allerdings völlig misslungen und nicht präsentabel.
Mehr über die italienischen Ausgaben findet man auch hier im Blog.

Samstag, 28. April 2018

Limited Edition

Ein Ted Naifeh Cover für The Man in the High Castle
The Man in the High Castle
Beim Sammeln geht es meist um alte Dinge, Dinge, die es, weil sie alt sind, nur selten gibt. Aktuelle Ausgaben von Büchern spielen da oft eine untergeordnete Rolle (dieser Blog beobachtet und bespricht aber auch die deutschen Neuerscheinungen von Philip K. Dicks Büchern genau, zumal sie auch selten genug sind).
Aktuelle Ausgaben, die das Interesse des Sammlers wecken, sind in der Regel die teuren Sammlerausgaben, in der letzten Zeit sind das die beiden Folio-Ausgaben und vorher vielleicht die Collected Stories von Subterranean. Eine relativ aktuelle Ausgabe, die bisher aber relativ unbeachtet geblieben ist, ist die limited edition 2015 von The Man in the High Castle. Diese Ausgabe war nicht frei verkäuflich, sondern wurde auf der San Diego Comic-Con 2015 (9. bis 12. Juli) bei der Premiere der gleichnamigen Amazon-Serie an die Besucher verteilt, vermutlich auch auf der folgenden New Yorker Comic-Con im Oktober. Solche Promotionartikel erreichen natürlich dann doch den Markt - und dort auch wegen ihrer Exklusivität meist hohe Preise. Das kann man auch von dieser Ausgabe erwarten, oft gezeigt hat sie sich tatsächlich noch nicht, daher lässt sich das Preisniveau auch nicht einschätzen. Die Ausgabe ist recht aufwändig gestaltet - Amazon hat ein eigenes Cover spendiert. Der renommierte Comiczeichner Edward Ted Naifeh hat das Cover gestaltet. Auf dem Cover hält die Hand Hawthorne Abendsens Buch im Buch The Grashopper Lies Heavy, auf anderen Darstellungen Naifehs ist das eine Filmrolle - entsprechend der Amazon-Serie. Diese anderen Motive wurden auf der Comic-Con als Poster und Drucke verteilt.
Das Orakel vom Berge, Rückseite einer englischen Ausgabe von 2015
Rückseite von The Man in the High Castle
Darüber hinaus gibt es eine Lawine von Merchandising aus dem TMitHC-Umfeld der Serie, das diesen Blog nicht weiter beschäftigen wird.
Suchen muss man auch die Informationen über dieses Buch, an den üblichen Orten ist es nicht verzeichnet - weder in der Internet Speculative Fiction DataBase, die 59 englische Ausgaben verzeichnet (dabei sind aber verschiedene Auflagen sonst unveränderter Ausgaben - insbesondere die vielen Berkley-Ausgaben machen das ziemlich unübersichtlich), noch auf dem etwas übersichtlicheren Philip K. Dick Bookshelf mit 34 Ausgaben.
Daher kurz zu den bibliographischen Angaben des Buches: The Man in the High Castle, Boston, New York: Mariner Books (2015), 274 Seiten, Paperback. Weiterhin steht da First Mariner Books 2011, auch wenn die entsprechende Ausgabe von Mariner erst 2012 herausgekommen ist. ISBNs sind zwei angegeben: 978-0-547-57248-2, das ist auch die von Mariner 2012 und die Special Markets ISBN 978-0-544-75048-7. Man kann also annehmen, dass es sich bei dem Buch um die Mariner-Ausgabe von 2012 mit einem neuen Cover und einer minimalen Ergänzung im Impressum um die Special Markets ISBN handelt. Es gibt keinen Bezug auf Amazon oder die Serie. Die Widmung ist auch die in den USA übliche, die spätere nämlich an seine Frau Tessa, die auch in Deutschland entsprechend übernommen ist: To my wife, Tessa, and my son, Christopher, with great and awful love. Die britischen Ausgaben folgen der ursprünglichen Widmung an Anne.
Diese Ausgabe zu erwerben ist sicher nicht leicht - und damit um so attraktiver für einen Sammler. Die beste Chance hat man wohl in der amerikanischen Bucht. Wie viel man bezahlen will oder muss, hängt davon ab, wie sehr man dieses Buch in seiner Sammlung braucht, für den Komplettisten ist das Buch aber unbedingt ein Muss.
Die zehn deutschen Ausgaben von Das Orakel vom Berge finden sich hier im Blog.

Samstag, 7. April 2018

¡Nicht nur Spanisch!

Do Androids Dream of Electric Sheep? auf Spanisch
Blade Runner von Philip K. Dick in einer spanischen
Ausgabe von Minotauro (2012)
Sommer - Urlaub - Spanien: Ein schöner Dreiklang für den deutschen Urlauber. Dieser Blog widmet sich zu diesem Akkord den spanischen Ausgaben der Werke von Philip K. Dick - und auch den Ausgaben in Spanien (und das ist nicht dasselbe).
Dicks erste Roman ist in Spanien im September 1960 erschienen, El tiempo doblado [The World Jones Made]. Der war in Deutschland bereits 1958 unter dem Titel Geheimprojekt Venus erschienen - dort aber schon als zweiter Roman. Im Monat zuvor war in Deutschland schon der Griff nach der Sonne erschienen, der in Spanien wiederum einen Monat nach El tiempo doblado erschien, im Oktober 1960 unter dem Titel Lotería solar. Diese Solar Lottery war 1955 Dicks erster (veröffentlichter) Roman und dann in den meisten Ländern einer der ersten übersetzen Romane.
In den folgenden Jahren erscheinen dann in Spanien regelmässig verschiedene Romane von Dick, allerdings deutlich verstärkt seit der Jahrtausendwende, bisher insgesamt rund 140. Allerdings sind offenbar noch immer nicht alle Bücher von Dick auf Spanisch erschienen, es fehlen immerhin noch sechs seiner (allerdings meist eher schwächeren) SF-Romane, u. a. Das Jahr der Krisen [The Crack in Space] und Der galaktische Topfheiler, der hierzulande nach längerer Zeit gerade wieder bei Fischer erschienen ist. Wirklich missen muss man in Spanien aber auch einen von Dicks besseren Romanen, Die Lincoln-Maschine [We Can Build You].
Zu den SF-Romanen kommen noch mehr als 20 Anthologien, dabei sind natürlich auch die wahlweise drei- oder fünfbändigen Cuentos completo, die Sämtlichen Erzählungen. Wenig übersetzt sind dagegen die Mainstream-Romane, hier gibt es nur vier Ausgaben von drei Romanen, nämlich Ir tirando [Puttering About in a Small Land], Mary y el gigante und die Confesiones de un artista de mierda - und diese Ausgaben sind auch schon aus den Jahren 1988 bis 1992. 
Bei der Betrachtung der Ausgaben sind hier auch Bücher inbegriffen, die in Argentinien und Mexiko erschienen sind. Das sind 18 argentinische und sechs mexikanische Ausgaben, dabei auch die einzige Ausgabe von Mary. In Argentinien war 1953 wohl auch die erste übersetzte Kurzgeschichte erschienen, Los defensores [The Defenders] in der ersten Ausgabe von Más Allá, einer Zeitschrift die hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich Geschichten aus Galaxy übernahm - so ist wohl auch Dick hier hereingeraten.
We Can Remember It for You Wholesale von
Burlington Books auf Zypern
Wenn man wieder nach Spanien sieht, findet man allerdings auch Publikationen in anderen Sprachen, über die hier im Blog schon ausführlicher berichtet wurde und die daher nur kurz benannt werden sollen: Es sind zum einen die fünf katalanischen Ausgaben des Blade Runner und eine Anthologie in baskischer Sprache. Baskisch und Katalan nutzen übrigens die ISBN Gruppennummer 84 von Spanien.
Schliesslich sei hier noch eine etwas obskure Kurzgeschichtensammlung erwähnt, We Can Remember It For You Wholesale, erschienen beim Schulbuchverlag Burlington Books. Sheila Thompson hat hier drei Geschichten von Dick vereinfach nacherzählt. Mit einem Vokabelteil soll dies Eleven des Englischen in Spanien helfen, die Texte zu verstehen - obwohl Dick meist schon eine einfache Sprache verwendet (und vielleicht taucht Dick deshalb öfter in Schulbüchern auf). Einführung und Vokabelteil sind viersprachig in Spanisch, Kastellan, Baskisch und Galizisch. Burlington Books residiert in Limassol auf Zypern, daher hat dieses Buch - als einziges in meinem Katalog - eine zyprische ISBN: 9963-617-31-X. Und daher bleibt es auch im Katalog, wenn auch als Kuriosität.
Die Rückseite von We Can Remember It
For You Wholesale mit der zyprischen ISBN
In PKD Otaku 2 von 2002 findet sich eine sehr lesenswerte und ausführliche Geschichte der frühen spanischen Übersetzungen von Gerardo Acosta; vieles darin ist wohl typisch für diese Zeit in vielen Ländern. Dieses Essay im speziellen und PKD Otaku im Allgemeinen sind höchst empfehlenswert, die Seite philipkdickfans.com (wo PKD Otaku derzeit zu finden ist) sowieso.
Man hört gelegentlich, dass Wide Books an einer Bibliographie der spanischen Ausgaben arbeitet, analog den Precious Artifacts, die bei Wide 2012 erschienen sind und die die englischen Ausgaben von Dick listet (gefolgt von einem zweiten Band, der sich mit den Kurzgeschichten beschäftigt). Von Wide kann man einen schönen und vollständigen Überblick über alle spanischen Ausgaben erwarten.
Aktuelle spanische Bücher lassen sich in Deutschland verlagsneu auf die übliche Art und Weise bestellen. Aber man kann ja auch im Urlaub einfach mal in einen Buchladen gehen und einfach mal den spanischen Dick mitnehmen - und hat dann nicht nur ein neues Stück für die Sammlung, sondern auch ein schönes Andenken.
Der beste Katalog, den ich für meine Recherche nach spanischen Ausgaben im Netz finden konnte, ist tercerafundacion.net, eine sehr lebendige Seite zum Thema Science Fiction und Fantasy.
Eine Liste aller Sprachen, in die Philip K. Dick übersetzt ist, findet sich hier im Blog.

Samstag, 3. März 2018

Dänisch

Dänemark ist das erste skandinavische Land, in dem ein Roman von Philip K. Dick erschienen ist, nämlich Øjet på himlen [Eye in the Sky] im Jahr 1968. In der Folge sind noch die vier grossen Romane erschienen: Das Orakel vom Berge, Eine andere Welt und in drei Ausgaben Träumen Roboter von elektrischen Schafen? - sowie Ubik, das unzweifelhaft im WorldCat nachgewiesen ist, von dem ich aber trotz langer Suche kein Bild finden konnte.
Die dänische Ausgabe von Philip K. Dicks Eine Handvoll Dunkelheit
Eine Handvoll Dunkelheit in der dänischen Ausgabe als
En håndfuld mørke bei Stig Vendelkærs (1973), leider 
nicht  nur wegem dem hässlichen Aufkleber in
schlechter Erhaltung, ein Zugang aus dem letzen Jahr
Zu den Romanen kommen noch drei Anthologien hinzu, zuerst En håndfuld mørke bei Stig Vendelkærs (1973). Diese Sammlung ist in vielen Ländern früh erschienen, auch schon 1963 auf Deutsch als Eine Handvoll Dunkelheit. Die Erstausgabe ist aber nicht, wie man es wohl erwarten würde, aus den USA, sondern aus Grossbritannien, wo sie als Originalanthologie unter direkter Mitwirkung von Dick zusammengestellt wurde. Sie ist dort 1955 beim Verlag Rich & Cowan erschienen und die zahlreichen Varianten sind nicht billig zu finden. Auf Dänisch sind noch zwei weitere Anthologien (in drei Ausgaben) erschienen, insgesamt sind elf Ausgaben aber ein eher kleiner Beitrag zum Katalog aller Ausgaben. Es findet sich auch recht wenig zu Philip K. Dick auf Dänisch im Netz. Ob aber Dick weniger populär ist, mehr im Original gelesen wird oder ich die richtigen Winkel des Internet nicht finden konnte, kann ich nicht sagen.
Für die eigene Forschung sei hier bibliotek.dk als umfassende Quelle empfohlen.
Eine Quelle für den Kauf kann antikvariat.net sein, es gibt aber zahlreiche Antiquariate, die über ihre eigenen Seiten anbieten. Und es ist in jedem Fall geraten auf Qualität und Versandkosten zu achten, caveat emptor!
Eine Liste aller Sprachen, in die Philip K. Dick übersetzt ist, findet sich hier im Blog.

Samstag, 24. Februar 2018

Zehn elektrische Träume

Die erste Veröffentlichung von Philip K. Dick ist in diesem Jahr am 22. Februar die Anthologie Electric Dreams beim Fischer Verlag. Diese Ausgabe verdanken wir natürlich der gleichnamigen britischen Fernsehserie, die seit Anfang des Jahres auch bei Amazon in Deutschland verfügbar ist.
Electric Dreams mit zehn Kurzgeschichten von Philip K. Dick beim Fischer Verlag (2018)
Fischer hat für das Buch praktisch die englische Ausgabe von Gollancz von 2017 übernommen, inklusive dem psychedelischen Umschlagbild. Für die Übersetzungen wurde auf die Sämtlichen Erzählungen zurückgegriffen. Die kurzen Einführungen der Regisseure der jeweiligen Folge, die im englischen Original jeder Geschichte vorangehen, sind verloren gegangen. Ich halte das für einen mässigen Verlust, da diese Einführungen doch aus der Sicht von Filmschaffenden geschrieben sind, die m. E. wenig Neues über Dicks Werks sagen. Ein Cineast - ich benutze dieses Wort hier auch einmal für das moderne Fernsehen - wird das wohl anders sehen und die Leser dieser Anthologie kommen ja wohl von der Serie, daher muss man Fischer hier wohl Punkte abziehen. Allerdings wird der Fernsehzuschauer teilweise Schwierigkeiten haben, die Serie in den Geschichten wiederzufinden, gelegentlich ist doch nur eine Idee von Dick aufgenommen und arg transformiert, am ärgsten vielleicht in der Folge Real Life. Diese Transformation ist gar nicht schlecht und tut der Verfilmung auch eher gut, ist aber vielleicht unerwartet.
Amazon hat wohl mit der Reihenfolge der Folgen gespielt und die amerikanischen Folgen nach vorne geschoben. Da es fast keinen inhaltlichen Zusammenhang zwischen den einzelnen Folgen gibt, spielt das keine grosse Rolle. Dafür gibt es ein paar Anspielungen auf Dick, in der Folge Fosters neue Welt gibt es etwa eine Glen Runciter High School.
Was ist nun drin in der Sammlung von Fischer? Es sind diese zehn Kurzgeschichten:
  • Ausstellungsstück [Exhibit Piece], Folge Real Life
  • Der Pendler [The Commuter], Folge Der Pendler
  • Der unmögliche Planet [The Impossible Planet], Folge Der unmögliche Planet
  • Der Gehenkte [The Hanging Stranger], Folge Tötet Alle Anderen!
  • Eine todsichere Masche [Sales Pitch], Folge Crazy Diamon
  • Das Vater-Ding [The Father Thing], Folge Das Vater-Ding
  • Der Haubenmacher [The Hood Maker], Folge Der Haubenmacher
  • Foster, du bist tot [Foster, You're Dead], Folge Fosters neue Welt
  • Menschlich ist [Human Is], Folge Menschlich ist...
  • Autofab [Autofac], Folge Autofac
Die Kurzgeschichte Der Pendler ist damit zum ersten mal ausserhalb der Sämtlichen Erzählungen erschienen, Foster, du bist tot ist zum elften Mal veröffentlicht, die anderen eher öfter als weniger - es handelt sich also überwiegend um eher populäre Geschichten von Dick. Damit bleibt übrigens Erinnerungen en gros mit 16 deutschen Veröffentlichungen unbedrängt die am meisten veröffentlichte Kurzgeschichte. 
A Maze of Death
A halál útvesztője bei
Agave (2014) in Ungarn
Im Original hat Gollancz dem Titel noch ein Volume 1 beigefügt und die Bände 2 und 3 sind für Ende 2018 und 2019 bereits angekündigt. Ob sie erscheinen, ist natürlich abhängig vom Erfolg der Serie (wenn nicht, werden diese Bände bis zum Ende aller Zeiten in allen mögliche Katalogen und Liste auftauchen und Sammler für immer verwirren). Eine weitere Staffel der Serie ist noch nicht angekündigt, Material genug wäre aber ja wohl da. Volume 1 ist jetzt auch als Hardcover bei Houghton Mifflin Harcourt erhältlich.
Das Motiv des Covers hat sich übrigens schon bei der ungarischen Version von Dicks A Maze of Death bewährt, A halál útvesztője, herausgekommen 2014 bei Agave, wo Dicks Romane seit 2003 fast komplett erschienen sind.
Im Web findet man Electric Dreams auf Wikipedia und es gibt eine Leseprobe bei Fischer.
Zum ersten Erscheinen von Foster, Du bist tot in der Sowjetunion gibt es auch schon einen spannende Beitrag in diesem Blog. Und natürlich findet sich in diesem Blog auch ein bibliographischer Überblick der Ausgaben von Fischer und - ganz neu - ein Überblick über Philip K. Dick in Film und Funk.