Triggerwarnung: Es wird wieder sehr speziell.
Recht neulich hat dieser Blog die traurige, weil arg gekürzte, Übersetzung
von
Die Invasoren von Ganymed betrachtet. Dieser halbe Single ist nur in einer selbstständigen Ausgabe erschienen, 1976 bei Bastei Lübbe.
Laut Deutscher Nationalbibliothek
hat dieses Buch ursprünglich 2,80 DM gekostet.
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| Keine Fragen auf der Vorderseite, zwei Ausgaben von Bastei Lübbe: Philip K. Dicks Die Invasoren von Ganymed von 1976 und Michael G. Coneys Eiskinder von 1975 |
Die Suche danach hat etwas gedauert. Die meisten Angebote im Internet von
Bastei Lübbe Taschenbücher der Jahre 1975–1977 haben kein Fotos der
Rückseite, hauptsächlich weil diese Ausgaben meist sehr billig gehandelt
werden: die Mühe auch die Rückseite abzubilden, lohnt einfach nicht. Und daher ist die Recherche hier mühsam.
Beim backsteinernen Antiquariat meines Vertrauens, das ein winziges Regal mit sehr
ausgesuchter Science Fiction bietet, ist mir dann aber doch ein
Treffer ins Netz gegangen: Michael G. Coneys Eiskinder (Winter's Children) laut DNB ebenfalls
2,80 DM in der Erstausgabe von 1975, das Preisschild identisch überklebt wie
bei den Invasoren von Ganymed. (In der Folge fand sich im Netz noch
ein Foto von einem weiteren überklebten Exemplar der Eiskinder. Und dann auch noch von den Invasoren.)
Für mich ist das Beleg genug: Dieses Preisschild kommt vom Verlag. Es ist
fast unmöglich, dass dieses Preisschild vom Handel kommt, zumal das wegen
der Buchpreisbindung so auch kaum möglich wäre. Und ein Händler hätte kaum in
vier zusätzlichen Währungen ausgezeichnet.
Recht zufällig habe ich anschliessend einen Beitrag zu ähnlich (aber professioneller) überklebten Preisen bei britischen Penguin Taschenbüchern gefunden (in den 60ern). Und in der Währungswechselzeit konnten wir ähnliches bei Heyne beobachten.
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| Die Rückseite zeigt es: Diese Preisschilder kommen vom Verlag |
Braucht man ein solches Exemplar für die Sammlung? Wie immer: das muss der
Sammler wissen, eine allgemeine Regel gibt es da wohl nicht. Es gibt aber doch nur sehr wenige Auflagen und Varianten deutscher Taschenbüchern, insbesondere von solchen von und mit und über
Philip K. Dick, dass ein entsprechendes Exemplar die Sammlung durchaus
bereichert, auch wenn es sich technisch nicht um eine Neuauflage handelt. In diese Sammlung kommt es erst einmal.
Das bedeutet, dass nun ein unbeklebtes Exemplar beschafft
werden muss. Und wie so oft wird die Suche nach solchen Exemplaren dadurch
erschwert, dass Rückseiten oft nicht gezeigt werden und solche Preisschilder
meist nicht beworben werden. Professionelle Anbieter können das für so
günstige Exemplare kaum leisten, privaten Anbietern ist bei
Zustandsbeschreibungen kaum zu trauen: Ohne Fotos ist der Kauf da immer ein
Risiko. Aber genügend Geduld wir auch hier zu einem erfolgreichen Ergebnis
führen (das dann hier dokumentiert werden wird). Oder ...
Wie viele Ausgaben sind von dieser Preiserhöhung betroffen? Wann wurde sie
durchgeführt? Theoretisch ist auch nicht auszuschliessen, dass die gesamte
Auflage überklebt wurde, vor der Auslieferung, aber nach der Meldung bei der
Deutschen Nationalbibliothek. Exemplare ohne Preisschild (und die kann man
finden) sind vielleicht nur durch Entfernen des Aufklebers entstanden. Das
ist jedoch unwahrscheinlich, weil Eiskinder bereits von 1975 ist,
Die Invasoren von Ganymed erst von 1976. Der Verlag wird die
entsprechende Preiserhöhung an einem Stichtag durchgeführt haben und alle
Bestände quasi gleichzeitig umetikettiert haben.
Unter dem Aufkleber findet sich übrigens folgender Originalpreis (zusätzlich
zu DM 2,80):
Frankr. FF 6,- ⸱ Italien L 1150 ⸱ Luxemb. LF 45Niederl. f 4,- ⸱ Österr. S 21,- ⸱ Schweiz Fr 3,20
Die Luxemburg und die Schweiz waren zwischenzeitlich offenbar
weggefallen.
Dick und Coney, nicht
Eine Verbindung zwischen und Dick und Coney lässt sich nicht wirklich
herstellen. Dick gewinnt 1979 mit
A Scanner Darkly (Der dunkle Schirm) den Prix de la SF de Metz für den besten ausländischen Roman, Coney
gewinnt ihn ein Jahr später mit
The Jaws That Bite, the Claws That Catch
(auf Deutsch Sklaven der Zukunft). Viel näher sind sich die
beiden scheinbar nicht gekommen.
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