Samstag, 24. September 2016

Versteckte Planeten

Der Merkur, die Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, erscheint ununterbrochen seit 1947. Und man kann ihm sicher zugestehen, eine der wichtigsten und angesehensten Kulturzeitschriften im deutschsprachigen Raum zu sein. Veröffentlichungen im Merkur haben daher sicher einen anderen intellektuellen Stellenwert und eine andere Sichtbarkeit als solche in Fan-Magazinen - nicht nur wegen der unterschiedlichen Auflagenhöhe.
Das Thema Philip K. Dick hat es einmal in den Merkur geschafft, nämlich in Gerd Schäfers Artikel Paranoides Genie. Zum Werk von Philip K. Dick in Heft 5 des 61. Jahrgangs im Mai 2007 in das Heft mit der laufenden Nummer 697. Der Artikel ist mit fünf Seiten sicher eher kurz für das Thema, aber, wie ich finde und wie man ja auch erwarten durfte, von hoher Qualität; auch wenn ich persönlich Dicks Werk primär weniger als vorweggenommene Bestandsaufnahme auf den Einzug von Medien in die Alltagswelt sehe. Dafür stempelt er Dick nicht als drogenabhängigen Verrückten ab, das Paranoide Genie ist wohl weniger eine klinische Diagnose als eine literarische, die man nicht abstreiten kann.
Merkur 697, 61. Jahrgang Mai von 2007 mit einem Artikel von Gerd Schäfer,
Paranoides Genie. Zum Werk von Philip K. Dick
Die Anzahl von Artikeln zu Leben und Werk von Dick in deutscher Sprache ist klein genug, um ihn ohne weitere Überlegung in die Sammlung aufzunehmen, hier verhält sich wie mit dem hier bereits vorgestellten Werk von Laurence A. Rickels.
Nachlesen lässt sich der Anfang des Artikel online im Archiv des Merkur, dort kann man ihn auch kaufen. Für einen Sammler ist ein PDF sicher keine Option.
Der Artikel im Merkur erscheint auch als einziger deutschsprachiger in der Liste der akademischen Sekundärliteratur bei den PhilipKDickFans, die von Umberto Rossi stammt, von dem an dieser Stelle in einem zukünftigen Eintrag auch noch gesprochen werden soll.
Finden lässt sich der Merkur 697 recht einfach, wenn man einmal weiss, das man nach ihm suchen will. Aufpassen sollte man als Sammler nur, dass man keines der Mängelexemplare erhält, die im Umlauf sind. Mein Exemplar enthält noch ein beigefügtes Faltblatt, das Werbung für einen Kongress in Karlsruhe macht, wie sehr so etwas zu einem Magazin dazugehört, muss natürlich - wie immer - jeder Sammler selbst bestimmen. Mir fällt es schwer diese Beilage zu entfernen, wenn sie auch droht, das Heft dauerhaft zu verformen. Solche Objekte zeigen auf jeden Fall, dass das Exemplar nicht wirklich intensiv gelesen wurde.
Die bibliographischen Daten zur Sekundärliteratur, die auch diesen Artikel dokumentieren, gibt es hier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen