Samstag, 6. Mai 2017

Tschechisch

Ein Roman auf Tschechisch von Philip K. Dick
Blade Runner: Sní androidi o elektrických ovečkách?,
die tschechische Ausgabe von Träumen Roboter
von elektrischen Schafen? bzw. Blade Runner von
Philip K. Dick beim „Hauptverlag“ von Dick
in Tschechien, Argo, aus dem Jahr 2013
Ich konnte meinen tschechischen Dick vor einigen Jahren in Prag erwerben. Es gab eine recht grosse Auswahl und so griff ich zu meinem Standardwerk bei Übersetzungen, dem Blade Runner bzw. natürlich Träumen Roboter von elektrischen Schafen?. Dieses Buch gibt es in fast allen Sprachen, es gehört fast immer zu den übersetzen Werken von Philip K. Dick – natürlich wegen der Verfilmung, aber es ist auch ein sehr guter Roman.
Das erste Buch von Philip K. Dick in tschechischer Sprache von 1989 ist offenbar Povídky, eine Sammlung von sechs Kurzgeschichten und Sekundärliteratur: „in seiner Zeit war es eine einzigartige Informationsquelle für die tschechischen Leser“ (hiess es auf einer untergegangenen Fan-Seite). Dieses Buch (oder Heft?) ist eigentümlich, weil es als Fanbuch bezeichnet wird, es hat wohl keine ISBN und reguläre Bibliotheken weisen es heute nicht nach. Es handelt sich um ein Samisdat, also im Selbstverlag (aber vielleicht passt Raubdruck hier besser?). Als Verlag wird SFK Laser genannt, ebenso wie beim zweiten Buch, Muž z Vysokého zámku, auf Deutsch Das Orakel vom Berge. Man kann vermuten, dass bei derartigen Bücher, die in den Wirren der Samtenen Revolution herausgekommen sind, über die Rechtesituation nicht viel nachgedacht wurde. Oder war vielleicht Paul Williams, der damals wohl die Rechte (mit-)verwaltet hat, in dieser Situation grosszügig?

Samstag, 29. April 2017

Transformationen

Philip K. Dick hat bei seiner Arbeit als Autor in grossem Masse eigene Ideen immer wieder aufgegriffen und in verschiedener Form neu verwendet. Das ist natürlich auf der Ebene der grundsätzlichen Themen, der Frage nach Realität, dem dunkelhaarigen Mädchen und einigen weiteren Themen passiert, aber auch konkreter bei Kurzgeschichten, die er häufiger aufgegriffen und zu Romanen erweitert hat. So ist die Kurzgeschichte Zur Zeit der Perky Pat eine Grundlage für den Roman Die drei Stigmata des Palmer Eldritch.
A. Lincoln, Simulacrum, Teil 1 von 2 in Amazing, November 1969 (links) und Cantata 140 in The Magazine of Fantasy and Science Fiction, Juli 1964 (rechts), beide sind später als Roman in Buchform veröffentlicht; die Hefte sind zwar gestempelt, aber sonst in sehr gutem Zustand; erhaltene erstklassig Pulps sind (besonders in Deutschland) selten und teuer

Samstag, 22. April 2017

Sieben auf einen Streich

Die erste professionelle Veröffentlichung von Philip K. Dick war Beyond Lies the Wub (Und jenseits – das Wobb) in der Juli-Ausgabe von Planet Stories im Jahre 1952. Allein in den nächsten fünf Jahren folgten mehr als 70 weitere Kurzgeschichten in Planet Stories und ähnlichen Groschenheften wie Galaxy, Imagination, The Magazine of Fantasy and Science Fiction und The Worlds of Tomorrow. Insgesamt sind dann, mit abnehmender Frequenz, über 100 Kurzgeschichten in Heften dieser Art erschienen. Dick schrieb dann zunehmend Romane, sicher auch aus finanziellen Gründen. (Es gibt einige frühere Veröffentlichungen im Young Authors' Club der Lokalzeitung von Berkeley über die in diesem Blog auch schon berichtet wurde.)
Sieben Hefte aus einer Sammelbestellung: Amazing, Galaxy, Imagination und Worlds of Tomorrow, in denen Dick zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht hat und das kurzlebige Science Fiction Adventures mit nur einer Geschichte; über die Jahre sind in diesen Magazinen auch Reviews von Werken Dicks erschienen; Imagination vom Februar 1953, hier ganz links, enthält zusätzlich Introducing the Author – Philip K. Dick, eine kurzes biographisches Statement von Dick selbst

Samstag, 15. April 2017

Spielen

Sammeln. Bücher. Bücher von Philip K. Dick. Vielleicht noch Hefte, Zeitschriften, Magazine. Gedruckt, in Farbe oder schwarz-weiss oder hektographiert. Sammeln ist eine Obsession. Aber, soweit es Bücher betrifft, doch wohl eine anerkannte … wir sammeln ja keine Ü-Ei Figuren oder Kaugummibildchen. Bücher implizieren immerhin ein intellektuelles Niveau … Stephen Fry lässt in seinem Roman Der Lügner (Erstauflage bei Haffmans, 1994) seinen Protagonisten dieses über Bücher sagen:
Wenn die Leute sie anhäufen und hohe Preise für dieses oder jenes zahlen wollen, schön und gut. Aber sie sollen sich nicht vormachen, das wäre eine höhere oder intelligentere Beschäftigung als das Sammeln von Schnupftabakdosen oder Kaugummibildchen.
Ubik vom französischen Computerspiele Hersteller Cryo
Entertainment Interactive von 1998
Ob wir Fry das glauben wollen … oder nicht? Nun, als Sammler von allem von, zu und über Philip K. Dick können wir einen kleinen Bereich nicht ignorieren, der deutlich jenseits des Papiers ist. In meinem Katalog finden sich schon länger auch einige Videospiele, die nicht nur durch einen Film inspiriert sind, sondern sich direkt auf Dicks Werk beziehen.
Ein kürzlich erschienener Artikel hat nun diesen Blogeintrag ins Rollen gebracht. Hier eine Liste der sechs (mir) bekannten Spiele mit dem schwachen und sicher vergeblichen Versuch was die Vollständigkeit der Versionen anbetrifft:

Samstag, 8. April 2017

Qualität - Quantität

Was sammelt man als Sammler? In jedem Fall doch Qualität. Das in vieler Hinsicht sinnlose Zusammenraffen von Quantität entlarvt das Sammeln doch als Handlung des niederen Instinkts, nein, das eigene Sammeln sei kultiviert und gebildet und daher filigran: Nur schöne, qualitativ hochwertige Stücke enthalte die Sammlung.
In diesem Fall habe ich das nicht geschafft und konnte angesichts des ausserordentlich günstigen Angebots nicht widerstehen: Drei Bücher, die wie angekündigt qualitativ kaum den Standards der Sammlung genügen, für den Preis einer grossen Tasse Kaffee (durch den gemeinsamen lokalen Versand aus Deutschland). Und die drei Bücher passen genau auf die aktuelle Schwerpunkte meiner Bemühungen: Counter-Clock World von Berkley, die zweite Ausgabe von 1974, aber tatsächlich die erste englische Ausgabe dieses Buchs in meiner Sammlung und damit lange überfällig; leider mit einem hässlichen Namenseintrag auf dem Vorblatt. Die englische Erstausgabe von Our Friends from Frolix-8 - bei Ace, meinem US-amerikanischen Lieblingsverlag, von 1970; leider ist eine Ecke vorderen Umschlagseite beschädigt. Und zuletzt eine Ausgabe von Vintage, ebenfalls einem Verlag, den ich intensiver suche: Martian Time-Slip (1995) in der dritten Auflage, auch hier ist eine Ecke beschädigt.
Drei englische Ausgaben von Philip K. Dick: Counter-Clock World (Die Zeit: Auf Gegenkurs) bei Berkley (1974), Die Erstausgabe von Our Friends from Frolix 8 (Die Mehrbegabten) bei Ace (1970) und Martian Time-Slip (Marsianischer Zeitsturz) bei Vintage (1995)