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Samstag, 14. Februar 2026

Krautmusik

V
or einiger Zeit begann ich, systematisch Zeitungsmeldungen nach Erwähnungen von Philip K. Dick zu durchsuchen. Dabei gelang es mir, erstmals die vermutlich früheste Notiz von ihm in einer Zeitung finden: eine kurze Meldung über den Besuch des neunjährigen Philip auf einer Bibliothekstagung. Eine weitere frühe Quelle findet sich im Aufgebot seiner zweiten Ehe im Juni 1950. Es fanden sich auch einige Leserbriefe von ihm, z. B. zu einer Musikkritik von 1953.

Samstag, 21. Dezember 2024

Der Erste Auftritt

Vor langer Zeit, als Facebook noch en vogue war, präsentierte ein Benutzer dort stolz eine Kopie einer der ganz frühen Kurzgeschichten von Philip K. Dick. Das war wohl der Ausdruck von einem Microfiche, über Fernleihe von einer Bibliothek (in Berkeley?) angefordert. Ich habe dann begonnen, weitere Kurzgeschichten, die in den 40er Jahren in der Lokalzeitung erschienen waren, online zu suchen. Dank der Zeitungsscans von Google liessen sich viele dieser Geschichten auch aufspüren.
Dieser Tage bin ich jetzt noch einmal in die Welt der digitalisierten Zeitungen eingestiegen und konnte einen, wie ich finde, auf mehrerlei Weise bemerkenswerten Fund machen: die früheste (mir bekannte) Erwähnung von Philip K. Dick in der Öffentlichkeit: Ein Zeitungsartikel über den neunjährigen Philip. In der St. Joseph Gazette vom 14. Juni 1938 können wir aus Seite 2 (5. Spalte, ganz unten) lesen:
This Youngster Not Likely to Wander From Convention

KANSAS CITY. June 13. – (AP) – Philip Dick, nine years old, was told by his mother to "stay put” – but it really wasn't necessary.
His mother, Mrs. Dorothy K Dick, of the children's bureau, Washington, D. C. is in charge of a booth at the American Library Association convention.
Philip is in the next booth surrounded by 125 volumes of children's adventure stories.

Samstag, 12. Oktober 2024

Hochzeitstag (II.)

Philip K. Dick war fünfmal verheiratet. Das hinterlässt Spuren: in der Oakland Tribune vom 15. Juni 1950 findet sich das Aufgebot von Dicks zweiter Ehe, er heiratet die 19-Jährige Kleo Apostolides.
Geheiratet haben Apostolides und Dick tatsächlich schon am 14. Juni, offenbar haben sie das Aufgebot (license) unmittelbar vor der Hochzeit bestellt, das ist in den USA nicht unüblich. Die beiden sind neun Jahre verheiratet, das ist länger als Dicks andere Ehen halten. Und Dick beginnt seine schriftstellerische Karriere in dieser Zeit.
Der sechste Eintrag in der Spalte Licenses Issued: DICKAPOSTOLIDES
Scan ist Courtesy of the California Digital Newspaper Collection, Center for Bibliographic Studies and Research, University of California, Riverside, http://cdnc.ucr.edu

Samstag, 23. Januar 2021

The Nation

Sehr zufällig und der Arbeit eines gewissenhaften Antiquars geschuldet, ist mir diese frühe Veröffentlichung von Philip K. Dick über den Weg gelaufen: Ein Leserbrief an 
Ein Leserbrief von Philip K. Dick:
Olivier and the Beggar
The Nation
, einem amerikanischen Wochenmagazin, in der Ausgabe vom 3. Oktober 1953.
Dick hat Einwände zu der einige Wochen vorher erschienen Kritik des Films The Beggar's Opera [Die Bettleroper, 1953] mit Laurence Olivier in der Besetzung. Für Oper und allgemein klassische Musik hat sich Dick lebenslang, von früher Jugend an, begeistert. Einen weiteren „Philip K. Dick“ als Leser einer links-liberalen Zeitschrift mit Interesse an dieser Art von Musik wird es in Berkeley 1953 nicht gegeben haben, daher meine feste Überzeugung, dass man hier auch von dem Philip K. Dick liest.
The Nation galt in den 50ern als „pro-kommunistisch“ und war aus einigen Bibliotheken verbannt, Dick hat das (natürlich) nicht davon abgehalten, es zu lesen. Dem Kritiker der Zeitschrift ist das Werk zu seicht, Dick findet das er die Oper in ihrer Tiefe nicht verstanden hat. Dem Journalisten einer (pro-)kommunistischen Publikation hätte der gesellschaftspolitische Aspekte der Bettleroper auch nicht entgehen dürfen, er ist also entweder schlecht geschult oder nicht linientreu. Als links-liberal gilt The Nation noch heute (und damit vermutlich einigen Amerikanern weiterhin als kommunistisch).
Rätselhaft ist für mich, wie der Antiquar diesen Brief gefunden hat. Die Ausgabe unter dem Autoren Philip K. Dick anzubieten, ist schlüssig, Dick verkauft sich gut, aber woher hat er gewusst, dass diese Ausgabe einen Beitrag von Dick enthält? Ich bin auf jeden Fall dankbar für das Angebot, auch wenn ich die Ausgabe nicht gekauft habe – und die Ausgabe einer Wochenzeitschrift von 1953 wird nur sehr schwer noch einmal zu finden sein, ich war also wirklich sehr versucht, zuzuschlagen, musste aber Prioritäten setzen.

Samstag, 28. November 2020

Sklavenarbeit

Die letzten Monate hat mich der Umzug der Sammlung beschäftigt – eine indirekte Folge der aktuellen Situation (um das elende C-Wort nicht zu verwenden). Die Bücher müssten aus dem Licht, der Platz reichte nicht und da die aktuelle Situation die räumliche Nutzung geändert hat, war eine Verlegung der gesamten Sammlung notwendig geworden. Das sollte eigentlich ein famoser Spass werden, alle Schätze noch einmal anfassen und sehen, damit ein bisschen spielen … aber der Umfang der Sammlung hat den Umzug dann doch mühsam gemacht. 
The Slave Race, Sangrail Press (2020)  jahreszeitlich geschmückt

Samstag, 19. März 2016

Young Authors' Club

Florita Cook, die Redakteurin des
Young Authors' Club der Berkeley
Gazette
Ein Sammler und Kenner von Philip K. Dicks Werk ist Frank Hollander. Er beschreibt ein wunderbares Sammelabenteuer in seinem Artikel Stalking the PKD Fiction Oddities: Part I (Yuba City High Times) in PKD Otaku #7 und hat in First of Five: The Mystery of Jeanette Marlin in PKD Otaku #26 auch schon nach Dicks erster Ehefrau geforscht (und das in PKD Otaku #34 ergänzt).
Kürzlich bin ich in PKD Otaku #32 auf die Rezension seines Buches gestossen, Young Authors' Club, The Wartime Adolescent Writings of Philip K. Dick. Das Buch ist schon von 2014, aber (für mich) bisher unsichtbar geblieben. Es gibt die ISBN 978-0-615-83902-8, das Buch ist im Selbstverlag erschienen. Der Vermerk Export Limited auf der Rückseite weisst auf eine schwierige Copyright-Situation hin. Vielleicht ist das Buch auch deshalb so tief unter dem Radar geblieben. [Nachtrag: Ein persönlicher Besuch in den USA war nötig, um das Buch in die Sammlung zu bringen. Enthalten sind die Geschichten und Gedichte sowie Kommentare von Aunt Flo zu den Veröffentlichungen.]
Erinnert hat mich das Buch aber an meine eigenen, länger zurückliegenden Bemühungen etwas über die allerersten literarischen Übungen von Dick herauszufinden. Rickman [Rickman, 1989] erwähnt sie und druckt auch zwei Geschichten ab [ebd., Seite 392-394], auch die anderen Biographen und Bibliographien erwähnen sie kurz.