Samstag, 28. März 2026

Kleine Androiden, grosse Androiden

Gollancz schon wieder!
Eigentlich hatte ich die Ausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep? von Gollancz schon, aber dieses Exemplar lockte mit einer abweichende ISBN. Natürlich kein Grund, das in die Sammlung aufzunehmen, eigentlich – Gollancz bringt gelegentlich identische Ausgaben mit neuer ISBN heraus. Aber Gelegenheit, gute Erhaltung und wohl auch die Langeweile führten dann doch zum Kauf.
Gross und klein, was darf es sein?
Und dann: Überraschung! Schon beim Auspacken wirkte das Buch anders und als es dann ins Regal zu seinen Geschwistern sollte, zeigte sich: es war (zu?) klein.
Diese Ausgabe hatte nicht das Format der Masterworks-Reihe von Gollancz (ca. 12,8 x 19,8 cm), sondern es war kleiner (ca. 11,3 x 17,5 cm). Im Regal klärte sich auch, warum: Dieser kleine Band teilt die ISBN mit dem genauso kleinformatigen Band, der in der Reihe Gollancz 50 Top Ten herausgekommen ist. Mit der Reihe feierte Gollancz 50 Jahre seiner Science Fiction Reihe – der Verlag ist 1927 gegründet und hat auch schon vorher Science Fiction herausgebracht, aber erst 1961 eine explizite Science Fiction Reihe eingeführt. Die 10 besten Romane erschienen als Hardcover, aber (zumindest teilweise) auch noch mal als reguläre Paperbacks in einem gelben Umschlag, der an die bis in die 90er Jahre verwendeten klassischen Umschläge des Verlags erinnern sollte.
Die erste Ausgabe von Do Androids Dream of Electric Sheep? ist beim Verlag erst 1999 erschienen, mit einem Chris Moore Cover in blauer Farbgebung.
Einige Varianten bei Gollancz: SF Masterworks, kleinformatig, Top 10 und gebunden
Gollancz hat also bei der (mutmasslich) zweiten Auflage wieder das Chris Moore Umschlagbild verwendet, allerdings orange getönt.
Das abweichende Format macht die kleine Ausgabe zu einer Ausgabe, die unbedingt in die Sammlung gehört. Solche Exemplare sind sehr schwer zu erkennen, selbst auf Fotos ist das kaum zu sehen, auch wenn die Rückseite deutlich abweicht: der Schriftzug SF MASTERWORKS fehlt. Allerdings sieht man bei Angeboten die Rückseiten selten genug und der Vergleich mit vorhandenen Exemplaren ist zumindest mühsam.
Ähnlich, aber ungleich: beides Meisterwerke,
rechts aber ohne SF MASTERWORKS
ISFDB weist den Unterschied sogar aus, man liest dort „Size: 11 x 17.8 cm (w x h)“, aber das ist sehr leicht zu überlesen, zumal dem Leser die übliche Grösse der Masterworks nicht unbedingt geläufig ist – und bei ISFDB auch nicht angegeben.
Und bei der regulären (grossen) Masterworks Ausgabe gibt es auch noch einige Varianten, das lässt sich hier im Blog nachlesen.
Man stellt fest, dass sogar die langweiligsten Ausgaben noch überraschen können. Und einmal mehr zeigt uns Gollancz, dass wir uns wirklich nicht auf ISBNs verlassen können, schon gar nicht bei diesem Verlag.

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