Samstag, 6. Dezember 2025

Vor-Weihnachtszeitliches

Weihnachtliches erreicht uns pünktlich zur Geschenkeeinkaufszeit: schon am ersten November hat die jahreszeitlich-bunte Anthologie Schöne Bescherungen den Markt erreicht. Und ja, das war schon im Jahr 2000, das Buch ist nicht ganz neu, aber Anthologien mit einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick sind schon lange nicht mehr erschienen.
Schöne Bescherung(en)! Ein Umschlagbild von Josh Kirby
Diese Originalanthologie ist natürlich als Geschenk konzipiert und verkauft sich über das Cover: wichtiger als das Umschlagbild mag der hier genannte Autor sein: Terry Pratchett steht dort gross, der hat sich 2000 (und lange danach) erstklassig verkauft (Eco und Lem sind zumindest noch so aktuell, das sie werben dürfen). Pratchett ist aber mit einer nur vierseitigen! Story vertreten: The Megabyte Drive to Believe in Santa Claus, erstveröffentlicht in einer englischen Lokalzeitung am Heiligabend 1996 (und wohl deshalb so kurz). Tatsächlich ist das neben Philip Jose Farmers Weihnachten auf dem Sumpfplaneten die einzige direkte Weihnachtsgeschichte im Buch. Weiterhin finden wir die Geschichten einiger namhafter Autoren wie Stanislaw Lem, Umberto Eco über deren Weihnachtsbezug man nachdenken muss (und der sich nicht immer finden lässt).
Rückseitiges mit verlagsseitiger Neuauszeichnung
Erik Simon hat für jeden Autoren eine kleine Einführung geschrieben, das ist sehr nett und auch für Dick sehr gelungen. 
Von ihm (und darum geht es schliesslich in diesem Blog) kann man dann Ach, als Blobbel hat man's schwer! lesen. Auf den zweiten Blick findet man hier einen weihnachtlichen Bezug. Denn das Ende der Geschichte erinnert, das ist sicher kein Zufall, an Das Geschenk der Weisen von O. Henry (das ist William Sydney Porter): Der Mann verkauft seine wertvolle und geliebte Uhr, um ein Weihnachtsgeschenk für seine Frau zu kaufen, die ähnliches tut, um ihrem Mann eine Kette für die Uhr zu kaufen. Am Schluss stehen beide mit einem praktisch-nutzlosen Geschenk da. Bei Porter haben die beiden aber etwas gewonnen. Bei Dick ist das … wohl nur teilweise so und statt besinnlicher Weihnachtsstimmung ist eher Sarkasmus in dieser Geschichte (und ein dark haired girl).
Auf Englisch ist diese Geschichte im Februar 1964 in Galaxy erschienen (der Weihnachtsbezug ist dem Verleger wohl entgangen) und war damit eine der späten Kurzgeschichten des Autors.
Dicks Bobbel-Kurzgeschichte ist in Deutschland immerhin zehn mal veröffentlicht und gehört damit zu seinen populärsten. Es gibt auch einen wunderbaren deutschen Comic von Katia Fouquet der sie auf 32 Seiten illustriert, ein Highlight im deutschen PKD-Universum.
Mein Exemplar ist eine "3. Auflage … Printed 2000". Zumindest das Jahr wird nicht stimmen, denn verkauft werden sollte dieses Buch für Euros, also 2002. Der DM-Preis ist mit einem DM+Euro-Preis überklebt, vom Verlag (und daher gehört er auch zum Buch und bleibt drauf!), denn ein Händler hätte sich sicher nicht die Mühe gemacht, die Auflage ("03") auszuzeichnen (das hat Heyne damals dankenswerterweise so gemacht). Dieses Buch ist auf jeden Fall nicht nur Weihnachten 2000, sondern auch 2001 und vielleicht sogar 2002 verkauft worden.
Und vielleicht muss ich doch noch mal nach einer ersten Auflage suchen: Der Sammler hat es aber leicht, wie praktisch alles von Heyne ist es einfach und (hier sogar: sehr) günstig zu finden. Und in dieser Zeit ist die Auflage auch auf der Rückseite angegeben, übliche Angebote mit Rückseitenbild sind da also sehr hilfreich. Das ist dann ja schon mal eine Idee für ein Geschenk (das der Sammler, wie üblich, sich wohl selbst machen muss).

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