Samstag, 12. Oktober 2019

Anhang - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch

Ich hoffe, dass ich dem deutschen Philip K. Dick Universum mit diesem Blogeintrag einen winzigen Baustein hinzufügen kann. Das ist für mich bemerkenswert, weil es die eigentliche Rechtfertigung für die Sammlung ist: eine solide Basis als Quelle für weitere Erkenntnisse zu sein. Und das ist hiermit (vielleicht) erstmalig dokumentiert.
Umschlagbild von Klaus Dill
Das Umschlagbild von Klaus Dill zu Die drei Stigmata des Palmer Eldritch, Haffmans (1997)

Samstag, 5. Oktober 2019

Theatralisches - Noch mehr Zeit aus den Fugen

Noch mehr Zeit aus den Fugen – wer will das wissen? Aber es gibt noch ein paar Dinge nachzutragen … und wer will überhaupt wissen, was hier geschrieben wird?
Der vorigen Blogeintrag zum Stück erwähnt (und zeigt) das Programm, es gibt aber ein paar Details hinzuzufügen.
Lückentext: Zum Autor
Die kurze Einführung Zum Autor (Seite 10 bis 11) ist ein Lückentext: alle Werktitel sind weggelassen - man kann spekulieren, dass die Titel ursprünglich irgendwie abgesetzt sind, durch einen speziellen Zeichensatz, den der Drucker dann aber nicht installiert hatte ... oder irgendein ähnliches technisches Problem. Nun ja, nur eine Fussnote im Kapitel Pleiten, Pech und Pannen, denn der erfahrene Leser kann die fehlenden Titel leicht einsetzen.
Im Programm folgt Wachen Sie auf, Mr. Gumm!, ein sehr schöner Text der Dramaturgin Johanna Vater, die gemeinsam mit der Regisseurin Laura Linnenbaum den Text des Stückes geschrieben hat, der, wie erwähnt, sehr nah am Original ist (und bei der Kritik daher nicht so gut ankommt, insgesamt waren die Kritiken eher verhalten). Es gibt natürlich Kürzungen und Umstellungen gegenüber dem Originaltext und das Ende, die Flucht, ist komplett durch einen – sehr kurzen – Abschluss ersetzt, der auf die aktuelle politische Situation – der Gestaltungsraum des einzelnen, Fake News – Bezug nimmt. Abgeschlossen wird das Programm von einer Doppelseite zum Regieteam.

Samstag, 14. September 2019

Zeit aus den Fugen - ein Schaupiel

Das Plakat zu Zeit aus den Fugen
Ein Stück von Philip K. Dick im Theater zu sehen, ist ein ganz neues Erlebnis. Auch wenn es andere Bearbeitungen von Dicks Stoffen für die Bühne gibt, sind sie doch selten. Und die Qualität der Aufführung von Zeit aus den Fugen ist ausserordentlich, so wie man es von einem deutschen Staatstheater auch erwarten kann.
Vor ausverkauftem Haus hatte Zeit aus den Fugen unter der Regie von Laura Linnenbaum am 13. September Uraufführung im Schauspielhaus Hannover, einer der Spielstätten des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover.
Der Text des Stückes von Laura Linnenbaum und der Dramaturgin Johanna Vater hält sich sehr eng an das Original, natürlich gekürzt, aber selbst im Detail so genau am Text, dass sich manchem Zuschauer nun vorher unzugängliche Dinge im Roman erklären. Das Zusammentreffen mit den Kesselmans im einsamen Haus auf dem Hügel bleibt aber auch im Stück rätselhaft (für mich). Erst das Ende weicht deutlich vom Roman ab, es gibt keine Fahrt im LKW und keine merkwürdigsprachigen Zukunftsteenager, Linnenbaum und Vater schneiden Dicks Ende ab und ersetzen es durch ein recht plakatives Ende als Kommentar zur aktuellen politischen Situation.

Samstag, 7. September 2019

Die lustigsten Pinguin-Pannen

Die Philip K. Dick Ausgaben von Penguin gehören zu den von mir besonders gesuchten Exemplaren. Zusätzlich zu einem britischen Konvolut, dass ich, wie berichtet, kürzlich erwerben konnte, habe ich beim gleichen Anbieter noch die erste britische Ausgabe von The Man in the High Castle bei Penguin gekauft – hauptsächlich, um Porto zu sparen.
Die Ausgaben von Penguin sind in der Regel schlecht erhalten – es handelt sich um die billigen Paperbacks, nicht die etwas besseren Trade Paperbacks, das Papier ist billig, der Einband einfach – und die Ausgaben von Dick sind alt. Um so schöner also, dass diese Ausgabe – insbesondere für üblicherweise notorisch zerfledderte Penguin Bücher – doch sehr schön erhalten ist (eigentlich perfekt, bis auf den hässlichen Knick im Einband). Und immerhin ist das Buch von 1965 … oder nicht?
The Man in the High Castle von Penguin
mit Max Ernsts Die versteinerte Stadt
Die Rückseite mit dem Bild von Ted White
und dem falschen Namen des Umschlagbildes

Samstag, 3. August 2019

Nicht nur Sex ...

Etwas irreführendes Titelbild von Chris Foss für die britischen Ausgabe von We Can Build You von Grafton von 1986, auf Deutsch zuletzt übersetzt als Die Lincoln-Maschine beim Heyne Verlag (2007)
Am Schluss müssen Bücher verkauft werden. Ohne Verkauf kein Geld für den Verlag und wenn der Verleger nichts verdient, kriegt auch der Autor nichts. Und welche Rolle Geld für einen Autoren spielt, kann man in vielen Briefen von Philip K. Dick nacherleben – es geht oft um Tantiemen: Tantiemen, um die sich Dick betrogen fühlt, von seinen Verlegern oder auch von der Sowjetunion, Tantiemen, die zu spät ausgezahlt werden, Tantiemen, die nicht reichen. Letztlich ist man als Autor selbstständig, ein (oft) sich selbst ausbeutender Unternehmer. Und so sehr man von der Umwelt als freier und unabhängiger Künstler wahrgenommen wird, Frauen und Kinder müssen Essen.