Samstag, 7. Mai 2016

Gero Reimann

Dick - Vom Sterben und Leben eines gott- und
weltlosen Gnostikers. Eine Opernerzählung,
ID-Verlag (1984) von Gero Reimann
Ein Name, dem man hier und da begegnet, wenn man sich mit Philip K. Dick beschäftigt, ist Gero Reimann. Auch wenn der Name nicht so oft auftaucht wie andere, liest man über seine Beiträge nie einfach hinweg, es sind jedesmal sehr persönliche und auch aussergewöhnliche Beiträge, so wie man das auch von Dick selbst kennt. Das Biographische zu Gero Reimann möchte man bei Wikipedia oder anderswo nachlesen.
Im Umfeld von Dick, und darum soll es hier natürlich gehen, erscheint Reimann als Übersetzer, Essayist und Autor von durch Dick inspirierter Prosa.
Übersetzt hat er unterstützt von Jennifer K. Klipp-Reimann Dicks Mainstream-Roman Eine Bande von Verrückten, der in Erstausgabe bei Reidar (1987) und als Taschenbuch bei Betzel (1993) erschienen ist. Ungerechterweise enthält die letztere keinen Hinweis auf die Übersetzer.
Zwei Essays sind von Reimann separat erschienen. Einmal in der Literaturzeitschrift Die Horen Nummer 217 (2005) das Essay Tertium datur: Der Spezialfall Philip K. Dick. Die Nummer 217 ist eine Ausgabe zur phantastischen Literatur, Dick taucht hier mit Lem und solchen Klassikern wie Lovecraft, Stoker, Shelley, C. S. Lewis auf. Ein anderer Artikel ist Über kosmische Puppen in der Zeitschrift Phantastische Zeiten, Ausgabe 12 (1987).
Sein grösster Beitrag ist aber sicher seine Opernerzählung mit dem Titel Dick und dem Untertitel Vom Sterben und Leben eines gott- und weltlosen Gnostikers.
Die Opernerzählung, die den grössten Teil des Buches einnimmt, ist tatsächlich als Libretto für eine Oper gedacht, die dann nie aufgeführt wurde. Im ersten Teil des Buches, Zur Entstehungsgeschichte der vorliegenden Texte wird dies erklärt. Reimann erwähnt hier auch sein unveröffentlichtes, 150 Seiten starkes Essay über Dick Der Narr im Hologramm des Schreckens, für eine naive, unerbittliche subversive Literatur, sicher auch ein spannendes, aber wohl für den grossen Markt zu anstrengendes Werk.
Der Entstehungsgeschichte folgen Texte zu Leben und Werk von Dick - und Gedanken zur geplanten Inszenierung. Abgeschlossen wird das Buch mit der Kurzbiografie von Reimann.
Reimann hat auch die Grafiken und den hier abgebildeten Umschlag des Buch gestaltet.
Ich ordne dieses Werk in meinem Katalog der hier bereits besprochenen Kategorie recursive zu, ein fiktiver Text, in dem Philip K. Dick als Figur auftritt.
Die Horen 217 (2005)
enhält das Essay Tertium 
datur: Der Spezialfall Philip 
K. Dick von Gero Reimann
Dick von Reimann ist eine Herausforderung für den Sammler. Es taucht selten auf - und der Preis ist dabei recht unterschiedlich. Man muss lange warten, um es überhaupt zu finden, aber wenn man noch länger sucht, kann man hier unbedingt auch mal einen günstigen Kauf abschliessen. Bei der Erhaltung dieses Buches muss aber wohl in jedem Fall Abstriche machen, das liegt wohl auch an der Produktion, dieses Bändchen altert nicht gut.
Der Hauptteil des Buches, das eigentliche Libretto, ist separat im vom Uwe Anton bei Heyne 1990 herausgegebenen Willkommen in der Wirklichkeit: Die Alpträume des Philip K. Dick unter dem selben Titel, Vom Sterben und Leben eines gott- und weltlosen Gnostikers, erschienen. Dieser Band ist, sollte er nicht sowieso schon in der Sammlung sein, recht leicht zu finden; wie üblich muss man darauf achten, kein als Preisred. Mängel-Exemplar gestempeltes Exemplar zu kaufen.
Der Sammler der Kurzgeschichten von Dick hat auch eine Kurzgeschichte von Reimann in der Sammlung. In Highlights 6 (1986) von Moewig, die Dicks Der Fall Rautavaara enthält, ist auch die Kurzgeschichte Jenseits des Rheins von Gero Reimann enthalten.
Bei Heyne ist bereits 1982 der antiquarisch leicht erhältliche Roman Lila Zukunft und hellgelbe Liebe erschienen.
Gero A. Reimann ist 2009 gestorben. Wie die Opernerzählung ist sein 2011 posthum bei Shayol herausgekommener Roman Sonky Suizid nur schwer finden.

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