Samstag, 15. Dezember 2018

Fantastisches Forum 6

Dieser Blogeintrag setzt den Eintrag über Paul Williams in NRW inhaltlich fort. Da ging es um die Ausgabe 5 des Fantastischen Forums und das beigelegte Programm der 4. Science Fiction-Tage NRW, an denen auch Paul Williams teilgenommen hatte. Ausserdem hat er dem Programmheft einige Beiträge von und über Philip K. Dick beigesteuert.
Fantastisches Forum 6, Februar 1992
Die Ausgabe 6 vom Fantastischen Forum vom Februar 1992 enthält noch ein weiteres Essay von Dick selbst, Die Seele des Wub, sowie ein Interview mit Paul Williams.
Die Seele des Wub ist, wie alle anderen Artikel, auf Deutsch exklusiv nur hier zu finden. Geschrieben ist er 1980 als Einführung seiner ersten Geschichte Beyond Lies the Wub, zu Deutsch Und jenseits - das Wobb, in der Anthologie First Voyages, Avon Books (1981); es ist mir aber unklar, ob er dort dann auch erschienen ist. Auf jeden Fall ist er auf Englisch in der PKDS Newsletter herausgekommen, in der Ausgabe 24 von 1990. Später ist er (deutlich leichter zu finden) noch einmal in Sutins The Shifting Realities of Philip K. Dick, Vintage (1996) unter dem Titel "Headnote" for "Beyond lies the Wub" veröffentlicht. Diese kurze Headnote fehlt übrigens in den Notes in den Collected Stories, auch wenn man sie dort erwarten würde.
Das Wub, das auf Deutsch aus mir unerfindlichen Gründen ein Wobb ist, spielt natürlich für Dick als seine erste professionell veröffentlichte Kurzgeschichte eine besondere Rolle. Der Text hat auch eine sehr persönliche Note, die für mich einen leicht melancholischen Anklang hat, da er kurz vor seinem Tod vom Anfang seiner Karriere schreibt. Dick hat sich seine Erstveröffentlichung offensichtlich im Detail angesehen, er zitiert wörtlich die Reklametexte, die seine Geschichte umrahmen und geht auf die Illustrationen ein.
Bei dem Beitrag mit dem Titel Philip K. Dick - Ein Leben für die Frage. Eine Gesprächsrunde mit Paul Williams handelt es sich offenbar um die Transkription des im Programm der 4. SF-Tage angekündigten Podiumsdiskussion. Auf immerhin sechs Seiten spricht Williams über Dick und die Filme, Drogen, die Mainstream-Bücher und Religion. Auch dieser Beitrag dürfte einmalig sein, man wird ihn wohl sonst nirgendwo finden, auch nicht auf Englisch.
Ansehen kann man sich Dicks erste Veröffentlichung in Planet Stories, Juli 1954, mit den Reklametexten und Illustrationen sowie viele weitere im Original beim Internet Archive.

Samstag, 8. Dezember 2018

Nackt und ausgezogen

Der Titel dieses Blogeintrags ist natürlich der verzweifelte Versuch, Leser anzulocken oder wenigstens einen Click zu kriegen, denn sex sells bekanntlich. Obwohl ich schon länger mit dem Gedanken für einen Blogeintrag über pikante Umschlagbilder liebäugele, geht es dieses mal um weniger Frivoles. Es geht darum, was die beiden Insel-Ausgaben von Philip K. Dick unter ihren Schutzumschlag tragen.
Zwei unterschiedliche Einbände von Dicks Mozart für Marsianer bei Insel
Mozart für Marsianer in der Reihe Phantastische Wirklichkeit von Insel von
1973 mit schwarzem und mit lila Pappband, der Schutzumschlag, gestaltet
von Helmut Wenske, und der Buchblock sind gleich
Ausgelöst hat diesen Beitrag ein Kommentar zum Blogeintrag Insel und Suhrkamp. Dort wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es bei den Insel-Ausgaben der Reihe Phantastische Wirklichkeit offenbar unterschiedliche Einbände gibt. Häufiger sind wohl die lila Pappbände, die der eigentümlich lilanen Typographie der Reihe folgen. Die beiden Ausgaben von Dick zumindest gibt es auch mit schwarzem Pappband, wie sie für die von Insel gleichzeitig herausgegebene Reihe Bibliothek des Hauses Usher verwendet werden, hier mehr zu dieser Reihe bei Wikipedia. Die Schrift auf dem Buchrücken nennt Titel und Autor, sie ist bei der schwarzen Ausgabe in weiss, bei der lila Ausgabe in Silber. Die beiden Ausgaben unterscheiden sich sonst in nichts. Zumindest bei einigen weiteren Bänden der Reihe werden Ausgaben sowohl im lila als auch im schwarzen Pappband angeboten, in Pallas oder die Heimsuchung von Edward de Capoulet-Junac etwa oder Herren im All vom Cordwainer Smith.
Die Umschlagbilder beider Bücher sind von Helmut Wenske gestaltet, der auch das Umschlagbild für Uwe Antons Willkommen in der Wirklichkeit gemacht hat sowie die drei Ausgaben der Valis-Trilogie bei Moewig.
Ich selbst bin wenig aufmerksam bei dem, was unter dem Schutzumschlag ist. Ursprünglich wirklich als reiner Schutz gedacht, ist der Schutzumschlag dieser Tage doch meist interessanter als das, was darunter ist und eigentlich geschützt werden soll. Tatsächlich funktioniert das meist auch recht gut, Schutzumschläge sind häufiger in schlechtem Zustand und bedürfen genauerer Betrachtung, aber der eigentlich Einband ist dann doch gut erhalten.
Silber und schwarze Schrift auf dem Buchrücken von Mozart für Marsianer
Die Buchrücken von Mozart für Marsianer, Insel (1973),
die Schrift oben silber unten weiss
Mir war also nie aufgefallen, dass es diese doch recht offensichtliche Varianten gab - man lernt eben nie aus.
Herausgegeben wurden die 15 Bände der Reihe von Franz Rottensteiner. Wikipedia sagt  über die Reihe Phantastische Wirklichkeit:
Hier erschienen erstmals in deutscher Übersetzung Werke von [...] Philip K. Dick in gebundenen Ausgaben.
Das ist etwas missverständlich, erstmals bezieht sich nur auf die Werke, aber nicht auf die gebundenen Ausgaben, denn die Zeit ohne Grenzen war schon rund zehn Jahre vorher als zwar gekürztes, aber doch gebundenes Leihbuch erschienen - allerdings bis dato als einzige gebundene Ausgabe.
Willkommen in der Wirklichkeit von
Uwe Anton bei Heyne (1990) mit
einem Cover von Helmut Wenske
Erstaunlich ist auch, dass man den Band 1 der Reihe, Die Ratte im Labyrinth, erschienen am 9. November 1969, offenbar bei Suhrkamp noch neu bestellen kann.
Bei der Beschaffung der oben beschriebenen Varianten treten weniger Probleme auf, als erwartet. Die Farbe des Einbandes wird oft genannt oder ist auf den begleitenden Bilder erkennbar - man kann vermuten, dass den Anbietern die Relevanz bekannt ist und die Farbe des Einbandes daher explizit genannt wird - ich habe das immer überlesen. Man kann also oft feststellen, welcher Einband angeboten wird - wenn nicht, muss man eben fragen. Man findet auch Angebote zu vertretbaren Preisen, man sollte allerdings darauf achten, dass die Folierung des Schutzumschlages einigermassen in Ordnung ist, auch auf der Rückseite. Die Folie löst sich immer ein wenig, aber offenbar bei den LSD-Astronauten mehr als beim Marsianischen Zeitsturz, vermutlich hat man in der Produktion etwas geändert - oder meine Wahrnehmung ist falsch, ich habe nur ein paar Exemplare gesehen.
Zum Abschluss sei noch mal auf das noch immer ungelöste Rätsel um die broschierte Ausgabe von Insel hingewiesen. Und hier gibt es im Blog alles zu Insel und Suhrkamp.

Samstag, 1. Dezember 2018

Griechisch: ΦΙΛΙΠ Κ. ΝΤΙΚ

Der goldene Mann von Philip K. Dick in
einer griechischen Ausgabe:
O xrysafenios andras, Para Pente (1997)
Griechenland. Das Land in dem die europäische Kultur geboren wurde. Und das Land, das sich erst spät für Philip K. Dick zu interessieren begann.
1976 erschien als erster Roman von Dick in Griechenland ausgerechnet Schachfigur im Zeitspiel [Dr. Futurity]. Zu diesem Zeitpunkt hätte es wohl bessere Romane von Dick gegeben, aber es ist in einigen Ländern zu beobachten, dass die erste Wahl einer Übersetzung überraschend schlecht ist. Dafür gibt es offenbare drei oder vier Ausgaben des Romans von verschiedenen Verlagen - alles aus dem gleichen Jahr. Leider werden hier durchgängig keine ISBNs angegeben, so dass es schwer ist, hier genau zu erkennen, wie viele Ausgaben von wie vielen Verlagen es wirklich gibt. Ich konnte auch keine gute Seite finden, die hier genauer Aufschluss bringt.
1978 sind die folgenden Übersetzungen Ubik und Das Orakel vom Berge, also zwei von Dicks besten Werken. Auch in den letzten Jahren hat es neue Ausgaben gegeben, die letzte, Simulacra, ist im Jahr 2016 erschienen. Insgesamt sind aber nur 26 SF-Romane in rund 50 Ausgaben, drei Mainstream Romane und fünf Anthologien auf Griechisch herausgekommen, mit fünf Ausgaben liegt - wie immer - der Blade Runner vorne.
Eine eher unvollständige griechische Bibliographie findet sich natürlich auch im Netz.
Sehr gelegentlich tauchen griechische Ausgaben auch bei den einschlägigen deutschen Anbietern auf, mit dem direkten Kauf in Griechenland habe ich keine Erfahrung; eigentlich sollte das kein Problem sein, das Griechenland natürlich Mitglied des Euro-Raumes ist und Überweisungen kostenfrei und problemlos sein sollten ... wie die Kosten für das Porto sind, ist mir allerdings gänzlich unklar.
Der Web-Tipp ist das PKDicktionary eine Sammlung von Begriffen aus Dicks Romanen.
Eine Liste aller Sprachen, in die Philip K. Dick übersetzt ist, findet sich hier im Blog.