Auch diese Überschrift ist wieder
der Versuch, Aufmerksamkeit zu erwecken. So ein richtiger Raub ist es dann
auch nicht … in dieser Auflage der Doppelgängerserie geht es um die fünf
legendären Barclay Shaw Cover von und für Philip K. Dick, die
meistübernommenen Cover überhaupt. Um Raub geht es, das muss man zugeben,
weniger; Shaw wird wohl seinen gerechten Lohn bekommen haben (zumindest
für der Mehrzahl der Bücher).
Shaws Illustrationen mit Dick im Mittelpunkt sind ursprünglich für fünf
1984/85 erschienenen Bände der
Special Edition des
US-amerikanischen Verlags Bluejay entstanden und dann ab 1987 in mehreren
Auflagen noch einmal beim Verlag Carroll & Graf erschienen. In der
späteren Ausgabe allerdings in einem kleineren Format als die
ursprünglichen
trade paperbacks – in
den USA unterscheidet man zwischen den grösseren
trade paperbacks und den
gewöhnlichen (mass market) paperbacks.
Diese Cover haben sich für andere Bücher von und
über Philip K. Dick angeboten. Deutschland ist hier überdurchschnittlich
beteiligt, Uwe Anton sei Dank!
Die Shaws sind auch die einzigen (derzeit bekannten) Doppelgänger von
Heyne – zumindest soweit Philip K. Dick betroffen ist (das liegt auch
daran, dass Heynes Philip K. Dick Edition ein so
schlichtes Coverdesign hat, irgendwelche Umschlagbilder sind gar
nicht nötig).
Und offenbar gibt es vom zweiten Bild der Reihe, dem Cover zu Dr. Bloodmoney, keine Doppelgänger. Dafür gibt es hier im Blog einen kleinen Bonus am
Schluss.
Time Out of Joint und Die Welten des Philip K. Dick
Der vielseitig verwendbare lesende Philip K. Dick hat es auch auf eine
deutsche Ausgabe geschafft, Uwe Antons Sammelband
Die Welten des Philip K. Dick, erste Auflage von 1985 – auf der zweiten Auflage finden man dann einen maskierten Mann (oder
vielleicht einen Roboter?) von einem anderen Künstler: Kent Bash.
Die spanische Ausgabe der Collected Stories ist offenbar nach drei
Bänden steckengeblieben. Sie hat auch die Möglichkeit verpasst auf jedem
Band einen anderen Dick zu haben, das wäre doch eine schöne Nutzung der
fünf Motive gewesen, aber: leider nicht! Inzwischen hat der spanische
Verlag Minotauro eine vollständige Ausgabe der
Collected Stories herausgebracht, ohne Cover von Shaw.
Der deutsche Sammelband ist von Uwe Anton herausgegeben und enthält ein
langes Nachwort von ihm.
Clans of the Alphane Moon und Kosmische Puppen
Mein Favorit: Dick mit seinen imaginären Freunden. Und ein weiteres Buch
von Uwe Anton … ihm gefielen (natürlich!) die Bilder von Shaw und
so hat er auch bei Heyne eines untergebracht
| Heyne (1986) |
Philip K. Dick: Clans of the Alphane Moon, Bluejay Books (1984) |
The Penultimate Truth
Auch hier hat Uwe Anton beim deutschen Beitrag wohl die Finger im Spiel
gehabt, an der
Science Fiction Times der Zeit war er eng beteiligt.
Vielleicht fällt die gezeigte russische Ausgabe auch eher in die
alles nur geklaut Kategorie, sie ist verändert oder vielleicht
sogar nur (stark) inspiriert und nicht kopiert. Genannt ist Shaw im Buch
jedenfalls nicht (laut
Fantalab). Vermutlich ist
Shaw hier leer ausgegangen.
| Bluejay (Januar 1984) | Science Fiction Times (Mai 1984) | |
|
Michael Bishop: La Ascension Secreta, Martinez Roca (1991) |
Филип Дик: Пролейтесь, слезы … [Flow My Tears, the Policeman Said], AST (2001) |
The Zap Gun ist zum Glück nicht tot
Auch der vierte Shaw hat es nach Deutschland geschafft, ob mit oder ohne
Herrn Anton können wir nur spekulieren. In jedem Fall ist Deutschland
damit das einzige (diesem Blog bekannte) Land, das vier der fünf
Umschlagbilder auf eigenen Büchern präsentieren kann – nicht einmal Frankreich kann das!
Dafür ist die Ausgabe des Blade Runner bei J'ai Lu (kurz) vor dem
Original bei Bluejay herausgekommen!
|
PKD: Blade Runner, J'ai Lu (Januar 1985) |
PKD: The Zap Gun, Bluejay Books (Februar 1985) |
Michael Bishop: Dieser Mann ist leider tot [Philip K. Dick Is Dead, Alas], Heyne (1991) |
Nicht nur Bluejay hat mit Barclay Shaws Illustrationen Bilder von Philip
K. Dick auf den Umschlag seiner Bücher getan, auch andere Verlage haben
das mit verschiedenen Ausgaben getan. Hier im Blog kann man das
über Dick auf dem Cover nachlesen.
Bonus: Dr. Adder
Als Bonus folgt hier noch ein weiteres Barclay Shaw Cover für ein Buch,
das viel mit Philip K. Dick zu tun hat und das auch hier im Blog schon
erwähnt wurde. Dr. Adder wurde 1984 bei Bluejay
veröffentlicht, also zeitgleich mit den fünf
Special Edition Ausgaben. Entstanden war der Roman schon zwölf
Jahre vorher: Das Buch galt als provokant – der Protagonist
übt seinen Beruf aus, bei dem er Geschlechtsteile modifiziert und
ähnliches – und hatte keinen Verlag gefunden. Dick liebte Buch und Autor,
K. W. Jeter war ein persönlicher Freund, Mitglied im kleinen Kreis junger
kalifornischer Science Fiction Autoren, die Dick locker um sich geschart
hatte.
Dick selbst tritt im Buch als DJ unter dem Namen KCID auf und hat ein
ausführliches Nachwort beigetragen, zwei Gründe, das Buch in die Sammlung
aufzunehmen.
Jeter hat später auch drei Fortsetzungsbände zum Blade Runner geschrieben.
In Deutschland ist Dr. Adder 2006 bei der Edition Phantasia
erschienen
und dort noch lieferbar.
|
Bluejay (1984) Es gibt weitere Ausgaben mit diesem Cover |
A. E. van Vogt: L'homme multiplié, [The Man with a Thousand Names], J'ai Lu (1985) |
|
Horst Pukallus: Krisenzentrum Dschinnistan, Ullstein (1985) |
Philip K. Dick: Cacciatore di androidi [Do Androids Dream of Electric Sheep] Editrice Nord (1986) |
Soweit zu den Barclay Shaw Doppelgängern, Anzeichen für eine Tat kann man nur bei der russischen Ausgabe vermuten – da gibt es Schlimmeres. Mit den Doppelgängern geht es hier (vermutlich) auch noch weiter … und auch da: gibt es Schlimmeres.




















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