Samstag, 17. Dezember 2016

Fantastisch

Ein etwas älterer Fund im Bestand ist Die fantastischen 6, herausgegeben von Charlotte Kerner bei Beltz & Gelberg von 2010. Das Buch verspricht im Untertitel Die Lebensgeschichten von Mary Shelley, Bram Stoke, J. R. R. Tolkien, Stanislaw Lem, Stephen King und (eben auch von) Philip K. Dick. Die Herausgeberin selbst schreibt auf fast 50 Seiten unter dem Titel Blade Runner - Philip K. Dick (1928-1982) wurde zum Kafka Amerikas selbst über den Autoren. Sie gliedert ihren Text in zwanzig kurze Kapitel, die - und das ist eine schöne Idee - mit passenden Titeln von Kurzgeschichten von Dick überschrieben sind.
Die fantastischen 6 von Charlotte Kerner bei Beltz & Gelberg
von 2010 mit einer lesenswerten Biographie von Philip K. Dick
Und sie schafft es auf diesem für den Anspruch Lebensgeschichte beschränkten Platz auch wirklich ein interessantes Bild von Dick zu zeichnen. Vieles über das sie schreibt, konnte man auf Deutsch so noch nicht lesen - wenn es auch den Leser englischer Quellen weniger überraschen dürfte. Insbesondere die relativ lange Betrachtung der Kindheit ist beachtenswert. Ausserdem wird uns das Bild von Dick als zwar genialem, aber drogenabhängigem Verrückten erspart und Dicks 2-3-74 Erlebnis differenziert diskutiert.
Auch für den mit Dick vertrauten Leser wird dieser Text so absolut ein Gewinn. Dieser Text macht die Biographie von Sutin, Philip K. Dick: Göttliche Überfälle nicht überflüssig, das ist schon wegen des Umfangs kaum möglich, aber er ergänzt ihn sinnvoll.
Die Beiträge zu den anderen fünf Fantastischen sind von jeweils anderen Autoren und lesen sich - zumindest für den hier weniger Kundigen - durchaus gut; der Text über Lem erwähnt auch die kritische Interaktion mit Dick.

Samstag, 10. Dezember 2016

Deutsches Science Fiction Magazin

Deutsches Science Fiction Magazin, Ausgabe 5 mit einem Artikel über die
Verfilmung von Do Androids Dream of Electric Sheep? als Blade Runner,
die mehr oder weniger unbekleideten Frauen auf den Covern waren in den 80er
Jahren für derartige Veröffentlichungen obligatorisch
Gerade in letzter Zeit erscheint Philip K. Dick und eine Auseinandersetzung mit seinem Werk nur im Zusammenhang mit Verfilmungen zu passieren, die auf seinen Geschichten basieren, so zuletzt auch bei The Man in the High Castle. Das war aber auch schon bei der ersten Verfilmung so, beim 1982 ins Kino gekommenen Film Blade Runner. Ein Beispiel dafür findet sich in einer Ausgabe vom Deutschem Science Fiction Magazin, Ausgabe 5 von 1982. Hier ist ein reich bebilderter Artikel zum Blade Runner zu finden, in der auch Dick mit den Worten Das ist nicht mein Roman zitiert wird, allerdings auch mit der Aussage, dass eine spätere Drehbuchfassung dann dem Streit ein Ende machte. Ganz gerecht wird das den letztlich bekanntermassen enthusiastischen Aussagen von Dick über den Film nicht. Nun ja.

Samstag, 3. Dezember 2016

Polnisch

Die erste polnische Ausgabe eines Romans von Philip K. Dick ist Ubik, erschienen bereits 1975. Dem Leser von Dicks Briefen oder biographischen Auszeichnungen ist das wohlbekannt, da Dick sich zur Vor- und Nachgeschichte dieser Veröffentlichung ausführlich geäussert hat. Und natürlich hat diese Geschichte eine gewisse Bekanntheit, weil sich Lem zunächst sehr für die Ausgabe eingesetzt hat.
Ein polnisches Buch
Człowiek z Wysokiego Zamku, eine von sechs polnischen Ausgaben von Das Orakel vom Berge, herausgegeben im Verlag Zysk i S-ka (1999), im Original The Man in the High Castle von Philip K. Dick

Samstag, 26. November 2016

Litauisch

Auf der Suche nach interessanten Ausgaben, bin ich in meinem Katalog mal wieder über die Übersetzungen gestolpert. Und so unrealistisch der Versuch ist, das Werk von Philip K. Dick in allen Sprachen zu sammeln, so interessant kann es sein, in allen Sprachen wenigstens ein Werk von Dick zu finden.
Žmogus aukštoje pilyje von Philip K. Dick in einer litauischen Ausgabe von 2014, auf Deutsch
Das Orakel vom Berge

Samstag, 19. November 2016

Verschworen

Michael Jackson auf dem Cover der "Fortean Times"
Fortean Times 258 vom Februar 2010:
The World's Weirdest News Stories
Die britische Zeitschrift Fortean Times enthält in ihrer Ausgabe 258 vom Februar 2010 den Artikel The Strange Tale of Solarcon-6. Es geht um Briefe von Philip K. Dick an das FBI bezüglich einer (oder auch mehrerer) Neo-Nazi-Verschwörungen, in die auch angeblich auch Dicks Kollege, der Schriftsteller Thomas Disch, verwickelt sein solle. Tatsächlich ist der Artikel wohl ein Auszug aus einem Buch, nämlich From Government Files and the Paranormal, geschrieben von Nick Redfern. Die Geschichte an sich ist nicht neu und vielfach debattiert worden, ungewöhnlich ist, dass Dicks Aussagen hier ernst genommen werden. Das darf bei diesem Medium, der Zeitschrift Fortean Times, allerdings nicht wundern – heisst fortean doch unerklärlich und fortean phenomena sind die unerklärlichen Phänomene der Parawissenschaften.
Sonst wird eher Dicks Fehlverhalten gegenüber Thomas M. Disch diskutiert, auch wenn die Briefe wohl keine Auswirkungen hatten. In Dischs letztem RomanThe Word of God, der kurz nach seinem tragischen Tod herausgekommen ist, taucht auch sehr prominent Philip K. Dick als Figur auf – er befindet sich in der Hölle. Und so ist der Roman  auch ein Stück recursive literature. Publiziert ist das Buch 2008 beim Kleinverlag Tachyon, dort hat später auch Anne Dicks The Search for Philip K. Dick einen Platz gefunden.