Samstag, 18. Juni 2016

Fast ein Urlaubsgruss

Ein Steckenpferd innerhalb der Sammlung sind Übersetzungen der Werke von Philip K. Dick in andere Sprachen. Als Sammelgebiet ist das etwas zu breit, daher begnüge ich mich mit einer Ausgabe pro Sprache – manchmal werden es auch zwei… oder drei.
Minority Report  A Nova Lei von Record (2002), eine brasilianische Ausgabe
der Anthologie The Minority Report von Philip K. Dick
Ich hatte noch keine portugiesische Ausgabe und als sich dann eine günstige Gelegenheit auftat, habe ich sofort zugegriffen. Man kann recht einfach Ausgaben aus Portugal bestellen, allerdings ist das Porto unfreundlich und so habe ich gewartet und bin scheinbar belohnt worden. Die günstige Gelegenheit war nämlich beim hässlichen Hund zu finden, einem grossen und omnipräsenten Händler von Gebrauchtramsch. Und bisher war jede Lieferung von dort fehlerhaft, angefangen mit einigen Ausgaben mit fehlenden Schutzumschlägen – u. a. Das Mädchen mit den dunklen Haaren – bis hin zu unentfernbaren Aufklebern, Rissen und sehr häufig Eintragungen. Trotzdem konnte ich dem niedrigen Preis nicht widerstehen und habe es riskiert – und bin wieder enttäuscht worden. Natürlich. Und wieder verspreche ich: Nie wieder!
Eigentlich ist diese Taschenbuchausgabe in gutem Zustand, leider gibt es eine Namenseintragung, die noch dadurch verschlimmert wurde, dass sie überklebt wurde. Schade. Natürlich ist das nicht wirklich Pech, es ist eben so, dass sich bei diesem Händler besonders viel Schrott findet – und das sollte man auch wissen, zumindest als Sammler. Als sogenannte Leseausgaben – der schlimmste Grad von (fehlender) Qualität für einen Sammler – mögen die Bücher noch taugen. Dazu kommt, dass dieses mutmasslich portugiesische Buch von einem brasilianischen Verlag ist; das hätte man vorher wissen können und so schlimm ist es auch nicht, es ist ja in Portugiesisch, aber es passt: ein Desaster.
Dieses Buch geht trotzdem in die Sammlung, aber vielleicht sollte ich einmal einen Urlaub in Portugal – wenn schon nicht Brasilien – ins Auge fassen. Das würde das Porto sparen.
Zum Buch: Es handelt sich um die Übersetzung der Ausgabe The Minority Report von Gollancz (2002), die neun Kurzgeschichten enthält, hier gibt es jedoch eine zehnte zusätzlich.
Die erste portugiesische Ausgabe eines Romans von Dick ist 1967 erschienen, Os Sobreviventes [Dr. Bloodmoney], damit ist Portugal das erst sechste Land in meiner Übersetzungsreihenfolgeliste. Die einzige Übersetzung eines Mainstream Romans von Dick ist etwas ungewöhnlich: Es ist Voices from the Street von 2009, kurz nach der posthumen Erstausgabe; da hätten die Confessions doch mehr gebracht. Und obwohl es eine gute Zahl portugiesischer Ausgaben von Romanen gibt, etwas 80, ist noch nicht alles von Dick ins Portugiesische übersetzt.
Die erste Ausgabe in Brasilien war Passageiros Para Venus, Die Welten des Mr. Jones, erschienen bei Bruguera in Rio de Janeiro (1968). 
Tatsächlich muss man bei den Ausgaben unterscheiden, ob sie in Portugal oder Brasilien herausgekommen sind, mir ist die Verfügbarkeit im jeweils anderen Land auch nicht ganz klar. Für die Sammlung unterscheide ich erst mal nach Sprache, nicht nach Land.
Eine Liste aller Sprachen mit Werken von Philip K. Dick gibt es hier im Blog.

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