Samstag, 14. März 2026

Jerry Cotton braucht Hilfe

Harrison Ford als Blade Runner
Nur kurz: Neulich habe ich hier im Blog den Hinweis auf ein Buch von Jerry Cotton bekommen: Drei Stunden bis zum Super-GAU. Auf dem Umschlagbild sehen wir: den Blade Runner! Hilft Rick Deckard beim FBI aus? Gibt es eine Verwechselung mit Phil Decker, Cottons Sidekick?
Obwohl das natürlich alles gar nichts mehr mit Philip K. Dick zu tun hat, musste ich den Super-GAU ganz schnell haben, wenn auch nicht innerhalb von drei Stunden, dafür aber sehr billig. Und dann ist es wie so oft: hat man das Objekt erst einmal in den Händen, entdeckt man noch das eine oder andere: ein Buch ist eben mehr als nur ein Cover. Im Impressum finden wir:
Die auf unseren Titelbildern dargestellten Personen stehen in keinem Zusammenhang mit den Inhalten der Romane.
Genau. Nur weil ein Blade Runner drauf ist, ist keiner drin. Aber klar, das wussten wir vorher, da hat Quadro Grafik aus Bensberg, die den Umschlag gestaltet haben, nachhaltig gearbeitet und vorhandenes Material von irgendwoher wiederverwendet.
So richtig schön finde ich das nicht, Harrison Ford ist zu bekannt und es kann ja nicht Ziel sein den Käufer zu (ent-)täuschen … oder will der Verlag hier unbedingt Aufmerksamkeit … oder hat der Praktikant bei Quadro seinerzeit, 1990, gar nicht gewusst, was er tut und einfach irgendeinen grimmigen Pistolenartisten einfügen wollen? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben (Quadro Grafik, lasst's mich wissen!). Es handelt sich um keinen Einzelfall, auch auf anderen Umschlagbildern tauchen Gestalten aus dem Kino auf (auf z. B. Band 218: Das Verschwörer-Syndikat findet sich "Mad Max" Rockatansky).
Zwei Bücher, eins gut, in Blade Runner Optik und eins nicht-so-gut, in roter Grütze-Optik
Original und ... was anderes: Blade Runner und Drei Stunden bis zum Super-GAU
Und so weit weg ist Jerry Cotton von den Themen dieses Blogs ja nicht. Er ist quasi der Perry Rhodan der Kriminalromane, läuft sogar schon länger, seit 1956, erscheint in mehreren Auflagen gleichzeitig und hat ähnlich viel verkauft - und ist im Medium Film sogar erfolgreicher. Leser dieses Blogs mögen eher mit PR vertraut sein als mit JC, daher hier der erste Absatz der Drei Stunden …:
Dick Balton versuchte mit einem schnellen Schritt zurückzuweichen, aus der Zelle herauszukommen und um Hilfe zu schreien. Von allen drei Vorhaben gelang ihm nicht eins. Der schwergewichtige Aufseher des Staatsgefängnisses von Rutland, das liegt im Bundesstaat Vermont, war auf das lächelnde Kindergesicht von Brian Toole hereingefallen.
Das klingt wirklich spannend und der elegant eingefügte Relativsatz bereitet uns auf das vor, was wir erwarten dürfen.
Danke noch mal für den Kommentar im Blog, der mich auf dieses Kuriosum aufmerksam gemacht hat. Auch andere Leser seien hiermit aufgefordert beizutragen und zu kommentieren! (Echt!)
  • Jerry Cotton: Drei Stunden bis zum Super-GAU. Bastei-Verlag Lübbe (1990). ISBN 3-404-31344-5

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