Samstag, 5. August 2017

Slowakisch

A Scanner Darkly in slowakischer Sprache
Der dunkle Schirm von Philip K. Dick in der
slowakischen Ausgabe als Temný obraz von 1986
Nachdem hier bereits vor kurzem über die tschechischen Ausgaben der Romane von Philip K. Dick berichtet wurde, folgt hier jetzt die einzige Ausgabe in slowakischer Sprache. Temný obraz (A Scanner Darkly) ist im Jahr 1986 als Hardcover in Bratislava vomVerlag Smena publiziert. Der Roman ist in der Serie Labyrint mit der Nummer 122 in der recht hohen Auflage von 50.000 Exemplaren herausgekommen. In dieser Serie sind hauptsächlich Kriminalromane, aber auch einige Bände Science Fiction erschienen.
Bemerkenswert ist, dass diese slowakische Ausgabe die erste von Dick ist, die in der Tschechoslowakei erschienen ist – vor jeder tschechisch-sprachigen Ausgabe. Obwohl Tschechisch und Slowakisch klar getrennte Sprachen sind, war es zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches wohl so, dass sich die beiden Sprachgruppen der CSSR verstanden haben. Bis zur Trennung wurden die Einwohner regelmässig mit beiden Sprachen konfrontiert und waren daher in der Lage sich zu verstehen. Heute ist das weniger selbstverständlich, gerade die jungen Tschechen haben Probleme mit dem Slowakischen.

Samstag, 22. Juli 2017

Wie war er?

Jede Sammlung hat ihre eigenen Grenzen. Erstausgaben, alle Ausgaben, alle Auflagen, Romane, Kurzgeschichten, Briefe und Essays … und natürlich die Sekundärliteratur können dazugehören. Ich finde die "historischen" Rezensionen von Philip K. Dicks Romanen aus vielen Gründen höchst spannend, nicht zuletzt das Umfeld, in dem sie meist veröffentlicht sind. Die überwiegende Anzahl von Rezensionen sind in Science Fiction Zeitschriften und Fanzines erschienen – und die Lektüre dieser Magazine bringt oft persönliche Erinnerungen zurück.
Vampir 21 (03/1980) und das Beiheft Necronomicon 7
Im Katalog steht schon sehr lange eine Buchbesprechung des 1980 erstmalig bei Bastei erschienen Romans Der dunkle Schirm. Lange konnte ich die genannte Quelle für diese Kritik nicht finden: Necronomicon 7. Meine Annahme war, dass es sich um ein mehr oder weniger spurlos verschwundenes Fanzine handelte. Kürzlich ist mir aber in der Bucht das Angebot für die Zeitschrift Vampir 21 – im Untertitel Der phantastische Film – in der Ausgabe 03/1980 aufgefallen. Die lobenswert ausführliche Beschreibung des Angebots enthielt einen Hinweis auf das beigelegte Heft Necronomicon 7 – im Untertitel Die Welt des phantastischen Buches. Treffer!

Samstag, 1. Juli 2017

Meta, oder: Über das Sammeln

Philip K. Dick im Book and Magazine Collector May 1990
Book and Magazine Collector, May 1990
mit einem Artikel über das Sammeln von
Erstausgaben von Philip K. Dick
Auf der Suche nach englischer Sekundärliteratur zu Philip K. Dick finden sich auch einige Ausgaben, die sich mit dem Sammeln seiner Büchern beschäftigen.
Ein Beispiel dafür ist die Mai-Ausgabe 1990 von Book and Magazine Collector. Der kundige Artikel Cult Sci-Fi Novelist Philip K. Dick von Mike Ashley erzählt auch einige Geschichten aus Dicks Leben bzw. über seinen Tod, die auch dem Kenner nicht unbedingt geläufig sind, etwas dass es nach Dicks Tod keine formale Identifikation gab (David Gill berichtet über die Geschehnisse auch in seinem Blog). Ashley erwähnt in seinem Artikel auch die erste gebundene Ausgabe von Martian Time-Slip, es handelt sich um die deutsche Insel-Ausgabe Mozart für Marsianer. Viele Details zu Ausgaben und speziellen Varianten, die der Autor nennt, sind aber selbst in Zeiten des Internets schwer zu finden. Für den interessierten Sammler lohnt sich allein dafür die Lektüre dieses bald 30 Jahr alten Artikels.
Richtig spannend ist aber der zweite ergänzende Artikel, die Complete US & UK Bibliography [... of first editions]- mit Preisen (Complete ist sie natürlich nur, wenn man die im Artikel angegebene Definition von first editions akzeptiert).

Samstag, 17. Juni 2017

Noch mal Hebräisch

הצלם, die hebräische Ausgabe von Philip K. Dicks Roman
The Simulacra, erschienen bei Massada (1980)
Wie beim Weintrinken, so bildet sich auch beim Sammeln (und Lesen) von Literatur der Geschmack erst mit der Zeit heraus (und man muss hinzufügen, dass, wie beim Wein, meist das Budget der Leidenschaft seine Grenzen setzt).
Obwohl schon das Sammeln von einer Übersetzung eines Buchs von Philip K. Dick in jeder verfügbaren Sprache bereits eine nicht ganz leichte Aufgabe ist, so hat die erste erschienene Übersetzung einen besonderen Reiz entwickelt. Ein Exemplar aus Israel findet sich ja schon in der Sammlung. Aber dem besonderen Reiz der Erstübersetzung konnte ich nicht widerstehen. Und so ist nun die hebräische Übersetzung von The Simulacra Teil der Sammlung. Die amerikanische Erstausgabe ist 1964 bei Ace herausgekommen. Die hebräische Ausgabe, הצלם, ist beim Verlag Massada in Ramat Gan als erste hebräische Übersetzung im Jahr 1980 erschienen.
Es gibt zwei deutsche Ausgaben des Romans, eine von 1978 bei Droemer-Knaur und eine in der Philip K. Dick Edition bei Heyne von 2005.

Samstag, 3. Juni 2017

Dick, Lem und Rottensteiner: Ubik

Wer sich im deutschen Sprachraum mit Philip K. Dick beschäftigt – oder überhaupt irgendwie mit Science Fiction – dem wird auch Franz Rottensteiner begegnen. Für mich verbindet sich der Name Rottensteiner mit dem Suhrkamp Verlag, wo er von 1980 bis 1998 die bekannte lila Taschenbuchreihe Die Phantastische Bibliothek betreute, in der 1977 auch erstmals Dicks Meisterstück Ubik auf Deutsch erschienen ist. LSD-Astronauten (1971) und Mozart für Marsianer (1973) waren vorher von Rottensteiner bereits in der Reihe Science Fiction der Welt bei Insel publiziert worden.
Der Widerstand der Materie. Ausgewählte Briefe, erschienen bei Parthas (2008), enthält
neben anderen auch einige Briefe von Stanislaw Lem an Philip K. Dick