Samstag, 6. Juni 2026

Deutsche Doppelganger

Nach einer kleinen Pause bei unserer Doppelgängerserie folgen jetzt die englischen Ausgaben, deren Umschlagbilder in Deutschland wiederverwendet wurden.
Ausgenommen sind bei dieser kleinen Sammlung hier erst einmal die Bilder, die von einer englischen Originalausgabe in eine des entsprechenden Übersetzung des Buches übernommen sind. Vielleicht verdient das noch mal einen eigenen Blogeintrag …
Einen eigenen Blogeintrag haben sich bereits die Steinewerfer in diesem Blog verdient: Das vielfach kopierte Cover von Dicks erstem Roman, Solar Lottery.

The Variable Man

Hier hat es Ed Emshwillers Illustration im Original nach Deutschland geschafft. Und dann noch einmal andersherum in einer ganz neuen Ausgabe. Und der Vollständigkeit halber zeigen wir hier auch die spanische Ausgabe, obwohl es strenggenommen eine Übernahme und kein Doppelgänger ist: Guerra con Centauro ist nämlich die – um eine Kurzgeschicht gekürzte – spanische Übersetzung des Variable Man.

Wir sagen: Lauf, Cole, lauf!

Illustration von Ed Emshwiller
Ace Books (1957) E. C. Tubb:
Die verbotene Stadt
[City of no Return],
Pabel (1958)
Guerra con Centauro,
[The Variable Man]
Cenit (1960)
Raymond F. Jones:
Divided We Fall,
Armchair Fiction (2016)

Vulcan's Hammer

Hier hat es Meister Frank Freas mit dem Hammer etwas zu wörtlich genommen. Wir finden eine weitere deutsche Übernahme in einen Utopia Grossband. Johnny Bruck und Rudolf Sieber hatten wohl keine Zeit …

Illustration von Frank Kelly Freas
Future Science Fiction #29,       
1956

enthält Vulcan's Hammer
Mehr zu dieser Ausgabe
hier im Blog
Edmond Hamilton:
Unternehmen Walhalla,
[A Yank at Valhalla],
Pabel (1958)



Counter-Clock World

Einmal gespiegelt: wir erkennen es doch. Paul Lehr in seiner besten Zeit schafft es auch auf deutsche Cover.

Illustration von Paul Lehr
Berkley Medaillon,
1974
Frederik Pohl und
Jack Williamson:
Der Outsider-Stern,
Pabel (1976)
J. F. Bone:
Planeet Kardoon
[Rogue Star],
Luitingh (1978)

Now Wait for Last Year

Der unvermeidliche Chris Foss war auch in Deutschland aktiv, natürlich. Und hier nicht gespiegelt, sondern mal um 180 Grad gedreht: schlau, aber das entkommt uns nicht. Geschrieben hat den Psi-Spion Horst Pukallus, der später mit Michael Iwoleit den Roman Hinter den Mauern der Zeit an Philip K. Dick gewidmet hat.

Illustration von Chris Foss
Panther (Januar 1975) Gregory Kern
(hier ist das Horst Pukallus):
Der Psi-Spion,
Commander Scott #9,
Bastei (Juni 1975)

Clans of the Alphane Moon

Ist Commander Scott kleptoman? Auch dieses Umschlagbild ist von Philip K. Dick gestohlen bzw. von Peter Jones. Gregory Kern ist die Inkarnation des von Dick bei Stanislaw Lem vermuteten Komitees (allerdings nicht kommunistisch, sondern kommerziell motiviert): es gibt ihn gar nicht als einen Menschen, hinter diesem einen Mann verbergen sich ein gutes Dutzend Autoren, hier ist es E. C. Tubb. Und auch hier gilt: ein Autor alleine könnte gar nicht so viel gute Literatur erschaffen. Wir finden aus dem PKD-Universum auch Ronald M. Hahn und Hans Joachim Alpers in der Liste.

Illustration von Peter Jones
Gelbes Buchcover mit zwei Personen und einem Raumschiff
Panther (März 1975) Gregory Kern:
Im Tal der Illusionen,
Commander Scott #15,
Bastei (September 1975)

Now Wait for Last Year

Chris Moore hat sehr viele Cover für Philip K. Dick (und Gollancz) gemacht, daher ist er auch bei den Doppelgängern zahlenmässig an der Spitze.

Illustration von Chris Moore
Gollancz (1996) Ken MacLeod:
Das Sternenprogramm
[The Star Fraction],
Heyne (2001)

We Can Build You

Eddie Jones steht auf diesem Cover scheinbar vor einem Problem! Der deutsche Markt kann es in den 70ern nicht gewesen sein, der grösste Teil seines künstlerischen Outputs ging dorthin: allein für Terra Astra hat er 562 Cover gemacht, dazu Raumschiff Orion, Star Trek und vieles mehr. Hier ein Motiv für DAW, das erst hinterher nach Deutschland kam.

Illustration von Eddie Jones
DAW (Mai 1975) K. H. Scheer:
Welt ohne Ende,
Pabel (1978)

Flow My Tears, the Policeman Said

Wow! Hier hat es ein deutsches Cover mal auf ein amerikanisches Buch geschafft! Austausch über die Grenzen, in die andere Richtung. Der Sprung von Insel nach Suhrkamp kann dann nicht überraschen. Die Gasse der Finsternis ist Teil der Reihe Bibliothek des Hauses Usher bei Insel, die überwiegend auf hellgrünem Papier gedruckten Bücher der Reihe sind durchgehend mit surrealistisch anmutenden Schutzumschlägen der Osterwalders versehen.

Illustration von Hans Ulrich Osterwalder und Ute Osterwalder
DAW (1975) Jean Ray:
Die Gasse der Finsternis,
Insel (1972)
Klaus Bädekerl:
Die Frau der Träume,
Suhrkamp (1991)

Flow My Tears, the Policeman Said (1976)

Hier ist wieder nur ein Teil des Originals übernommen. In der deutschen Ausgabe ist der Künstler wohl nicht angegeben. Der Philip K. Dick Kenner kann es aber leicht erkennen.
Achtung Sammler: Vom englischen Original gibt es (mindestens) drei Varianten!

Illustration von Richard Clifton-Dey
Panther (1976)
Es gibt ähnliche Ausgaben     
dieses Buches mit diesem
Umschlagbild
Stephen Goldin, E. E. Smith:
Der Killer-Mond
[Stranglers' Moon],
Bastei Lübbe (1977)

Flow My Tears, the Policeman Said (1981)

Diese beiden Bücher sind praktisch gleichzeitig erschienen – ein schöner Monat für Oliviero Berni.

Illustration von Oliviero Berni
DAW (Juni 1981) Nikolai M. Amosow:
Die zweite Zukunft,
Knaur (Juni 1981)

The Penultimate Truth

Ein Original, wohl nicht speziell gemacht für Dicks Roman (ich seh' den Riesen nicht im Roman), aber dort zuerst als Cover verwendet und wie viele von Goodfellows Illustrationen weit gereist: Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, USA.

Illustration von Peter Goodfellow
Panther (1978) Pierre Suragne:
Dérapages,
Fleuve Noir (1980)
Fredric Brown:
Die besten SF-Stories von
Fredric Brown
,
Moewig (1981)
Murray Leinster:
Quarantine World,
Carroll & Graf (1992)

The Unteleported Man

Und noch mal Chri Moore … Raumschiffe verkaufen sich gut.

Illustration von Chris Moore
Magnum (1979) Orbit, Nr. 9,
Kees van Toorn (1979)
Niederlande
Hans Kneifel:
Wettflug mit dem Tod,
Tosa (1983)
A. E. van Vogt:
Lo sciame delle stelle
[The Mixed Men],
Editor Service (1989)
David Hartwell:
Years's Best SF 8,
HarperCollins (2003)
David Hartwell:
Years's Best SF 8,
HarperCollins SFBC (2003)

The Crack in Space

Und noch mehr Chris Moore:

Illustration von Chris Moore
Magnum (1980) Robert A. Heinlein:
Job, of de schoonheid van het geduld
[Job: A Comedy of Justice],
Bruna (1985)
Martin Caidin:
Beamriders,
Pan Books (1990)
Jeffrey A. Carver:
Am Ende der Ewigkeit
[Eternity's End],
Heyne (2003)
Es gibt weitere Ausgaben mit diesem Cover

The Divine Invasion

Rowena Morrill taucht öfter auf auf diesen Seiten, Kate Wilhelm fast nie, es gibt keine Berührungspunkte mit Dick, eine gute Autorin und (immer noch) lesenswert ist sie aber doch.

Illustration von Rowena Morrill.

Sphere (1982) Kate Wilhelm/Bob Shaw:
Tränen der Unsterblichkeit,
Goldmann (1987)
À rebrousse-temps
[Counter-Clock World],
J'ai Lu (1992)

Deus Irae

Gott ist zornig, aber sicher nicht über eine unbekleidete Frau, eher darüber, dass ihre Hände verloren gegangen sind; das passt jedoch gut dazu, wie sich die Welt in diesem Buch darstellt – und der (männliche) Protagonist hatte ja auch entsprechende Probleme.

Illustration von Les Edwards
Sphere (1982) Gabriel Jan:
Un jeu parmi tant d'autres,
Fleuve Noir (1983)
Science Fiction Almanach 1986,
Moewig (1985)

Radio Free Albemuth

Von Philip K. Dick zum unentkommbaren Perry Rhodan, so ist das in Deutschland:

Illustration von Ron Walotsky
Avon (1987) H. G. Ewers:
Antimaterie-Alarm /
Die absolute Macht
,
Weltbild (2003)

The Cosmic Puppets

Mit den Strugatzkis hat Dick gute Erben für sein Umschlagbild gefunden. Der Titel von William Bartons Roman klingt nach Dick, aber das Genre heisst hier Space Opera.

Illustration von Donato Giancola
Voyager (1998) William Barton:
When We Were Real,
Warner Books (1999)
A. und B. Strugatzki:
Das Experiment,
Heyne (2002)

Falls sich weitere Doppelgänger finden, werden diese hier ergänzt. Der Leser ist auch aufgefordert, weitere Doppelgänger hier zu melden – im Kommentar oder per E-Mail. Es gibt noch Doppelgänger von einigen ausländischen Ausgaben, dazu später mehr hier im Blog – es ist also noch nicht vorbei.

Web-Tipp

Wer noch nicht genug Cover oder Doppelgänger gesehen hat, die gibt es auch bei Leihbüchern Cover-Doubletten beim Bewin Verlag.

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