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Schloss (ganz hinten links), Bomann-Museum, Weihnachtsmarkt und Stadtkirche an der Stechbahn in Celle |
Auf der Suche nach einem jahreszeitlich passenden Beitrag für diesen Blog bin ich in der Sammlung über einige Ausgaben des Magazins Comet gestolpert. Und der Name ist Programm, im Untertitel heisst es Magazin für Science Fiction und Raumfahrt. Die Science Fiction Times 143 (September 1977) schreibt in ihrem Marktreport (Seite 25) dazu:
Mit COMET erschien nach vielen Jahren wieder ein deutsches SF-Magazin auf dem Markt. Aufwendig gemacht (Großformat, Kunstdruckpapier, viele Farbbilder), aber mit DM 8,- auch ziemlich teuer, wurden bisher 3 Ausgaben (seit Mai) auf den Markt gebracht. Auflage 50.000. Das Magazin bringt eine Mischung aus Fiction (SF-Storys, SF-Fortsetzungsroman und Fantasy-Serie) und populärwissenschaftlichen Artikeln. In den ersten Ausgaben gab es u. a. Geschichten von George R. R. Martin, Thomas F. Monteleone, Jack Dann, Dennis Etchison, Thomas Ziegler, Steven Utley und Bob v. Laerhoven, Bildberichte über den Maler Helmut Wenske, versunkene Tempel und SF in der Rockmusik, ferner jeweils einen Artikel pro Heft von H. W. Franke (Höhlen, Vulkane, Kirlian-Fotografie), ein SF-Autoren-Lexikon etc. Allerdings ist der Tandem-Verlag, Celle, der das Objekt herausbringt, in finanziellen Schwierigkeiten, und es ist fraglich, ob weitere Ausgaben von COMET erscheinen. Zumindest die August-Nummer wird nicht erscheinen.
Professionell gemacht waren die Heft, hochwertige
Inhalte und Gestaltung; daher war wohl auch die erstaunlich hohe Auflage
notwendig. Und es ging dann auch weiter für Comet – allerdings
nicht lange. In der SFT 145 (August 1978) lesen wir (Seite 59):
Das SF-Magazin Comet wurde nach drei Ausgaben im Jahre 1977 (Nr. 5/77, 6/77, 7/77) und fünf Ausgaben 1978 (2–6/78) eingestellt. Noch auf dem Markt: COMET-Sonderband 1
Die Verbindung von Comet zu Philip K. Dick sind zunächst drei
Essays, die in drei Ausgaben des Magazins veröffentlicht wurden:
- Comet 5/77: Uwe Anton: Rezension von Eine andere Welt
- Comet 7/77: Thomas Dressler: Rezension von Die Invasoren von Ganymed, Bastei-Lübbe (1976)
- Comet 6/78: Uwe Anton: Die seltsamen Welten des Philip K. Dick
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| Comet 5/77 und 7/77 |
Anton wählt bei Rena das Pseudonym L. D. Palmer, das er auch beibehält, das findet man im Vorwort von Venus ist tot, übrigens mit einem Cover von Helmut Wenske und hier im Blog:
[…] L.D. Palmer war das Pseudonym, das ich mir für Veröffentlichungen im Genre Science Fiction ausgedacht hatte; ebenfalls eine Hommage an Philip K. Dick bzw. seinen Roman THE THREE STIGMATA OF PALMER ELDRITCH. Aus »Palmer Eldritch« wurde einfach »L. D. Palmer«. Dick fand das witzig und war durchaus geschmeichelt, als ich es ihm in einem Brief nebenbei mitteilte.
Uwe Anton erscheint in der Reihe Katastrophen Alarm mit Band 11: Der Mond fällt auf die Erde. Auch von
Ronald M. Hahn findet sich – unter diversen Pseudonymen – einiges
in Comet. Und auch von Helmut Wenske findet sich einiges
im Comet. Die deutsche Science Fiction Welt ist, das sehen wir
mal wieder, klein.
Sex! Wirklich!
Zu erwähnen ist hier noch eine Reihe von Intimhörspielen, die
Rena auf Schallplatten und Kassetten herausgegeben hat – und die auch
bei der Deutschen Nationalbibliothek nachgewiesen sind, im Gegensatz
zu allen anderen Erzeugnissen von Tandem und Rena. Die Wortschöpfung
„Intimhörspiel“ gibt es tatsächlich nur im Zusammenhang mit diesen
Plattenproduktionen von Rena. Es scheint rund ein Dutzend Titel zu
geben, versehen mit dem Hinweis „Abgabe an Jugendliche unter 18 Jahren
verboten“ – das ist so gar nicht weihnachtlich. Werfen wir den Mantel
des Schweigens über dieses Thema.
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| Die letzte Ausgabe: Comet 6/78 |
Von Tandem gibt es noch drei Bände einer Reihe „von Fans für Fans“
über Elvis Presley, James Dean und Charly Chaplin. All das hat den
Verlag wohl trotzdem nicht retten können.
Die Comet-Hefte sind nicht besonders schwer zu ersammeln, es
braucht aber etwas Geduld und kontinuierliche Suche, besonders in der
Bucht scheinen sie immer mal wieder vorbeizuschwimmen.
Der Web-Tipp ist noch einmal
die Seite der Science Fiction Times, deren Archiv mit den historischen Ausgaben langsam aber stetig wächst.
Und das hilft auch dem Sammler, denn die Ausgaben sind nicht nur gescannt,
auch der Volltext ist verfügbar und Google bekannt. Man muss also nicht
einmal direkt die Seite ansteuern, um bei vielen Recherchen dort zu
landen.
Ein Tipp zur eigenen Recherche: Der heutige Tandem-Verlag hat mit dem
Renate Stroiks Verlag nichts zu tun – deshalb gehört zum Verlagsnamen
immer auch der Ort und deshalb ist nur „Celle: Tandem“ eindeutig. Die
Suche nach Tandem ist also nicht so leicht …
Preise
"Comet" - Magazin, diverse Ausgaben jeweils zwischen 5 und 20
Euro
Intimhörspiel, Rena (1974-76), Schallplatte zwischen 20 und 50
Euro
"Casanova. Das aussergewöhnliche Herrenmagazin", Rena (1976-1979) bei
40 Euro

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